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Pflanzliches Abführmittel: Flohsamen + Sennesfrüchte (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Abführmittel enthält ein Quellmittel und ein darmreizendes Mittel, um eine Verstopfung zu behandeln. Flohsamenschalen (Plantago ovata) können als Quellmittel bei ausreichendem Flüssigkeitsangebot bis zum 200-fachen ihres Gewichts an Wasser aufnehmen. Damit erhöhen sie das Stuhlvolumen und erleichtern die Darmentleerung. Agiolax enthält außerdem die darmreizenden Sennesfrüchte. Da als Abführmittel in der Regel Quellstoffe oder wasserbindende Mittel allein genügen, und – wenn diese nicht ausreichend wirksam sind – auch Sennesfrüchte als Monopräparat eingesetzt werden können, ist die Kombination Agiolax nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Das Mittel dürfen Sie keinesfalls länger als ein bis zwei Wochen anwenden, weil sich der Darm sonst daran gewöhnt und ohne das Abführmittel der Stuhlgang nur noch schwer einsetzt. Näheres dazu lesen Sie unter Hilfe bei Verstopfung: Abführmittel richtig anwenden.

Achtung

Wenn Sie Insulin spritzen, sollten Sie den Blutzucker häufiger kontrollieren, weil durch das Abführmittel verstärkt Kalium ausgeschwemmt wird und sich durch den erhöhten Kaliumverlust die Wirkung des Insulins verringern kann. Dann müssen Sie mehr Insulin als gewohnt spritzen, um den Blutzucker ausreichend zu senken.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Es besteht der Verdacht auf einen Darmverschluss (heftige Bauchkrämpfe, aufgeblähter Bauch, kein Stuhlgang).
  • Sie leiden an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • Sie haben Bauchschmerzen ungeklärter Ursache.
  • Sie haben einen Mangel an Mineralstoffen.
  • Es besteht ein erheblicher Flüssigkeitsmangel, z. B. weil Sie zu wenig trinken.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Flohsamen binden andere Arzneistoffe, was deren Wirksamkeit beeinträchtigen kann. Sie sollten die Mittel deshalb im Abstand von mindestens einer Stunde einnehmen.

Unbedingt beachten

In hoher Dosierung schwemmen die Wirkstoffe Kalium aus dem Blut aus. Wenn Sie gleichzeitig Medikamente einnehmen, die den Kaliumverlust noch verstärken, z. B. entwässernde Medikamente (Diuretika, bei hohem Blutdruck) oder cortisonhaltige Präparate (bei Entzündungen), besteht die Gefahr, dass aufgrund des Kaliummangels Herzrhythmusstörungen auftreten.

Wenn Sie das Abführmittel in hoher Dosierung oder über einen Zeitraum, der über die empfohlene Anwendungsdauer hinausgeht, gleichzeitig mit Digitalis-Glycosiden (bei Herzschwäche) oder Präparaten mit Amiodaron oder Flecainid (bei Herzrhythmusstörungen) einnehmen, kann sich die Wirkung dieser Herzmittel verstärken. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung beziehungsweise unter Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Lakritze (wird aus Süßholzwurzel hergestellt) sollten Sie während der Anwendung dieses Mittels nicht essen, weil dies den Verlust an Kalium verstärken kann und sich das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Der Harn kann sich im Laufe der Behandlung rötlich färben. Das ist harmlos.

Muss beobachtet werden

In Einzelfällen verursacht das Mittel krampfartige Magen-Darm-Beschwerden. Dann sollten Sie die Dosis verringern oder es ganz absetzen.

Wenn sich der Urin auffällig dunkel verfärbt – insbesondere bei längerer Anwendung –, könnte er Blut enthalten. Setzen Sie das Mittel dann ab und gehen Sie baldmöglichst zum Arzt.

Bei langfristiger und zu häufiger Anwendung kann das Mittel den Mineralstoffhaushalt stören und insbesondere einen Kaliummangel verursachen. Hinweise darauf sind Muskelschwäche, anhaltende Verstopfung und Herzrhythmusstörungen. Suchen Sie dann möglichst rasch einen Arzt auf.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Eine solche allergische Reaktion kommt jedoch nur in Einzelfällen vor.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie das Mittel nicht anwenden. Es kann dazu führen, dass sich die Gebärmuttermuskulatur vorzeitig zusammenzieht.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwölf Jahren sollten dieses Abführmittel nicht bekommen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs