Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Parkinsonmittel: Cabergolin

Wirkungsweise

Cabergolin wird bei Parkinsonerkrankten eingesetzt, da es die Dopaminwirkung verstärkt, indem es an die Bindungsstellen der Nerven für Dopamin andockt und dort wie dieser Botenstoff wirkt. Cabergolin wird daher auch als Dopaminagonist bezeichnet. Dadurch werden Nervenimpulse besser weitergeleitet, die Bewegungen werden wieder kontrollierbarer. Testergebnis Cabergolin

Üblicherweise beginnt eine Parkinsonbehandlung bei jüngeren Menschen mit einem als "geeignet" bewerteten Dopaminagonisten, beispielsweise Pramipexol oder Ropinirol. Die Therapie kann so lange mit einem dieser Dopaminagonisten fortgesetzt werden, bis sie nicht mehr ausreicht oder die Dosierung aufgrund der unerwünschten Wirkungen nicht mehr gesteigert werden kann. Dann wird zusätzlich Levodopa in der geringstmöglichen Dosierung gegeben.

Welche Substanz aus der Reihe der Dopaminagonisten beziehungsweise welche Zubereitungsform gewählt wird, kann sich z. B. nach der Wirkdauer richten. Für einen berufstätigen Menschen kann es vorteilhaft sein, das Medikament nur einmal am Tag einnehmen zu müssen; andererseits lassen sich die Beschwerden besser ausgleichen, wenn das Medikament mehrmals täglich in geringer Dosierung eingenommen wird.

Der Dopaminagonist Cabergolin wird als "mit Einschränkung geeignet" bewertet. Mit dieser Substanz verbindet sich das Risiko, dass sich die Herzklappen verändern. Außerdem sind vor Behandlungsbeginn, wie bei allen Dopaminagonisten, bekannte unerwünschte Wirkungen wie Impulskontrollstörungen oder plötzliche Schlafattacken zu berücksichtigen.

Das Mittel soll zur Parkinsonbehandlung nur eingesetzt werden, wenn andere Dopaminagonisten nicht vertragen oder nicht angewendet werden können.

Anwendung

Zu Beginn der Behandlung verursacht Cabergolin oft Übelkeit, Erbrechen und Blutdruckabfall. Das lässt sich auffangen, indem der Körper langsam an das Medikament gewöhnt wird. Dafür wird die Therapie mit einer geringen Dosis des Wirkstoffs begonnen, die abends eingenommen und nur ganz allmählich gesteigert wird. Damit den Betroffenen diese unterschiedlichen Dosierungen leichter fallen, gibt es das Mittel in zwei Dosisabstufungen.

Die übliche Dosis liegt bei 2 bis 3 Milligramm Cabergolin am Tag.

Wird die erforderliche Tagesdosis auf mehrere Einzelgaben verteilt, sollten Sie die Tabletten in möglichst gleichen Abständen über den Tag einnehmen, damit der Wirkstoffspiegel konstant bleibt.

Um die Magenbeschwerden erträglicher zu machen, kann zusätzlich Domperidon eingenommen werden.

Cabergolin kann im Laufe der Behandlung zu einer Verhärtung von Herz- und Lungengewebe (Fibrose) führen, die die Funktion der Organe beeinträchtigt. Um darauf rechtzeitig aufmerksam zu werden, muss während der Behandlung alle sechs bis zwölf Monate eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) gemacht werden. Auch die Lunge sollte abgehört werden.

Gegenanzeigen

Cabergolin darf nicht eingesetzt werden, wenn es im Gewebe von Herz oder Lunge Veränderungen gibt, die die Funktion des Organs behindern (Fibrose). Es darf auch nicht eingesetzt werden, wenn eine Herzklappenerkrankung vorliegt. Vor Beginn der Behandlung ist daher eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Herzecho) erforderlich, während der Behandlung sollten Sie auf Atembeschwerden und Flüssigkeitsansammlungen in Geweben achten. Diese Symptome können auf einer derartigen Erkrankung beruhen.

Unter folgenden Bedingungen darf Cabergolin nicht angewendet werden oder nur, wenn der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben hohen Blutdruck, der sich nicht senken lässt.
  • Sie haben niedrigen Blutdruck und Ihnen wird häufiger schwarz vor Augen.
  • Sie leiden an einer koronaren Herzkrankheit oder anderen schweren Störungen des Herz-Kreislauf-Systems.
  • Sie haben Durchblutungsstörungen in den Beinen.
  • Sie haben oder hatten eine schwere psychische Erkrankung, insbesondere eine Psychose.
  • Die Funktion Ihrer Leber oder der Nieren ist erheblich gestört.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

Neuroleptika (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) – ausgenommen Clozapin – sowie Metoclopramid (bei Übelkeit) sollten nicht gleichzeitig mit Cabergolin eingesetzt werden. Sie können einander in ihrer Wirkung abschwächen. In der Folge kann sich die Beweglichkeit des Parkinsonkranken verschlechtern und es können psychotische Störungen eintreten.

Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide, z. B. Erythromycin (bei bakteriellen Infektionen), und Itraconazol (innerlich bei Pilzerkrankungen) verstärken die erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Cabergolin.

Wird Cabergolin gleichzeitig mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln eingenommen, können diese stärker wirken.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Wenn Sie Alkohol trinken, steigt die Neigung zu Schlafattacken.

Nebenwirkungen

Es kommt vor, dass die Behandelten während Alltagstätigkeiten ohne vorherige Warnzeichen einschlafen. Manchmal sind sich die Betroffenen der Schlafattacke nicht einmal bewusst. Davon muss umgehend der Arzt informiert werden.

Keine Maßnahmen erforderlich

Etwa 10 von 100 Anwendern beklagen insbesondere zu Beginn der Behandlung Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenbeschwerden, Verstopfung und Durchfall. Die Beschwerden lassen sich eventuell mildern, wenn das Medikament zum Essen eingenommen wird. Sie vergehen häufig wieder, wenn die individuelle Dosis gefunden ist.

Muss beobachtet werden

Unter 100 Anwendern von Cabergolin klagt etwa einer über Müdigkeit. Wenn Sie das tagsüber anhaltend beeinträchtigt, sollten Sie es mit einem Arzt besprechen.

Besonders zu Behandlungsbeginn kann der Blutdruck absinken. Das äußert sich durch Müdigkeit, Schwindel, "Anlaufschwierigkeiten" und Schwarzwerden vor den Augen. Fühlen Sie sich dadurch ernstlich beeinträchtigt, sollten Sie das mit dem Arzt besprechen. Werden Sie bewusstlos, sollte der Arzt sofort informiert werden.

Es können Durchblutungsstörungen auftreten, die sich in Form kalter Hände und Füße und bläulicher Verfärbung der Haut äußern. Darüber sollten Sie den Arzt informieren.

Wenn eine mit Cabergolin behandelte Person wiederholt befremdliche Dinge sieht und hört, die andere Menschen nicht bemerken (Halluzinationen), sollte darüber der Arzt informiert werden. Das Gleiche gilt bei paranoidem Erleben; das bedeutet, der Behandelte erlebt und erklärt die Wirklichkeit gänzlich anders, als andere es tun, und zieht daraus Schlussfolgerungen, die andere befremden. Über solche Episoden sollten die Betroffenen oder ihnen nahestehende Personen mit einem Arzt sprechen.

Durch Cabergolin kann sich suchtartiges Verhalten entwickeln. Beispielsweise können sich das sexuelle Begehren und der Drang nach sexueller Betätigung suchtartig steigern. Auch Spielsucht, Kaufsucht und Essattacken können vorkommen. Die Veränderung ihres Verhaltens nehmen die Betroffenen selbst oftmals nicht wahr. Dann müssen Familienangehörige oder andere nahestehende Personen den Arzt auf die Verhaltensänderungen aufmerksam machen.

Bei mehr als 10 von 100 Personen kann sich während der Behandlung mit Cabergolin besonders in den Unterschenkeln Gewebeflüssigkeit sammeln (Ödeme). Wenn sich das im Laufe der Behandlung deutlich verschlimmert, sollten Sie das dem Arzt mitteilen.

Anhaltender Hustenreiz und Atemnot nach einer Langzeittherapie mit dem Mittel lassen vermuten, dass sich eine Lungenfibrose entwickelt hat. Dann muss der Arzt entsprechende Untersuchungen veranlassen. Bei etwa 1 von 1 000 bestätigt sich der Verdacht.

Nach mehrjähriger hochdosierter Behandlung kann sich das Bindegewebe im Bauchraum vermehren (retroperitoneale Fibrose). Dies kann sich durch Rückenschmerzen insbesondere im Bereich der Nieren, Nierenfunktionsstörungen und Beinödeme bemerkbar machen. Von solchen Symptomen sollten Sie dem Arzt berichten. Das Mittel muss dann abgesetzt werden.

Bei mehr als 10 von 100 Behandelten kann es bei der Behandlung mit diesem Wirkstoff zu Gewebeveränderungen der Herzklappen kommen. Treten Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust auf und lagert sich in den Geweben Flüssigkeit ein (Ödeme), muss ein Arzt das Herz untersuchen.

Sofort zum Arzt

Schmerzen hinter dem Brustbein, die eventuell ausstrahlen, und mit Angst, Unruhe, Atemnot, Blässe und Schweißausbrüchen verbunden sein können, beruhen auf einer Angina Pectoris. Diese tritt gelegentlich als unerwünschte Wirkung auf. Bemerken Sie solche Beschwerden zum ersten Mal, sollten Sie sich möglichst umgehend an den Arzt wenden. Wenn bei Ihnen bereits eine Angina Pectoris besteht, sollten Sie sich an den Arzt wenden, wenn sich die Anfälle häufen oder länger dauern.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Cabergolin soll in der Schwangerschaft abgesetzt werden. Es sind aber keine Probleme zu befürchten und auch keine besonderen Maßnahmen erforderlich, wenn Sie das Mittel eingenommen haben, bevor Sie von der Schwangerschaft wussten.

Cabergolin unterdrückt die Milchbildung. Während der Stillzeit sollte es daher nicht eingenommen werden, es sei denn, dass die Milchproduktion gestoppt werden soll.

Für ältere Menschen

Ältere Menschen reagieren empfindlich auf Cabergolin. Das gilt besonders, wenn ihre Hirnleistung gestört ist. Es muss verstärkt mit dem Auftreten von Nebenwirkungen gerechnet werden, vor allem mit Erregungszuständen, Desorientiertheit und Psychosen. Dann muss das Medikament schwächer dosiert und die Dosierung zu Beginn der Therapie besonders langsam gesteigert werden. Um Herz- und Lungenveränderungen frühzeitig zu entdecken, sind Kontrolluntersuchungen notwendig.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn bei Ihnen überraschende Einschlafattacken auftreten, für die es keine Warnzeichen gibt, dürfen Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen und nichts tun, was Sie und andere einem Risiko aussetzen könnte. Darüber hinaus kann das Mittel weitere unerwünschte Wirkungen haben, die die Sicherheit im Straßenverkehr ebenfalls beeinträchtigen.

Da die Parkinsonkrankheit das Reaktionsvermögen verlangsamt, sind viele Betroffene nicht fahrtüchtig. Wer mit Medikamenten stabil eingestellt ist, kann jedoch unter Umständen wieder am Straßenverkehr teilnehmen. Im Zweifelsfall kann in einer fachärztlichen Untersuchung die Reaktionszeit ermittelt werden.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs