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Parkinsonmittel: Bromocriptin

Wirkungsweise

Bromocriptin wird bei Parkinsonkrankheit eingesetzt. Es verstärkt die Dopaminwirkung, indem es die Bindungsstellen der Nerven für Dopamin besetzt und dort wie dieser Botenstoff wirkt. Dadurch werden Nervenimpulse besser weitergeleitet, die Bewegungen werden wieder kontrollierbarer.

Üblicherweise beginnt eine Parkinsonbehandlung bei Menschen, die jünger sind als 70 Jahre, mit einem als "geeignet" bewerteten Dopaminagonisten, beispielsweise Pramipexol oder Ropinirol. Die Therapie mit Dopaminagonisten kann so lange fortgesetzt werden, bis sie nicht mehr ausreicht oder die Dosierung aufgrund der unerwünschten Wirkungen nicht mehr gesteigert werden kann. Dann wird zusätzlich Levodopa in der geringstmöglichen Dosierung gegeben.

Welche Substanz aus der Reihe der Dopaminagonisten beziehungsweise welche Zubereitungsform gewählt wird, kann sich z. B. nach der Wirkdauer richten. Für einen berufstätigen Menschen kann es vorteilhaft sein, das Medikament nur einmal am Tag einnehmen zu müssen; andererseits lassen sich die Beschwerden besser ausgleichen, wenn das Medikament mehrmals täglich in geringer Dosierung eingenommen wird.

Der Dopaminagonist Bromocriptin wird aber als "mit Einschränkung geeignet" angesehen. Mit dieser Substanz verbindet sich das Risiko, dass sich die Herzklappen verändern. Das Mittel soll zur Parkinsonbehandlung nur eingesetzt werden, wenn andere Dopaminagonisten nicht vertragen oder nicht angewendet werden können. Bei Kranken mit einer Herzklappenveränderung sollten Pramipexol oder Ropinirol bevorzugt werden.

Anwendung

Zu Beginn der Behandlung verursacht Bromocriptin, wie alle Dopaminagonisten, oft Übelkeit, Erbrechen und Blutdruckabfall. Das lässt sich auffangen, indem der Körper langsam an das Medikament gewöhnt wird. Dafür wird die Therapie mit einer geringen Dosis des Wirkstoffs begonnen, die abends eingenommen und nur ganz allmählich gesteigert wird. Damit den Betroffenen diese unterschiedlichen Dosierungen leichter fallen, gibt es mehreren Dosisabstufungen.

Tabletten sollten Sie in möglichst gleichen Abständen über den Tag verteilt einnehmen, damit der Wirkstoffspiegel konstant bleibt.

Um die Magenbeschwerden erträglicher zu machen, kann zusätzlich Domperidon eingenommen werden.

Bromocriptin kann im Laufe der Behandlung zu einer Verhärtung von Herz- und Lungengewebe (Fibrose) führen, die die Funktion der Organe beeinträchtigt. Um darauf rechtzeitig aufmerksam zu werden, muss während der Behandlung alle sechs bis zwölf Monate eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) gemacht werden. Auch die Lunge sollte abgehört werden.

Gegenanzeigen

Bromocriptin darf nicht angewendet werden, wenn eine Herzklappenerkrankung besteht oder sich diese während der Behandlung entwickelt. Vor Beginn der Behandlung ist daher eine Ultraschalluntersuchung des Herzens ("Herzecho") erforderlich, während der Behandlung sollten Sie auf Atembeschwerden und Flüssigkeitsansammlungen in Geweben achten. Diese Symptome können auf einer derartigen Erkrankung beruhen.

Desweiteren darf Bromocriptin unter den folgenden Bedingungen nicht angewendet werden oder nur, wenn der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben hohen Blutdruck, der sich nicht senken lässt.
  • Sie haben niedrigen Blutdruck und Ihnen wird häufiger schwarz vor Augen.
  • Sie leiden an einer koronaren Herzkrankheit oder anderen schweren Störungen des Herz-Kreislauf-Systems.
  • Sie haben Durchblutungsstörungen in den Beinen.
  • Sie haben oder hatten eine schwere psychische Erkrankung, insbesondere eine Psychose.
  • Die Funktion Ihrer Leber oder der Nieren ist erheblich gestört.
  • Sie hatten schon einmal ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
  • Sie müssen pro Tag mehr als 10 Milligramm Bromocriptin einnehmen und sind verwirrt, haben Gedächtnisstörungen oder eine Demenzerkrankung.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

Neuroleptika (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) – ausgenommen Clozapin – sowie Metoclopramid (bei Übelkeit) sollten nicht gleichzeitig mit Bromocriptin eingesetzt werden. Sie können einander in ihrer Wirkung abschwächen. In der Folge kann sich die Beweglichkeit des Parkinsonkranken verschlechtern und es können psychotische Störungen eintreten.

Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide, z. B. Erythromycin (bei bakteriellen Infektionen), verstärken die erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Bromocriptin.

Bromocriptin kann blutdrucksenkende Arzneimittel stärker wirken lassen.

Unbedingt beachten

Bromocriptin darf nicht zusammen mit Alfuzosin (bei Prostatavergrößerung) eingenommen werden, weil bei der Kombination der Blutdruck so stark absinken kann, dass Ohnmachtsanfälle drohen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkoholkonsum erhöht die Neigung zu Schlafattacken.

Bromocriptin wird bei gleichzeitigem Alkoholkonsum möglicherweise schlechter vertragen.

Nebenwirkungen

Bei Bromocriptin ist es – wie bei allen anderen Dopaminagonisten – schon vorgekommen, dass die Behandelten während Alltagstätigkeiten ohne vorherige Warnzeichen eingeschlafen sind. Manchmal sind sich die Betroffenen der Schlafattacke nicht einmal bewusst. Davon muss umgehend der Arzt informiert werden.

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 10 von 100 Anwendern beklagen insbesondere zu Beginn der Behandlung Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenbeschwerden, Verstopfung und Durchfall. Die Beschwerden lassen sich eventuell mildern, wenn das Medikament zum Essen eingenommen wird. Sie vergehen häufig wieder, wenn die individuelle Dosis gefunden ist.

Bromocriptin kann bei bis zu 10 von 100 Behandelten Haarausfall auslösen. Dieser vergeht in der Regel wieder, wenn die Einnahme beendet wird.

Muss beobachtet werden

Unter 100 Anwendern von Bromocriptin klagen mehr als zehn über Müdigkeit. Wenn Sie das tagsüber anhaltend beeinträchtigt, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Besonders zu Behandlungsbeginn kann der Blutdruck absinken. Das äußert sich durch Müdigkeit, Schwindel, "Anlaufschwierigkeiten" und Schwarzwerden vor den Augen. Fühlen Sie sich dadurch ernstlich beeinträchtigt, sollten Sie das mit dem Arzt besprechen. Werden Sie bewusstlos, sollte der Arzt sofort informiert werden.

Es können Durchblutungsstörungen auftreten, die sich in Form kalter Hände und Füße sowie bläulicher Verfärbung der Haut äußern. Darüber sollten Sie den Arzt informieren.

Wenn eine mit Bromocriptin behandelte Person wiederholt befremdliche Dinge sieht und hört, die andere Menschen nicht bemerken (Halluzinationen), sollte darüber der Arzt informiert werden. Das Gleiche gilt bei paranoidem Erleben; das bedeutet, der Behandelte erlebt und erklärt die Wirklichkeit gänzlich anders, als andere es tun, und zieht daraus Schlussfolgerungen, die andere befremden. Über solche Episoden sollten die Betroffenen oder ihre Angehörigen mit einem Arzt sprechen.

Durch Dopaminagonisten wie Bromocriptin kann sich suchtartiges Verhalten entwickeln. Beispielsweise können sich das sexuelle Begehren und der Drang nach sexueller Betätigung suchtartig steigern. Auch Spielsucht, Kaufsucht und Essattacken können vorkommen. Die Veränderung ihres Verhaltens nehmen die Betroffenen selbst oftmals nicht wahr. Dann müssen Familienangehörige oder andere nahestehende Personen den Arzt auf die Verhaltensänderungen aufmerksam machen.

Bei bis zu 10 von 100 Personen kann sich besonders in den Unterschenkeln Gewebeflüssigkeit sammeln (Ödeme). Wenn sich das im Laufe der Behandlung deutlich verschlimmert, sollten Sie das dem Arzt mitteilen.

Anhaltender Hustenreiz und Atemnot nach einer Langzeittherapie mit einem dieser Wirkstoffe lassen vermuten, dass sich eine Lungenfibrose entwickelt hat. Dann muss der Arzt entsprechende Untersuchungen veranlassen. Bei etwa 1 von 1 000 bestätigt sich der Verdacht. Wird Bromocriptin so hoch dosiert, wie es bei Parkinsonkrankheit nötig ist, scheint das Risiko für eine Lungenfibrose größer zu sein als bei den anderen Substanzen dieser Wirkstoffgruppe.

Nach mehrjähriger hochdosierter Behandlung kann sich das Bindegewebe im Bauchraum vermehren (retroperitoneale Fibrose). Dies kann sich durch Rückenschmerzen insbesondere im Bereich der Nieren, Nierenfunktionsstörungen und Beinödeme bemerkbar machen. Von solchen Symptomen sollten Sie dem Arzt berichten. Das Mittel muss dann abgesetzt werden.

Vereinzelt kann Bromocriptin zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen. Bei Magenschmerzen oder fast schwarz gefärbtem Stuhl sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Es kann Schwierigkeiten beim Wasserlassen geben. Das betrifft vor allem Männer mit vergrößerter Prostata. Dieses Problem sollte in den nächsten Tagen mit dem Arzt besprochen werden.

Der Herzschlag kann sich sehr beschleunigen. Liegt der Puls in Ruhe anhaltend über 100 Schlägen pro Minute, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.

Bei Bromocriptin kann es in Einzelfällen zu Gewebeveränderungen der Herzklappen kommen.

Sofort zum Arzt

Schmerzen hinter dem Brustbein, die eventuell ausstrahlen, und mit Angst, Unruhe, Atemnot, Blässe und Schweißausbrüchen verbunden sein können, beruhen auf einer Angina Pectoris. Diese tritt gelegentlich als unerwünschte Wirkung auf. Bemerken Sie solche Beschwerden zum ersten Mal, sollten Sie sich möglichst umgehend an den Arzt wenden. Wenn bei Ihnen bereits eine Angina Pectoris besteht, sollten Sie sich an den Arzt wenden, wenn sich die Anfälle häufen oder länger dauern.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bromocriptin soll in der Schwangerschaft abgesetzt werden. Es sind aber keine Probleme zu befürchten und auch keine besonderen Maßnahmen erforderlich, wenn Sie dieses Medikament eingenommen haben, bevor Sie von der Schwangerschaft wussten.

Bromocriptin unterdrückt die Milchbildung. Während der Stillzeit sollte das Mittel daher nicht eingenommen werden, es sei denn, dass die Milchproduktion gestoppt werden soll.

Für ältere Menschen

Ältere Menschen reagieren empfindlich auf den Dopaminagonist Bromocriptin. Das gilt besonders, wenn ihre Hirnleistung gestört ist. Es muss verstärkt mit dem Auftreten von Nebenwirkungen gerechnet werden, vor allem mit Erregungszuständen, Desorientiertheit und Psychosen. Dann muss das Medikament schwächer dosiert und die Dosierung zu Beginn der Therapie besonders langsam gesteigert werden. Um Herz- und Lungenveränderungen frühzeitig zu entdecken, sind Kontrolluntersuchungen notwendig.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn bei Ihnen überraschende Einschlafattacken auftreten, für die es keine Warnzeichen gibt, dürfen Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen und nichts tun, was Sie und andere einem Risiko aussetzen könnte. Darüber hinaus können diese Mittel weitere unerwünschte Wirkungen haben, die die Sicherheit im Straßenverkehr ebenfalls beeinträchtigen.

Da die Parkinsonkrankheit das Reaktionsvermögen verlangsamt, sind viele Betroffene nicht fahrtüchtig. Wer mit Medikamenten stabil eingestellt ist, kann jedoch unter Umständen wieder am Straßenverkehr teilnehmen. Im Zweifelsfall kann in einer fachärztlichen Untersuchung die Reaktionszeit ermittelt werden.

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