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Osteoporosemittel: Risedronsäure + Calciumcarbonat + Vitamin D3 (Kombination)

Wirkungsweise

In Actonel plus Calcium D sind drei zur Osteoporosebehandlung sinnvolle Substanzen in einer Packung kombiniert: Die Tabletten enthalten das Bisphosphonat Risedronsäure, das Brausegranulat liefert Calciumcarbonat und Vitamin D (Colecalciferol). Für Risedronsäure zeigen Studienergebnisse, dass ihre Anwendung die Rate an Brüchen der Wirbelkörper und des Oberschenkelhalses verringern kann. Zwar gibt es keine Untersuchungen zur Wirksamkeit der Dreierkombination, wie sie hier vorliegt. Da aber die Wirksamkeit der einzelnen Bestandteile bei Osteoporose nachgewiesen ist, wird dieses Produkt unter der Voraussetzung, dass die enthaltene Menge Calcium und Vitamin D dem entspricht, was die jeweilige Anwenderin benötigt, als "geeignet" bewertet.

Anwendung

In der Packung sind vier Wochenrationen enthalten. Jede Wochenpackung enthält eine orangefarbene Tablette mit Risedronsäure und sechs Beutel mit der Mischung aus Calcium und Vitamin D3.

Für Bisphosphonate, zu denen Risedronsäure gehört, gelten genaue Einnahmeregeln. Werden sie nicht beachtet, können die Substanzen die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen. Außerdem kann gleichzeitig aufgenommene Nahrung die Wirkung des Osteoporosemittels vermindern.

An einem festgelegten Tag jeder Woche nehmen Sie morgens nach dem Aufstehen, bevor Sie irgendetwas zu sich nehmen, im Stehen die Tablette ein und trinken dazu ein großes Glas Leitungswasser, kein Mineralwasser. Sie dürfen die Tablette weder kauen noch lutschen und dürfen sich in den folgenden 30 Minuten nicht wieder hinlegen, damit vom Mageninhalt nichts in die Speiseröhre zurückläuft. In dieser Zeit dürfen Sie auch nichts essen, keine anderen Medikamente einnehmen und außer Leitungswasser nichts trinken. Optimal ist es, wenn Sie erst zwei Stunden später frühstücken, denn dann wird von dem Wirkstoff so viel wie möglich aufgenommen.

An den anderen Tagen der Woche nehmen Sie jeden Tag den Inhalt eines der Beutel ein. Dazu schütten Sie ihn in ein Glas mit gewöhnlichem Leitungswasser, rühren um und trinken, sobald das Sprudeln aufgehört hat.

Aus den bisherigen Untersuchungsergebnissen schließen manche Fachleute, dass die Einnahme beendet werden kann, wenn die Dichte der Hüftknochen um drei bis fünf Prozent und die der Wirbelknochen um acht bis zehn Prozent zugenommen hat. Sollten im Jahr darauf allerdings wieder mehr als acht Prozent der Knochendichte verlorengehen, muss die Behandlung mit Risedronsäure fortgesetzt oder zu einer anderen Osteoporosetherapie gewechselt werden.

Eine Bisphosphonattherapie sollte nach fünf Jahren beendet werden. Für diesen Zeitraum ist belegt, dass der Nutzen der Behandlung das Risiko überwiegt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand verringert sich die Knochendichte nach dem Absetzen der Mittel zwar wieder etwas, die Zahl der Knochenbrüche steigt aber nicht entscheidend an. Eine darüber hinausgehende Behandlung sollte hingegen wohl überlegt sein. Bei einer Langzeitbehandlung mit Bisphosphonaten können am Oberschenkelknochen vermehrt Brüche auftreten, die sonst selten sind. Dabei bricht der Oberschenkelschaft, nicht der -hals, wie es für Osteoporose typisch ist. Doch auch diese Art von Brüchen kann sich schon nach geringfügiger Verletzung oder sogar ohne eine solche einstellen.

Während der Behandlung mit diesem Präparat sollten Sie ohne ärztlichen Rat nichts zusätzlich zu sich nehmen, was mit Calcium oder Vitamin D angereichert ist. Das betrifft Lebensmittel wie z. B. Fruchtsäfte ebenso wie Vitaminpräparate und ähnliche Ergänzungsmittel.

Bei leicht bis mittelstark eingeschränkter Nierenfunktion sollte der Arzt während der Behandlung, Ihrem individuellen Risiko entsprechend, die Nierenfunktion sowie die Calcium- und Phosphatkonzentration im Blut und Urin überprüfen.

Achtung

Die Anwendung von Bisphosphonaten kann eine Kiefernekrose auslösen. Hierbei wird der Kieferknochen durch Prozesse, die sich nicht aufhalten lassen, zerstört. Vor Beginn der Behandlung sollte daher ein Zahnarzt das Gebiss überprüfen; größere zahnmedizinische Behandlungen müssen abgeschlossen sein. Während der Behandlung ist sehr auf sorgfältige Zahnpflege zu achten. Auch zahnärztliche Kontrollen sind in halbjährlichem Abstand unbedingt angeraten. Eine größere zahnärztliche Behandlung während der Einnahme von Bisphosphonaten kann den Zustand von Zähnen und Kiefer verschlechtern. Lässt sich dieser Eingriff nicht vermeiden, muss je nach individuellem Risiko entschieden werden, ob die Einnahme der Bisphosphonate einige Zeit vor und nach der Operation ausgesetzt wird. Dies gilt ganz besonders für Personen mit einer Krebserkrankung und solchen, bei denen eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine Behandlung mit Glucocorticoiden durchgeführt wird.

Das Risiko für eine Kiefernekrose steigt mit der Dosierung der Bisphosphonate und der Dauer der Behandlung. Erhöht ist es offensichtlich vor allem dann, wenn die Mittel gespritzt werden, weniger wenn sie als Tabletten eingenommen werden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Mittel nicht anwenden:

  • Ihr Blut enthält deutlich zu viel oder zu wenig Calcium. Zu viel Calcium gelangt ins Blut, wenn die Nebenschilddrüsen zu viel Parathormon produzieren und wenn sich in den Knochen und im Knochenmark Tumoren gebildet haben. Wenn es zu wenig ist, muss der Calciumspiegel im Blut erst mit einem Calciumpräparat angehoben werden, bevor mit der Bisphosphonatbehandlung begonnen werden kann.
  • Sie leiden unter einer schweren Nierenfunktionsstörung oder haben Nierensteine.
  • Ihr Blut enthält sehr viel Vitamin D. Dieses Kombinationsmittel hebt die Konzentration noch weiter an. Dann drohen unerwünschte Wirkungen. Ein Vitamin-D-Mangel sollte vor Behandlungsbeginn durch gezielte Einnahme eines Vitamin-D-Präparats behoben werden.
  • Ihre Osteoporose ist entstanden, weil Sie sich kaum bewegen können.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben oder hatten schon einmal eine Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließenden Mageninhalt (Refluxösophagitis), eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür oder Sie hatten erst kürzlich Beschwerden wie Sodbrennen oder Schmerzen im Oberbauch. Diese können auf derartige Erkrankungen hindeuten.
  • Bei Ihnen gab es einmal eine Erkrankung der Speiseröhre, durch die sich der Transport der Nahrung durch die Speiseröhre verlangsamt oder bei der sich ihre Entleerung in den Magen verzögert.
  • Sie sind nicht in der Lage, nach dem Einnehmen der Tablette mindestens eine halbe Stunde lang aufrecht zu sitzen oder zu stehen.
  • Sie hatten bereits einmal einen erhöhten Calciumgehalt im Blut.
  • Sie haben eine schwere Erkrankung des Lymphsystems (Sarkoidose), einen Mangel an Parathormon oder sind regelmäßig auf eine Dialyse angewiesen. Dann kann Vitamin D 3 übermäßig wirken.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist in der Zeit, in der Sie die Tablette mit Risedronsäure einnehmen, zu beachten:

  • Magensäurebindende Mittel mit Aluminium, Calcium oder Magnesium (bei Sodbrennen) und eisenhaltige Mittel (bei Blutarmut) können die Wirksamkeit von Bisphosphonaten aufheben. Die Tabletten mit Risedronsäure sollten Sie daher frühestens zwei Stunden nach dem Osteoporosemittel einnehmen.

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist in der Zeit, in der Sie den Inhalt der Beutel einnehmen, zu beachten:

  • Vitamin D lässt den Calciumspiegel des Blutes ansteigen. Die gleiche Wirkung haben entwässernde Mittel wie Hydrochlorothiazid und Chlorthalidon (bei hohem Blutdruck), nicht jedoch Furosemid und Torasemid. Der Calciumgehalt des Blutes kann sich auch erhöhen, wenn Sie ein calciumhaltiges Mittel einnehmen, z. B. um Magensäure zu binden. Bei fortlaufender Einnahme von Mitteln, die den Calciumgehalt im Blut erhöhen, sollte der Calciumspiegel regelmäßig kontrolliert werden. Unter Umständen brauchen Sie dann eine geringere Menge Calcium beziehungsweise Vitamin D als ohne diese Behandlung.
  • Durch Calcium werden andere Arzneimittel schlechter aus dem Darm ins Blut aufgenommen. Insbesondere die Aufnahme von Eisen (bei Blutarmut) und Levothyroxin (bei Schilddrüsenerkrankungen) kann verringert sein. Nach der Einnahme von Calcium sollten Sie daher mindestens zwei Stunden warten, bevor Sie ein anderes Arzneimittel schlucken.
  • Orlistat (bei Übergewicht) sowie Colestyramin und Colestipol (bei Fettstoffwechselstörungen) können die Aufnahme von Vitamin D aus dem Darm ins Blut beeinträchtigen. Zwischen der Einnahme eines dieser Mittel und Actonel plus Calcium D sollten mindestens zwei Stunden Abstand liegen.

Unbedingt beachten

Durch Calcium werden Antibiotika wie Chinolone und Tetracycline (bei bakteriellen Infektionen) schlechter aus dem Darm aufgenommen. Nehmen Sie diese Antibiotika daher mindestens zwei Stunden vor oder nach diesem Kombinationsmittel ein. Näheres hierzu lesen Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Calciumreiche Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer können die Wirksamkeit von Bisphosphonaten verringern. Darum sollte das Osteoporosemittel frühestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden.

Beutel mit Calcium und Vitamin D: Calcium kann durch Nahrungsmittel mit Oxalsäure (z. B. Spinat, Rhabarber) sowie Phytinsäure (z. B. in ungeschältem Getreide) gebunden werden, sodass nur wenig ins Blut aufgenommen werden kann. Zwischen der Einnahme von calciumhaltigen Tabletten und solchen Lebensmitteln sollten mindestens zwei Stunden Abstand liegen.

Nebenwirkungen

Beutel mit Calcium und Vitamin D: Eine zu hohe Dosierung von Vitamin D kann unerwünschte Wirkungen verursachen. Allerdings hält die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu 100 Mikrogramm (= 4 000 I. E.) Vitamin D am Tag für unbedenklich.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 100 Anwendern können Durchfall und Blähungen auftreten. Auch Kopfschmerzen und Schwindel sind möglich.

Ebenfalls kann Verstopfung auftreten.

Muss beobachtet werden

Bis zu 10 von 100 Anwendern berichten über Übelkeit, Verstopfung, Völlegefühl und Bauchschmerzen. In der Regel ist das harmlos. Weil diese Beschwerden aber auch erste Zeichen der unter "Sofort zum Arzt" beschriebenen Nebenwirkungen sein können, sollten Sie sich an einen Arzt wenden, wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten.

Risedronsäure kann – besonders wenn sie hoch dosiert wird – psychische Störungen wie Verwirrtheit und Halluzinationen verursachen. Bei derartigen Irritationen sollten Sie sich an einen Arzt wenden.

Risedronsäure kann sehr starke Muskel- und Skelettschmerzen hervorrufen. Das sollten Sie mit einem Arzt besprechen. Meist bessern sich die Beschwerden, wenn das Arzneimittel abgesetzt wird.

Schmerzen und andere Beschwerden im Oberschenkel, der Hüfte und in der Leiste können Anzeichen für einen ungewöhnlichen Bruch des Oberschenkelknochens sein. Sie sollten sich dann mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Wenn die Haut sich rötet und juckt und sich Bläschen bilden, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Arzneimittel. Bei solchen Hautreaktionen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn der Vitamin-D-Gehalt im Blut zu stark ansteigt, können Durst, vermehrter Harndrang, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Mattigkeit auftreten. Im Röntgenbild kann der Arzt Calciumablagerungen außerhalb der Knochen sehen.

Sofort zum Arzt

Schwierigkeiten und Schmerzen beim Schlucken und hinter dem Brustbein sowie neu auftretendes oder stärker werdendes Sodbrennen können Symptome einer Entzündung (bei bis zu 9 von 1 000 Behandelten), eines Geschwürs (bei 2 von 1 000 Behandelten) oder einer Verengung (bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten) der Speiseröhre sein. Das Risiko für solche Schäden wird größer, wenn die Einnahmehinweise nicht befolgt werden. Mit solchen Beschwerden sollten Sie sich umgehend an einen Arzt wenden.

Verschlimmern sich die Symptome und kommen vielleicht noch Schwindel, Ohnmacht und Schockreaktionen hinzu, müssen Sie sofort einen Arzt rufen. Es kann sein, dass ein Geschwür die Wand der Speiseröhre durchbrochen hat.

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten oder das Gesicht im Bereich von Lippen und Zunge anschwillt und Atemnot besteht, müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen. Es kann sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln.

Selten kann es sein, dass nach zahnärztlichen oder oralchirurgischen Eingriffen die Wunde nicht heilt, die Schmerzen und Schwellungen vielmehr anhalten und womöglich noch Fieber und Eiterabsonderungen hinzukommen. Dann kann eine Aufweichung und Zerstörung des Kieferknochens der Grund dafür sein. Weisen Sie Ihren Zahnarzt bei solchen Symptomen unbedingt darauf hin, dass Sie Risedronsäure einnehmen.

Sehr selten kann es bei langjähriger Anwendung sein, dass Sie anhaltende Schmerzen in den Ohren, Druckgefühl im Ohr oder Ausfluss aus den Ohren haben. Möglicherweise sind hierfür Veränderungen der Knochensubstanz des äußeren Gehörgangs der Grund. Weisen Sie Ihren HNO-Arzt bei solchen Symptomen unbedingt darauf hin, dass Sie mit Bisphosphonaten behandelt werden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs