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Osteoporosemittel: Natriumfluorid + Vitamin D3 + Calciumcarbonat (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Präparat enthält verschiedene Tabletten und soll so alle notwendigen Komponenten einer Osteoporosebehandlung gemeinsam anbieten. Ossofortin plus enthält Brausetabletten mit einer Kombination aus Calciumcarbonat und Vitamin D3 (Colecalciferol) und Tabletten mit Natriumfluorid. Näheres zu den Wirkstoffen Sie unter Fluoride, Calciumverbindungen und Vitamin D.

Ein Mittel zur Osteoporosebehandlung mit Calcium und Vitamin D zu kombinieren, ist zwar durchaus sinnvoll. Dennoch wird dieses Mittel als "wenig geeignet" bewertet. Der Grund ist die nicht ausreichend nachgewiesene therapeutische Wirksamkeit von Fluoriden bei Osteoporose. Näheres hierzu lesen Sie unter Fluoride.

Anwendung

Wenn der Arzt Ihnen eine Dosierung von mehr als 20 Milligramm Fluorid pro Tag angibt, sollte er das nachvollziehbar begründen. Diese Menge hat sich in Studien bereits als Grenzdosierung erwiesen. Wird Fluorid in hoher Dosierung zugeführt, können vermehrt Knochenbrüche auftreten. Akzeptable Gründe für eine so hohe Dosierung können sein, dass Ihre Knochen auf geringe Mengen Fluorid nicht angesprochen haben, oder – bei Männern – dass 20 Milligramm für Ihre Körpermasse nicht ausreicht.

Nach einem Jahr überprüft der Arzt den Zustand Ihrer Knochen. Entsprechend dem Ergebnis wird die Therapie dann beendet oder für ein bis höchstens drei Jahre fortgesetzt.

Zwischen der Einnahme einer Brause- und einer Retardtablette müssen mindestens zwei Stunden Abstand liegen. Bei einer langdauernden Einnahme der Vitamin-D3-Brausetabletten sollten alle drei bis sechs Monate Blut und Urin untersucht werden, um zu prüfen, ob die Dosierung angemessen ist. Das gilt besonders dann, wenn Sie nach langer Bettlägerigkeit wieder nach draußen gehen können oder Ihre Ernährung grundlegend umstellen. Dann kann so viel eigenes Vitamin D3 vorhanden sein, dass sich das Medikament erübrigt.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben eine schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung. Ist die Nierenleistung nicht so stark eingeschränkt, kann der Arzt mehrfach die Konzentration von Calcium und Fluorid im Blut bestimmen und so die Fluoriddosierung ermitteln, die dann gefahrlos beibehalten werden kann.
  • Ihre Knochenveränderungen beruhen vornehmlich auf Vitamin-D-Mangel oder darauf, dass den Knochen aufgrund einer anderen Krankheit das Calcium entzogen wird.
  • Sie haben zu viel Calcium im Blut und/oder scheiden mit dem Urin zu viel aus. Das ist dann der Fall, wenn die Nebenschilddrüsen zu viel Parathormon produzieren, und bei Tumoren in den Knochen und im Knochenmark (Plasmozytom).
  • Ihre Nierenfunktion ist eingeschränkt oder Sie haben Nierensteine. Dann kann sich der steigende Calciumspiegel negativ auswirken. Bei einer Langzeitanwendung von Calcium sollte der Arzt daher regelmäßig den Calciumgehalt in Blut und Urin kontrollieren
  • Ihre Osteoporose ist entstanden, weil Sie sich kaum bewegen können.

Die Brausetabletten enthalten Vitamin D3. Bei einer schweren Erkrankung des Lymphsystems (Sarkoidose), einem Mangel an Parathormon und bei Menschen, die regelmäßig eine Dialyse brauchen, kann Vitamin D3 übermäßig wirken. In dieser Situation müssen der Nutzen und die Risiken einer Behandlung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Entwässernde Mittel wie Hydrochlorothiazid und Chlorthalidon (bei hohem Blutdruck), nicht jedoch Furosemid und Torasemid, lassen den Calciumspiegel des Blutes ansteigen. Der Calciumgehalt des Blutes kann sich auch erhöhen, wenn Sie ein calciumhaltiges Mittel einnehmen, z. B. um Magensäure zu binden. Bei fortlaufender Einnahme von Mitteln mit Calcium und Vitamin D sollte der Calciumspiegel regelmäßig kontrolliert werden.
  • Durch Calcium werden andere Arzneimittel schlechter aus dem Darm ins Blut aufgenommen. Insbesondere die Aufnahme von Eisen (bei Blutarmut) und Levothyroxin (bei Schilddrüsenerkrankungen) kann verringert sein. Nach der Einnahme von Calcium sollten Sie daher mindestens zwei Stunden warten, bevor Sie ein anderes Arzneimittel schlucken.
  • Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem Bisphosphonat (bei Osteoporose) sollten Sie diese calciumhaltigen Kombinationsmittel frühestens zwei Stunden nach dem Bisphosphonat einnehmen.
  • Zwischen der Einnahme eines Magenmittels mit Aluminium, Magnesium oder Calcium (bei Sodbrennen) und den Retardtabletten des Osteoporosemittels sollten mindestens zwei Stunden verstreichen. Sonst gelangt das Fluorid nicht ins Blut.
  • Orlistat (bei Übergewicht) sowie Colestyramin und Colestipol (bei Fettstoffwechselstörungen) können die Aufnahme von Vitamin D (Brausetabletten) aus dem Darm ins Blut beeinträchtigen. Zwischen der Einnahme eines dieser Mittel und Ossofortin plus sollten mindestens zwei Stunden Abstand liegen.

Unbedingt beachten

Durch Calcium werden Antibiotika wie Chinolone und Tetracycline (bei bakteriellen Infektionen) schlechter aus dem Darm aufgenommen. Nehmen Sie diese Antibiotika daher mindestens zwei Stunden vor oder nach diesem Kombinationsmittel ein. Näheres hierzu lesen Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Während der Behandlung mit diesem Präparat sollten Sie ohne Rücksprache mit einem Arzt nichts zusätzlich zu sich nehmen, was mit Calcium angereichert ist. Das betrifft Lebensmittel wie Fruchtsäfte ebenso wie Vitaminpräparate und ähnliche Ergänzungsmittel.

Calciumreiche Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer können die Aufnahme von Natriumfluorid in den Organismus verringern. Darum sollte die Retardtablette frühestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Ossofortin plus (Brausetabletten) kann bei zu hoher Dosierung durch das Vitamin D unerwünschte Wirkungen verursachen. Allerdings hält die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu 100 Mikrogramm (= 4 000 I. E.) Vitamin D am Tag für unbedenklich.

Muss beobachtet werden

Leichte bis mittelschwere Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Erbrechen und Durchfall können zu Beginn der Behandlung vorübergehend auftreten. Bis sich die Beschwerden bessern, sollte die Behandlung ausgesetzt werden. Dieses Vorgehen sollten Sie aber mit einem Arzt besprechen.

Manche Behandelte klagen nach etwa zwei bis drei Monaten über Gelenkbeschwerden, vor allem in den Beinen. Darüber sollten Sie den Arzt informieren. Möglicherweise ist die Fluoriddosierung zu hoch gewählt. Dann muss die weitere Behandlung darauf abgestimmt werden. Möglicherweise können Sie das Mittel phasenweise einnehmen: drei Monate Einnahme, drei Monate Pause.

Die Brausetabletten können aufgrund des Vitamin-D-Anteils außerdem Übelkeit und Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Durst und vermehrten Harndrang, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Mattigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen hervorrufen. Bei anhaltend unangemessen hoher Vitamin-D-Dosierung kann der Arzt im Röntgenbild außerhalb der Knochen Calciumablagerungen sehen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Das Mittel darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch zwölf Wochen danach eine Schwangerschaft sicher verhüten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs