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Fluorid

Wirkungsweise

Osteoporose

Fluoride stimulieren die knochenbildenden Zellen. Damit neue Knochenmasse entstehen kann, muss außerdem ausreichend Calcium verfügbar sein.

Fluoride werden schon lange in der Osteoporosebehandlung eingesetzt. Dennoch gibt es keine zufriedenstellenden Studienergebnisse zu ihrer therapeutischen Wirksamkeit. Auf die Frage, ob Fluoride Wirbelbrüche verhindern können, gibt es widersprüchliche Antworten. Brüche anderer Knochen können nach der Einnahme von Fluoriden – insbesondere bei hoher Dosierung – sogar häufiger auftreten. Es liegen Hinweise vor, dass Fluoride offensichtlich nicht nur in hoher, sondern auch in niedriger Dosierung die Festigkeit der Knochen beeinträchtigen können. Untersuchungen, in denen Fluoride mit Medikamenten verglichen werden, deren Wirksamkeit bei Osteoporose seit Langem belegt ist, fehlen ganz. Eine zusammenfassende Auswertung aller Studien zu Fluoriden, die bis August 2000 veröffentlicht wurden, kommt zu dem Schluss, dass deren therapeutische Wirksamkeit weder für Wirbelbrüche noch für andere Knochenbrüche überzeugend nachgewiesen ist.

Fluoride werden zur Osteoporosebehandlung als "wenig geeignet" bewertet.

Karies und Kariesvorbeugung

Fluorid wird zur Kariesvorbeugung bei Kindern eingesetzt. Es lagert sich in den Zahnschmelz, unabhängig davon, ob es als Lutschtablette oder als Zahngel eingesetzt wird. Entscheidend dabei ist, das gilt auch für die Tabletten, der direkte Kontakt der Fluoridverbindung mit den Zähnen. Durch die Einlagerung von Fluorid wird der Schmelz widerstandsfähiger gegen Säureangriffe von außen. Zudem unterstützen Fluoride die Wiedereinlagerung von Mineralstoffen aus dem Speichel in die Zahnsubstanz und unterstützen damit die körpereigenen Reparaturvorgänge. Außerdem nimmt man an, dass Fluorid die Stoffwechselfunktion der Karies auslösenden Mikroorganismen hemmt.

Fluoride – aus der Nahrung, aus fluoridhaltigem Mineralwasser oder Speisesalz, aber auch aus fluoridhaltigen Zahnpasten oder Arzneimitteln – können das Risiko für Karies vermindern, das wurde in Studien an Kindern belegt.

Eine Anwendung von speziellen Fluoridgelen zu Hause ist nur zu empfehlen, wenn aufgrund von Zahnfehlstellungen oder einer festsitzenden Zahnspange ein besonders hohes Risiko für Karies besteht. Bei anderen Kindern ist der Zusatznutzen durch die Gele eher gering, wenn sie zur Mundhygiene bereits regelmäßig fluorierte Zahnpasta anwenden. Bei ihnen ist ein zusätzlicher Schutz vielmehr durch eine etwa zweimal jährliche professionelle Fluoridierungsmaßnahme mit höher dosierten Fluoridlacken beim Zahnarzt oder im Rahmen einer Gruppenprophylaxe in Schulen besser zu erreichen.

Die Anwendung von Fluoridgel ist daher "mit Einschränkung geeignet" und wird nur empfohlen, wenn das Kind ein besonders hohes Risiko für Zahnschäden hat.

Auch Fluoridtabletten sind mit Einschränkung geeignet. Für eine ausreichende Kariesprophylaxe wird im Allgemeinen eine fluorierte Zahnpasta zur täglichen Zahnreinigung empfohlen. Kindern Fluoridtabletten zu geben, raten Fachleute nur, wenn bereits Milchzähne vorhanden sind und dann eine regelmäßige Anwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten nicht möglich ist.

Anwendung

Osteoporose

Wenn der Arzt Ihnen eine Dosierung von mehr als 20 Milligramm Fluorid pro Tag angibt, sollte er das nachvollziehbar begründen. Diese Menge hat sich in Studien bereits als Grenzdosierung erwiesen. Wird Fluorid in hoher Dosierung zugeführt, können vermehrt Knochenbrüche auftreten. Akzeptable Gründe für eine so hohe Dosierung können sein, dass Ihre Knochen auf geringe Mengen Fluorid nicht angesprochen haben oder – bei Männern – dass 20 Milligramm für Ihre Körpermasse nicht ausreichen.

Nach einem Jahr prüft der Arzt den Zustand Ihrer Knochen. Entsprechend dem Ergebnis wird die Therapie dann beendet oder für ein bis höchstens drei Jahre fortgesetzt.

Karies und Kariesvorbeugung

Die Dosierung der Fluoridtabletten ist abhängig vom Alter der Kinder und von der Fluoridkonzentration im Trinkwasser. Diese können Sie in Ihrem Wasserwerk nachfragen. Wenn das Trinkwasser mehr als 0,3 Milligramm Fluorid pro Liter enthält, brauchen Sie bei Kleinkindern keine Tabletten anzuwenden.

Die Tabletten zum Lutschen werden einmal täglich verabreicht, am besten abends. Damit sie möglichst lange auf die Zahnsubstanz einwirken, sollen die Kinder die Tabletten langsam lutschen und danach nicht mit Wasser spülen.

Fluoridhaltige Zahngele werden in der Regel einmal wöchentlich eingesetzt. Sie wirken über den direkten Kontakt mit der Zahnsubstanz. Bei der Anwendung ist es daher wichtig, dass die Zähne über mehrere Minuten mit der Gelzubereitung in Kontakt bleiben. Länger als fünf Minuten sollte sie aber nicht im Mund behalten werden. Das Gel wird danach ausgespuckt und mit Wasser nachgespült. Bei Kindern kommen die Mittel erst dann in Frage, wenn sie diese Anwendungsform beherrschen. Kleine Kinder verschlucken die Mittel noch häufig, da sie den Schluckreflex noch nicht gut kontrollieren können. Die Mittel sollen daher Kinder erst ab einem Alter von sechs Jahren verwenden, wenn die Anwendung zu Hause ohne zahnärztliche Begleitung erfolgen kann.

Sensodyne dürfen Sie erst bei Kindern ab einem Alter von sechs Jahren einsetzen. Elmex Gelee kann schon bei Kindern ab einem Alter von drei Jahren angewendet werden, wenn ein Zahnarzt die Behandlung begleitet.

Achtung

Osteoporose

Sie müssen dafür sorgen, dass dem Körper genügend Calcium zum Knochenaufbau zur Verfügung steht. Die zusätzliche Gabe von Vitamin D3 ist nur notwendig, wenn ein Mangel festgestellt wurde.

Karies und Kariesvorbeugung

Sie dürfen weder Fluoridtabletten noch -gele bei Ihrem Kleinkind zusätzlich zu anderen fluoridhaltigen Speisen (z.B. fluoridhaltiges Speisesalz, bilanzierte Diäten) oder Getränken (fluoriertes Trink- oder Mineralwasser mit mehr als 0,3 Milligramm Fluorid pro Liter) anwenden. Fluoridtabletten sollten sie nicht gleichzeitig mit Gelen zur Zahnfluoridierung oder fluoridhaltige Zahnpasten anwenden. Fluoridgele können aber gemeinsam mit fluoridierter Zahnpasta und Mundlösungen eingesetzt werden. Ein Zuviel an Fluorid führt zu bleibenden weißen Flecken bei den zweiten Zähnen.

Gegenanzeigen

Osteoporose

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie keine Fluoride anwenden:

  • Sie haben eine schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung. Ist die Nierenleistung nicht so stark eingeschränkt, kann der Arzt mehrfach die Konzentration von Calcium und Fluorid im Blut bestimmen und so die Fluoriddosierung ermitteln, die Sie dann gefahrlos beibehalten können.
  • Ihre Knochenveränderungen beruhen vornehmlich auf Vitamin D-Mangel oder darauf, dass den Knochen aufgrund einer anderen Krankheit das Calcium entzogen wird.
Karies und Kariesvorbeugung

Fluoridtabletten: Bei frühgeborenen Kinder sollten die Mittel erst zum Einsatz kommen, wenn das Kind mehr als 3 Kilogramm wiegt und sich normal entwickelt.

Wenn Ihr Kind an einer schweren chronischen Erkrankung leidet, die Auswirkungen auf seine körperliche Entwicklung hat, muss der Arzt Nutzen und Schaden der Fluoridtabletten sorgfältig abwägen.

Fluoridgele: Sie dürfen die Mittel bei Ihrem Kleinkind nicht einsetzen, wenn seine Mundschleimhaut Wunden oder Abschilferungen aufweist.

Wenn das Kind seinen Schluckreflex noch nicht ausreichend kontrollieren kann, dürfen keine Fluoridgele benutzt werden.

Aufgrund ihrer hohen Fluoriddosis dürfen Elmex Gelee und Sensodyne Proschmelz Gelee nicht angewendet werden, wenn die Zähne des Kindes bereits weiße Flecken haben. Dies ist ein Hinweis auf ein zu hohes Angebot an Fluoriden im kindlichen Körper.

Elmex gelee enthält mit Levomenthol und Krauseminzöl ätherische Öle, die einige Kinder nicht gut vertragen. Wenn Ihr Kind an Asthma oder einer anderen chronischen Atemwegserkrankung leidet, sollten Sie das Mittel daher nur nach Rücksprache mit einem Arzt bei ihm einsetzen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Osteoporose

Wenn Sie zusätzlich zu Natriumfluorid ein Mittel mit Aluminium, Magnesium oder Calcium (z. B. bei Sodbrennen oder Osteoporose) einnehmen, sollten zwischen der Einnahme der beiden Mittel zwei Stunden verstreichen. Sonst gelangt das Fluorid nicht ins Blut.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Osteoporose

Calciumreiche Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer können die Aufnahme von Fluorid in den Organismus verringern. Darum sollte das Osteoporosemittel frühestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden.

Karies und Kariesvorbeugung

Die Mittel sollten nicht zusammen mit Milch- oder mit Milchprodukten zubereiteten Speisen eingenommen werden. Calcium, Magnesium und Aluminium aus der Nahrung können die Aufnahme von Fluorid in die Zahnsubstanz oder den Körper vermindern. Zwischen der Einnahme der Mittel und der milchhaltiger Speisen sollte ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden liegen.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Osteoporose

Leichte bis mittelschwere Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Erbrechen und Durchfall können zu Beginn der Behandlung vorübergehend auftreten. Bis sich die Beschwerden bessern, sollte die Behandlung ausgesetzt werden. Dieses Vorgehen sollten Sie aber mit einem Arzt besprechen.

Manche Behandelte klagen nach etwa zwei bis drei Monaten über Gelenkbeschwerden, vor allem in den Beinen. Darüber sollten Sie den Arzt informieren. Möglicherweise ist die Fluoriddosierung zu hoch gewählt. Dann muss die weitere Behandlung darauf abgestimmt werden. Möglicherweise können Sie das Mittel phasenweise einnehmen: drei Monate Einnahme, drei Monate Pause.

Karies und Kariesvorbeugung

Falls Ihr Kind auf das Mittel mit Fluorid allergisch reagiert, rötet sich die Haut nach der Anwendung verstärkt und beginnt zu jucken. Dann sollten Sie den Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt. Er wird mit Ihnen klären, ob Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder welches Alternativmedikament Sie benötigen.

Die Mittel können die Mundschleimhaut reizen. Wenn sich bei Ihrem Kind entzündete Stellen im Mund bilden, die sich nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen bessern, sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Osteoporose

In Schwangerschaft und Stillzeit darf dieses Mittel nicht eingesetzt werden. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch zwölf Wochen danach eine Schwangerschaft sicher verhüten.

Für ältere Menschen

Osteoporose

Mit zunehmendem Alter lässt die Nierenleistung nach. Dann sollten Sie möglichst nicht mit Fluoriden behandelt werden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs