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Osteoporosemittel: Fluorid

Wirkungsweise

Fluoride stimulieren die knochenbildenden Zellen. Damit neue Knochenmasse entstehen kann, muss außerdem ausreichend Calcium verfügbar sein.

Fluoride werden schon lange in der Osteoporosebehandlung eingesetzt. Dennoch gibt es keine zufriedenstellenden Studienergebnisse zu ihrer therapeutischen Wirksamkeit. Auf die Frage, ob Fluoride Wirbelbrüche verhindern können, gibt es widersprüchliche Antworten. Brüche anderer Knochen können nach der Einnahme von Fluoriden – insbesondere bei hoher Dosierung – sogar häufiger auftreten. Es liegen Hinweise vor, dass Fluoride offensichtlich nicht nur in hoher, sondern auch in niedriger Dosierung die Festigkeit der Knochen beeinträchtigen können. Untersuchungen, in denen Fluoride mit Medikamenten verglichen werden, deren Wirksamkeit bei Osteoporose seit Langem belegt ist, fehlen ganz. Eine zusammenfassende Auswertung aller Studien zu Fluoriden, die bis August 2000 veröffentlicht wurden, kommt zu dem Schluss, dass deren therapeutische Wirksamkeit weder für Wirbelbrüche noch für andere Knochenbrüche überzeugend nachgewiesen ist.

Fluoride werden zur Osteoporosebehandlung als "wenig geeignet" bewertet.

Anwendung

Wenn der Arzt Ihnen eine Dosierung von mehr als 20 Milligramm Fluorid pro Tag angibt, sollte er das nachvollziehbar begründen. Diese Menge hat sich in Studien bereits als Grenzdosierung erwiesen. Wird Fluorid in hoher Dosierung zugeführt, können vermehrt Knochenbrüche auftreten. Akzeptable Gründe für eine so hohe Dosierung können sein, dass Ihre Knochen auf geringe Mengen Fluorid nicht angesprochen haben oder – bei Männern – dass 20 Milligramm für Ihre Körpermasse nicht ausreichen.

Nach einem Jahr prüft der Arzt den Zustand Ihrer Knochen. Entsprechend dem Ergebnis wird die Therapie dann beendet oder für ein bis höchstens drei Jahre fortgesetzt.

Achtung

Sie müssen dafür sorgen, dass dem Körper genügend Calcium zum Knochenaufbau zur Verfügung steht. Die zusätzliche Gabe von Vitamin D 3 ist nur notwendig, wenn ein Mangel festgestellt wurde.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie keine Fluoride anwenden:

  • Sie haben eine schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung. Ist die Nierenleistung nicht so stark eingeschränkt, kann der Arzt mehrfach die Konzentration von Calcium und Fluorid im Blut bestimmen und so die Fluoriddosierung ermitteln, die Sie dann gefahrlos beibehalten können.
  • Ihre Knochenveränderungen beruhen vornehmlich auf Vitamin D-Mangel oder darauf, dass den Knochen aufgrund einer anderen Krankheit das Calcium entzogen wird.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie zusätzlich zu Natriumfluorid ein Mittel mit Aluminium, Magnesium oder Calcium (z. B. bei Sodbrennen oder Osteoporose) einnehmen, sollten zwischen der Einnahme der beiden Mittel zwei Stunden verstreichen. Sonst gelangt das Fluorid nicht ins Blut.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Calciumreiche Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer können die Aufnahme von Fluorid in den Organismus verringern. Darum sollte das Osteoporosemittel frühestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Leichte bis mittelschwere Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Erbrechen und Durchfall können zu Beginn der Behandlung vorübergehend auftreten. Bis sich die Beschwerden bessern, sollte die Behandlung ausgesetzt werden. Dieses Vorgehen sollten Sie aber mit einem Arzt besprechen.

Manche Behandelte klagen nach etwa zwei bis drei Monaten über Gelenkbeschwerden, vor allem in den Beinen. Darüber sollten Sie den Arzt informieren. Möglicherweise ist die Fluoriddosierung zu hoch gewählt. Dann muss die weitere Behandlung darauf abgestimmt werden. Möglicherweise können Sie das Mittel phasenweise einnehmen: drei Monate Einnahme, drei Monate Pause.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit darf dieses Mittel nicht eingesetzt werden. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch zwölf Wochen danach eine Schwangerschaft sicher verhüten.

Für ältere Menschen

Mit zunehmendem Alter lässt die Nierenleistung nach. Dann sollten Sie möglichst nicht mit Fluoriden behandelt werden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs