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Osteoporosemittel: Alendronsäure + Vitamin D3 (Kombination)

Wirkungsweise

In FOSAVANCE sind zwei zur Osteoporosebehandlung sinnvolle Substanzen in einer Tablette kombiniert: das Bisphosphonat Alendronsäure und Vitamin D3 (Colecalciferol). Näheres lesen Sie unter Alendronsäure bzw. Vitamin D. Für Alendronsäure zeigen Studienergebnisse, dass ihre Anwendung die Rate an Brüchen der Wirbelkörper und des Oberschenkelhalses bei Frauen nach den Wechseljahren verringern kann. Daher wird dieses Produkt unter der Voraussetzung, dass die enthaltene Menge Vitamin D dem entspricht, was die jeweilige Anwenderin benötigt, als "geeignet" bewertet.

Darüber hinaus kann zur Osteoporosebehandlung mit einem Bisphosphonat die zusätzliche Einnahme von Calcium sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn mit der Nahrung nicht genügend von dem Mineral aufgenommen wird.

Anwendung

Für das Mittel gelten genaue Einnahmeregeln. Werden sie nicht beachtet, kann Alendronsäure die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen. Außerdem kann gleichzeitig aufgenommene Nahrung die Wirkung des Osteoporosemittels vermindern.

An einem festgelegten Tag jeder Woche nehmen Sie morgens nach dem Aufstehen, bevor Sie irgendetwas zu sich nehmen, im Stehen eine Tablette ein und trinken dazu ein großes Glas Leitungswasser, kein Mineralwasser. Sie dürfen die Tabletten weder kauen noch lutschen und dürfen sich in den folgenden 30 Minuten nicht wieder hinlegen, damit vom Mageninhalt nichts in die Speiseröhre zurückläuft. In dieser Zeit dürfen Sie auch nichts essen, außer Leitungswasser nichts trinken und keine anderen Medikamente einnehmen. Optimal ist es, wenn Sie erst zwei Stunden später frühstücken, denn dann wird von dem Wirkstoff so viel wie möglich aufgenommen.

Aus den bisherigen Untersuchungsergebnissen schließen manche Fachleute, dass die Einnahme beendet werden kann, wenn die Dichte der Hüftknochen um drei bis fünf Prozent und die der Wirbelknochen um acht bis zehn Prozent zugenommen hat. Sollten im Jahr darauf allerdings wieder mehr als acht Prozent der Knochendichte verlorengehen, muss die Behandlung mit Alendronsäure fortgesetzt oder zu einer anderen Osteoporosetherapie gewechselt werden.

Eine Bisphosphonattherapie sollte nach fünf Jahren beendet werden. Für diesen Zeitraum ist belegt, dass der Nutzen der Behandlung das Risiko überwiegt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand verringert sich die Knochendichte nach dem Absetzen der Mittel zwar wieder etwas, die Zahl der Knochenbrüche steigt aber nicht entscheidend an. Eine darüber hinausgehende Behandlung sollte hingegen wohl überlegt sein. Bei einer Langzeitbehandlung mit Bisphosphonaten können am Oberschenkelknochen vermehrt Brüche auftreten, die sonst selten sind. Dabei bricht der Oberschenkelschaft, nicht der -hals, wie es für Osteoporose typisch ist. Doch auch diese Art von Brüchen kann sich schon nach geringfügiger Verletzung oder sogar ohne eine solche einstellen.

Ein Vitamin-D-Mangel sollte vor Behandlungsbeginn durch gezielte Einnahme eines Vitamin-D-Präparats behoben werden. Während der Behandlung mit diesem Präparat sollten Sie ohne ärztlichen Rat jedoch nichts zusätzlich zu sich nehmen, was mit Vitamin D angereichert ist. Das betrifft Lebensmittel wie Fruchtsäfte ebenso wie Vitaminpräparate und ähnliche Ergänzungsmittel.

Bei leicht bis mittelgradig eingeschränkter Nierenfunktion sollte der Arzt während der Behandlung, Ihrem individuellen Risiko entsprechend, die Nierenfunktion sowie die Calcium- und Phosphatkonzentration im Blut und Urin überprüfen.

Achtung

Die Anwendung von Bisphosphonaten kann eine Kiefernekrose auslösen. Hierbei wird der Kieferknochen durch Prozesse, die sich nicht aufhalten lassen, zerstört. Vor Beginn der Behandlung sollte daher ein Zahnarzt das Gebiss überprüfen; größere zahnmedizinische Behandlungen müssen abgeschlossen sein. Während der Behandlung ist sehr auf sorgfältige Zahnpflege zu achten. Auch zahnärztliche Kontrollen sind in halbjährlichem Abstand unbedingt angeraten. Eine größere zahnärztliche Behandlung während der Einnahme von Bisphosphonaten kann den Zustand von Zähnen und Kiefer verschlechtern. Lässt sich dieser Eingriff nicht vermeiden, muss je nach individuellem Risiko entschieden werden, ob die Einnahme der Bisphosphonate einige Zeit vor und nach der Operation ausgesetzt wird. Dies gilt ganz besonders für Personen mit einer Krebserkrankung und solchen, bei denen eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine Behandlung mit Glucocorticoiden durchgeführt wird.

Das Risiko für eine Kiefernekrose steigt mit der Dosierung der Bisphosphonate und der Dauer der Behandlung. Erhöht ist es offensichtlich vor allem dann, wenn die Mittel gespritzt werden, weniger wenn sie als Tabletten eingenommen werden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Mittel nicht einnehmen:

  • Sie haben zu wenig Calcium im Blut. Dann muss der Calciumspiegel im Blut erst mit einem Calciumpräparat angehoben werden, bevor mit der Behandlung begonnen werden kann.
  • Ihr Blut enthält sehr viel Vitamin D. Dieses Kombinationsmittel hebt die Konzentration noch weiter an. Dann drohen unerwünschte Wirkungen.
  • Sie leiden unter einer schweren Nierenfunktionsstörung oder haben Nierensteine.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben oder hatten schon einmal eine Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließenden Mageninhalt (Refluxösophagitis), eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür oder Sie hatten erst kürzlich Beschwerden wie Sodbrennen oder Schmerzen im Oberbauch. Sie können auf derartige Erkrankungen hindeuten.
  • Bei Ihnen gab es einmal eine Erkrankung der Speiseröhre, durch die sich der Transport der Nahrung durch die Speiseröhre verlangsamt oder bei der sich ihre Entleerung in den Magen verzögert.
  • Sie sind nicht in der Lage, nach dem Einnehmen der Tablette mindestens eine halbe Stunde lang aufrecht zu sitzen oder zu stehen.
  • Sie haben eine schwere Erkrankung des Lymphsystems (Sarkoidose), einen Mangel an Parathormon oder sind regelmäßig auf eine Dialyse angewiesen. Dann kann Vitamin D3 übermäßig wirken.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Magensäurebindende Mittel mit Aluminium, Calcium oder Magnesium (bei Sodbrennen) und eisenhaltige Mittel (bei Blutarmut) können die Wirksamkeit von FOSAVANCE aufheben. Diese Mittel dürfen Sie daher frühestens zwei Stunden nach dem Osteoporosemittel einnehmen.
  • Vitamin D lässt den Calciumspiegel des Blutes ansteigen. Die gleiche Wirkung haben entwässernde Mittel wie Hydrochlorothiazid und Chlorthalidon (bei hohem Blutdruck), nicht jedoch Furosemid und Torasemid. Der Calciumgehalt des Blutes kann sich auch erhöhen, wenn Sie ein calciumhaltiges Mittel einnehmen, z. B. um Magensäure zu binden oder eine Osteoporosebehandlung zu ergänzen. Bei fortlaufender Einnahme von Mitteln, die den Calciumgehalt im Blut erhöhen, sollte der Calciumspiegel regelmäßig kontrolliert werden.
  • Orlistat (bei Übergewicht) sowie Colestyramin und Colestipol (bei Fettstoffwechselstörungen) können die Aufnahme von Vitamin D aus dem Darm ins Blut beeinträchtigen. Zwischen der Einnahme dieser Mittel und FOSAVANCE sollten mindestens zwei Stunden Abstand liegen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Calciumreiche Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer können die Wirksamkeit von Bisphosphonaten verringern. Darum sollte das Osteoporosemittel frühestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Eine zu hohe Dosierung von Vitamin D kann unerwünschte Wirkungen verursachen. Allerdings hält die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu 100 Mikrogramm (= 4 000 I. E.) Vitamin D am Tag für unbedenklich.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 100 Anwendern können Durchfall und Blähungen auftreten. Auch Kopfschmerzen und Schwindel sind möglich.

Muss beobachtet werden

Bis zu 10 von 100 Anwendern berichten von Übelkeit, Verstopfung, Völlegefühl und Bauchschmerzen. In der Regel ist das harmlos. Weil diese Beschwerden aber auch erste Zeichen der unter "Sofort zum Arzt" beschriebenen Nebenwirkungen sein können, sollten Sie sich an einen Arzt wenden, wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten.

Alendronsäure kann – besonders wenn sie hoch dosiert wird – psychische Störungen wie Verwirrtheit und Halluzinationen verursachen. Bei derartigen Irritationen sollten Sie sich an einen Arzt wenden.

Alendronsäure kann sehr starke Muskel- und Skelettschmerzen hervorrufen. Das sollten Sie mit einem Arzt besprechen. Meist bessern sich die Beschwerden, wenn das Arzneimittel abgesetzt wird.

Schmerzen und andere Beschwerden im Oberschenkel, der Hüfte und in der Leiste können Anzeichen für einen ungewöhnlichen Bruch des Oberschenkelknochens sein. Sie sollten sich dann mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Wenn die Haut sich rötet und juckt und sich Bläschen bilden, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Arzneimittel. Bei solchen Hautreaktionen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn der Vitamin-D-Gehalt im Blut zu stark ansteigt, können Durst, vermehrter Harndrang, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Mattigkeit auftreten. Im Röntgenbild kann der Arzt Calciumablagerungen außerhalb der Knochen sehen.

Sofort zum Arzt

Schwierigkeiten und Schmerzen beim Schlucken und hinter dem Brustbein sowie neu auftretendes oder stärker werdendes Sodbrennen können Symptome einer Entzündung (bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten), eines Geschwürs (bei mehr als 10 von 1 000 Behandelten) oder einer Verengung (bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten) der Speiseröhre sein. Das Risiko für solche Schäden wird größer, wenn die Einnahmehinweise nicht befolgt werden. Mit solchen Beschwerden sollten Sie sich umgehend an einen Arzt wenden.

Verschlimmern sich die Symptome und kommen vielleicht noch Schwindel, Ohnmacht und Schockreaktionen hinzu, müssen Sie sofort einen Arzt rufen. Es kann sein, dass ein Geschwür die Wand der Speiseröhre durchbrochen hat.

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten oder das Gesicht im Bereich von Lippen und Zunge anschwillt und Atemnot besteht, müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen. Es kann sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln.

Selten kann es sein, dass nach zahnärztlichen oder oralchirurgischen Eingriffen die Wunde nicht heilt, die Schmerzen und Schwellungen vielmehr anhalten und womöglich noch Fieber und Eiterabsonderungen hinzukommen. Dann kann eine Aufweichung und Zerstörung des Kieferknochens der Grund dafür sein. Weisen Sie Ihren Zahnarzt bei solchen Symptomen unbedingt darauf hin, dass Sie Alendronsäure einnehmen.

Sehr selten kann es bei langjähriger Anwendung sein, dass Sie anhaltende Schmerzen in den Ohren, Druckgefühl im Ohr oder Ausfluss aus den Ohren haben. Möglicherweise sind hierfür Veränderungen der Knochensubstanz des äußeren Gehörgangs der Grund. Weisen Sie Ihren HNO-Arzt bei solchen Symptomen unbedingt darauf hin, dass Sie mit Bisphosphonaten behandelt werden.

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