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Ornithinaspartat

Wirkungsweise

Dieses Mittel besteht aus den beiden Aminosäuren Ornithin und Aspartat. Bei Leberversagen kann das Mittel als Therapieversuch eingesetzt werden, um Störungen der Hirnfunktion vorzubeugen und zu behandeln.

Dabei versucht man zu verhindern, dass sich Ammoniak im Blut anreichert. Normalerweise filtert die Leber Giftstoffe wie Ammoniak aus dem Blut. Das geschieht auf dem Weg vom Darm zum Herzen. Bei einer Zirrhose kann die Leber diese Funktion aber nicht mehr erfüllen. Das Blut umgeht in dieser Situation die Leber und so gelangen Schadstoffe direkt ins Gehirn. Dort lösen sie Symptome wie Stimmungsschwankungen, Bewusstseinstrübungen, Müdigkeit, Antriebsschwäche und Zittern aus (hepatische Enzephalopathie).

Der Einsatz von Ornithinaspartat bei Leberversagen beruht eher auf theoretischen Erwägungen, denn auf gesicherten Fakten. Ornithin fördert durch Aktivierung von Leberenzymen und unter Aufnahme von Ammoniak aus dem Blut die Bildung von Harnstoff, der über die Nieren ausgeschieden wird. Aspartat stimuliert seinerseits die Bildung von Glutamin in den Muskelzellen, wobei Ammoniak verbraucht wird. Dabei entsteht eine unschädliche Verbindung, die über die Nieren ausgeschieden wird. Allerdings sollte ein solcher Behandlungsversuch nicht ohne ärztliche Aufsicht geschehen. Unter diesen Voraussetzungen ist Ornithin geeignet; zur Selbstbehandlung von Lebererkrankungen ist das Mittel jedoch nicht sinnvoll.

Anwendung

Das Granulat lösen Sie in reichlich Wasser, Tee oder Saft auf und nehmen es dreimal täglich ein, aber nicht mehr als 18 Gramm am Tag.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist, muss ein Arzt den zu erwartenden Nutzen sorgfältig gegenüber den Risiken einer Behandlung mit Ornithin abwägen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 100 Behandelten können Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Blähungen und Durchfall auftreten. Vereinzelt kann es zu Gliederschmerzen kommen. Die Beschwerden verschwinden wieder, wenn Sie das Mittel absetzen.

Muss beobachtet werden

Manche Menschen haben eine Allergie auf den Farbstoff Gelborange S. Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Da keine Erkenntnisse vorliegen, sollten Sie das Mittel in Schwangerschaft und Stillzeit sicherheitshalber nicht anwenden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern gibt es keine Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten sie das Mittel nicht bekommen.

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