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Opipramol

Wirkungsweise

Opipramol ähnelt chemisch den trizyklischen Antidepressiva. Es wirkt beruhigend, aber nur mäßig angstlösend und nicht antidepressiv.

Studien zeigen bei bestimmten Angststörungen eine therapeutische Wirksamkeit von Opipramol. Insgesamt ist der Wirkstoff aber schlecht untersucht. Um die positiven Befunde zu bestätigen, sind daher weitere Untersuchungen erforderlich. Bis diese vorliegen, wird Opipramol als "mit Einschränkung geeignet" bewertet.

Anwendung

Die Tagesdosis von Opipramol liegt zwischen 50 und 300 Milligramm. Nach ein bis zwei Wochen sollten die Symptome deutlich schwächer geworden sein. Länger als ein bis zwei Monate sollte die Behandlung nicht dauern. Ob die Wirkung bei einer darüber hinausgehenden Therapie erhalten bleibt, ist nicht ausreichend nachgewiesen.

Achtung

Insidon Tropfen: Dieses Mittel enthält Parabene. Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie das Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Opipramol nicht einnehmen:

  • Sie nehmen den MAO-Hemmer Tranylcypromin (bei Depressionen) ein.
  • Sie haben ein Engwinkelglaukom (grüner Star).
  • Ihre Prostata ist erheblich vergrößert und Sie haben Probleme, die Blase richtig zu entleeren, oder können gar keinen Urin mehr lassen.
  • Sie haben ein erhöhtes Risiko für einen Darmverschluss.
  • Ihr Herzrhythmus ist erheblich gestört oder Sie haben andere Herzschäden.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abwägen:

  • Ihre Nieren- oder Leberfunktion ist gestört.
  • Bei Ihnen ist bereits einmal ein Krampfanfall aufgetreten.
  • Die Hirnfunktion ist eingeschränkt.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Opipramol und andere dämpfende Medikamente (vor allem Beruhigungs- und Schlafmittel, starke Schmerzmittel) können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.
  • SSRI wie Fluoxetin oder Fluvoxamin (bei Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen) können die unerwünschten Wirkungen von Opipramol verstärken.

Unbedingt beachten

Die gleichzeitige Anwendung von Opipramol und MAO-Hemmern (z. B. Tranylcypromin bei Depressionen) birgt das Risiko eines lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms mit Erregungszuständen, Bewusstseinstrübung, Muskelzittern und -zucken sowie Blutdruckabfall. Soll nach einer Behandlung mit MAO-Hemmern auf Opipramol umgestellt werden, müssen die MAO-Hemmer in der Regel abgesetzt und ein Sicherheitsabstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden.

Opipramol soll nicht gemeinsam mit Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin (bei Herzrhythmusstörungen), Neuroleptika wie Thioridazin und Pimozid (bei Schizophrenien und anderen Psychosen), Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide wie Erythromycin (bei bakteriellen Infektionen), Antihistaminika wie Mizolastin (bei Allergien) und Malariamitteln eingenommen werden. Opipramol kann die Wirkung dieser Medikamente verstärken und dadurch bedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Herzrhythmusstörungen: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol kann die dämpfende Wirkung von Opipramol verstärken. Es kann Benommenheit auftreten.

Nebenwirkungen

Opipramol kann – insbesondere bei Daueranwendung – die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Wenn Sie langsamer reagieren als früher und Ihre Aufmerksamkeit sowie Ihr Gedächtnis nachlassen, sollten Sie mit dem Arzt sprechen. Wenn Sie das Mittel absetzen, verschwinden diese Störungen wieder.

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 1 von 100 Behandelten empfindet seinen Mund als trocken und die Nase als verstopft. Es kann sich eine Verstopfung einstellen.

Ebenso häufig treten Benommenheit, Schwindel und Müdigkeit auf, aber auch Überaktivität, Schlaflosigkeit, Desorientiertheit, Zittern, Herzrasen, Übelkeit und Erbrechen kommen vor.

Muss beobachtet werden

1 bis 10 von 100 Anwendern bekommen Probleme beim Wasserlassen.

Der Augeninnendruck kann steigen. Den Augen fällt es schwer, sich veränderten Sehabständen anzupassen (Akkommodationsstörung). Halten solche Augenbeschwerden an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

1 von 100 Behandelten klagt über  Herzstolpern. Mit diesen Beschwerden sollten Sie sich bald an einen Arzt wenden.

Es können Krampfanfälle auftreten. Sie sind aber selten und betreffen vornehmlich diejenigen, die schon früher welche hatten.

Wenn jemand bei der Einnahme von Opipramol grippeartige Beschwerden bekommt, sich längere Zeit abgeschlagen und müde fühlt und Halsschmerzen und Fieber auftreten, kann es sich sehr selten um eine Blutbildveränderung handeln, die bedrohlich werden kann. Dann muss umgehend ein Arzt das Blutbild kontrollieren.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Manche Hersteller halten die Anwendung bei Kindern über sechs Jahre für möglich. Allerdings sind die Erfahrungen mit der Behandlung von Kindern mit Opipramol sehr begrenzt. Sicherheitshalber sollten sie mit diesem Mittel aber nicht behandelt werden, da für Kinder und Jugendliche weder Wirksamkeit noch Unbedenklichkeit ausreichend belegt sind.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung von Opipramol in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Daher sollten Sie das Mittel sicherheitshalber nicht anwenden.

Für ältere Menschen

Für sie ist es besonders wichtig, nur die geringste wirksame Dosis einzunehmen, damit die unerwünschten Wirkungen sie nicht zu sehr belasten.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Opipramol setzt die Fähigkeit deutlich herab, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs