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Örtlich betäubendes Mittel: Lidocain (Arzneipflaster)

Wirkungsweise

Dieses Arzneipflaster enthält Lidocain, ein Mittel zur örtlichen Betäubung. Den nach einer Gürtelrose oft schmerzenden Bereich soll es auf zweierlei Weise beruhigen. Zum einen soll das aus dem Pflaster in die Haut eindringende Lidocain die Weiterleitung der Schmerzempfindung durch die Nerven blockieren, zum anderen deckt das feuchte Pflasterkissen den überempfindlichen Bereich ab.

Die Studien, in denen die Wirksamkeit des Arzneipflasters mit der einer Scheinbehandlung verglichen wurde, ergaben zwar ein stärkeres Nachlassen der Schmerzempfindung bei den lidocainhaltigen Pflastern als beim wirkstofffreien Pflaster, allerdings sind diese Ergebnisse aufgrund methodischer Schwächen unsicher.Mit Standardmitteln wie Amitriptylin, Carbamazepin und Gabapentin ist das Pflaster bisher noch nicht verglichen worden. Die Vergleichsstudien mit Pregabalin weisen zwar auf ein besseres Nutzen-Risiko-Verhältnis bei den Pflastern hin, da diese weniger Nebenwirkungen verursachen als Tabletten. Aber auch hier lassen die methodischen Mängel bei der Studiendurchführung keine abschließende Bewertung zu.

Lidocainhaltige Pflaster werden bei neuropathischen Schmerzen nach einer Gürtelrose als "mit Einschränkung geeignet" bewertet - alle Testergebnisse zu Neuropathie.

Anwendung

Das Pflaster wird für höchstens zwölf Stunden auf die schmerzende Stelle aufgeklebt. Danach soll der Bereich mindestens ebenso lange ohne Pflaster bleiben. Ob das Pflaster tagsüber oder nachts benutzt wird, ist unbedeutend. Mehr als drei Pflaster sollten Sie nicht gleichzeitig aufkleben. Genügt eine geringere Lidocaindosis, können Sie das Pflaster durchschneiden.

Wenn die Schmerzen nach zwei bis vier Wochen Pflasteranwendung nicht merklich nachgelassen haben, müssen Sie die Behandlung beenden; andernfalls können die möglichen Risiken den Nutzen überwiegen. Aber auch bei einer Besserung sollten Sie regelmäßig prüfen, ob die Pflaster überhaupt noch notwendig sind oder ob nicht zumindest ein kleineres Pflasterstück genügt oder die pflasterfreie Phase verlängert werden kann.

Näheres zur korrekten Anwendung von Arzneipflastern lesen Sie unter Wirkstoffpflaster: Wie Sie medizinische Pflaster richtig anwenden.

Achtung

Das Präparat enthält Parabene. Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie dieses Präparat nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Lidocainpflaster dürfen nicht auf entzündeten oder verletzten Hautflächen angewendet werden, z. B. wenn noch Bläschen der Gürtelrose zu sehen sind.

Wenn Sie eine schwere Herzschwäche haben oder die Funktion von Leber oder Nieren erheblich gestört ist, sollte der Arzt vor der Verordnung von Lidocainpflastern Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abgewogen haben.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie Herzrhythmusstörungen haben und dauerhaft Medikamente einnehmen, die das normalisieren sollen, z. B. Mexiletin oder Tocainid, ist bei der Anwendung von Lidocainpflastern Vorsicht geboten. Es gibt zwar keine Studien zu den Auswirkungen dieser Kombination und normalerweise wird auch nur wenig Lidocain aus Pflastern in den Körper aufgenommen, dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Wirkung dieser beiden Arzneimittel auf den Herzrhythmus addiert.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 2 von 10 Pflasteranwendern brennt die Haut unter dem Pflaster, sie rötet sich, juckt und es bilden sich Bläschen. Dann sollten Sie die Pflasterklebestelle wechseln, bis sich die Haut wieder beruhigt hat. Verschlimmern sich die Hautreaktionen, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf einen Bestandteil des Pflasters.

Es besteht das Risiko, dass unter dem Pflaster eine Hautinfektion durch Bakterien oder Pilze entsteht. Dann sollten Sie einen Arzt um Rat fragen.

Sofort zum Arzt

In Einzelfällen verstärken sich die Hauterscheinungen und breiten sich weit über die Pflasterfläche hinaus aus. Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Die Auswirkungen von Lidocain während Schwangerschaft und Stillzeit beim Menschen sind nicht ausreichend untersucht. Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf eine Schädigung des Kindes durch Lidocain. Von dem Wirkstoff wird aber ohnehin nur sehr wenig in den Organismus aufgenommen. Wenn der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen hat, können Lidocainpflaster während Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Lidocainpflastern sind bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht. Sie sollten daher bei ihnen nicht angewendet werden.

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