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Ölbäder

Wirkungsweise

Ölige Badezusätze, die sich als dünner Film auf die Wasseroberfläche legen (spreitend), fetten die Haut beim Baden und Duschen. Solche Öle können aus Erdnüssen, Mandeln, Sojabohnen oder aus Paraffin stammen. Sie überziehen die Haut mit einem hauchdünnen Fettfilm, der verhindert, dass sich natürliche Substanzen, die die Feuchtigkeit in der Haut binden, aus der Hornschicht der Haut lösen. Die Haut juckt dann weniger und trocknet auch nicht so rasch aus. Paraffin hat zusätzlich einen leicht reinigenden Effekt. Zur Pflege von trockener Haut sind Ölbäder geeignet.

Ob Ölbäder allerdings darüber hinaus bei Neurodermitis zusätzlich zur normalen Basispflege einen Nutzen haben, ist nicht nachgewiesen. In einer hochwertigen Studie jedenfalls verbesserte ein Ölbad das Hautbild bei Kindern mit Neurodermitis nicht, wenn sie nach dem Bad ohnehin mit einer rückfettenden Basispflege eingecremt wurden.

Anwendung

Sie geben das Ölbad in dünnem Strahl direkt in das einlaufende Wasser, damit sich die Öltröpfchen besser verteilen. Die Wassertemperatur sollte bei 32 °C liegen, das beruhigt die Hautnerven und hat die beste rückfettende Wirkung. Mit jedem Grad mehr nimmt dieser Effekt ab. Wärmer als 36 °C sollte das Wasser auf keinen Fall sein.

Seife und Waschzusätze dürfen Sie nicht gleichzeitig anwenden, weil sie die rückfettende Wirkung des Ölbads aufheben. Es sollte nicht länger als 20 Minuten gebadet werden, empfohlen werden 10 Minuten.

Sie können das Ölbad auch beim Duschen unverdünnt auf die angefeuchtete Haut auftragen und vorsichtig abspülen. Aber auch hier gilt: keine Seife oder Duschgel verwenden, weil sie die rückfettende Wirkung aufheben.

Es genügt normalerweise, wenn Sie alle zwei bis drei Tage ein Ölbad nehmen und an den übrigen Tagen andere rückfettende Pflegeprodukte anwenden.

Nach dem Bad sollten Sie sich nicht mit dem Handtuch abrubbeln – sonst landet der dünne Fettfilm aus dem Badewasser meist im Frottee anstatt auf der Haut. Es reicht, wenn Sie die Nässe vorsichtig etwas abtupfen und die Haut ansonsten an der Luft trocknen lassen.

Achtung

Alle Ölbäder machen die Bade- oder Duschwanne sehr glitschig. Es besteht erhöhte Rutschgefahr.

Das Mittel sollte nicht in die Augen gelangen.

Balneum Hermal F: Wenn Sie auf Erdnüsse allergisch reagieren, sollten Sie einen Badezusatz ohne Erdnussöl verwenden.

Gegenanzeigen

Wenn Sie Schuppenflechte haben und sich Eiterbläschen gebildet haben (Psoriasis pustulosa) dürfen Sie die Mittel nicht anwenden. Durch den Ölfilm könnte sonst der Flüssigkeitsaustausch der Haut behindert werden, der für die Abheilung wichtig ist.

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie ein Vollbad nur nach Rücksprache mit einem Arzt nehmen:

  • Es bestehen ausgedehnte Hautverletzungen.
  • Sie haben eine akute Hautkrankheit.
  • Sie haben Fieber oder eine infektiöse Erkrankung.
  • Ihr Herz ist geschwächt (Herzinsuffizienz).
  • Ihr Blutdruck ist erhöht.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bereits bei Säuglingen können Sie Ölbäder anwenden. Bei ihnen genügt eine Anwendung von wenigen Minuten.

Ob Sie Ihr Kind damit pflegen, bleibt Ihnen überlassen. Wenn nach einem Bad die Haut zuverlässig mit einer Basispflege eingecremt wird, verbesserte ein Ölbad das Hautbild bei Kindern mit Neurodermitis nicht weiter.

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