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NSAR: Meloxicam

Wirkungsweise

Meloxicam wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Der Wirkstoff wird bei Arthrose und rheumatoider Arthritis eingesetzt. Er gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) Näheres zur Wirkweise und den Unterschieden der Wirkstoffe innerhalb der Gruppe lesen Sie unter NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Meloxicam gehört zu den mittellangwirkenden Substanzen und wird bei den genannten Anwendungsgebieten als "geeignet" bewertet. Seine Wirkung hält rund 20 Stunden an. Mittellangwirkende NSAR können vor allem Menschen helfen, denen morgens steife Gelenke Probleme bereiten. Abends angewendet, erleichtern sie die morgendlichen Anlaufschwierigkeiten.

Anwendung

Meloxicam soll so gering wie möglich dosiert und so kurz wie möglich eingenommen werden. Welche Dosierung und Einnahmedauer angebracht sind, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Krankheit individuell ist. Da sich Gelenkbeschwerden häufig verändern, sollte der Arzt regelmäßig überprüfen, wie gut Sie auf die Behandlung ansprechen und ob sie noch notwendig ist.

Im Tagesverlauf sollten Sie nicht mehr als 15 Milligramm Meloxicam einnehmen.

Um den Magen zu schonen, sollten Sie die Tabletten während einer Mahlzeit einnehmen und ein großes Glas Wasser dazu trinken. Bei löslichen Tabletten ist diese Forderung von vornherein erfüllt.

Wenn die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber oder der Nieren erheblich eingeschränkt ist, muss Meloxicam geringer dosiert werden.

Bei einer Dauerbehandlung mit Meloxicam sollte regelmäßig die Nierenfunktion überprüft werden.

Achtung

Meloxicam kann die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Vermeiden Sie deshalb Sonnenbäder oder Solarien.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie kein Meloxicam anwenden:

  • Sie haben ein aktives Magen-Darm-Geschwür, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder sonstige ungeklärte Blutungen.
  • Es liegt eine schwere Lebererkrankung vor.
  • Ihre Nierenfunktion ist erheblich gestört.
  • Nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder Mitteln mit vergleichbarer Wirkung haben Sie bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt. Dann können nach Anwendung von Meloxicam die gleichen Reaktionen auftreten.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Meloxicam besonders sorgfältig abwägen, den Wirkstoff niedrig dosieren und Ihren Gesundheitszustand häufig kontrollieren:

  • Ihr Risiko für ein Magen-Darm-Geschwür ist erhöht, z. B. weil Sie schon einmal – unabhängig von der Einnahme von Meloxicam – eine solche Erkrankung hatten oder Sie bereits älter sind.
  • Sie haben Asthma oder Nasenpolypen oder Sie neigen zu Allergien.
  • Sie haben oder hatten schon einmal eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • Ihre Nieren oder Ihre Leber arbeiten nur eingeschränkt. Meloxicam kann diese Funktionsstörungen verschlimmern. Werden die Medikamente trotzdem eingesetzt, muss die Organfunktion besonders überwacht werden.
  • Sie haben Flüssigkeitsmangel, z. B. aufgrund von Erbrechen oder Durchfall, oder Sie haben bei einer Operation viel Blut verloren. Meloxicam kann dann die Schutzfunktion behindern, mit der der Körper in bedrohlichen Situationen für eine ausreichende Durchblutung der Nieren sorgt.
  • Ihr Herz arbeitet unzureichend (Herzinsuffizienz) oder Sie haben Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme). Da sich durch Meloxicam die Nierenfunktion verschlechtern kann und dann mehr Flüssigkeit im Körper zurückbleibt, können sich die genannten Störungen verschlimmern. Bei einer schweren Herzinsuffizienz (Stadium IV) dürfen Sie die Mittel gar nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Meloxicam kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, Sartane) abschwächen. Wenn Sie Meloxicam dauerhaft anwenden, sollte die Dosierung der Blutdruckmittel überprüft und gegebenenfalls erhöht werden.
  • Zusammen mit ACE-Hemmern, Diuretika und Sartanen kann außerdem das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ansteigen. Dann sollte die Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits eine Kombination aus einem ACE-Hemmer oder Sartan mit einem Diuretikum einnehmen. Diese Wirkstoffe senken bereits die Nierenleistung. Kommt dann mit Meloxicam noch ein dritter Wirkstoff hinzu, kann es zum akuten Nierenversagen kommen.
  • Die gemeinsame Anwendung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI, bei Depressionen) kann das Risiko für eine Magenblutung erhöhen.
  • Wenn Sie Lithium einnehmen (bei manisch-depressiver Erkrankung) und zusätzlich Meloxicam, kann der Lithiumblutspiegel so steigen, dass erhebliche unerwünschte Wirkungen eintreten. Bei dieser Kombination sollte der Lithiumblutspiegel überwacht und gegebenenfalls die Lithiumdosierung verringert werden.
  • Wenn Meloxicam gemeinsam mit Ciclosporin, Methotrexat (beide bei rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) oder Tacrolimus (nach Organtransplantationen) angewendet wird, kann sich die Giftigkeit der Medikamente verstärken. Ist die gemeinsame Anwendung unumgänglich, muss die Nierenfunktion sorgfältig beobachtet werden.
  • Meloxicam sollten Sie wegen der Gefahr vermehrter unerwünschter Wirkungen nicht zusammen mit einer anderen Substanz aus der Gruppe der NSAR oder mit Acetylsalicylsäure einnehmen. Bereits ab einer Dosierung von 100 Milligramm ASS am Tag, wie sie bei arteriellen Durchblutungsstörungen üblich ist, kann das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und in der Folge das für Blutungen ansteigen. Derartige Kombinationen können sogar unbeabsichtigt zustande kommen, weil einige dieser Wirkstoffe auch in Kombinationsmitteln etwa gegen Grippe, Schmerzen und Fieber oder in Lutschtabletten bei Halsschmerzen enthalten sein können.
  • In Kombination mit Glucocorticoiden – besonders wenn diese injiziert werden – vergrößert sich das Risiko von Magen-Darm-Geschwüren und -Blutungen erheblich.

Unbedingt beachten

Meloxicam kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, und auch die der neueren Mittel Apixaban, Dabigatran, Edoxaban, Rivaroxaban und Ticlopidin verstärken. Gleiches gilt für Clopidogrel, das bei arterieller Durchblutungsstörung angewendet wird. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung. Diese Wechselwirkung tritt bei Celecoxib und Etoricoxib allerdings deutlich seltener auf als bei den anderen NSAR.

Meloxicam kann – insbesondere zu Beginn der Behandlung – die Wirkung von Metformin (bei Typ-2-Diabetes) verstärken. Dann erhöht sich auch das Risiko für eine lebensbedrohliche Nebenwirkung von Metformin: eine Übersäuerung des Blutes (Laktazidose). Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Eine größere Menge Alkohol oder regelmäßiger Konsum kann die schädliche Wirkung von Meloxicam auf den Magen und das Gehirn verstärken. Dann kann das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und -blutungen sowie Schwindel und Benommenheit ansteigen.

Nebenwirkungen

Insbesondere wenn Sie Meloxicam längere Zeit einnehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, falls Sie kurzatmig werden, Schmerzen in der Brustgegend oder ein allgemeines Schwächegefühl verspüren. Diese unerwünschten Wirkungen können auf eine Beeinträchtigung der Herzfunktion hindeuten.

Da Meloxicam fiebersenkend wirkt, kann es die Symptome einer schweren Infektion verschleiern.

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 10 von 100 Anwendern klagen über Magenbeschwerden mit Übelkeit und Erbrechen sowie über Bauchschmerzen und Durchfall.

Es kann zu Blähungen, Völlegefühl und saurem Aufstoßen kommen. Einige Menschen reagieren auf die Einnahme von Meloxicam mit vorübergehenden Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit.

Muss beobachtet werden

Bei hoher Dosierung und Anwendung über längere Zeit kann Meloxicam in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm Geschwüre verursachen. Diese können mit oder ohne Schmerzen einhergehen. Abhängig von der Stärke der Beschwerden sollten Sie sich umgehend oder im Laufe des nächsten Tages an einen Arzt wenden.

Wenn das Mittel die Magenschleimhaut schädigt, kann es aus diesen Wunden immer wieder bluten. Das macht sich durch Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar. Geronnenes Blut färbt den Stuhl auffällig dunkel. Dann sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Etwa jeder Zehnte merkt von diesem anhaltenden geringfügigen Blutverlust jedoch nichts. Dann kann sich im Laufe der Zeit eine Blutarmut ausbilden. Sie äußert sich in Blässe (zu wenig rote Blutkörperchen), Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit und „aus der Puste kommen“ auch bei kleineren Anstrengungen. Der mit dem Blutverlust einhergehende Eisenmangel kann zudem zu rauer und rissiger Haut sowie brüchigen Nägeln führen. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

1 bis 10 von 10 000 Behandelten entwickeln eine Herzschwäche oder einen Nierenschaden. Diese Veränderungen bleiben oft ohne Beschwerden. Ein Zeichen dafür aber können erhöhte Blutdruckwerte und anschwellende Beine durch eingelagertes Gewebewasser (Ödem) sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie sich an einen Arzt wenden, der dann entweder das Mittel wechseln oder die Behandlung mit Meloxicam ganz beenden sollte.

Es können Ohrgeräusche und Schwindel sowie Sehstörungen auftreten. Wiederholen sich diese Symptome oder werden sie schlimmer, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Meloxicam kann – insbesondere bei Daueranwendung – die Blutbildung beeinträchtigen. Wenn Sie sich länger als ein bis zwei Wochen müde und schlapp fühlen oder sich diese Beschwerden deutlich verschlimmern, sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Wenn Ihnen beim schnellen Gehen oder Laufen, Treppensteigen oder unter seelischer Belastung eng in der Brust wird, kann dies darauf hindeuten, dass die Pumpleistung Ihres Herzens eingeschränkt ist. Sie sollten mit einem Arzt klären, ob es sich um eine Herzschwäche handelt.

Bei etwa 1 von 100 Behandelten rötet sich die Haut verstärkt und juckt. Sie reagieren vermutlich allergisch auf das Mittel und sollten es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Meloxicam kann die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Meloxicam kann – insbesondere bei einer länger andauernden Behandlung – die Leber auch schwer schädigen. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper –, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

In Einzelfällen kann es aus einem Magengeschwür stark bluten, es kann sogar die Magenwand durchbrechen. Symptome dafür sind plötzlich einsetzende heftige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen und eventuell das Erbrechen von Blut. Bei diesen Beschwerden müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Wenn Sie nicht mehr richtig durchatmen können, Übelkeit und Bauchschmerzen sowie eine Atemnot in einem bisher nicht erlebtem Ausmaß auftreten, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln. Häufig treten auch Schmerzen hinter dem Brustbein auf, ebenso im Kopf-Hals-Bereich oder in den Armen (nicht nur, aber häufig im linken). Dann sollten Sie einen Notarzt verständigen.

Vereinzelt setzt Minuten bis Stunden nach dem Beginn der Behandlung eine schwere allergische Reaktion ein. Ihre Symptome sind starker Hautausschlag, Anschwellen der Schleimhaut des Kehlkopfs, Atemnot, Blutdruckabfall (Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen), Herzrasen, Schock. In diesem Fall dürfen Sie das Arzneimittel keinesfalls mehr einnehmen. Vielmehr sollte sofort der Notarzt (Telefon 112) gerufen werden.

Meloxicam kann in Einzelfällen auch sehr schwerwiegende Hautreaktionen hervorrufen. Meist entwickeln sich die Hautreaktionen etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Erste Anzeichen dafür sind die oben beschriebenen Hauterscheinungen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Meloxicampräparate sind nicht zur Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren gedacht.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Zur kurzzeitigen Anwendung in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten wird aus der Gruppe der NSAR am ehesten Ibuprofen empfohlen, da für diesen Wirkstoff die meisten Daten vorliegen. Die Sicherheit der anderen NSAR ist teilweise deutlich schlechter dokumentiert. Kommt Ibuprofen nicht infrage, kann Diclofenac eine Alternative sein.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf kein NSAR eingenommen werden. Durch diese Wirkstoffe kann sich beim Kind z. B. die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader vorzeitig schließen, was den Kreislauf des Kindes überlastet. Außerdem kann sich bei der Frau Wasser im Gewebe einlagern (Ödeme). Auch die Wehen können gehemmt und die Geburt dadurch verzögert werden.

Auch während der Stillzeit ist Ibuprofen gegenüber Meloxicam zu bevorzugen. Wenn Sie einmal ein anderes NSAR eingenommen haben, brauchen Sie zwar nicht abzustillen, doch sollten Sie mit dem Arzt über eine geänderte Therapie sprechen.

Für ältere Menschen

Menschen im höheren Alter scheiden NSAR wie Meloxicam verzögert aus. Dann können unerwünschte Wirkungen, vor allem Magenblutungen bis hin zum Magendurchbruch, häufiger vorkommen als bei Jüngeren. Ältere Menschen sollten kurzwirkende Mittel wie Ibuprofen bevorzugen, zumal bei diesen häufig auch die Dosis gering gehalten werden kann. Mittellangwirkende NSAR wie Meloxicam sind bei älteren Menschen eher unangebracht.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Dieses Medikament beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit normalerweise nicht. Wenn Sie aber schwere Kopfschmerzen bekommen, Ihnen schwindlig wird oder Sie müde werden, kann das Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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