Medikamente im Test

NSAR: Ibuprofen

Wirkungsweise

Ibuprofen wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Zudem kann es Fieber senken. Es gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Näheres zur Wirkweise und den Unterschieden der Wirkstoffe innerhalb der Gruppe lesen Sie unter NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Die Wirkung von Ibuprofen hält zwei bis drei Stunden an. Damit zählt es zu den NSAR mit kurzer Wirkdauer.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatoide Arthritis

Die Wirkung von Ibuprofen lässt sich gut steuern; auf unerwünschte Wirkungen kann man schnell reagieren. Es wird bei Arthrose und rheumatoider Arthritis sowie für die Eigenbehandlung gelegentlicher Gelenkbeschwerden als "geeignet" bewertet. In den Studien, in denen die Anwendung von NSAR für Arthrose untersucht wurde, zeigte sich, dass sie vor allem die Schmerzen nehmen; auf die Funktionsfähigkeit der Gelenke hatten sie einen nur geringen Einfluss.

Fieber und Schmerzen

Ibuprofen ist geeignet, um leichte bis mäßige Schmerzen zu lindern und Fieber zu senken.

Migräne

Ibuprofen wird als "geeignet" bewertet, um Migränekopfschmerzen zu behandeln. Das NSAR führt bei einer Migräneattacke im Vergleich zu einer Scheinbehandlung zwei Stunden nach der Anwendung häufiger zu Schmerzfreiheit oder -linderung. Damit sind alle Präparate mit Ibuprofen geeignet, mit denen man die unter "Anwendung" angegebene Menge Wirkstoff einnehmen kann, nicht nur die, die das Wort "Migräne" im Namen tragen.

Am schnellsten wirkt Ibuprofen in flüssiger Form gegen Schmerzen und Entzündungen: als Tropfen, Saft oder aufgelöst aus Brausetabletten oder Granulat.

Anwendung

Wie alle NSAR soll Ibuprofen nur bei Bedarf und in der geringstmöglichen Dosierung angewendet werden.

Um den Magen zu schonen, sollten Sie die Tabletten während einer Mahlzeit einnehmen und ein großes Glas Wasser dazu trinken. Bei löslichen Tabletten ist diese Forderung von vornherein erfüllt.

Wenn die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber oder der Nieren erheblich eingeschränkt ist, muss Ibuprofen geringer dosiert werden. Bei einer länger andauernden Behandlung sollte regelmäßig die Nierenfunktion überprüft werden.

Präparate mit dem Zusatz "retard" setzen den enthaltenen Wirkstoff nach und nach frei, sodass er länger wirkt. Diese Mittel werden einmal, höchstens zweimal täglich eingenommen.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatoide Arthritis

In höherer Dosierung wird Ibuprofen als entzündungshemmendes Mittel bei Beschwerden wie Rheuma und entzündlichen Gelenkbeschwerden eingesetzt. Diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Die maximale Einzeldosis beträgt 800 Milligramm; im Tagesverlauf sollten Sie nicht mehr als 2 400 Milligramm Ibuprofen einnehmen.Obwohl viele Menschen mit chronischen Gelenkbeschwerden ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Medikament wie Ibuprofen dauerhaft benötigen, wird auch bei diesen Krankheitsbildern empfohlen, es nur bei Bedarf und in der geringstmöglichen Dosierung anzuwenden. Neben den möglichen schädlichen Wirkungen auf Magen und Darm kann die Substanz bei hoher Dosierung und langer Anwendungsdauer auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Fieber und Schmerzen

Die übliche Dosis von Ibuprofen bei Fieber und Schmerzen sind 200 bis 400 Milligramm; mehr dämpft Schmerzen nicht wesentlich stärker und senkt Fieber nicht nennenswert schneller. Bis zur Tageshöchstdosis von 1 200 Milligramm Ibuprofen können Sie die Anwendung alle vier bis sechs Stunden wiederholen.

Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Ibuprofen zur Schmerzbehandlung nicht länger als vier Tage in Folge anwenden. Insgesamt sind Schmerzmittel - insbesondere bei Kopfschmerzen - nicht öfter als zehnmal im Monat anzuwenden, sonst steigt die Gefahr, dass sich ein Dauerkopfschmerz entwickelt. Bei Fieber sollten Sie es nicht länger als drei Tage hintereinander anwenden.

Migräne

Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Ibuprofen zur Migränebehandlung nicht länger als vier Tage in Folge anwenden. Insgesamt sind bei Migräne Schmerzmittel nicht öfter als zehnmal im Monat anzuwenden, sonst steigt die Gefahr, dass sich ein Dauerkopfschmerz entwickelt.

Sobald ein Migräneanfall naht, sollen die Tabletten oder Tropfen zusammen mit einem großen Glas Wasser eingenommen werden. Die Zäpfchen werden in den After eingeführt.

Die übliche Einzeldosis bei Erwachsenen und Kindern über 13 Jahre sind 400 Milligramm. Bis zur Tageshöchstdosis von 1 200 Milligramm Ibuprofen kann die Anwendung alle vier bis sechs Stunden wiederholt werden.

Zäpfchen

Zäpfchen anzuwenden kann sinnvoll sein, wenn eine Erkrankung verhindert, dass der Wirkstoff aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird. Außerdem kann es denjenigen nützen, die aufgrund ihrer Übelkeit nichts bei sich behalten können, wie beispielsweise bei einem Migräneanfall. Allerdings dauert es bei Zäpfchen länger, bis die Wirkung eintritt. Außerdem kann es von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, wie viel von dem Wirkstoff überhaupt ins Blut gelangt. Damit wird der Effekt unsicher.

Zäpfchen mit Ibuprofen können Magen und Darm ebenso schaden wie Tabletten, denn die unerwünschte Wirkung kommt durch den Wirkstoff im Blut zustande, sie beruht nicht auf der lokalen Wirkung der Tablette.

Zäpfchen sollten immer so kurz wie möglich angewendet werden, weil sonst das Risiko einer lokalen Darmschädigung besteht. Wenn Sie Hämorrhoiden haben, sollten Sie auf Zäpfchen mit diesen Wirkstoffen verzichten. Der Wirkstoff kann die im Bereich der Hämorrhoiden oft verletzte Haut reizen und sogar Entzündungen verursachen.

Achtung

Ibuprofen kann die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Vermeiden Sie deshalb Sonnenbäder und Solarien.

Einige Präparate enthalten als Konservierungsmittel Parabene (siehe Übersicht). Wer auf Parastoffe allergisch reagiert, darf diese Mittel nicht einnehmen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Ibuprofen nicht anwenden:

  • Sie haben ein Magen-Darm-Geschwür, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder sonstige ungeklärte Blutungen.
  • Nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder Mitteln mit vergleichbarer Wirkung haben Sie bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt. Dann können nach Anwendung von Ibuprofen die gleichen Reaktionen auftreten.
  • Es liegt eine schwere Lebererkrankung vor.
  • Ihre Nierenfunktion ist erheblich gestört.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen hat. Wenn Sie das Mittel dann über längere Zeit einnehmen sollen, sollte Ibuprofen niedrig dosiert und Ihr Gesundheitszustand häufig kontrolliert werden:

  • Ihr Risiko für ein Magen-Darm-Geschwür ist erhöht, z. B. weil Sie schon einmal – unabhängig von der Einnahme von Ibuprofen – eine solche Erkrankung hatten oder Sie bereits älter sind.
  • Sie haben oder hatten schon einmal eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • Die Leber- oder Nierenfunktion ist eingeschränkt. Ibuprofen kann diese Funktionsstörungen verschlimmern. Werden die Medikamente trotzdem eingesetzt, muss die Organfunktion besonders überwacht werden.
  • Ihr Herz arbeitet unzureichend (Herzschwäche) oder Sie haben Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme). Da sich durch NSAR die Nierenfunktion verschlechtern kann und dann mehr Flüssigkeit im Körper zurückbleibt, können sich die genannten Störungen verschlimmern.
  • Sie haben Flüssigkeitsmangel, z. B. aufgrund von Erbrechen oder Durchfall, oder Sie haben bei einer Operation viel Blut verloren. NSAR können dann die Schutzfunktion behindern, mit der der Körper in bedrohlichen Situationen für eine ausreichende Durchblutung der Nieren sorgt.
  • Es liegt eine Infektion mit Varizellenviren vor. Diese können Windpocken oder eine Gürtelrose auslösen. Bei Einnahme von NSAR, speziell von Ibuprofen, können sich in Einzelfällen die Bläschen schwer entzünden. Bei diesen Viruserkrankungen sollte deshalb ein anderes Schmerzmittel, z. B. Paracetamol, eingesetzt werden.
  • Sie haben Asthma oder Nasenpolypen oder Sie neigen zu Allergien.

Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ist erhöht, weil Sie rauchen, hohen Blutdruck haben, Ihre Blutfettwerte erhöht sind oder Sie an Diabetes oder Durchblutungsstörungen in den Beinen leiden. Der Blutdruck sollte dann in den ersten zwei Behandlungswochen häufig und danach in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Steigt er während der Behandlung deutlich an, sollte Ihnen der Arzt ein anderes Mittel verordnen. Dies gilt nur, wenn Sie die Tageshöchstmenge von 2 400 Milligramm, einnehmen. Menschen mit koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen und Personen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, sollten Ibuprofen unbedingt geringer dosieren.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Die im Folgenden beschriebenen Wechselwirkungen sind in aller Regel zu vernachlässigen, wenn Sie Ibuprofen nur wenige Tage anwenden. Je länger das Mittel jedoch gemeinsam mit anderen Medikamenten eingenommen wird, umso eher kann es zu spürbaren Wechselwirkungen kommen:

  • Ibuprofen und andere NSAR oder Acetylsalicylsäure (bei Schmerzen, Fieber, Gelenkbeschwerden) sollten Sie nicht miteinander kombinieren, sonst wächst die Gefahr von unerwünschten Wirkungen. Bereits ab einer Dosierung von 100 Milligramm ASS am Tag, wie sie bei arteriellen Durchblutungsstörungen üblich ist, kann das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und in der Folge das für Blutungen ansteigen. Derartige Kombinationen können sogar unbeabsichtigt zustande kommen, weil einige dieser Wirkstoffe auch in Kombinationsmitteln etwa gegen Grippe, Schmerzen und Fieber oder in Lutschtabletten bei Halsschmerzen enthalten sein können.
  • Ibuprofen kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, Sartane) abschwächen. Wenn Sie Ibuprofen dauerhaft anwenden, sollte die Dosierung der Blutdruckmittel überprüft und gegebenenfalls erhöht werden.
  • Zusammen mit ACE-Hemmern, Diuretika und Sartanen kann durch Ibuprofen außerdem das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ansteigen. Dann sollte die Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits eine Kombination aus einem ACE-Hemmer oder Sartan mit einem Diuretikum einnehmen. Diese Wirkstoffe senken bereits die Nierenleistung. Kommt dann mit Ibuprofen noch ein dritter Wirkstoff hinzu, kann es zum akuten Nierenversagen kommen. Diese Gefahr besteht vor allem bei längerfristiger Anwendung. Beachten Sie daher die Anwendungsbeschränkungen sorgfältig.
  • Bei der Kombination mit cortisonhaltigen Mitteln (bei Entzündungen, Immunreaktionen) – besonders wenn diese injiziert werden – vergrößert sich das Risiko von Magen-Darm-Geschwüren und -Blutungen erheblich.
  • Die gemeinsame Anwendung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern, SSRI (bei Depressionen), kann das Risiko für eine Magenblutung erhöhen.
  • Wenn Sie Lithium einnehmen (bei manisch-depressiven Erkrankungen) und zusätzlich noch Ibuprofen, kann der Lithiumblutspiegel so steigen, dass erhebliche unerwünschte Wirkungen eintreten. Bei dieser Kombination sollte der Lithiumblutspiegel überwacht und gegebenenfalls die Lithiumdosierung verringert werden.
  • Wenn Ibuprofen gemeinsam mit Ciclosporin, Methotrexat (beide bei rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) oder Tacrolimus (nach Organtransplantationen) angewendet wird, kann sich die Giftigkeit der Medikamente verstärken. Ist die gemeinsame Anwendung unumgänglich, muss die Nierenfunktion sorgfältig beobachtet werden.
  • Ibuprofen kann die blutgerinnungshemmende Wirkung von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure beeinträchtigen und so die Schutzwirkung auf Herz und Kreislauf verringern. Bei gelegentlicher Einnahme als Schmerzmittel ist das problemlos. Ist diese Kombination aber längere Zeit erforderlich, beispielsweise bei Arthrose, ist Diclofenac vorzuziehen.

Unbedingt beachten

Ibuprofen kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Phenprocoumon und Warfarin sowie von Clopidogrel, Prasugrel und Ticlopidin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, verstärken. Dadurch erhöht sich das Risiko für innere Blutungen. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Ibuprofen kann – insbesondere zu Beginn der Behandlung – die Wirkung von Metformin (bei Typ-2-Diabetes) verstärken. Dann steigt auch das Risiko für eine lebensbedrohliche Nebenwirkung von Metformin: eine Übersäuerung des Blutes (Laktazidose). Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Eine größere Menge Alkohol oder regelmäßiger Alkoholkonsum kann die schädliche Wirkung von Ibuprofen auf den Magen und das Gehirn verstärken. Dann kann das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und -blutungen sowie Schwindel und Benommenheit ansteigen.

Nebenwirkungen

Wie häufig unerwünschte Wirkungen auftreten, hängt von der Dosierung und der Anwendungsdauer des Arzneimittels ab. Wird Ibuprofen nur gelegentlich bei Schmerzen oder Fieber eingesetzt, treten unerwünschte Wirkungen seltener auf als bei hochdosierter Einnahme über lange Zeit.

Manche unerwünschten Wirkungen treten bei Menschen häufiger auf, die Asthma haben oder bei denen die Schleimhaut der Atemwege aufgrund einer Überempfindlichkeit leicht anschwillt. Darum sollten Menschen mit Asthma, Heuschnupfen oder Allergien die erste Dosis von Ibuprofen unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Da Ibuprofen fiebersenkend wirkt, kann es die Symptome einer schweren Infektion verschleiern.

Bei Personen mit einer Nierenfunktionsstörung oder Herz-Kreislauf-Erkrankung und bei solchen, die entwässernde Mittel (Diuretika) einnehmen, ist das Risiko erhöht, dass sich vor allem in den Beinen Gewebewasser ansammelt (Ödeme).

Der Wirkstoff kann auch die Nierendurchblutung und -funktion stören, das Risiko hierfür ist insbesondere bei Flüssigkeitsverlust bzw. unzureichender Trinkmenge und bei körperlichen Anstrengungen oder schweren Infektionen erhöht. Insbesondere Sportler sollten daher die Einnahme von NSAR vor körperlichen Ausdaueranstrengungen meiden, da hier vermehrt schwere Nebenwirkungen einschließlich Herzinfarkten beobachtet wurden.

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Fieber und Schmerzen

Wenn Sie Ibuprofen an mehr als zehn Tagen im Monat anwenden, können Kopfschmerzen auftreten, die auf dem Medikament beruhen. Diese dürfen Sie nicht zu bekämpfen versuchen, indem Sie die Dosis des Mittels erhöhen. Vielmehr sollten Sie mit einem Arzt über eine geänderte Behandlung sprechen. Weiteres hierzu unter Schmerzmittelkopfschmerz: Im Teufelskreis von Schmerz und Medikament.

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 10 von 100 Behandelten klagen über Magenbeschwerden mit Übelkeit und Sodbrennen sowie über Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Durchfall. Diese Beschwerden vergehen, sobald Sie das Medikament absetzen.

Muss beobachtet werden

Bei mehr als 1 von 100 Personen treten Magengeschwüre auf, die mit Schmerzen einhergehen können. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, sollten Sie sich umgehend oder im Laufe des nächsten Tages an einen Arzt wenden.

Wenn das Mittel die Magenschleimhaut schädigt, kann es aus diesen Wunden immer wieder bluten. Das macht sich durch Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar. Geronnenes Blut färbt den Stuhl auffällig dunkel. Dann sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Etwa jeder Zehnte merkt von diesem anhaltenden geringfügigen Blutverlust jedoch nichts. Dann kann sich im Laufe der Zeit eine Blutarmut ausbilden. Sie äußert sich in Blässe (zu wenig rote Blutkörperchen), Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit und „aus der Puste kommen“ auch bei kleineren Anstrengungen. Der mit dem Blutverlust einhergehende Eisenmangel kann zudem zu rauer und rissiger Haut sowie brüchigen Nägeln führen. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn Ihnen beim schnellen Gehen oder Laufen, Treppensteigen oder unter seelischer Belastung eng in der Brust wird, kann dies darauf hindeuten, dass die Pumpleistung Ihres Herzens eingeschränkt ist. Sie sollten mit einem Arzt klären, ob es sich um eine Herzschwäche handelt.

Wenn Sie Ibuprofen längere Zeit in hoher Dosierung einnehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, falls Sie kurzatmig werden, Schmerzen in der Brustgegend oder ein allgemeines Schwächegefühl verspüren. Das gilt auch, wenn Sie öfter oder anhaltend unangenehmes Herzklopfen verspüren. Diese unerwünschten Wirkungen können ebenso auf eine Beeinträchtigung der Herzfunktion hindeuten.

In Einzelfällen entwickelt sich ein Nierenschaden. Die Veränderungen am Herzen oder Nierenschäden bleiben oft ohne Beschwerden. Ein Zeichen dafür aber können erhöhte Blutdruckwerte und anschwellende Beine durch eingelagertes Gewebewasser (Ödem) sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie sich an einen Arzt wenden, der dann entweder das Mittel wechseln oder die Behandlung mit Ibuprofen ganz beenden sollte.

Es können Ohrgeräusche und Schwindel auftreten. Wiederholen sich diese Symptome oder werden sie schlimmer, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Ibuprofen kann – insbesondere bei Daueranwendung – die Blutbildung beeinträchtigen. Wenn Sie sich länger als ein bis zwei Wochen müde und schlapp fühlen oder sich diese Beschwerden deutlich verschlimmern, sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hat dagegen ein Arzt Ihnen das Mittel verordnet, sollten Sie ihn aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen. Solche allergische Reaktionen treten bei 1 bis 2 von 100 Anwendern auf.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann – insbesondere bei einer länger andauernden Behandlung – die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

In Einzelfällen kann es aus einem Magengeschwür stark bluten, es kann sogar die Magenwand durchbrechen. Symptome dafür sind plötzlich einsetzende heftige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen und eventuell das Erbrechen von Blut. Bei diesen Beschwerden müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Wenn Sie nicht mehr richtig durchatmen können, Übelkeit und Bauchschmerzen sowie eine Atemnot in einem bisher nicht erlebtem Ausmaß auftreten, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln. Häufig treten auch Schmerzen hinter dem Brustbein auf, ebenso im Kopf-Hals-Bereich oder in den Armen (nicht nur, aber häufig im linken). Dann sollten Sie einen Notarzt verständigen.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus, und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Fieber und Schmerzen

Für Kinder stehen Säfte und Zäpfchen zur Verfügung, ab sechs Jahren auch Schmelztabletten oder Tabletten in einer Dosierung von 200 mg. Ibuprofen wird bei Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit vom Körpergewicht bzw. dem Alter dosiert.

Säfte mit 20 Milligramm Ibuprofen in 1 Milliliter (2 %) können Kindern ab dem sechsten Lebensmonat gegeben werden, wenn sie mindestens fünf Kilogramm wiegen.

Wenn Säfte mit 40 Milligramm Ibuprofen in 1 Milliliter (4 %) eine spezielle Applikationsspritze haben, sind auch sie für Kinder ab sechs Monate geeignet. Die Spritze muss geeignet sein, auch geringe Dosen für kleine Kinder sicher abzumessen.

Kinder ab dem sechsten Lebensmonat können bis zu dreimal täglich sieben bis zehn Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht erhalten.

Bei Kindern zwischen sechs und neun Jahren sollte die Einzeldosis nicht mehr als 200 Milligramm ausmachen, die Tageshöchstdosis liegt bei 600 Milligramm. Zwischen den einzelnen Anwendungen sollte mindestens eine Zeitspanne von sechs Stunden liegen.

Bei Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren liegt die Tageshöchstdosis bei 800 Milligramm.

Bei Kindern und Jugendlichen über zwölf Jahren liegt die Einzeldosis Ibuprofen bei 400 Milligramm. Sie dürfen pro Tag nicht mehr als 1 200 Milligramm einnehmen.

Zäpfchen

Die Wirkung von Zäpfchen kann unsicher sein, weil der Arzneistoff nicht komplett ins Blut übertritt und das Einführen eines Zäpfchens Stuhlgang auslösen kann. Zäpfchen mit 60 Milligramm Ibuprofen sind für Kinder ab drei Monate geeignet, wenn sie mindestens sechs Kilogramm wiegen.

Rheumatoide Arthritis

Ibuprofen ist bei juveniler Arthritis das Mittel der Wahl. In Form von IbuHexal 600, Ibuprofen AL 600, Ibuprofen Stada 600 mg sollte es nur eingesetzt werden, wenn die Kinder mindestens 15 Jahre alt sind. Für Kinder unter 15 Jahren liegt die Dosierung bei maximal 20 bis 30 Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf drei bis vier Portionen am Tag. Für jüngere Kinder kann der Arzt geringer dosierte Zäpfchen und Saftzubereitungen verordnen, die allerdings nicht speziell zur Behandlung von juveniler Arthritis zugelassen sind, sondern zur Anwendung bei Schmerzen und Fieber. Die Dosierung orientiert sich an der bei diesen Anwendungsgebieten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollten Sie Schmerzmittel nur einnehmen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Für die Anwendung von Ibuprofen in der Schwangerschaft liegen zahlreiche Daten vor. Daraus wird die Empfehlung abgeleitet, dass Ibuprofen in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten für kurze Zeit angewendet werden kann.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf Ibuprofen nicht eingenommen werden. Durch den Wirkstoff kann sich z. B. beim Kind die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader vorzeitig schließen, was den Kreislauf des Kindes überlastet. Außerdem kann sich bei der Frau Wasser im Gewebe einlagern (Ödeme). Auch die Wehen können gehemmt und die Geburt dadurch verzögert werden. Benötigen Sie in dieser Zeit ein Schmerzmittel, können Sie auf Paracetamol zurückgreifen, für das diese Einschränkungen nicht gelten. Beachten Sie dabei auch die aktuelle Diskussion zur Sicherheit des Mittels in der Schwangerschaft.

In der Stillzeit können Sie Ibuprofen kurzzeitig anwenden, wenn Sie die empfohlene Dosierung nicht überschreiten.

Für ältere Menschen

Menschen im höheren Alter scheiden Ibuprofen verzögert aus. Dann können unerwünschte Wirkungen, vor allem Magenblutungen bis hin zum Magendurchbruch, häufiger vorkommen als bei Jüngeren. Wenn ältere Menschen mit Ibuprofen behandelt werden, sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Ibuprofen beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit normalerweise nicht. Wenn Sie aber schwere Kopfschmerzen bekommen, Ihnen schwindlig wird oder Sie müde werden, kann das Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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