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NSAR: Flurbiprofen (Halstablette/-spray)

Wirkungsweise

Flurbiprofen soll gegen die Schmerzen bei Halsentzündungen eingesetzt werden. Flurbiprofen ist ein schmerz- und entzündungsdämpfender Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, die auch bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Der Wirkstoff soll rasch über die Mund- und Rachenschleimhaut aufgenommen werden und innerhalb von 30 Minuten wirken.

Ob sich im Vergleich zu wirkstofffreien Lutschtabletten entscheidende Vorteile bei der Schmerzlinderung ergeben, ist nicht ausreichend nachgewiesen. Es liegen keine Studien vor, die diese lokal angewendeten Mittel mit Mitteln zum Einnehmen vergleichen. Das Mittel birgt dieselben Risiken wie Schmerzmittel zum Einnehmen und darüber hinaus besteht zusätzlich die Gefahr, dass Flurbiprofen die Mundschleimhaut schädigt. Bei Halsschmerzen ist es deshalb wenig geeignet.

Allgemeines über die Gruppe der NSAR lesen Sie unter NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Anwendung

Mehr als fünf Tabletten pro Tag bzw. maximal fünfmal täglich drei Sprühstöße, sollten Sie nicht anwenden und insgesamt auch nicht länger als drei Tage hintereinander.

Wenden Sie die Lutschtabletten nicht unmittelbar vor dem Einschlafen an, weil dann möglicherweise Tablettenreste in einer Backentasche liegenbleiben und somit längeren Kontakt mit der Mundschleimhaut haben, was diese schädigen kann.

Achtung

Die Sprühlösung enthält als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie dieses Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben oder hatten ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Sie neigen zu Magen-Darm-Blutungen.
  • Der Dickdarm ist stark entzündet.
  • Die Blutbildung ist gestört oder Sie leiden an Blutgerinnungsstörungen.
  • Sie haben nach Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac, bei Rheuma, Muskel- und Gelenkschmerzen) oder Acetylsalicylsäure (bei Schmerzen) einen Asthmaanfall erlitten oder allergisch auf diese Stoffe reagiert.
  • Sie müssen wegen anderer Erkrankungen mit nichtsteroidalen Antirheumatika behandelt werden. Dann sollten Sie Flurbiprofen nicht zusätzlich einnehmen, weil sich dadurch das Risiko für unerwünschte Wirkungen deutlich erhöht.

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen, wenn dieser Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben Asthma. Flurbiprofen kann die Atembeschwerden verschlimmern und einen Asthmaanfall auslösen.
  • Die Funktion von Herz, Nieren oder Leber ist beeinträchtigt. Das gilt besonders für ältere Menschen über 60 Jahre. Wenn Sie NSAR über lange Zeit und in hoher Dosierung anwenden, können die Mittel diese Organe schädigen. Ob das auch für eine kurzzeitige Anwendung gilt, ist unklar. Dazu liegen keine ausreichenden Untersuchungsdaten vor.
  • Ihr Blutdruck ist zu hoch. NSAR, zu denen auch Flurbiprofen zählt, können den Blutdruck ansteigen lassen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Flurbiprofen schwächt die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika). Wenn Sie solche Mittel einnehmen müssen, sollten Sie den Blutdruck häufig kontrollieren und, falls er steigt, auf Flurbiprofen verzichten.
  • Zusammen mit ACE-Hemmern, Diuretika und Sartanen kann außerdem das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ansteigen. Dann sollte die Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits eine Kombination aus einem ACE-Hemmer oder Sartan mit einem Diuretikum einnehmen. Diese Wirkstoffe senken bereits die Nierenleistung. Kommt dann mit Flurbiprofen noch ein dritter Wirkstoff hinzu, kann es zum akuten Nierenversagen kommen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei langfristiger Anwendung. Beachten Sie daher die Anwendungsbeschränkungen sorgfältig.
  • Flurbiprofen kann die Wirkung von harntreibenden Mitteln (Diuretika), vor allem der starkwirkenden Diuretika (z. B. Furosemid) erheblich vermindern; zusätzlich wird die Ausscheidung von Kalium gehemmt. Wenn Sie kaliumsparende Diuretika wie Triamteren einnehmen, kann dadurch der Kaliumgehalt des Blutes viel zu hoch ansteigen. Das macht sich durch Müdigkeit bis zur Apathie, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen bemerkbar. Beide Mittel sollten Sie deshalb besser nicht gleichzeitig anwenden.
  • Wenn Sie Flurbiprofen zusammen mit cortisonhaltigen Mitteln (bei Entzündungen, Immunreaktionen) einnehmen, besteht ein stark erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen.
  • Wenn Sie mit Lithium (bei manisch-depressiver Erkrankung) behandelt werden, kann Flurbiprofen die Lithiumspiegel im Blut so erhöhen, dass erhebliche unerwünschte Wirkungen von Lithium auftreten.
  • Wenn Sie Flurbiprofen zusammen mit Ciclosporin einnehmen, besteht eine erhöhte Gefahr für eine Nierenschädigung.

Unbedingt beachten

Flurbiprofen sollten Sie nicht zusammen mit einer anderen Substanz aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika einnehmen, wie Celecoxib, Etoricoxib, Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure (alle bei Schmerzen, Fieber, Gelenkbeschwerden). Bei der Kombination mit Acetylsalicylsäure genügen bereits 100 Milligramm am Tag (eine Dosis, wie sie z. B. zur Vorbeugung eines erneuten Herzinfarkts eingesetzt wird), um das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und in der Folge für Blutungen ansteigen zu lassen. Die Gefahr, dass Sie diese Mittel unbeabsichtigt miteinander kombinieren, ist bei Halsentzündungen besonders groß, weil ASS auch in manchen Grippemitteln enthalten ist.

Flurbiprofen kann die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin sowie von Clopidogrel, Prasugrel und Ticlopidin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, verstärken. Dadurch erhöht sich das Risiko für Blutungen. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei mehr als 10 von 100 Behandelten verändert sich das Geschmacksempfinden. Auch kann ein Brennen oder Wärmegefühl im Mund entstehen. Etwa 3 von 100 Behandelten spüren ein Kribbeln im Mund. Bei 1 von 100 wird der Mund trocken.

Etwa 2 von 100 Behandelten bekommen Magenbeschwerden und Durchfall.

Kopfschmerzen treten bei etwa 3 von 100 Behandelten auf.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten bilden sich Geschwüre an der Mundschleimhaut aus. Dann sollten Sie das Mittel absetzen. Gehen die Geschwüre nicht im Laufe der nächsten Tage zurück, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel (bei 1 bis 2 von 1 000 Behandelten). Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei Daueranwendung kann Flurbiprofen die Nieren schädigen. Wenn Sie bemerken, dass Ihre Beine anschwellen, weil dort zu viel Flüssigkeit zurückgehalten wird, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.

Wenn Flurbiprofen Magengeschwüre verursacht, können diese oft unbemerkt bleiben. Sie können sich aber auch durch Magenschmerzen äußern und den Stuhl schwarz färben. Je nachdem, wie heftig die Beschwerden sind, sollten Sie sich umgehend an den Arzt wenden oder ihn im Laufe des nächsten Tages aufsuchen.

Flurbiprofen kann auch die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Einnahme sofort einstellen und unverzüglich einen Notarzt (Telefon 112) rufen, da es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Die Mittel können darüber hinaus vereinzelt auftretende, sehr schwerwiegende Hautreaktionen auslösen. Meist entwickeln sie sich etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Sie beginnen damit, dass sich die Haut verstärkt rötet und juckt. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Mangels Erkenntnissen sollten sie den Spray nicht anwenden. Aufgrund fehlender Daten sollten Kinder unter zwölf Jahren auch die Lutschtabletten nicht bekommen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Im letzten Drittel der Schwangerschaft dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden, weil sie dazu führen können, dass sich beim ungeborenen Kind ein Lungenhochdruck ausbildet. Auch in den Monaten davor sollten Sie Flurbiprofen nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwenden.

Sicherheitshalber sollten Sie Flurbiprofen auch in der Stillzeit nicht anwenden.

Für ältere Menschen

Sie sollten Flurbiprofen nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden, weil das Risiko für unerwünschte Wirkungen besonders hoch ist.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs