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NSAR: Etoricoxib

Wirkungsweise

Etoricoxib wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Es gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), genauer zu den Coxiben. Näheres zur Wirkweise und den Unterschieden der Wirkstoffe innerhalb der Gruppe lesen Sie unter NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Das Mittel wird bei Arthrose, rheumatoider Arthritis und bei akuten Schmerzen z. B. nach einer Zahnoperation eingesetzt.

Etoricoxib gehört zu den mittellang wirkenden Substanzen. Seine Wirkung hält zwischen 4 und etwa 20 Stunden an.

Arthrose, Gelenk­beschwerden

Der Wirkstoff wird bei Arthrose und rheumatoider Arthritis als "geeignet" bewertet. Mittellang wirkende NSAR wie Etoricoxib können vor allem Menschen helfen, denen morgens steife Gelenke Probleme bereiten. Abends angewendet, erleichtern sie die morgendlichen Anlaufschwierigkeiten.

Schmerzen

Der Wirkstoff wird kurzzeitig bei mäßig starken Schmerzen nach einer Zahnoperation eingesetzt. Hierfür ist Etoricoxib geeignet.

Anwendung

Arthrose, Gelenk­beschwerden

Etoricoxib soll so gering wie möglich dosiert und so kurz wie möglich eingenommen werden. Welche Dosierung und Einnahmedauer angebracht sind, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Krankheit individuell ist. Da sich Gelenkbeschwerden häufig verändern, sollte der Arzt regelmäßig überprüfen, wie gut Sie auf die Behandlung ansprechen und ob sie noch notwendig ist.

Im Tagesverlauf sollten Sie nicht mehr 60 Milligramm Etoricoxib einnehmen. Bei rheumatoider Arthritis können bei manchen Patienten 90 Milligramm notwendig sein, um die gewünschte Schmerzlinderung zu erzielen. Wenn die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber oder der Nieren erheblich eingeschränkt ist, muss Etoricoxib geringer dosiert werden. Bei einer länger andauernden Behandlung mit Etoricoxib sollte regelmäßig die Nierenfunktion überprüft werden.

Schmerzen

Bei Schmerzen nach einer Zahnoperation nehmen Sie einmal täglich eine Tablette (90 Milligramm). Häufig reicht es aus, die ersten beiden Tage ein Schmerzmittel einzunehmen. Mehr als drei Tage hintereinander sollten Sie das Mittel nicht anwenden.

Wenn Sie Schmerzen behandeln müssen und Ihre Leberfunktion leicht eingeschränkt ist, dürfen Sie nur eine Tablette mit 60 Milligramm Etoricoxib einnehmen, bei einer moderat eingeschränkten Leberfunktion sind es 30 Milligramm.

Um den Magen zu schonen, sollten Sie die Tabletten während einer Mahlzeit einnehmen und ein großes Glas Wasser dazu trinken.

Achtung

Etoricoxib kann die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Vermeiden Sie deshalb Sonnenbäder oder Solarien.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Etoricoxib nicht anwenden:

  • Sie haben ein Magen-Darm-Geschwür, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder sonstige ungeklärte Blutungen.
  • Sie haben oder hatten schon einmal eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • Es liegt eine schwere Lebererkrankung vor.
  • Ihre Nierenfunktion ist erheblich gestört.
  • Nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder Mitteln mit vergleichbarer Wirkung haben Sie bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt. Dann können nach Anwendung dieser NSAR die gleichen Reaktionen auftreten.
  • Sie haben eine Herzschwäche, die Ihnen Beschwerden bereitet.
  • Bei Ihnen besteht eine koronare Herzkrankheit.
  • Sie leiden an Durchblutungsstörungen in den Beinen oder im Gehirn oder hatten bereits einen Schlaganfall.
  • Ihr Blutdruck liegt trotz Behandlung anhaltend über 140 mmHg.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Etoricoxib besonders sorgfältig abwägen, den Wirkstoff niedrig dosieren und Ihren Gesundheitszustand häufig kontrollieren:

  • Ihr Risiko für ein Magen-Darm-Geschwür ist erhöht, z. B. weil Sie schon einmal – unabhängig von der Einnahme von NSAR – eine solche Erkrankung hatten oder Sie bereits älter sind.
  • Sie haben Asthma oder Nasenpolypen oder Sie neigen zu Allergien.
  • Ihre Nieren oder Ihre Leber arbeiten nur eingeschränkt. Etoricoxib kann diese Funktionsstörungen verschlimmern. Wird das Medikament trotzdem eingesetzt, muss die Organfunktion besonders überwacht werden.
  • Sie haben Flüssigkeitsmangel, z. B. aufgrund von Erbrechen oder Durchfall, oder Sie haben bei einer Operation viel Blut verloren. Etoricoxib kann dann die Schutzfunktion behindern, mit der der Körper in bedrohlichen Situationen für eine ausreichende Durchblutung der Nieren sorgt.
  • Ihr Herz arbeitet unzureichend (Herzinsuffizienz) oder Sie haben Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme). Da sich durch Etoricoxib die Nierenfunktion verschlechtern kann und dann mehr Flüssigkeit im Körper zurückbleibt, können sich die genannten Störungen verschlimmern. Bei einer schweren Herzinsuffizienz (Stadium IV) dürfen Sie die Mittel gar nicht anwenden.
  • Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ist erhöht, weil Sie rauchen, hohen Blutdruck haben, Ihre Blutfettwerte erhöht sind oder Sie an Diabetes oder Durchblutungsstörungen in den Beinen leiden. Der Blutdruck sollte dann in den ersten zwei Behandlungswochen häufig und danach in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Steigt er während der Behandlung deutlich an, sollte Ihnen der Arzt ein anderes Mittel verordnen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Etoricoxib kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, Sartane) abschwächen. Wenn Sie Etoricoxib dauerhaft anwenden, sollte die Dosierung der Blutdruckmittel überprüft und gegebenenfalls erhöht werden.
  • Zusammen mit ACE-Hemmern, Diuretika und Sartanen kann durch Etoricoxib außerdem das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ansteigen. Dann sollte die Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits eine Kombination aus einem ACE-Hemmer oder Sartan mit einem Diuretikum einnehmen. Diese Wirkstoffe senken bereits die Nierenleistung. Kommt dann mit Etoricoxib noch ein dritter Wirkstoff hinzu, kann es zum akuten Nierenversagen kommen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei längerfristiger Anwendung. Beachten Sie daher die Anwendungsbeschränkungen sorgfältig.
  • Die gemeinsame Anwendung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI, bei Depressionen) kann das Risiko für eine Magenblutung erhöhen.
  • Wenn Sie Lithium einnehmen (bei manisch-depressiver Erkrankung) und zusätzlich Etoricoxib, kann der Lithiumblutspiegel so steigen, dass erhebliche unerwünschte Wirkungen eintreten. Bei dieser Kombination sollte der Lithiumblutspiegel überwacht und gegebenenfalls die Lithiumdosierung verringert werden.
  • Wenn Etoricoxib gemeinsam mit Ciclosporin, Methotrexat (beide bei rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) oder Tacrolimus (nach Organtransplantationen) angewendet wird, kann sich die Giftigkeit der Medikamente verstärken. Ist die gemeinsame Anwendung unumgänglich, muss die Nierenfunktion sorgfältig beobachtet werden.
  • Etoricoxib sollten Sie wegen der Gefahr vermehrter unerwünschter Wirkungen nicht zusammen mit einer anderen Substanz aus der Gruppe der NSAR oder mit Acetylsalicylsäure einnehmen. Bereits ab einer Dosierung von 100 Milligramm ASS am Tag, wie sie bei arteriellen Durchblutungsstörungen üblich ist, kann das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und in der Folge das für Blutungen ansteigen. Derartige Kombinationen können sogar unbeabsichtigt zustande kommen, weil einige dieser Wirkstoffe auch in Kombinationsmitteln etwa gegen Grippe, Schmerzen und Fieber oder in Lutschtabletten bei Halsschmerzen enthalten sein können.
  • Werden NSAR in Kombination mit Glucocorticoiden eingesetzt, vergrößert sich – besonders wenn die Glucocorticoide injiziert werden – das Risiko von Magen-Darm-Geschwüren und -Blutungen erheblich. Bei Coxiben wie Etoricoxib ist dieses Risiko aber deutlich geringer als bei anderen NSAR.
  • Rifampicin (bei Tuberkulose) kann die Wirkung von Etoricoxib halbieren.
  • Bei Frauen, die ein östrogenhaltiges Empfängnisverhütungsmittel oder Wechseljahrespräparat verwenden, kann Etoricoxib den Östrogenspiegel im Blut ansteigen lassen. Möglicherweise treten dann unerwünschte Wirkungen wie z. B. Thrombosen vermehrt auf.

Unbedingt beachten

Etoricoxib kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, und auch die der neueren Mittel Apixaban, Dabigatran, Edoxaban, Rivaroxaban und Ticlopidin verstärken. Gleiches gilt für Clopidogrel, das bei arterieller Durchblutungsstörung angewendet wird. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung. Diese Wechselwirkung tritt bei Etoricoxib und dem verwandten Celecoxib allerdings deutlich seltener auf als bei den anderen NSAR.

Der Wirkstoff kann als ein Vertreter der NSAR – insbesondere zu Beginn der Behandlung – die Wirkung von Metformin (bei Typ-2-Diabetes) verstärken. Dann erhöht sich auch das Risiko für eine lebensbedrohliche Nebenwirkung von Metformin: eine Übersäuerung des Blutes (Laktazidose). Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Etoricoxib kann bei einer Behandlung mit Digoxin (bei Herzschwäche) die Digoxinwirkung verstärken. Dann kann es, insbesondere wenn Digoxin ohnehin schon relativ hoch dosiert ist, schwere unerwünschte Wirkungen geben. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Eine größere Menge Alkohol oder regelmäßiger Alkoholkonsum kann die schädliche Wirkung von Etoricoxib auf den Magen und das Gehirn verstärken. Dann kann das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und -blutungen sowie Schwindel und Benommenheit ansteigen.

Nebenwirkungen

Insbesondere wenn Sie Etoricoxib längere Zeit einnehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, falls Sie kurzatmig werden, Schmerzen in der Brustgegend oder ein allgemeines Schwächegefühl verspüren. Diese unerwünschten Wirkungen können auf eine Beeinträchtigung der Herzfunktion hindeuten.

Wird Etoricoxib nur kurzfristig angewendet, können die genannten Nebenwirkungen auch eintreten, aber insgesamt seltener als bei einer langfristigen Behandlung.

Da Etoricoxib auch fiebersenkend wirkt, können unter Umständen die Anzeichen einer schweren Infektion verschleiert werden.

Etoricoxib kann die Nierendurchblutung und -funktion stören. Wenn Sie nicht ausreichend trinken, bei körperlicher Anstrengung, schweren Infektionen oder bei Flüssigkeitsverlust etwa aufgrund einer Durchfallerkrankung ist das Risiko besonders groß. Vor körperlichen Ausdaueranstrenungen sollten Sie – diese Empfehlung gilt auch für Sportler – die Einnahme von NSAR meiden, da hier vermehrt schwere Nebenwirkungen einschließlich Herzinfarkten beobachtet wurden.

Je höher die Dosis von Etoricoxib und je länger es eingenommen wird, umso höher ist das Risiko für eine Herzschwäche.

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken davon in der Regel nichts, vielmehr fallen die Funktionsänderungen nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom Einzelfall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man solche Leberwerte oft tolerieren und sie häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen und eventuell zu einem anderen Mittel wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

1 bis 10 von 100 Anwendern klagen über Magenbeschwerden mit Übelkeit und Erbrechen sowie über Bauchschmerzen und Durchfall.

Es kann zu Blähungen, Völlegefühl und saurem Aufstoßen kommen. Einige Menschen reagieren auf die Einnahme von Etoricoxib mit vorübergehenden Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit.

Muss beobachtet werden

Bei hoher Dosierung und Anwendung über längere Zeit kann Etoricoxib in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm Geschwüre verursachen. Diese können mit oder ohne Schmerzen einhergehen. Bei der Einnahme von Etoricoxib treten Blutungen, Entzündungen und Geschwüre in der Speiseröhre, in Magen und Zwölffingerdarm etwas seltener auf als bei der Einnahme von traditionellen NSAR. Abhängig von der Stärke der Beschwerden sollten Sie sich umgehend oder im Laufe des nächsten Tages an einen Arzt wenden.

Wenn das Mittel die Magenschleimhaut schädigt, kann es aus diesen Wunden immer mal wieder bluten. Das macht sich durch Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar. Geronnenes Blut färbt den Stuhl auffällig dunkel (Teerstuhl). Dann sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Etwa jeder Zehnte merkt von diesem anhaltenden geringfügigen Blutverlust jedoch nichts. Dann kann sich im Laufe der Zeit eine Blutarmut ausbilden. Sie zeigt sich in Blässe (Fehlen der roten Blutkörperchen), Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, rascher Ermüdbarkeit und „aus der Puste kommen“ auch bei kleineren Anstrengungen. Der mit dem Blutverlust einhergehende Eisenmangel kann zudem zu rauer und rissiger Haut sowie brüchigen Nägeln führen. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

1 bis 10 von 1000 Behandelten entwickeln eine Herzschwäche oder einen Nierenschaden. Diese Gewebeveränderungen bleiben oft ohne Beschwerden. Ein Zeichen dafür können aber erhöhte Blutdruckwerte und anschwellende Beine durch eingelagertes Gewebewasser (Ödeme) sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie sich an einen Arzt wenden, der dann entweder das Mittel wechseln oder die Behandlung mit NSAR ganz beenden sollte.

Es können Ohrgeräusche und Schwindel sowie Sehstörungen auftreten. Wiederholen sich diese Symptome oder werden sie schlimmer, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Etoricoxib kann – insbesondere bei einer lang andauernden Anwendung – die Blutbildung beeinträchtigen. Wenn Sie sich länger als ein bis zwei Wochen müde und schlapp fühlen, oder sich diese Beschwerden deutlich verschlimmern, sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Wenn Ihnen beim schnellen Gehen oder Laufen, Treppensteigen oder unter seelischer Belastung eng in der Brust wird, kann dies darauf hindeuten, dass die Pumpleistung Ihres Herzens eingeschränkt ist. Sie sollten mit einem Arzt klären, ob es sich um eine Herzschwäche handelt.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen. Allergische Reaktionen treten bei etwa 1 von 100 Behandelten auf.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer Gelbfärbung der Augen) – oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen. Eine solche unerwünschte Wirkung tritt insbesondere bei Dauertherapie auf.

In Einzelfällen kann es aus einem Magengeschwür stark bluten, es kann sogar die Magenwand durchbrechen. Symptome dafür sind plötzlich einsetzende heftige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, und eventuell das Erbrechen von Blut. Bei diesen Beschwerden müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Wenn Sie nicht mehr richtig durchatmen können, Übelkeit und Bauchschmerzen sowie eine Atemnot in einem bisher nicht erlebtem Ausmaß auftreten, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln. Häufig treten auch Schmerzen hinter dem Brustbein auf, ebenso im Kopf-Hals-Bereich oder in den Armen (nicht nur, aber häufig im linken). Dann sollen Sie einen Notarzt verständigen.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus, und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahre gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sie dürfen nicht mit Etoricoxib behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Etoricoxib darf während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Für ältere Menschen

Etoricoxib darf bei Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit und arteriellen Durchblutungsstörungen in Beinen und Gehirn nicht eingenommen werden, weil es bei Einnahme über längere Zeit das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Gerade diese Erkrankungen finden sich bei älteren Menschen aber relativ oft. Deshalb sollte der Arzt vor der Verordnung dieses Medikaments an ältere Personen sehr sorgfältig abwägen, ob der zu erwartende Nutzen größer sein kann als die möglichen Risiken für Herz und Kreislauf. Allerdings wird Etoricoxib aus dieser Wirkstoffgruppe oft gewählt, wenn das Arthrosemedikament die Gerinnungsfähigkeit des Blutes nicht beeinflussen darf.

Menschen im höheren Alter scheiden Etoricoxib verzögert aus. Dann können unerwünschte Wirkungen, vor allem Magenblutungen bis hin zum Magendurchbruch, häufiger vorkommen als bei Jüngeren. Ältere Menschen sollten in der Regel kurzwirkende Mittel wie Ibuprofen bevorzugen, zumal bei diesen häufig auch die Dosis gering gehalten werden kann. Mittellangwirkende NSAR wie Etoricoxib sind bei älteren Menschen eher unangebracht.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Das Mittel beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit normalerweise nicht. Wenn Sie aber schwere Kopfschmerzen bekommen, Ihnen schwindlig wird oder Sie müde werden, kann das Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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