Medikamente im Test

NSAR: Diclofenac

Wirkungsweise

Diclofenac wirkt sowohl entzündungshemmend als auch schmerzstillend. Der Wirkstoff gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Diclofenac ist ein kurzwirkendes NSAR, dessen Wirkung nur zwei bis drei Stunden anhält. Die Wirkung lässt sich daher gut steuern; auf unerwünschte Wirkungen kann man schnell reagieren.

Näheres zur Wirkweise und den Unterschieden der Wirkstoffe innerhalb der Gruppe lesen Sie unter NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Migräne

Zur Behandlung von Migränekopfschmerzen gilt Diclofenac als "geeignet". Damit sind alle Präparate mit Diclofenac geeignet, mit denen man die unter "Anwendung" angegebene Menge Wirkstoff einnehmen kann, nicht nur die, die das Wort "Migräne" im Namen tragen.

Arthrose, Gelenkbeschwerden und Rheumatoide Arthritis

Bei Arthrose, gelegentlichen Gelenkbeschwerden und rheumatoider Arthritis wird der Wirkstoff als "geeignet" bewertet.

Schmerzen

Zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen gilt Diclofenac als "geeignet". Es gibt Hinweise, dass Diclofenac neben der Schmerzlinderung auch den Blutverlust bei starker Regelblutung verringern kann – wenn auch nicht so sehr wie hormonelle Mittel.

Fieber

Zur Behandlung von Fieber gilt Diclofenac als "geeignet".

Anwendung

Migräne

Sobald ein Migräneanfall naht, sollen die Tabletten oder Tropfen zusammen mit einem großen Glas Wasser eingenommen werden. Die Zäpfchen werden in den After eingeführt.

Die Anfangsdosis bei Migräne beträgt 50 Milligramm. Sind die Beschwerden nach zwei Stunden nicht ausreichend gebessert, kann eine weitere Dosis eingenommen werden. Das kann im Abstand von vier bis sechs Stunden bis zur Höchstmenge von 200 Milligramm Diclofenac innerhalb von 24 Stunden wiederholt werden.

Diclofenac soll so gering wie möglich dosiert und so kurz wie möglich eingenommen werden. Welche Dosierung und Einnahmedauer angebracht sind, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Krankheit individuell ist.

Arthrose, Gelenkbeschwerden und Rheumatoide Arthritis

Da sich Gelenkbeschwerden häufig verändern, sollte der Arzt regelmäßig überprüfen, wie gut Sie auf die Behandlung ansprechen und ob sie noch notwendig ist.

Im Tagesverlauf sollten Sie nicht mehr als 150 Milligramm (als Retardtablette 75 bis 150 Milligramm) Diclofenac einnehmen.

Bei Retardtabletten wird der Wirkstoff verzögert und über längere Zeit gleichmäßig freigesetzt. Dadurch kann es länger dauern, bis die Schmerzen nachlassen. Diese Mittel werden einmal, höchstens zweimal täglich eingenommen.

Schmerzen

Diclofenactabletten können Sie im Abstand von vier bis sechs Stunden einnehmen. Die Tageshöchstmenge sollte bei der Behandlung akuter Schmerzen oder Fieber 75 Milligramm Diclofenac-Kalium (in Form dieses Salzes ist Diclofenac in den Tabletten enthalten) nicht überschreiten.

Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Diclofenac zur Schmerzbehandlung nicht länger als vier Tage in Folge anwenden. Insgesamt sind Schmerzmittel vor allem bei Kopfschmerzen nicht öfter als zehnmal im Monat anzuwenden, sonst steigt die Gefahr, dass sich ein Dauerkopfschmerz entwickelt.

Um den Magen zu schonen, sollten Sie die Tabletten während einer Mahlzeit einnehmen und ein großes Glas Wasser dazu trinken. Bei löslichen Tabletten ist diese Forderung von vornherein erfüllt.

Wenn die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber oder der Nieren erheblich eingeschränkt ist, muss Diclofenac geringer dosiert werden.

Arthrose, Gelenkbeschwerden und Rheumatoide Arthritis und Schmerzen

Bei einer Dauerbehandlung mit Diclofenac sollte regelmäßig die Nierenfunktion überprüft werden.

Am schnellsten wirkt Diclofenac in flüssiger Form, z. B. als Tropfen oder Trinktablette.

Arthrose, Gelenkbeschwerden und Rheumatoide Arthritis und Schmerzen

In dem Präparat Voltaren Resinat liegt Diclofenac in einer speziellen Salzform vor (Diclofenac-Colestyramin). Dadurch wird der Arzneistoff nach und nach freigesetzt und es genügen ein bis höchstens zwei Kapseln am Tag. Die therapeutische Wirksamkeit ist der von Diclofenac vergleichbar.

Zäpfchen

Zäpfchen anzuwenden kann sinnvoll sein, wenn eine Erkrankung verhindert, dass der Wirkstoff aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird. Da er aus Zäpfchen aber nur langsam ins Blut übertritt, dauert es deutlich länger als bei Tabletten, bis die schmerzstillende Wirkung einsetzt. Außerdem kann es von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, wie viel von dem Wirkstoff überhaupt ins Blut gelangt. Damit wird die Wirksamkeit unsicher.

Zäpfchen mit Diclofenac können Magen und Darm ebenso schaden wie Tabletten, denn die unerwünschte Wirkung kommt durch den Wirkstoff im Blut zustande, sie beruht nicht auf der lokalen Wirkung der Tablette.

Zäpfchen sollten immer so kurz wie möglich angewendet werden, weil sonst das Risiko einer lokalen Darmschädigung besteht. Wenn Sie Hämorrhoiden haben, sollten Sie auf Zäpfchen mit diesen Wirkstoffen verzichten. Der Wirkstoff kann die im Bereich der Hämorrhoiden oft verletzte Haut reizen und sogar Entzündungen verursachen.

Injektionen

In seltenen Notfällen, z. B. bei Schluckbeschwerden, kann es einmal notwendig sein, Diclofenac zu spritzen. Fortgesetzt wird die Behandlung dann mit Tabletten. Eine intramuskuläre Injektion (i. m.) birgt gegenüber anderen Anwendungen ein erheblich größeres Risiko für Schockreaktionen. Bei Diclofenac ist es nach einer Injektion zehnmal so hoch wie nach Tabletten. Auch Nervenschäden, Abszesse und Blutvergiftung können vorkommen. Das Gewebe am Einstichort kann absterben. Diesen Risiken steht kein nennenswerter Nutzen gegenüber, denn Diclofenactabletten beispielsweise wirken ebenso schnell wie die Injektion dieses Wirkstoffs. Nach der Injektion müssen Sie mindestens eine Stunde in der Praxis bleiben, damit bei einem Zwischenfall schnell fachkundig eingegriffen werden kann.

Achtung

Diclofenac kann die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Vermeiden Sie deshalb Sonnenbäder und Solarien.

Migräne

Diclofenac-ratiopharm Lösung bei Migräne: Dieses Mittel enthält Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen es nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Diclofenac nicht anwenden:

  • Sie haben ein aktives Magen-Darm-Geschwür, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder sonstige ungeklärte Blutungen.
  • Es liegt eine schwere Lebererkrankung vor.
  • Ihre Nierenfunktion ist erheblich gestört.
  • Nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder Mitteln mit vergleichbarer Wirkung haben Sie bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt. Dann können nach Anwendung von Diclofenac die gleichen Reaktionen auftreten.
  • Sie haben eine Herzschwäche, die Ihnen Beschwerden bereitet.
  • Bei Ihnen besteht eine koronare Herzkrankheit.
  • Sie leiden an Durchblutungsstörungen in den Beinen oder im Gehirn oder hatten bereits einen Schlaganfall.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Diclofenac besonders sorgfältig abwägen, den Wirkstoff niedrig dosieren und Ihren Gesundheitszustand häufig kontrollieren:

  • Ihr Risiko für ein Magen-Darm-Geschwür ist erhöht, z. B. weil Sie schon einmal – unabhängig von der Einnahme von NSAR – eine solche Erkrankung hatten oder Sie bereits älter sind.
  • Sie haben Asthma oder Nasenpolypen oder Sie neigen zu Allergien.
  • Sie haben oder hatten schon einmal eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • Ihre Nieren oder Ihre Leber arbeiten nur eingeschränkt. Diclofenac kann diese Funktionsstörungen verschlimmern. Wird es trotzdem eingesetzt, muss die Organfunktion besonders überwacht werden.
  • Sie haben Flüssigkeitsmangel, z. B. aufgrund von Erbrechen oder Durchfall, oder Sie haben bei einer Operation viel Blut verloren. Diclofenac kann dann die Schutzfunktion behindern, mit der der Körper in bedrohlichen Situationen für eine ausreichende Durchblutung der Nieren sorgt.
  • Ihr Herz arbeitet unzureichend (Herzinsuffizienz) oder Sie haben Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme). Da sich durch Diclofenac die Nierenfunktion verschlechtern kann und dann mehr Flüssigkeit im Körper zurückbleibt, können sich die genannten Störungen verschlimmern. Bei einer schweren Herzinsuffizienz (Stadium IV) dürfen Sie die Mittel gar nicht anwenden.
  • Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ist erhöht, weil Sie rauchen, hohen Blutdruck haben, Ihre Blutfettwerte erhöht sind oder Sie an Diabetes oder Durchblutungsstörungen in den Beinen leiden. Der Blutdruck sollte dann in den ersten zwei Behandlungswochen häufig und danach in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Steigt er während der Behandlung deutlich an, sollte Ihnen der Arzt ein anderes Mittel verordnen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Diclofenac kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, Sartane) abschwächen. Wenn Sie Diclofenac dauerhaft anwenden, sollte die Dosierung der Blutdruckmittel überprüft und gegebenenfalls erhöht werden. Zusammen mit ACE-Hemmern, Diuretika und Sartanen kann außerdem das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ansteigen. Dann sollte die Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden.
  • Die gemeinsame Anwendung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI, bei Depressionen) kann das Risiko für eine Magenblutung erhöhen.
  • Wenn Sie Lithium einnehmen (bei manisch-depressiver Erkrankung) und zusätzlich Diclofenac, kann der Lithiumblutspiegel so steigen, dass erhebliche unerwünschte Wirkungen eintreten. Bei dieser Kombination sollte der Lithiumblutspiegel überwacht und gegebenenfalls die Lithiumdosierung verringert werden.
  • Wenn Diclofenac gemeinsam mit Ciclosporin, Methotrexat (beide bei rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) oder Tacrolimus (nach Organtransplantationen) angewendet wird, kann sich die Giftigkeit der Medikamente verstärken. Ist die gemeinsame Anwendung unumgänglich, muss die Nierenfunktion sorgfältig beobachtet werden.
  • Diclofenac sollten Sie wegen der Gefahr vermehrter unerwünschter Wirkungen nicht zusammen mit einer anderen Substanz aus dieser Gruppe oder mit Acetylsalicylsäure einnehmen. Bereits ab einer Dosierung von 100 Milligramm ASS am Tag, wie sie bei arteriellen Durchblutungsstörungen üblich ist, kann das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und in der Folge das für Blutungen ansteigen. Derartige Kombinationen können sogar unbeabsichtigt zustande kommen, weil einige dieser Wirkstoffe auch in Kombinationsmitteln etwa gegen Grippe, Schmerzen und Fieber oder in Lutschtabletten bei Halsschmerzen enthalten sein können.
  • In Kombination mit Glucocorticoiden – besonders wenn diese injiziert werden – vergrößert sich das Risiko von Magen-Darm-Geschwüren und -blutungen erheblich.

Unbedingt beachten

Diclofenac kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, und auch die der neueren Mittel Apixaban, Dabigatran, Edoxaban, Rivaroxaban und Tiklopidin verstärken. Gleiches gilt für Clopidogrel, das bei arterieller Durchblutungsstörung angewendet wird. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Diclofenac kann – insbesondere zu Beginn der Behandlung – die Wirkung von Metformin (bei Typ-2-Diabetes) verstärken. Dann erhöht sich auch das Risiko für eine lebensbedrohliche Nebenwirkung von Metformin: eine Übersäuerung des Blutes (Laktazidose). Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Eine größere Menge Alkohol oder regelmäßiger Konsum kann die schädliche Wirkung von Diclofenac auf den Magen und das Gehirn verstärken. Dann kann das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und Blutungen sowie Schwindel und Benommenheit ansteigen.

Nebenwirkungen

Fieber und Migräne und Schmerzen

Die im Folgenden genannten Nebenwirkungen können auch eintreten, wenn mit den Mitteln akute Schmerzen einschließlich einem akuten Migräneanfall oder Fieber behandelt werden. Da die Medikamente in der Schmerztherapie aber niedriger dosiert werden als bei der Behandlung von Rheuma oder chronischen Arthroseschmerzen, treten die Nebenwirkungen bei der kurzzeitigen Einnahme insgesamt seltener auf.

Insbesondere wenn Sie Diclofenac längere Zeit einnehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, sobald Sie kurzatmig werden, Schmerzen in der Brustgegend oder ein allgemeines Schwächegefühl verspüren. Diese unerwünschten Wirkungen können auf eine Beeinträchtigung der Herzfunktion hindeuten.

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 10 von 100 Anwendern klagen über Magenbeschwerden mit Übelkeit und Erbrechen sowie über Bauchschmerzen und Durchfall.

Es kann zu Blähungen, Völlegefühl und saurem Aufstoßen kommen. Einige Menschen reagieren auf die Einnahme von NSAR mit vorübergehenden Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit.

Muss beobachtet werden

Bei hoher Dosierung und Anwendung über längere Zeit kann Diclofenac in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm Geschwüre verursachen. Diese können mit oder ohne Schmerzen einhergehen. Abhängig von der Stärke der Beschwerden sollten Sie sich umgehend oder im Laufe des nächsten Tages an einen Arzt wenden.

Wenn das Mittel die Magenschleimhaut schädigt, kann es aus diesen Wunden immer wieder bluten. Das geronnene Blut färbt den Stuhl auffällig dunkel. Dann sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Etwa jeder Zehnte merkt von diesem anhaltenden geringfügigen Blutverlust jedoch nichts. Dann kann sich im Laufe der Zeit eine Blutarmut ausbilden. Sie äußert sich durch Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit, eventuell raue und rissige Haut sowie brüchige Nägel. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

1 bis 10 von 10 000 Behandelten entwickeln eine Herzschwäche oder einen Nierenschaden. Ein Zeichen dafür können erhöhte Blutdruckwerte und anschwellende Beine durch eingelagertes Gewebewasser (Ödem) sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie sich an einen Arzt wenden, der dann entweder das Mittel wechseln oder die Behandlung mit Diclofenac ganz beenden sollte.

Es können Ohrgeräusche und Schwindel sowie Sehstörungen auftreten. Wiederholen sich diese Symptome oder werden sie schlimmer, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Diclofenac kann – insbesondere bei Daueranwendung – die Blutbildung beeinträchtigen. Das macht sich durch Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar. Sind derartige Beschwerden unerklärlich, halten sie länger als ein bis zwei Wochen an oder verschlimmern sie sich, sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Bemerken Sie öfter oder anhaltend unangenehmes Herzklopfen, sollten Sie mit dem Arzt darüber sprechen.

Bei etwa 1 von 100 Behandelten rötet sich die Haut verstärkt und juckt. Sie reagieren vermutlich allergisch auf das Mittel und sollten es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei etwa 1 von 1 000 Anwendern schädigt Diclofenac die Leber. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Diclofenac kann – insbesondere bei Dauertherapie – die Leber auch schwer schädigen. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper –, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Vereinzelt setzt Minuten bis Stunden nach dem Beginn der Behandlung eine schwere allergische Reaktion ein. Ihre Symptome sind starker Hautausschlag, Anschwellen der Schleimhaut des Kehlkopfs, Atemnot, Blutdruckabfall (Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen), Herzrasen, Schock. In diesem Fall dürfen Sie das Arzneimittel keinesfalls mehr einnehmen. Vielmehr sollte sofort der Notarzt (Telefon 112) gerufen werden.

In Einzelfällen kann es aus einem Magengeschwür stark bluten, es kann sogar die Magenwand durchbrechen. Symptome dafür sind plötzlich einsetzende heftige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, und eventuell das Erbrechen von Blut. Bei diesen Beschwerden müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Diclofenac kann in Einzelfällen sehr schwerwiegende Hautreaktionen hervorrufen. Meist entwickeln sich die Hautreaktionen etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Erste Anzeichen dafür sind die oben beschriebenen Hauterscheinungen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Migräne

Diclofenac-ratiopharm Lösung bei Migräne, Dolormin Migräne Zäpfchen und Voltaren K Migräne: Diese Mittel sollten Kinder unter 15 Jahren nicht einnehmen, da keine ausreichenden Erkenntnisse über die Anwendung vorliegen.

Arthrose, Gelenkbeschwerden und Rheumatoide Arthritis

Diclofenac kann bei Kindern ab zwölf Monaten, die an juveniler Arthritis erkrankt sind, eingesetzt werden. Es wird ihrem Gewicht entsprechend dosiert. Die hier besprochenen Diclofenacpräparate sind nicht zur Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren mit Arthrose oder chronischer Arthritis gedacht. Kinder und Jugendliche ab 16 Jahren können mit Mitteln, die 25 Milligramm Diclofenac enthalten, behandelt werden. Mittel, die 50 Milligramm Diclofenac oder mehr enthalten, dürfen erst ab 18 Jahren angewendet werden.

Schmerzen

Die hier besprochenen Mittel mit Diclofenac sind nicht zur Anwendung bei Kindern unter 14 Jahren gedacht.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung von Diclofenac in der Schwangerschaft liegen zahlreiche Daten vor. Es kann in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten eingesetzt werden. Allerdings gibt man Ibuprofen den Vorzug.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf Diclofenac nicht eingenommen werden. Durch den Wirkstoff kann sich z. B. beim Kind die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader vorzeitig schließen, was den Kreislauf des Kindes überlastet. Außerdem kann sich bei der Frau Wasser im Gewebe einlagern (Ödeme). Auch die Wehen können gehemmt und die Geburt dadurch verzögert werden.

In der Stillzeit können Sie das Arzneimittel kurzzeitig anwenden, wenn Sie die empfohlene Dosierung nicht überschreiten. Bevorzugt wird Ibuprofen.

Migräne

Diclofenac-ratiopharm Lösung bei Migräne: Dieses Medikament enthält Alkohol. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Für ältere Menschen

Menschen im höheren Alter scheiden Diclofenac verzögert aus. Dann können unerwünschte Wirkungen, vor allem Magenblutungen bis hin zum Magendurchbruch, häufiger vorkommen als bei Jüngeren. Wenn ältere Menschen mit Diclofenac behandelt werden, sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten und ein nicht retardiertes Präparat ausgewählt werden. Näheres hierzu lesen Sie in der Einleitung unter Hinweise für ältere Menschen.

Arthrose, Gelenkbeschwerden

Diclofenac darf bei Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit und arteriellen Durchblutungsstörungen in Beinen und Gehirn nicht eingenommen werden, weil es bei Einnahme über längere Zeit das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Gerade diese Erkrankungen finden sich bei älteren Menschen aber relativ oft. Deshalb sollte der Arzt vor der Verordnung dieser Medikamente an ältere Personen sehr sorgfältig abwägen, ob der zu erwartende Nutzen größer sein kann als die möglichen Risiken für Herz und Kreislauf.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Diclofenac beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit normalerweise nicht. Wenn Sie aber schwere Kopfschmerzen bekommen, Ihnen schwindlig wird oder Sie müde werden, kann das Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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