Medikamente im Test

NSAR: Diclofenac

Wirkungsweise

Diclofenac wirkt sowohl entzündungshemmend als auch schmerzstillend. Zudem kann es Fieber senken. Der Wirkstoff gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Diclofenac ist ein kurzwirkendes NSAR, dessen Wirkung nur zwei bis drei Stunden anhält. Die Wirkung lässt sich daher gut steuern; auf unerwünschte Wirkungen kann man schnell reagieren.

Näheres zur Wirkweise und den Unterschieden der Wirkstoffe innerhalb der Gruppe lesen Sie unter NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatoide Arthritis

Bei Arthrose, gelegentlichen Gelenkbeschwerden und rheumatoider Arthritis wird der Wirkstoff als "geeignet" bewertet.

Migräne

Zur Behandlung von Migränekopfschmerzen gilt Diclofenac als "geeignet". Damit sind alle Präparate mit Diclofenac geeignet, mit denen man die unter "Anwendung" angegebene Menge Wirkstoff einnehmen kann, nicht nur die, die das Wort "Migräne" im Namen tragen.

Schmerzen

Zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen gilt Diclofenac als "geeignet". Es gibt Hinweise, dass Diclofenac neben der Schmerzlinderung auch den Blutverlust bei starker Regelblutung verringern kann – wenn auch nicht so sehr wie hormonelle Mittel.

Fieber

Zur Behandlung von Fieber gilt Diclofenac als "geeignet".

Anwendung

Diclofenac soll so gering wie möglich dosiert und so kurz wie möglich eingenommen werden. Welche Dosierung und Einnahmedauer angebracht sind, hängt davon ab, bei welcher Erkrankung es angewendet wird und wie ausgeprägt die Krankheit ist. Wenn die Funktionsfähigkeit Ihrer Leber oder der Nieren erheblich eingeschränkt ist, muss Diclofenac geringer dosiert werden.

Um den Magen zu schonen, sollten Sie Diclofenac während einer Mahlzeit einnehmen und ein großes Glas Wasser dazu trinken. Bei löslichen Tabletten ist diese Forderung von vornherein erfüllt.

Am schnellsten wirkt Diclofenac in flüssiger Form, z. B. als Tropfen oder Trinktablette.

Migräne

Sobald ein Migräneanfall naht, sollen die Tabletten oder Tropfen zusammen mit einem großen Glas Wasser eingenommen werden. Die Zäpfchen werden in den After eingeführt.

Die Anfangsdosis bei Migräne beträgt 50 Milligramm. Sind die Beschwerden nach zwei Stunden nicht ausreichend gebessert, kann eine weitere Dosis eingenommen werden. Das kann im Abstand von vier bis sechs Stunden bis zur Höchstmenge von 200 Milligramm Diclofenac innerhalb von 24 Stunden wiederholt werden.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatoide Arthritis

Da sich Gelenkbeschwerden häufig verändern, sollte der Arzt regelmäßig überprüfen, wie gut Sie auf die Behandlung ansprechen und ob sie weiterhin notwendig ist.

Im Tagesverlauf sollten Sie nicht mehr als 150 Milligramm (als Retardtablette 75 –150 Milligramm) Diclofenac einnehmen.

Bei Retardtabletten wird der Wirkstoff verzögert und über längere Zeit gleichmäßig freigesetzt. Dadurch kann es länger dauern, bis die Schmerzen nachlassen. Diese Mittel werden einmal, höchstens zweimal täglich eingenommen.

Schmerzen

Bei Schmerzen sollten Sie die Tageshöchstmenge von 75 Milligramm Diclofenac-Kalium (in Form dieses Salzes ist Diclofenac in den Tabletten enthalten) nicht überschreiten. Die Tabletten können Sie im Abstand von vier bis sechs Stunden einnehmen.

Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Diclofenac zur Schmerzbehandlung nicht länger als vier Tage in Folge anwenden. Insgesamt sind Schmerzmittel vor allem bei Kopfschmerzen nicht öfter als zehnmal im Monat anzuwenden, sonst steigt die Gefahr, dass sich ein Dauerkopfschmerz entwickelt.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatoide Arthritis und Schmerzen

Bei einer länger andauernden Behandlung mit Diclofenac sollte regelmäßig die Nierenfunktion überprüft werden.

In dem Präparat Voltaren Resinat liegt Diclofenac in einer speziellen Salzform vor (Diclofenac-Colestyramin). Dadurch wird der Arzneistoff nach und nach freigesetzt und es genügen ein bis höchstens zwei Kapseln am Tag. Die therapeutische Wirksamkeit ist der von Diclofenac vergleichbar.

Zäpfchen

Zäpfchen anzuwenden kann sinnvoll sein, wenn eine Erkrankung verhindert, dass der Wirkstoff aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird. Da er aus Zäpfchen aber nur langsam ins Blut übertritt, dauert es deutlich länger als bei Tabletten, bis die schmerzstillende Wirkung einsetzt. Außerdem kann es von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, wie viel von dem Wirkstoff überhaupt ins Blut gelangt. Damit wird die Wirksamkeit unsicher.

Zäpfchen mit Diclofenac können Magen und Darm ebenso schaden wie Tabletten, denn die unerwünschte Wirkung kommt durch den Wirkstoff im Blut zustande, sie beruht nicht auf der lokalen Wirkung der Tablette.

Zäpfchen sollten immer so kurz wie möglich angewendet werden, weil sonst das Risiko einer lokalen Schädigung im Enddarm besteht. Wenn Sie Hämorrhoiden haben, sollten Sie auf Zäpfchen mit diesen Wirkstoffen verzichten. Der Wirkstoff kann die im Bereich der Hämorrhoiden oft verletzte Haut reizen und sogar Entzündungen verursachen.

Injektionen

In seltenen Notfällen, z. B. bei Schluckbeschwerden, kann es einmal notwendig sein, Diclofenac zu spritzen. Fortgesetzt wird die Behandlung dann mit Tabletten. Eine intramuskuläre Injektion (i. m.) birgt gegenüber anderen Anwendungen ein erheblich größeres Risiko für Schockreaktionen. Bei Diclofenac ist es nach einer Injektion zehnmal so hoch wie nach Tabletten. Auch Nervenschäden, Abszesse und Blutvergiftung können vorkommen. Das Gewebe am Einstichort kann absterben. Diesen Risiken steht kein nennenswerter Nutzen gegenüber, denn Diclofenactabletten beispielsweise wirken ebenso schnell wie die Injektion dieses Wirkstoffs. Nach der Injektion müssen Sie mindestens eine Stunde in der Praxis bleiben, damit bei einem Zwischenfall schnell fachkundig eingegriffen werden kann.

Achtung

Diclofenac kann die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Vermeiden Sie deshalb Sonnenbäder und Solarien.

Migräne

Diclofenac-ratiopharm Lösung bei Migräne: Dieses Mittel enthält Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen es nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Diclofenac nicht anwenden:

  • Sie haben ein Magen-Darm-Geschwür, Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder sonstige ungeklärte Blutungen.
  • Es liegt eine schwere Lebererkrankung vor.
  • Ihre Nierenfunktion ist erheblich gestört.
  • Nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder Mitteln mit vergleichbarer Wirkung haben Sie bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt. Dann können nach Anwendung von Diclofenac die gleichen Reaktionen auftreten.
  • Sie haben eine Herzschwäche, die Ihnen Beschwerden bereitet.
  • Bei Ihnen besteht eine koronare Herzkrankheit.
  • Sie leiden an Durchblutungsstörungen in den Beinen oder im Gehirn oder hatten bereits einen Schlaganfall.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Diclofenac besonders sorgfältig abwägen, den Wirkstoff niedrig dosieren und Ihren Gesundheitszustand häufig kontrollieren:

  • Ihr Risiko für ein Magen-Darm-Geschwür ist erhöht, z. B. weil Sie schon einmal – unabhängig von der Einnahme von NSAR – eine solche Erkrankung hatten oder Sie bereits älter sind.
  • Sie haben Asthma oder Nasenpolypen oder Sie neigen zu Allergien.
  • Sie haben oder hatten schon einmal eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • Ihre Nieren oder Ihre Leber arbeiten nur eingeschränkt. Diclofenac kann diese Funktionsstörungen verschlimmern. Wird es trotzdem eingesetzt, muss die Organfunktion besonders überwacht werden.
  • Sie haben Flüssigkeitsmangel, z. B. aufgrund von Erbrechen oder Durchfall, oder Sie haben bei einer Operation viel Blut verloren. Diclofenac kann dann die Schutzfunktion behindern, mit der der Körper in bedrohlichen Situationen für eine ausreichende Durchblutung der Nieren sorgt.
  • Ihr Herz arbeitet unzureichend (Herzinsuffizienz) oder Sie haben Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme). Da sich durch Diclofenac die Nierenfunktion verschlechtern kann und dann mehr Flüssigkeit im Körper zurückbleibt, können sich die genannten Störungen verschlimmern. Bei einer schweren Herzinsuffizienz (Stadium IV) dürfen Sie die Mittel gar nicht anwenden.
  • Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ist erhöht, weil Sie rauchen, hohen Blutdruck haben, Ihre Blutfettwerte erhöht sind oder Sie an Diabetes oder Durchblutungsstörungen in den Beinen leiden. Der Blutdruck sollte dann in den ersten zwei Behandlungswochen häufig und danach in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Steigt er während der Behandlung deutlich an, sollte Ihnen der Arzt ein anderes Mittel verordnen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Diclofenac kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, Sartane) abschwächen. Wenn Sie Diclofenac dauerhaft anwenden, sollte die Dosierung der Blutdruckmittel überprüft und gegebenenfalls erhöht werden.
  • Zusammen mit ACE-Hemmern, Diuretika und Sartanen kann durch Diclofenac außerdem das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ansteigen. Dann sollte die Nierenfunktion häufiger kontrolliert werden und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das gilt insbesondere, wenn Sie bereits eine Kombination aus einem ACE-Hemmer oder Sartan mit einem Diuretikum einnehmen. Diese Wirkstoffe senken bereits die Nierenleistung. Kommt dann mit Diclofenac noch ein dritter Wirkstoff hinzu, kann es zum akuten Nierenversagen kommen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei längerfristiger Anwendung. Beachten Sie daher die Anwendungsbeschränkungen sorgfältig.
  • Die gemeinsame Anwendung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI, bei Depressionen) kann das Risiko für eine Magenblutung erhöhen.
  • Wenn Sie Lithium einnehmen (bei manisch-depressiver Erkrankung) und zusätzlich Diclofenac, kann der Lithiumblutspiegel so steigen, dass erhebliche unerwünschte Wirkungen eintreten. Bei dieser Kombination sollte der Lithiumblutspiegel überwacht und gegebenenfalls die Lithiumdosierung verringert werden.
  • Wenn Diclofenac gemeinsam mit Ciclosporin, Methotrexat (beide bei rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) oder Tacrolimus (nach Organtransplantationen) angewendet wird, kann sich die Giftigkeit der Medikamente verstärken. Ist die gemeinsame Anwendung unumgänglich, muss die Nierenfunktion sorgfältig beobachtet werden.
  • Diclofenac sollten Sie wegen der Gefahr vermehrter unerwünschter Wirkungen nicht zusammen mit einer anderen Substanz aus der Gruppe der NSAR oder mit Acetylsalicylsäure einnehmen. Bereits ab einer Dosierung von 100 Milligramm ASS am Tag, wie sie bei arteriellen Durchblutungsstörungen üblich ist, kann das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und in der Folge das für Blutungen ansteigen. Derartige Kombinationen können sogar unbeabsichtigt zustande kommen, weil einige dieser Wirkstoffe auch in Kombinationsmitteln etwa gegen Grippe, Schmerzen und Fieber oder in Lutschtabletten bei Halsschmerzen enthalten sein können.
  • In Kombination mit Glucocorticoiden – besonders wenn diese injiziert werden – vergrößert sich das Risiko von Magen-Darm-Geschwüren und -Blutungen erheblich.

Unbedingt beachten

Diclofenac kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, und auch die der neueren Mittel Apixaban, Dabigatran, Edoxaban, Rivaroxaban und Ticlopidin verstärken. Gleiches gilt für Clopidogrel, das bei arterieller Durchblutungsstörung angewendet wird. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Diclofenac kann – insbesondere zu Beginn der Behandlung – die Wirkung von Metformin (bei Typ-2-Diabetes) verstärken. Dann erhöht sich auch das Risiko für eine lebensbedrohliche Nebenwirkung von Metformin: eine Übersäuerung des Blutes (Laktazidose). Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Eine größere Menge Alkohol oder regelmäßiger Alkoholkonsum kann die schädliche Wirkung von Diclofenac auf den Magen und das Gehirn verstärken. Dann kann das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und Blutungen sowie Schwindel und Benommenheit ansteigen.

Nebenwirkungen

Fieber und Migräne und Schmerzen

Die im Folgenden genannten Nebenwirkungen können auch eintreten, wenn mit den Mitteln akute Schmerzen einschließlich einem akuten Migräneanfall oder Fieber behandelt werden. Da die Medikamente in der Schmerztherapie aber niedriger dosiert werden als bei der Behandlung von Rheuma oder chronischen Arthroseschmerzen, treten die Nebenwirkungen bei der kurzzeitigen Einnahme insgesamt seltener auf.

Insbesondere wenn Sie Diclofenac längere Zeit einnehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, sobald Sie kurzatmig werden, Schmerzen in der Brustgegend oder ein allgemeines Schwächegefühl verspüren. Diese unerwünschten Wirkungen können auf eine Beeinträchtigung der Herzfunktion hindeuten.

Da Diclofenac fiebersenkend wirkt, kann es die Symptome einer schweren Infektion verschleiern.

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Mehr als 10 von 100 Anwendern klagen über Magenbeschwerden mit Übelkeit und Erbrechen sowie über Bauchschmerzen und Durchfall.

Es kann zu Blähungen, Völlegefühl und saurem Aufstoßen kommen. Einige Menschen reagieren auf die Einnahme von NSAR mit vorübergehenden Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit.

Muss beobachtet werden

Bei hoher Dosierung und Anwendung über längere Zeit kann Diclofenac in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm Geschwüre verursachen. Diese können mit Schmerzen einhergehen. Abhängig von der Stärke der Beschwerden sollten Sie sich umgehend oder im Laufe des nächsten Tages an einen Arzt wenden.

Wenn das Mittel die Magenschleimhaut schädigt, kann es aus diesen Wunden immer wieder bluten. Das macht sich durch Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar. Geronnenes Blut färbt den Stuhl auffällig dunkel. Dann sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Etwa jeder Zehnte merkt von diesem anhaltenden geringfügigen Blutverlust jedoch nichts. Dann kann sich im Laufe der Zeit eine Blutarmut ausbilden. Sie äußert sich in Blässe (zu wenig rote Blutkörperchen), Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit und „aus der Puste kommen“ auch bei kleineren Anstrengungen. Der mit dem Blutverlust einhergehende Eisenmangel kann zudem zu rauer und rissiger Haut sowie brüchigen Nägeln führen. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

1 bis 10 von 10 000 Behandelten entwickeln eine Herzschwäche oder einen Nierenschaden. Diese Veränderungen bleiben oft ohne Beschwerden. Ein Zeichen dafür aber können erhöhte Blutdruckwerte und anschwellende Beine durch eingelagertes Gewebewasser (Ödem) sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie sich an einen Arzt wenden, der dann entweder das Mittel wechseln oder die Behandlung mit Diclofenac ganz beenden sollte.

Es können Ohrgeräusche und Schwindel sowie Sehstörungen auftreten. Wiederholen sich diese Symptome oder werden sie schlimmer, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Diclofenac kann – insbesondere bei Daueranwendung – die Blutbildung beeinträchtigen. Wenn Sie sich länger als ein bis zwei Wochen müde und schlapp fühlen oder sich diese Beschwerden deutlich verschlimmern, sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Wenn Ihnen beim schnellen Gehen oder Laufen, Treppensteigen oder unter seelischer Belastung eng in der Brust wird, kann dies darauf hindeuten, dass die Pumpleistung Ihres Herzens eingeschränkt ist. Sie sollten mit einem Arzt klären, ob es sich um eine Herzschwäche handelt.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hat dagegen ein Arzt Ihnen das Mittel verordnet, sollten Sie ihn aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen. Eine solche allergische Reaktion kommt bei etwa 1 von 100 Behandelten vor.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann – insbesondere bei einer länger andauernden Behandlung – die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

In Einzelfällen kann es aus einem Magengeschwür stark bluten, es kann sogar die Magenwand durchbrechen. Symptome dafür sind plötzlich einsetzende heftige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen und eventuell das Erbrechen von Blut. Bei diesen Beschwerden müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Wenn Sie nicht mehr richtig durchatmen können, Übelkeit und Bauchschmerzen sowie eine Atemnot in einem bisher nicht erlebtem Ausmaß auftreten, könnte es sich um einen Herzinfarkt handeln. Häufig treten auch Schmerzen hinter dem Brustbein auf, ebenso im Kopf-Hals-Bereich oder in den Armen (nicht nur, aber häufig im linken). Dann sollten Sie einen Notarzt verständigen.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus, und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Migräne

Diclofenac-ratiopharm Lösung bei Migräne, Dolormin Migräne Zäpfchen und Voltaren K Migräne: Diese Mittel sollten Kinder unter 15 Jahren nicht einnehmen, da keine ausreichenden Erkenntnisse über die Anwendung vorliegen.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatoide Arthritis

Diclofenac kann bei Kindern ab zwölf Monaten, die an juveniler Arthritis erkrankt sind, eingesetzt werden. Es wird ihrem Gewicht entsprechend dosiert. Die hier besprochenen Diclofenacpräparate sind nicht zur Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren mit Arthrose oder chronischer Arthritis gedacht. Kinder und Jugendliche ab 16 Jahren können mit Mitteln, die 25 Milligramm Diclofenac enthalten, behandelt werden. Mittel, die 50 Milligramm Diclofenac oder mehr enthalten, dürfen erst ab 18 Jahren angewendet werden.

Fieber und Schmerzen

Die hier besprochenen Mittel mit Diclofenac sind nicht zur Anwendung gegen Schmerzen und Fieber bei Kindern unter 14 Jahren gedacht.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung von Diclofenac in der Schwangerschaft liegen zahlreiche Daten vor. Es kann in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten eingesetzt werden. Allerdings gibt man Ibuprofen den Vorzug.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf Diclofenac nicht eingenommen werden. Durch den Wirkstoff kann sich z. B. beim Kind die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader vorzeitig schließen, was den Kreislauf des Kindes überlastet. Außerdem kann sich bei der Frau Wasser im Gewebe einlagern (Ödeme). Auch die Wehen können gehemmt und die Geburt dadurch verzögert werden.

In der Stillzeit können Sie das Arzneimittel kurzzeitig anwenden, wenn Sie die empfohlene Dosierung nicht überschreiten. Bevorzugt wird aber Ibuprofen.

Migräne

Diclofenac-ratiopharm Lösung bei Migräne: Dieses Medikament enthält Alkohol. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Für ältere Menschen

Menschen im höheren Alter scheiden Diclofenac verzögert aus. Dann können unerwünschte Wirkungen, vor allem Magenblutungen bis hin zum Magendurchbruch, häufiger vorkommen als bei Jüngeren. Wenn ältere Menschen mit Diclofenac behandelt werden, sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten und ein nicht retardiertes Präparat ausgewählt werden. Näheres hierzu lesen Sie in der Einleitung unter Hinweise für ältere Menschen.

Arthrose, Gelenk­beschwerden

Diclofenac darf bei Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit und arteriellen Durchblutungsstörungen in Beinen und Gehirn nicht eingenommen werden, weil es bei Einnahme über längere Zeit das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Gerade diese Erkrankungen finden sich bei älteren Menschen aber relativ oft. Deshalb sollte der Arzt vor der Verordnung dieser Medikamente an ältere Personen sehr sorgfältig abwägen, ob der zu erwartende Nutzen größer sein kann als die möglichen Risiken für Herz und Kreislauf.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Diclofenac beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit normalerweise nicht. Wenn Sie aber schwere Kopfschmerzen bekommen, Ihnen schwindlig wird oder Sie müde werden, kann das Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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