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NSAR: Diclofenac, Etofenamat und Ibuprofen (äußerlich)

Wirkungsweise

Nichtsteroidale Antirheumatika sollen äußerlich angewendet bei verschiedenen Erkrankungen des Bewegungssystems schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Diclofenac und Ibuprofen werden sowohl innerlich als auch äußerlich als Gel, Creme, Spray oder Pflaster angewendet, Etofenamat dagegen nur äußerlich. Näheres zu der Wirkweise der NSAR lesen Sie unter: NSAR – viele Einsatzgebiete, aber nicht ohne Risiken.

Von äußerlich angewendeten NSAR durchdringt nur relativ wenig Wirkstoff die Haut und erreicht die tieferen Gewebeschichten oder das Gelenk. Wie viel es ist und wie weit der Wirkstoff nach innen vordringt, hängt unter anderem von der Beschaffenheit der Haut ab.

Arthrose, Gelenk­beschwerden

Die meisten Studien zur äußerlichen Anwendung von NSAR bei Arthrose und Gelenkbeschweren wurden mit Diclofenac durchgeführt. Eine Übersichtsarbeit, in der alle solche Studien zusammenfassend ausgewertet wurden, zeigt, dass Diclofenac Arthrosebeschwerden an Fingern und Knien in den ersten Behandlungswochen deutlicher lindert als ein Scheinmedikament. Doch nach drei Monaten ist der Unterschied nur noch gering.

Bestehen die Arthrosebeschwerden aber unverändert weiter, so sollten Sie spätestens vier Wochen nach Beginn einer Selbstbehandlung einen Arzt aufsuchen. Für diese eingeschränkte Anwendung werden äußerlich angewendete NSAR als "mit Einschränkung geeignet" bewertet.

Für chronische Beschwerden an anderen Gelenken als den Fingern und dem Knie fehlen jedoch aussagekräftige Studien. Für diesen Bereich werden NSAR als "wenig geeignet" eingestuft.

Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rücken­beschwerden, Verspannungen

Für die Behandlung von rheumatischen Beschwerden mit und ohne Gelenkentzündung, bei Rückenschmerzen oder Verspannungen fehlen für alle äußerlich angewendeten NSAR Belege für einen Nutzen. Daher werden die Mittel für diese Anwendung als "wenig geeignet" eingestuft. Die Mittel können allenfalls als unterstützende Maßnahme angewendet werden.

Wenige Studien untersuchen den Nutzen der äußerlich anzuwendenden Mittel im Vergleich zu Mitteln zum Einnehmen. Danach scheinen Mittel zum Auftragen in den ersten drei Monaten ebenso gut zu wirken wie Mittel zum Einnehmen. Dies gilt allerdings nicht, wenn es sich um eine entzündliche rheumatische Erkrankung handelt. Unterschiede zwischen der äußerlichen und innerlichen Anwendung ergeben sich bei den unerwünschten Wirkungen: Während bei den äußerlich angewendeten Mitteln vermehrt Hautreaktionen auftreten, kommt es bei den Mitteln zum Einnehmen häufiger zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und am Herzen.

Prellung, Zerrung, Verstauchung

Bei akuten Sportverletzungen mit Schwellungen, Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen wirken äußerlich anzuwendende NSAR als Gel oder Spray in der ersten Woche nach der Verletzung besser als entsprechende Zubereitungen ohne Wirkstoff. Bei Pflastern ist das für bis zu 14 Tage nachgewiesen. Weil aber noch aussagekräftige Vergleichsstudien mit schmerzstillenden Mitteln zum Einnehmen fehlen, werden die Mittel als "mit Einschränkung geeignet" beurteilt.

Zur Linderung der Beschwerden trägt wahrscheinlich auch bei, dass die hier besprochenen Gele Wasser und Alkohol enthalten. Sie verdunsten nach dem Auftragen und das kühlt das schmerzende Gelenk.

Aktinische Keratosen

Bei aktinischen Keratosen kann Diclofenac Stoffwechselprozesse bremsen, in deren Verlauf es zu einer unkontrollierten Vermehrung von Hautzellen und schließlich zu einer Hautkrebserkrankung kommen kann. Der genaue Wirkmechanismus bei aktinischen Keratosen ist noch nicht geklärt. Vermutet werden aber hemmende Effekte auf die Zellteilung und die Bildung von kleinen Blutgefäßen.

Studien zeigen, dass sich die Hautschäden mit Diclofenac gut zurückbilden. So heilten die vorhandenen lichtbedingten Hautveränderungen bei der Hälfte der Patienten vollkommen ab, bei einer Behandlung mit einem Scheinmedikament besserte sich die Haut nur bei jedem Fünften. Nach durchschnittlich neun bis zehn Monaten treten allerdings bei der Hälfte der Behandelten erneut Hautveränderungen auf.

Diclofenac ist geeignet, wenn die operative Entfernung der betroffenen Stelle noch gescheut wird. Das Gel ist gut verträglich, für einen Zeitraum von vier Monaten ist die therapeutische Wirksamkeit nachgewiesen.

Direkte Vergleichsstudien liegen mittlerweile gegenüber 5-Fluorouracil, Imiquimod und Ingenolmebutat vor. Diclofenac wird im Vergleich zu den anderen Therapiemöglichkeiten gut vertragen. Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen scheint die Wirkstärke von Diclofenac bei aktinischer Keratose geringer ausgeprägt zu sein als bei anderen Mitteln zum Auftragen. Auch ist noch nicht geklärt, ob das Gel langfristig verhindern kann, dass sich an der geschädigten Hautstelle ein Tumor ausbildet (Plattenepithel-Karzinom).

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Prellung, Zerrung, Verstauchung und Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rücken­beschwerden, Verspannungen

Voltaren Emulgel ist ein Gel mit Diclofenac und rezeptpflichtig, obwohl es beispielsweise Voltaren Schmerzgel entspricht. Grund für die Rezeptpflicht ist eine mögliche Verordnung bei einer Venenentzündung, da die Therapie dieser Erkrankung grundsätzlich in ärztliche Hand gehört.

Anwendung

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Prellung, Zerrung, Verstauchung und Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rücken­beschwerden, Verspannungen

Creme, Gel und Lotion werden mehrfach täglich auf die Haut über dem betroffenen Gelenk aufgetragen und leicht einmassiert. Auch die Sprays werden mehrmals täglich angewendet und eingerieben.

Von den Voltaren Wirkstoff-Pflastern wird bei einem verstauchten Knöchel jeden Tag eines auf die verletzte Stelle geklebt. Von Diclofenac-ratiopharm Schmerzpflaster soll morgens und abends jeweils eines aufgeklebt werden.

Vor dem Anlegen eines Stützverbandes sollte das Gel einige Minuten eintrocknen. Ein solcher Verband sollte aus luftdurchlässigem Gewebe bestehen.

Die Pflaster dürfen nicht zerteilt und nicht mit einem luftdicht abschließenden Verband abgedeckt werden.

Prellung, Zerrung, Verstauchung und Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rücken­beschwerden, Verspannungen

Pro Tag sollten Sie nicht mehr als 16 Gramm Gel verwenden; das entspricht etwa viermal einer walnussgroßen Menge Gel.

Die Mittel sollten nicht in die Augen oder auf Schleimhäute gelangen. Waschen Sie sich daher nach dem Auftragen des Gels die Hände – es sei denn, Sie haben es aufgetragen, um damit die Fingergelenke zu behandeln.

Aktinische Keratosen

Sie tragen das Diclofenacgel zweimal täglich dünn auf die betroffene Hautstelle auf. Die Behandlungsdauer beträgt normalerweise zwei bis drei Monate.

Benutzen Sie das Gel auf jeden Fall weiter, auch wenn sich zunächst noch keine Besserung zeigt, manchmal bessert sich das Hautbild sogar erst einen Monat nach Abschluss der Behandlung erkennbar.

Achtung

Aufgrund der Behandlung kann die Haut lichtempfindlicher werden. Vermeiden Sie deshalb starke Sonnenbestrahlung oder Solarien.

Einige Präparate enthalten Parabene (siehe Tabelle). Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie die Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Sie dürfen diese Mittel nicht anwenden, wenn die zu behandelnde Hautstelle offen, verletzt, entzündet oder mit einem Ausschlag überzogen ist.

Unter folgender Bedingung sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden und nachdem dieser Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abgewogen hat: Sie haben Allergien, z. B. auf Arzneimittel, Chemikalien oder Pflanzen. Ganz besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder einem anderen nichtsteroidalen Antirheumatikum bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt haben. Dann sind die gleichen Reaktionen auch beim Gebrauch von äußerlich angewendeten NSAR zu befürchten.

Nebenwirkungen

Werden die Mittel großflächig aufgetragen und/oder über einen längeren Zeitraum angewendet, können die gleichen unerwünschten Wirkungen auftreten wie nach der Einnahme von Tabletten. Allerdings scheint dies selten der Fall zu sein. Angaben zu diesen Nebenwirkungen finden Sie unter NSAR: Diclofenac. Aufgrund der äußerlichen Anwendung kommt hinzu:

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Haut dort, wo das Mittel aufgetragen wird, verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie die Mittel nicht mehr anwenden und die Haut mit Wasser abwaschen. Solche Hauterscheinungen sollten Sie mit einem Arzt besprechen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Prellung, Zerrung, Verstauchung und Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rücken­beschwerden, Verspannungen

Die Angaben für Kinder unterscheiden sich je nach Wirkstoff.

Diclofenac darf äußerlich bei Kindern unter 14 Jahren nicht angewendet werden, die Pflaster nicht bei Kindern unter 16 Jahren.

Wegen unzureichender Erfahrungen sollte Ibuprofen äußerlich bei Kindern unter 14 Jahren nicht angewendet werden.

Etofenamat darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren äußerlich gar nicht angewendet werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln sollen die Mittel nur angewendet werden, wenn der Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen hat. Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollten sie nicht angewendet werden. Es kann sich beim Kind z. B. die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader vorzeitig schließen, was den Kreislauf des Kindes überlastet. Außerdem kann sich bei der Frau Wasser im Gewebe einlagern (Ödeme). Auch die Wehen können gehemmt und die Geburt dadurch verzögert werden.

Für ältere Menschen

Bei älteren Menschen reagiert die Haut empfindlicher. Testen Sie zunächst mit einer erbsengroßen Menge am Unterarm, ob Ihre Haut das Mittel gut verträgt.

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