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Nootropikum: Piracetam

Wirkungsweise

Piracetam soll den Stoffwechsel verbessern, der das Gehirn mit energiereichen Verbindungen versorgt, und so gegen Demenz wirken. Testergebnis Piracetam (((link)))

Wahrscheinlich beruht die Wirkung dieses Nootropikums auf einer unspezifischen Erregung von Nervenzellen. Dass Piracetam die geistige Leistungsfähigkeit von Demenzkranken verbessert, ist nicht ausreichend nachgewiesen. Das Mittel wird als "wenig geeignet" eingestuft.

Anwendung

Die Behandlung sollte nur erfolgen, wenn eine Bezugsperson des Kranken die regelmäßige Einnahme sicherstellt.

Die Behandlung soll mit einer täglichen Dosis von 2,4 Gramm Piracetam beginnen. Wird diese gut vertragen, kann die Dosis auf 4,8 Gramm täglich gesteigert werden. Wegen der anregenden Wirkung sollte die letzte Dosis des Tages am frühen Nachmittag eingenommen werden, sonst kann es zu Schlafstörungen kommen.

Nach drei Monate sollte das Medikament abgesetzt und geprüft werden, ob sich der Zustand des Betroffenen danach verschlechtert. Ist das nicht der Fall, ist ein Ende der Behandlung zu erwägen.

Achtung

Piracetam neurax Lösung: Dieses Präparat enthält Parabene (siehe Übersicht). Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wer auf Parastoffe allergisch reagiert, darf dieses Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen darf Piracetam nicht angewendet werden oder nur, wenn der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Der Kranke ist innerlich unruhig, erregt und hat Bewegungsdrang. Piracetam kann diesen Zustand verschlimmern.
  • Die Nierenfunktion ist gestört. Das Mittel wird ausschließlich über die Nieren ausgeschieden. Bei Störungen der Organfunktion muss das Mittel niedriger dosiert werden.
  • Sie haben ein Magengeschwür, sollen operiert werden oder hatten schon einmal krankheitsbedingt eine schwere Blutung. Piracetam kann sich auf die Blutgerinnung auswirken und möglicherweise das Blutungsrisiko erhöhen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn der Kranke gleichzeitig anregende Medikamente wie Appetitzügler, Neuroleptika (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) oder Schilddrüsenhormone einnimmt, ist zu beachten, dass diese durch Piracetam stärker wirken können.

Piracetam kann in die Blutgerinnung eingreifen und daher die Wirkung von Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhtem Thromboserisiko als Tabletten eingenommen werden, verstärken.

Nebenwirkungen

Piracetam kann die Krampfschwelle herabsetzen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass bei dafür vorbelasteten Menschen Krampfanfälle auftreten können.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bisweilen treten Magen-Darm-Beschwerden auf. Etwa 1 von 1 000 Behandelten muss mit Gewichtszunahme rechnen. 1 bis 10 von 1 000 verspüren eine Steigerung der sexuellen Lust.

Bei 10 bis 100 von 1 000 kann es während der Behandlung zu Erregtheit, Schlafstörungen und Nervosität kommen.

Muss beobachtet werden

Bei etwa 10 von 1 000 Behandelten kann es zu Angst, Aggressivität und depressiver Verstimmung kommen. Bei 1 von 1 000 kann der Blutdruck absinken oder ansteigen. Infolge kann Schwindel einsetzen, bei dem das unangenehme Gefühl besteht, dass alles sich dreht, schwankt oder kippt; dieses kann mit Übelkeit verbunden sein. Fühlt sich der Behandelte durch die Beschwerden ernsthaft beeinträchtigt, sollte das weitere Vorgehen mit einem Arzt besprochen werden.

Es kann psychische Störungen geben, bei denen der Behandelte zeitlich und örtlich desorientiert ist, befremdliche Dinge, die andere Menschen nicht bemerken, hört oder sieht (Halluzinationen) und das Gefühl entwickelt, beobachtet und kontrolliert zu werden. Bei diesen Erscheinungen sollte in den nächsten Tagen mit dem Arzt Kontakt aufgenommen werden.

Besondere Hinweise

Für ältere Menschen

Gegen die Anwendung von Piracetam bei älteren Menschen bestehen wesentliche Bedenken. Näheres hierzu lesen Sie in der Einleitung unter Hinweise für ältere Menschen. Zur Demenzbehandlung werden eher Acetylcholinesterasehemmer (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin) oder Memantin empfohlen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Aufgrund der unerwünschten Wirkungen sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten, wenn Sie das Mittel einnehmen.

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