Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Neuroleptika – klassische und atypische Wirkstoffe

Klassische Neuroleptika

Alle Wirkstoffe aus der Gruppe der klassischen Neuroleptika wirken gegen Psychosen. Untereinander unterscheiden sie sich dadurch, dass bei einigen bestimmte Eigenschaften besonders ausgeprägt sind. So wirken die einen vor allem stark antipsychotisch, andere dämpfen mehr. Dasselbe gilt für die unerwünschten Wirkungen. Diese Unterschiede erklären sich dadurch, dass es im Nervensystem verschiedene Rezeptortypen für eine Reihe von Überträgerstoffen gibt, die von den jeweiligen Arzneistoffen unterschiedlich angesprochen werden.

Klassische Neuroleptika blockieren Rezeptoren an jenen Nervenzellen, an denen normalerweise der Botenstoff Dopamin andockt. Damit reduziert sich dessen Wirkung. Wahnhafte Vorstellungen verringern sich, die Halluzinationen vergehen, die Kranken werden ruhiger. Allerdings gibt es solche Nervenzellen nicht nur in jenen Gehirnteilen, die für Denken und Fühlen zuständig sind, sondern auch dort, wo Bewegungen gesteuert werden. Weil sie auch die Rezeptoren an diesen Nervenzellen blockieren, verursachen klassische Neuroleptika häufig Bewegungsstörungen. Ihre antipsychotische Wirksamkeit ist daher meistens mit extrapyramidal-motorischen Störungen (EPS) als unerwünschter Folge verbunden.

Die Einteilung in schwach, mäßig stark und stark wirkende Neuroleptika bezieht sich auf ihre antipsychotische Wirksamkeit, vor allem darauf, wie stark sie Wahn und Halluzinationen abschwächen oder beheben können.

Haloperidol ist das Standardmittel, mit dem alle anderen Neuroleptika verglichen werden.

Folgende Wirkstoffe gehören außerdem zu den klassischen Neuroleptika:

Benperidol

Chlorprothixen

Flupentixol

Fluspirilen

Levomepromazin

Melperon

Perazin

Pimozid

Pipamperon

Promethazin

Prothipendyl

Thioridazin

Zuclopenthixol

Atypische Neuroleptika

Von diesen Wirkstoffen werden die atypischen Neuroleptika abgegrenzt. Diese Bezeichnung ist vor allem aufgrund ihres anders gelagerten Nebenwirkungsprofils im Vergleich zu den klassischen Neuroleptika gewählt worden. Die clozapinähnlichen atypischen Neuroleptika Clozapin, Olanzapin und Quetiapin verursachen keine oder nur sehr wenig Bewegungsstörungen. Von allen atypischen Neuroleptika scheint Risperidon noch das größte Risiko für Bewegungsstörungen zu haben. Sie werden häufiger, je mehr die Dosierung ansteigt.

Wenn andere Neuroleptika bereits starke Bewegungsstörungen verursacht haben, sind atypische Neuroleptika daher eine Alternative. Dabei geht es insbesondere darum, die erst im Verlauf der Behandlung auftretenden Bewegungsstörungen, die sich beispielsweise als "Tic" zeigen oder einer Parkinsonerkrankung ähneln, zu vermeiden. Speziell bei Clozapin scheinen solche belastenden Bewegungsstörungen nicht aufzutreten. Allerdings verbinden sich mit der Substanzgruppe der Atypika, und besonders mit Clozapin, andere Nachteile.

In ihrer antipsychotischen Wirksamkeit sind diese Substanzen dem klassischen Neuroleptikum Haloperidol vergleichbar. Wahn und Halluzinationen beheben diese Medikamente gut. Außerdem dämpfen sie stark und machen müde, Olanzapin etwas weniger als Clozapin und Quetiapin. Doch anders als zunächst angenommen, beeinflussen atypische Neuroleptika die Negativsymptomatik von Schizophrenien meist nur unzureichend. Aufgrund bisheriger Beobachtungen schätzt man hierfür Clozapin noch am besten ein.

Das größte Problem bei einer Behandlung mit diesen Medikamenten besteht in einer oft starken, manchmal sogar massiven Gewichtszunahme. Diese begünstigt die Entstehung von Typ-2-Diabetes und von Fettstoffwechselstörungen. Vor allem zu Beginn einer Behandlung kommt das Risiko einer gefährlichen Blutbildstörung hinzu. Deshalb erfordert die Behandlung mit Clozapin regelmäßige Blutkontrollen.

Zu der Gruppe der clozapinähnlichen atypischen Neuroleptika gehören:

Die fünf Wirkstoffe Amisulprid, Aripiprazol, Paliperidon, Risperidon und Ziprasidon gehören zu den wenig sedierenden atypischen Neuroleptika. Sie werden von den anderen Atypika abgegrenzt, weil sie kaum müde machen, dämpfen und auch nur eine allenfalls geringe Gewichtszunahme verursachen.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs