Medikamente im Test

Neuroleptika – klassische und atypische Wirkstoffe

Klassische Neuroleptika

Alle Wirkstoffe aus der Gruppe der klassischen Neuroleptika wirken gegen Psychosen. Untereinander unterscheiden sie sich dadurch, dass bei einigen bestimmte Aspekte besonders betont sind. So wirken die einen vor allem stark antipsychotisch, andere dämpfen mehr. Dasselbe gilt für die unerwünschten Wirkungen. Diese Unterschiede erklären sich dadurch, dass es im Nervensystem verschiedene Rezeptortypen für eine Reihe von Überträgerstoffen gibt, die von den jeweiligen Arzneistoffen unterschiedlich angesprochen werden.

Klassische Neuroleptika blockieren Rezeptoren an jenen Nervenzellen, an denen normalerweise der Botenstoff Dopamin andockt. Damit reduziert sich dessen Wirkung. Wahnhafte Vorstellungen verringern sich, die Halluzinationen vergehen, die Kranken werden ruhiger. Allerdings gibt es solche Nervenzellen nicht nur in jenen Gehirnteilen, die für Denken und Fühlen zuständig sind, sondern auch dort, wo Bewegungen gesteuert werden. Weil sie auch die Rezeptoren an diesen Nervenzellen blockieren, verursachen klassische Neuroleptika häufig Bewegungsstörungen. Ihre antipsychotische Wirksamkeit ist daher meistens mit extrapyramidal-motorischen Störungen (EPS) als unerwünschter Folge verbunden.

Die Einteilung in schwach, mäßig stark und stark wirkende Neuroleptika bezieht sich auf ihre antipsychotische Wirksamkeit, vor allem inwieweit sie Wahn und Halluzinationen abschwächen oder beheben.

Haloperidol ist das Standardmittel, mit dem alle anderen Neuroleptika verglichen werden.

Folgende Wirkstoffe gehören außerdem zu den klassischen Neuroleptika:

Atypische Neuroleptika

Von diesen Wirkstoffen werden die atypischen Neuroleptika abgegrenzt. Dazu kommt es vor allem aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils im Vergleich zu den klassischen Neuroleptika. Die clozapinähnlichen atypischen Neuroleptika verursachen keine oder nur sehr wenig Bewegungsstörungen. Von allen atypischen Neuroleptika scheint Risperidon noch das größte Risiko für Bewegungsstörungen zu haben. Sie werden häufiger, je mehr die Dosierung ansteigt.

Wenn andere Neuroleptika bereits Bewegungsstörungen verursacht haben, sind atypische Neuroleptika daher eine Alternative. Spät auftretende Bewegungsstörungen scheint es beispielsweise bei Clozapin gar nicht zu geben. Allerdings verbinden sich mit dieser Substanzgruppe, und speziell mit Clozapin, andere Nachteile.

In ihrer antipsychotischen Wirksamkeit sind diese Substanzen Haloperidol vergleichbar. Wahn und Halluzinationen beheben diese Medikamente gut. Außerdem dämpfen sie stark und machen müde, Olanzapin etwas weniger als Clozapin und Quetiapin. Doch anders als zunächst angenommen, beeinflussen diese atypischen Neuroleptika die Negativsymptomatik von Schizophrenien meist nur unzureichend. Möglicherweise hat Clozapin in dieser Hinsicht noch den größten Nutzen.

Das größte Problem bei einer Behandlung mit diesen Medikamenten besteht in einer oft starken, manchmal sogar massiven Gewichtszunahme. Diese begünstigt die Entstehung von Typ-2-Diabetes.

Zu der Gruppe der clozapinähnlichen atypischen Neuroleptika gehören:

Die vier Wirkstoffe Aripiprazol, Paliperidon, Risperidon und Ziprasidon gehören zu den wenig sedierenden atypischen Neuroleptika. Sie werden von den anderen Atypika abgegrenzt, weil sie kaum müde machen, dämpfen und auch nur eine allenfalls geringe Gewichtszunahme verursachen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs