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Motilitätssteigerndes Mittel: Domperidon

Wirkungsweise

Domperidon kann Übelkeit und Erbrechen lindern. Es besetzt die Bindestellen des Nervenbotenstoffes Dopamin im Brechzentrum. Das führt dazu, dass Nervenbotenstoffe freigesetzt werden, die die Magenbewegungen fördern. Dadurch wird der Speisebrei zügig durchgemischt und in den Dünndarm weiterbefördert. Das kann auch dazu beitragen, dass kein Magensaft in die Speiseröhre aufsteigt und dort unangenehm brennt oder sie sogar verätzt. Liegt die Ursache eines Reizmagens darin, dass der Magen den Speisebrei nicht richtig weitertransportiert, wird Domperidon auch hierbei eingesetzt. Bei Reisekrankheit wirkt es jedoch nicht.

Den positiven Wirkungen des Mittels stehen jedoch einige unerwünschte Wirkungen gegenüber. Aufgrund von Verträglichkeitsproblemen unterzog die Europäische Zulassungsbehörde Domperidon einer Überprüfung. Seitdem darf Domperidon nicht mehr hoch dosiert und nur noch bei Erwachsenen und Jugendlichen über 35 Kilogramm Körpergewicht eingesetzt werden, da der Wirkstoff den Herzrhythmus gefährlich beeinträchtigen kann.

Anwendung

Sie nehmen das Mittel üblicherweise in einer Dosierung von zehn Milligramm vor einer Mahlzeit ein. Die Beschwerden bessern sich meist innerhalb einer halben bis einer Stunde.

Wegen unerwünschter Wirkungen am Herzen sollten Sie von diesem Mittel grundsätzlich eine möglichst niedrige Dosierung, aber nicht mehr als 30 Milligramm pro Tag einnehmen (= 3 Tabletten oder 3 Milliliter). Eine Behandlung mit Domperidon sollte höchstens eine Woche andauern.

Achtung

Motilium Tropfen: Das Mittel enthält Parabene. Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Tropfen nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Mittel, die die Magenbewegungen anregen, nicht anwenden und müssen sich sofort in ärztliche Behandlung begeben:

  • Sie haben zusätzlich zur Übelkeit kolikartige Bauchschmerzen und ein ungewöhnliches Völlegefühl. Das deutet auf einen Darmverschluss hin.
  • Sie erbrechen Blut, weil dies ein Hinweis auf ein blutendes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür ist.
  • Sie haben sehr heftige Bauchschmerzen und sind am Bauch sehr berührungsempfindlich. Das kann bedeuten, dass ein Geschwür in die Bauchhöhle durchbricht.

Auch unter folgenden Bedingungen darf Domperidon nicht angewendet werden:

  • Sie haben Herzrhythmusstörungen oder eine andere Herzkrankheit.
  • Der Elektrolythaushalt ist gestört (das betrifft den Anteil der Mineralsalze im Blut wie Kalium oder Magnesium).
  • Sie nehmen Medikamente ein, die sich auf den Herzrhythmus auswirken.
  • Sie nehmen Medikamente ein, die die Ausscheidung von Domperidon verlangsamen.
  • Sie haben einen Tumor, dessen Wachstum durch das Hormon Prolaktin gefördert wird (z. B. Brustkrebs).
  • Ihre Leberfunktion ist deutlich eingeschränkt.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen, ist zu beachten, dass Anticholinergika (bei Parkinsonkrankheit) die Aufnahme von Domperidon beeinträchtigen und dadurch ihre Wirkung verringern.

Unbedingt beachten

Domperidon kann den Herzrhythmus beeinflussen. Sie sollten diesen Wirkstoff deshalb nicht gleichzeitig mit Medikamenten einnehmen, die sich ebenfalls auf den Herzrhythmus auswirken können. Dazu gehören z. B. die Antibiotika Erythromycin, Azithromycin und Moxifloxacin (alle bei bakteriellen Infektionen), Haloperidol (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) oder Citalopram (bei Depressionen) oder Amiodaron (bei Herzrhythmusstörungen).

Außerdem sollten Sie Domperidon nicht gleichzeitig mit Medikamenten einnehmen, die einen bestimmten Eiweißstoff (Cytochrom P-450) hemmen, weil sich Domperidon dann stark im Blut anreichert und ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen besteht. Zu diesen Medikamenten gehören virushemmende Wirkstoffe wie Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir (bei HIV-Infektionen, Aids), das Antibiotikum Clarithromycin (bei bakteriellen Infektionen), Tabletten gegen Pilzinfektionen mit den Wirkstoffen Itraconazol und Ketoconazol sowie Diltiazem und Verapamil (bei hohem Blutdruck, koronarer Herzkrankheit).

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Während Sie dieses Mittel einnehmen, sollten Sie keinen Grapefruitsaft trinken und keine Grapefruit essen, weil Domperidon dann stärker wirkt und unerwünschte Wirkungen auftreten können.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei mehr als 1 von 100 Behandelten treten Müdigkeit und Durchfall auf. Möglich sind auch krampfartige Bauchschmerzen und Kopfschmerzen.

Muss beobachtet werden

Bei der Behandlung mit motilitätssteigernden Mitteln kann es zu Bewegungsstörungen kommen, insbesondere bei Kindern. Bei Domperidon scheint diese unerwünschte Wirkung nur vereinzelt vorzukommen, weil dieser Wirkstoff nicht so leicht ins Gehirn gelangt. Typisch für solche Bewegungsstörungen sind Muskelkrämpfe oder unwillkürliche Muskelzuckungen im Gesicht, an Hals oder Nacken (Dyskinesien). Wenn diese Beschwerden zunehmen oder wiederholt auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Diese unerwünschte Wirkung kann in Einzelfällen auch bei älteren Menschen auftreten, vor allem bei hoher Dosierung und langfristiger Anwendung. Die Beschwerden werden dann leicht mit einer Parkinsonkrankheit verwechselt und fälschlicherweise mit Mitteln gegen diese Krankheit behandelt. Wenn solche Symptome auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ihn darauf hinweisen, dass Sie dieses Mittel gegen Übelkeit einnehmen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich die im vorigen Abschnitt beschriebenen Bewegungsstörungen innerhalb von ein bis drei Tagen nach Beginn der Behandlung einstellen, wenn gleichzeitig hohes Fieber, Muskelsteifigkeit sowie Bewusstseinsstörungen auftreten und sich Atmung und Herzschlag beschleunigen, müssen Sie das Mittel absetzen und sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, und zwar am besten bei einem Neurologen. Am Wochenende oder an Feiertagen gehen Sie direkt ins Krankenhaus. Dieses "maligne neuroleptische Syndrom" kann lebensbedrohlich sein.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Dieses Mittel sollten Sie in Schwangerschaft und Stillzeit nur einnehmen, wenn sich die Beschwerden mit anderen Maßnahmen nicht ausreichend bessern. Domperidon tritt nur in sehr geringer Menge in die Muttermilch über.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwölf Jahren und Kinder mit einem Körpergewicht unter 35 Kilogramm dürfen das Mittel nicht erhalten.

Für ältere Menschen

Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei Menschen über 60 Jahre, die Domperidon einnehmen, das Risiko für unerwünschte Wirkungen am Herzen erhöht ist. Daher sollte der Arzt genau abwägen, ob die Behandlung mit diesem Mittel wirklich erforderlich ist und gegebenenfalls auf einen anderen, besser verträglichen Wirkstoff ausweichen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs