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Monoklonaler Antikörper: Dupilumab

Wirkungsweise

Der monoklonale Antikörper Dupilumab wirkt innerlich gegen Neurodermitis. Es handelt sich um ein relativ neues Immuntherapeutikum, das sehr spezifisch verschiedene Signalwege hemmt, die für die Entstehung der Hautekzeme von zentraler Bedeutung sind. Testergebnis Dupilumab

Dieses Mittel zum Spritzen ist – im Gegensatz zu Baricitinib – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren mit moderater oder schwer verlaufender Neurodermitis zugelassen.

Dupilumab verbessert das Hautbild und lässt besonders belastende Beschwerden wie Juckreiz und Schlafstörungen abklingen, insbesondere wenn eine Basistherapie mit Mitteln zum Auftragen wie Glucocorticoide oder Immuntherapeutika wie Pimecrolimus oder Tacrolimus sowie innerliche Mittel nicht ausreichend wirksam waren.

In Studien wurden Erwachsene untersucht, die bislang unzureichend behandelt waren. Bei 39 von 100 Erkrankten verschwanden die Hauterscheinungen komplett oder beinah vollständig, nachdem sie Dupilumab über vier Monate alle zwei Wochen zusätzlich zur Basistherapie mit topischen Glucocorticoiden erhielten. Wurde Dupilumab nicht gegeben, war dies nur bei 12 von 100 der Fall. Dieser Therapieerfolg blieb auch bei Fortsetzung der Behandlung bis zu 12 Monaten bestehen. Durch die so erreichten Verbesserungen stieg auch die Lebensqualität der Betroffenen.

Verlässliche Aussagen zur Verträglichkeit von Dupilumab gibt es für einen Zeitraum von einem Jahr. Für diese Zeitspanne gilt das Mittel als verträglich und sicher. Einzelfallmeldungen zu schwerwiegenden Nebenwirkungen etwa am Herzen – wie sie für Januskinase-Hemmstoffe wie Baricitinib vorliegen – gibt es bei Dupilumab nicht. Da es aber erst wenige Jahre im Handel ist, ist es insgesamt noch wenig erprobt.

Somit ist Dupilumab bei schweren Fällen einer Neurodermitis, wenn Mittel zum Auftragen das Beschwerdebild nicht ausreichend lindern können, zusammen mit diesen "auch geeignet".

Neben Dupilumab wurden in den letzten Jahren weitere Immuntherapeutika zur Behandlung einer Neurodermitis in den Markt eingeführt. Näheres zu diesen Mitteln lesen Sie unter „Neue Medikamente“ und unter Baricitinib.

Anwendung

Das Mittel wird einmalig mit einer erhöhten Startdosis in den Oberschenkel, eine Bauchfalte oder auch in den Oberarm unter die Haut injiziert. Danach erfolgt die Daueranwendung mit einer geringeren Erhaltungsdosis alle 2 Wochen.

Das Mittel soll nicht in empfindliche, verletzte oder vernarbte Hautstellen gespritzt werden, auch nicht in Hautstellen mit blauen Flecken.

Nachdem Ihnen der Arzt gezeigt hat, wie das Mittel zu verabreichen ist, können Sie sich Dupilumab auch selbst zu spritzen. Achten Sie dann darauf, bei jedem Mal die Injektionsstelle zu wechseln. Haben Sie einmal den üblichen Anwendungstag verpasst, sollten Sie die Injektion so schnell wie möglich nachholen. Danach erfolgt die Anwendung zum nächsten regulär geplanten Zeitpunkt.

Wenn auch nach 16 Behandlungswochen noch keine Besserung des Hautbildes eingetreten ist, sollte die Behandlung nicht fortgesetzt werden.

Achtung

Dupilumab hemmt die Immunantwort. Wenn Sie mit Dupilumab behandelt werden, dürfen Sie sich keinen Lebendimpfstoff – auch keine abgeschwächten Lebendimpfstoffe – verabreichen lassen. Dazu zählen bestimmte Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Gelbfieber, Influenza, Typhus oder Rotaviren. Zum einen ist zu befürchten, dass die Immunantwort auf die Impfung geringer ausfällt und zum zweiten ist nicht sicher auszuschließen, dass Sie unter der Dupilumab-Behandlung die Erkrankung entwickeln, gegen die geimpft werden soll.

Eine Impfung mit Totimpfstoffen kann dagegen auch während einer Dupilumabbehandlung erfolgen.

Gegenanzeigen

Für die Behandlung von Patienten mit schweren Funktionseinschränkungen an Nieren und Leber liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Bei einem Einsatz des Mittels muss der Arzt Nutzen und potentielle Risiken einer Behandlung sorgfältig abwägen.

Wenn Sie neben der Neurodermitis gleichzeitig an Asthma leiden, muss die medikamentöse Asthmatherapie sowohl bei Behandlungsbeginn wie auch nach dem Absetzen von Dupilumab gegebenenfalls ärztlich angepasst werden.

Dupilumab schwächt die Immunabwehr. Vor Behandlungsbeginn mit dem Mittel sollten daher bereits bekannte Infektionserkrankungen ausgeheilt oder erfolgreich behandelt sein.

Nach Beobachtungen aus der Praxis ist der Einsatz von Dupilumab bei Patienten mit chronischer Darmerkrankung wie Morbus Crohn nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Schaden zu erwägen. Bei einer hochdosierten Behandlung mit Dupilumab gegen bestehende Beschwerden einer Neurodermitis kam es zu einem schwerwiegenden Rückfall eines bislang beschwerdefreien Morbus Crohn.

Nebenwirkungen

Bei Dupilumab handelt es sich um einen Wirkstoff mit einem bisher noch wenig erprobten Wirkmechanismus. Daher ist unklar, ob bereits alle unerwünschten Wirkungen bekannt sind, wie bedeutsam diese sind und welche Folgen sie haben können.

Keine Maßnahmen erforderlich

Es kann zu vorübergehenden Beschwerden an der Injektionsstelle mit Rötung, Schwellung und Schmerz kommen. Die Beschwerden vergehen nach ein bis zwei Tagen von allein.

Muss beobachtet werden

Dupilumab kann die Abwehrkraft vermindern. Dadurch können Sie anfälliger für Infektionen werden. Viren, die nach einer durchgemachten Infektion im Körper verbleiben, können reaktiviert werden und zu einer Erkrankung wie etwa Lippenherpes führen. Bei 10 bis 100 von 1 000 Behandelten kommt es während der Behandlung mit Dupilumab zu Herpesinfektionen im Mund.

Bei 10 bis 100 von 1 000 Behandelten kann es im Auge zu Entzündungen der Bindehaut sowie des Lidrandes kommen. Ebenso häufig können sich die Augen trocken anfühlen und schmerzen. Bei etwa 1 von 100 Behandelten kann sich aufgrund dessen auch die Hornhaut im Auge entzünden. Bemerken Sie derartige Beschwerden zum ersten Mal oder verschlimmern sich bereits bekannte Augensymptome, sollten Sie dies mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.

Bei etwa 1 von 1 000 Behandelten reagiert das körpereigene Immunsystem auf die Behandlung etwa nach 2 Wochen mit Gelenkbeschwerden, Fieber und Schwellung der Lymphknoten, auch der Blutdruck kann abfallen (Serumkrankheit). Wenn Sie durch die Beschwerden stark beeinträchtigt sind, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen. Solche Hauterscheinungen treten bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten auf. Suchen Sie dann einen Arzt auf.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Das gilt auch, wenn Unterhautgewebe im Kopf- und Rachenbereich anschwillt. Geschieht dies im Gesicht an Lippen und Zunge, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle (Angioödem). Bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten ist mit solchen Schwellungen zu rechnen.

Besondere Hinweise

Wenn Sie sich Dupilumab selbst verabreichen, sollten Sie die dazu gehörige Chargennummer notieren, damit bei Nebenwirkungen nachvollzogen werden kann, welches Produkt sie genau angewendet haben.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während Schwangerschaft und Stillzeit soll Dupilumab nur dann angewendet werden, wenn besser erprobte Alternativen nicht infrage kommen und der Arzt Nutzen und potentielle Risiken für das Kind sorgfältig abgewogen hat.

Es liegen bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen mit dem Mittel vor. Bislang gibt es keine Hinweise auf schädliche Wirkungen auf das Ungeborene oder das Stillkind.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Das Mittel kann Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 15 Kilogramm gespritzt werden. Voraussetzung ist, dass es sich um schwere Krankheitsverläufe handelt und zuvor verabreichte Mittel zum Auftragen auf die Haut die Beschwerden nicht ausreichend lindern konnten. Es liegen Studien sowohl für Kinder wie auch für Jugendliche vor, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit gegenüber einer Scheinbehandlung belegen.

Für ältere Menschen

Für ältere Menschen gelten keine speziellen Hinweise. Allerdings liegen nur begrenzte Untersuchungsdaten bei älteren Menschen mit Neurodermitis vor.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Während der Behandlung mit Dupilumab kann es bei 1 bis 10 von 100 Behandelten zu trockenen Augen kommen. Bei etwa 1 von 100 kann sich aufgrund dessen die Hornhaut entzünden. Falls sich die Augen während der Behandlung mit Dupilumab röten und brennen, sollten Sie sicherheitshalber auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten und Ihren Arzt um Rat fragen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs