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Methionin

Wirkungsweise

Methionin säuert den Urin an und soll auf diesem Weg sowohl gegen Harnwegsinfekte als auch bei bestimmten Harn- und Nierensteinen, den Phosphatsteine, helfen.

Normalerweise verwendet der Körper die Aminosäure Methionin in seinem Stoffwechsel, um Eiweiße aufzubauen. Überschüssiges Methionin, wie es beispielsweise mit einem Arzneimittel zugeführt werden kann, wird abgebaut. Die entstehenden Produkte werden mit dem Harn ausgeschieden und säuern ihn an.

Harn- und Nierensteine

In saurem Urin lösen sich Phosphate, aus denen manche Harn- und Nierensteine bestehen, besser als in alkalischem.

Die Überlegung bei der Einnahme von Methionin als Tablette ist, dass man die Ansäuerung des Urins, die man mit dem Wirkstoff erzielen kann, nutzen können müsste, um Harn- und Nierensteinen aus Phosphaten vorzubeugen. Allerdings fehlen bisher Studien, die diese Wirksamkeit von Methionin in der geforderten Art und Weise belegen. Daher wird es als "wenig geeignet" zur Vorbeugung gegen Phosphatsteine bewertet. Sie sollten das Mittel erst einsetzen, wenn Sie vorher ausreichend lange versucht haben, mit einer entsprechenden Ernährung und einem Blasentraining einer erneuten Steinbildung vorzubeugen.

Harnwegsinfektionen, Reizblase

Methionin allein reicht aber nicht aus, um eine Harnwegsinfektion zu behandeln. Da seine therapeutische Wirksamkeit dafür nicht ausreichend nachgewiesen ist, wird es als "wenig geeignet" beurteilt.

Anwendung

Dreimal täglich sollen 500 bis 1 000 Milligramm Methionin vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Bis der pH-Wert des Harns absinkt, können bis zu sechs Tage vergehen. Wird das Mittel vorbeugend eingesetzt, kann die Behandlung über längere Zeit fortgeführt werden.

Wenn Methionin über längere Zeit eingenommen werden soll und eine Neigung zur Übersäuerung des Blutes besteht, muss der Arzt den Säuregehalt regelmäßig überprüfen. Darüber hinaus ist der Mineralstoffwechsel, insbesondere der Calciumgehalt des Blutes, zu kontrollieren.

Außerdem müssen Sie bei einer Langzeitbehandlung dafür sorgen, genügend Folsäure und B-Vitamine aufzunehmen. Ein Mangel kann sich bei einer Behandlung mit Methionin ungünstig auswirken.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Methionin nicht anwenden:

  • Ihr Blut enthält zu viel Säure (Acidose).
  • Sie haben Nierensteine, die aus Harnsäure, Oxalsäure oder Cystin bestehen.
  • Ihre Nierenfunktion ist eingeschränkt.

Bei eingeschränkter Leberfunktion sollten Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Bei leberkranken Personen besteht die Gefahr, dass nervenschädigende Substanzen entstehen. Daher müssen Nutzen und Risiken der Anwendung von Methionin sorgfältig abgewogen werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass Methionin die Wirksamkeit von Levodopa (bei Parkinsonkrankheit) verringern kann.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Es können Brechreiz, Übelkeit und Durchfall auftreten, was an sich harmlos ist. Tritt jedoch gleichzeitig Müdigkeit auf, können es erste Symptome einer Übersäuerung des Blutes sein. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn Sie sich sehr müde fühlen, erregt oder schlecht ansprechbar sind, muss sofort ein Arzt gerufen werden. Wahrscheinlich hat sich die Übersäuerung des Blutes verstärkt.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Risiken einer Anwendung von Methionin in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Erkenntnisse. Da der Nutzen seiner Anwendung ohnehin nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist, sollten Sie während dieser Zeiten darauf verzichten.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Daher sollten die Mittel bei ihnen nicht angewendet werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Hohe Dosen Methionin können das Blut übersäuern und dadurch schläfrig machen. Dann kann die Fähigkeit beeinträchtigt sein, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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