Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Magenmittel: Sucralfat

Wirkungsweise

Sucralfat wird bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren verordnet. Der Wirkstoff ist eine Verbindung von Aluminiumhydroxid und Zucker (Saccharosesulfat), die sich wie ein Film über die Magenschleimhaut legen soll, um sie so vor aggressiven Stoffen, auch vor saurem Magensaft, zu schützen.

Sucralfat wird vor allem in der Intensivmedizin nach Operationen oder bei Verbrennungen eingesetzt, um durch Stress ausgelösten Blutungen vorzubeugen. Bei Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, kann Sucralfat Magenblutungen etwas besser verhindern als eine Scheinbehandlung.

Studien zur Wirksamkeit von Sucralfat im Vergleich zu säureblockierenden und säurehemmenden Mitteln liefern hingegen widersprüchliche Daten. Säureblockierende Mittel scheinen zwar am wirksamsten, stehen ihrerseits allerdings im Verdacht, bei beatmeten Patienten das Risiko für eine Lungenentzündung zu erhöhen. Für Sucralfat gibt es lediglich Hinweise, dass es in dieser Hinsicht bei beatmeten Patienten besser geeignet sein könnte.

Die therapeutische Wirksamkeit bei durch Schmerzmittel verursachten Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist nicht ausreichend belegt. Für dieses Einsatzgebiet ist Sucralfat wenig geeignet, zumal es mit säureblockierenden Mitteln geeignete und höchst wirksame Medikamente gibt.

Anwendung

Zur Behandlung eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs sollten Sie das Mittel nicht länger als zwölf Wochen anwenden.

Achtung

Wenn Sucralfat zur Dauerbehandlung eingenommen wird oder wenn Ihre Nierenfunktion geringfügig eingeschränkt ist, sollte der Arzt den Aluminiumgehalt Ihres Blutes regelmäßig kontrollieren.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Nieren nur sehr eingeschränkt arbeiten oder wenn Sie regelmäßig an die künstliche Niere (Dialyse) angeschlossen werden müssen, dürfen Sie Sucralfat aufgrund seines Aluminiumgehalts nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Sucralfat kann mit vielen anderen Arzneimitteln interagieren. Das lässt sich normalerweise dadurch vermeiden, dass Sie die Mittel im Abstand von mindestens zwei Stunden einnehmen. Nachfolgend sind die wichtigsten Wechselwirkungen aufgeführt.

Citrathaltige Arzneimittel (bei Nierensteinen), Vitamin C (in Vitaminpräparaten und auch in einigen Schmerzmitteln) sowie Brausetabletten sollten Sie im Abstand von mindestens zwei Stunden einnehmen, weil die darin enthaltenen Säuren (Citronensäure oder Ascorbinsäure) die Aufnahme von Aluminium aus dem Darm fördern.

Auch wenn Sie Sucralfat in Kombination mit Levothyroxin (bei Schilddrüsenunterfunktion), Bisphosphonaten (bei Osteoporose), Ketoconazol-Tabletten (bei Pilzerkrankungen) oder Sulpirid (bei Schizophrenie und anderen Psychosen) einnehmen, ist der zeitliche Einnahmeabstand unbedingt einzuhalten, weil die Mittel sonst nicht mehr ausreichend wirken.

Unbedingt beachten

Wenn Sie Sucralfat in Kombination mit Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone mit Wirkstoffen wie Ciprofloxacin, Ofloxacin oder Norfloxacin (bei bakteriellen Infektionen) sowie Digoxin (bei Herzschwäche) einnehmen, müssen Sie ebenfalls einen Abstand von mindestens zwei Stunden einhalten, da Sucralfat die Aufnahme dieser Mittel verringert und sie dann nicht mehr ausreichend wirken. Näheres hierzu lesen Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung beziehungsweise unter Mittel bei Herzschwäche: verringerte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Zitrusfrüchte und Getränke mit Extrakten aus Zitrusfrüchten sollten Sie während der Einnahme von Sucralfat und noch zwei Stunden danach meiden, weil die darin enthaltene Citronensäure die Aufnahme von Aluminium aus dem Darm fördert. Das gilt auch für Wein und andere säurehaltige Getränke.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 2 von 100 Behandelten kann Verstopfung auftreten.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ist nichts Nachteiliges bekannt. Um den kindlichen Organismus nicht mit Aluminium zu belasten, sollten Sie allerdings eine Einnahme über längere Zeit vermeiden; dies umso mehr, als das Mittel ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Mangels Erfahrung darf Sucralfat bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Für ältere Menschen

Da die Nierenleistung im Alter nachlässt und die Neigung zu Verstopfung zunimmt, sollten Sie Sucralfat wegen des Aluminiumgehaltes besser nicht anwenden.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs