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Levodopa + Carbidopa + Entacapon (Kombination)

Wirkungsweise

Diese Dreifachkombination wird bei Parkinsonkrankheit eingesetzt, um dem Gehirn in möglichst hoher Menge und über längere Zeit den Botenstoff Dopamin zur Verfügung zu stellen. Da Dopamin selbst nicht vom Blut ins Gehirn aufgenommen werden kann, wird in Medikamenten der Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) verwendet. Für diesen gibt es einen "Transporter", der die Substanz ins Gehirn befördert. Dort setzt ein Enzym an den entsprechenden Nervenendigungen aus Levodopa Dopamin frei. Levodopa wird immer als Kombination gegeben, um die Aufnahme der Substanz im Gehirn zu verbessern.

Der zweite Wirkstoff dieser Kombination, Carbidopa, verhindert, dass Levodopa sofort nach der Aufnahme ins Blut von der Leber fast vollständig umgewandelt und abgebaut wird (Decarboxylasehemmer). Durch den Zusatz verläuft der Vorgang langsamer. Der dritte Bestandteil dieser Kombination, Entacapon, kann die Wirksamkeit von Levodopa weiter verlängern. Damit steht dem Gehirn über einen größeren Zeitraum Levodopa zur Verfügung und die Nebenwirkungen in anderen Körperbereichen sind geringer.

Die Kombination wird bei Parkinsonkrankheit als "geeignet" bewertet.

Anwendung

Die festgelegte Dreierkombination wird dann eingesetzt, wenn Menschen mit Parkinsonkrankheit nicht mehr ausreichend auf Levodopa in Kombination mit einem Decarboxylasehemmstoff alleine ansprechen. In aller Regel werden die beiden Komponenten (Levodopa-Kombination und Entacapon) zunächst separat miteinander kombiniert und die jeweilige Dosis den individuellen Erfordernissen angepasst.

Wenn die passende Dosierung auf diese Weise gefunden wurde, kann auf eine festgelegte Dreierkombination mit der richtigen Dosierung der drei Einzelkomponenten umgestellt werden, um die Einnahme zu erleichtern.

Im Idealfall soll am Tag nur eine Tablette der festgelegten Kombination eingenommen werden. Die Tablette darf nicht zerkaut werden.

Den Zeitpunkt, zu dem Sie die Tabletten einnehmen, können Sie danach ausrichten, wann die Beschwerden am heftigsten sind. Dabei müssen Sie beachten, wie schnell Ihr Medikament zu wirken beginnt.

Zeitpunkt und Zusammensetzung der Mahlzeiten beeinflussen die Wirksamkeit von Levodopa. Wird es während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit eingenommen oder enthält die Mahlzeit viel Eiweiß, wirkt Levodopa oft ungenügend. Am besten nehmen Sie das Medikament eine halbe Stunde vor oder eineinhalb Stunden nach den Mahlzeiten ein – es sei denn, der Arzt hat Ihnen ausdrücklich etwas anderes empfohlen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Die Leberfunktion ist stark eingeschränkt.
  • Sie leiden an einem Engwinkelglaukom (grüner Star).
  • Sie müssen den MAO-Hemmer Tranylcypromin (bei Depressionen) einnehmen. Das gilt auch, wenn Sie andere MAO-Hemmstoffe einnehmen, die das Enzym selektiv hemmen.

Unter folgenden Bedingungen darf das Mittel nur nach besonders sorgfältigem Abwägen von Nutzen und Risiken eingenommen werden:

  • Es treten Herzrhythmusstörungen auf.
  • Sie haben eine schwere Herzerkrankung, etwa weil Sie schon einmal einen Herzinfarkt erlitten haben.
  • Es besteht eine schwere Erkrankung der Nieren und des Knochenmarks oder die Funktion der Leber ist leicht bis moderat eingeschränkt.
  • Es liegt eine Psychose vor.
  • Sie nehmen täglich mehr als 10 Milligramm Selegilin (bei Parkinsonkrankheit) ein.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • In Kombination mit blutdrucksenkenden Mitteln kann es bei gleichzeitiger Anwendung der Parkinsonmittel zu einem spürbaren Blutdruckabfall kommen. Eventuell muss die Dosierung der Blutdrucksenker dann angepasst werden.
  • Phenytoin (bei Epilepsien), Neuroleptika – ausgenommen ist davon Clozapin – (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) sowie Metoclopramid (bei Übelkeit und Erbrechen) verringern die Wirkung von Levodopa.

Unbedingt beachten

Bei gleichzeitiger Einnahme mit Tranylcypromin (bei Depressionen) kann der Blutdruck stark ansteigen. Eine Behandlung mit dem Depressionsmittel muss mindestens seit zwei Wochen beendet sein, bevor das Parkinsonmedikament eingenommen werden darf.

Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit diesem Kombinationsmittel ist es vorgekommen, dass die Betroffenen während Alltagstätigkeiten ohne vorherige Warnzeichen eingeschlafen sind. Darüber muss umgehend der Arzt informiert werden.

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Besonders zu Beginn der Behandlung treten bei 1 bis 10 von 100 Behandelten Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit auf. Auch Benommenheit, Müdigkeit, ein metallischer Geschmack im Mund und verschwommenes Sehen kommen vor.

Innere Unruhe, Schlafstörungen und Ängstlichkeit betreffen vornehmlich ältere Menschen.

All diese Beschwerden vergehen mit der Zeit.

Der Urin kann sich leicht rötlich oder dunkel färben. Das ist ungefährlich.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 100 Kranken sinkt der Blutdruck ab. Das äußert sich durch Müdigkeit, Schwindel, "Anlaufschwierigkeiten" und Schwarzwerden vor den Augen. Um Stürze zu vermeiden, sollten Sie sich langsam aufrichten. Fühlen Sie sich durch diese Nebenwirkungen ernstlich beeinträchtigt, sollten Sie das mit dem Arzt besprechen. Werden Sie sogar bewusstlos, sollte der Arzt sofort informiert werden.

Wenn die Wirksamkeit von Levodopa nachlässt, kann die Beweglichkeit unkontrolliert schwanken. Näheres dazu unter Behandlung bei nachlassender Levodopawirkung.

Wenn Sie wiederholt befremdliche Dinge sehen und hören, die andere Menschen nicht bemerken (Halluzinationen), sollten Sie den Arzt darüber informieren. Das Gleiche gilt bei paranoidem Erleben; das bedeutet, Sie erleben und erklären die Wirklichkeit gänzlich anders, als andere es tun, und ziehen daraus Schlussfolgerungen, die andere befremden. Solche Episoden sollten Sie mit dem Arzt besprechen. Näheres dazu unter Behandlung einer Psychose infolge der Parkinsonbehandlung.

Schlafstörungen, grundlose Lustlosigkeit, Antriebsmangel, das Empfinden einer inneren Leere, Interesselosigkeit, Schuldgefühle und Selbsttötungsgedanken können auf einer Depression beruhen. Derartiges sollten die Betroffenen oder ihre Angehörigen umgehend dem Arzt mitteilen, damit er über das weitere Vorgehen entscheiden kann.

Wenn Sie sich längere Zeit abgeschlagen und müde fühlen, sollte der Arzt Ihr Blut untersuchen. Es könnte eine Blutbildungsstörung vorliegen. Bei bis zu 10 von 100 Behandelten können verschiedene Arten von Bewegungsstörungen auftreten und sich die Parkinsonbeschwerden verstärken. Dann muss mit dem Arzt über die weitere Behandlung gesprochen werden.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen.

Durch das Mittel kann sich suchtartiges Verhalten entwickeln. Beispielsweise können sich das sexuelle Begehren und der Drang nach sexueller Betätigung suchtartig steigern. Auch Spielsucht, Kaufsucht und Essattacken können vorkommen. Die Veränderung ihres Verhaltens nehmen die Betroffenen selbst oftmals nicht wahr. Dann müssen Familienangehörige oder andere nahestehende Personen den Arzt auf die Verhaltensänderungen aufmerksam machen. *

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Es können Herzrhythmusstörungen auftreten. Manche Menschen registrieren diese als störende oder unangenehm empfundene Herzschläge oder als unregelmäßigen Herzschlag. Die meisten merken jedoch nichts von dieser Nebenwirkung. Wiederholen sich bei Ihnen auffällige Herztätigkeiten, sollten Sie sich im Laufe des nächsten Tages an den Arzt wenden. Ist Ihr Herz bereits geschädigt oder treten Schwindel, Ohnmacht oder Krampfanfälle auf, ist sofort ärztliche Behandlung notwendig.

Es können Magen-Darm-Blutungen auftreten. Diese bleiben häufig unbemerkt, können sich aber auch in Magenschmerzen und einer Schwarzfärbung des Stuhls äußern. Je nachdem, wie heftig diese Beschwerden sind, sollten Sie sich umgehend oder innerhalb des nächsten Tages an den Arzt wenden.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Frauen sollten eine Schwangerschaft sicher verhüten, solange sie dieses Medikament einnehmen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung in der Schwangerschaft gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Das Mittel darf nicht angewendet werden.

Ist das Arzneimittel während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn bei Ihnen überraschende Einschlafattacken auftreten, für die es keine Warnzeichen gibt, dürfen Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen und nichts tun, was Sie und andere gefährden könnte. Darüber hinaus kann das Mittel unerwünschte Wirkungen haben, die ebenfalls die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen.

Da die Parkinsonkrankheit das Reaktionsvermögen verlangsamt, sind viele Betroffene nicht fahrtüchtig. Wer mit Medikamenten stabil eingestellt ist, kann jedoch unter Umständen wieder am Straßenverkehr teilnehmen. Im Zweifelsfall kann in einer fachärztlichen Untersuchung die Reaktionszeit ermittelt werden.

* aktualisiert am 17.06.2021

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs