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Läusemittel: Neemextrakt

Wirkungsweise

Dieses Läusemittel enthält einen Extrakt aus den entölten Samen des Neembaums. Dieser Extrakt – der nicht mit Neembaumöl zu verwechseln ist – soll Läuse und Nissen mit einem Film überziehen. Auf diese Art und Weise soll die Atmung der Läuse blockiert werden und die Tiere innerhalb weniger Minuten absterben. Außerdem ergaben Untersuchungen im Labor, dass Licener die Schutzhülle der Nissen durchdringen und auch so diese abtöten kann.

Ob diese Wirkungen auf Läuse und Nissen auch bei der Anwendung am Menschen wirklich sicher eintreten und ob die kurze Einwirkzeit von zehn Minuten ausreicht, ist noch nicht ausreichend nachgewiesen. Bisher liegt nur eine einzige Studie vor, in der Licener bei Kopflausbefall im Vergleich zu Dimeticon untersucht wurde. In dieser zeigte sich das Mittel zwar als gut wirksam und Dimeticon gegenüber vergleichbar, allerdings wurde noch ein zweites Mal nach acht Tagen behandelt. Dies entspricht auch den offiziellen Empfehlungen der Behörden, die immer zu einer zweiten Behandlung raten.

Allerdings liegen bisher keine Studien vor, in denen Licener gegen Läusemittel mit Insektiziden wie Pyrethrum getestet wurde. Auch fehlen Untersuchungen speziell für Deutschland. Das Mittel ist bisher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattungsfähig und auch nicht in die Entwesungsliste des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aufgenommen.

Zusammenfassend wird das Mittel als "mit Einschränkung geeignet" angesehen, wenn besser bewertete Mittel nicht eingesetzt werden können oder nicht vertragen werden. Entsprechend der behördlichen Empfehlung ist auch die Behandlung mit Neemextrakt nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen.

Das Präparat ist als Medizinprodukt zugelassen, nicht als Arzneimittel.

Anwendung

Das Shampoo sollte auf das trockene Haar aufgetragen und einmassiert werden, bis alle Haare vollständig angefeuchtet sind. Der Hersteller empfiehlt hierfür eine Packung pro Person und Anwendung, wie das Mittel auch in der klinischen Prüfung angewendet wurde. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass eine ausreichende Menge die Haare benetzt, da das Mittel ansonsten nicht sicher die Läuse abtötet. Nach Angaben des Herstellers sollen Sie das Mittel zehn Minuten einwirken lassen und danach gründlich ausspülen.

Auch wenn der Hersteller in der Gebrauchsanweisung nur eine einzige Anwendung beschreibt, sollten Sie nach acht bis zehn Tagen die Haare erneut behandeln. Nur so können neu geschlüpfte Läuse oder beim ersten Mal nicht vollständig umhüllte Läuse sicher abgetötet werden. Ob das Mittel auch die Läuseeier bei der Selbstbehandlung sicher abtötet, muss noch weiter untersucht werden.

Später als zehn Tage nach der ersten Behandlung sollte die zweite Behandlung aber nicht erfolgen, da ab dem elften Tag nachgeschlüpfte Weibchen bereits neue Eier ablegen können.

Achtung

Das Mittel sollte nicht in die Augen gelangen. Ist es doch zu einem Kontakt mit den Augen gekommen, müssen Sie diese gründlich mit Wasser ausspülen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Wenn das Mittel in die Augen gelangt, können diese brennen. Spülen Sie dann die Augen gründlich mit Wasser aus.

Muss beobachtet werden

Wenn sich nach der Anwendung die Haut verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Das Mittel kann bei Kindern ab zwei Jahren angewendet werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Der Hersteller empfiehlt vor der Anwendung in der Schwangerschaft oder Stillzeit Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs