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Läusemittel: Dimeticon + Penetrol (Kombination)

Wirkungsweise

Gegen Kopflausbefall wird häufig Dimeticon eingesetzt, das sowohl Läuse als auch Larven ersticken kann. In diesem Präparat ist zusätzlich Penetrol enthalten. Nach Angaben des Herstellers, hilft Penetrol, zusätzlich die Nissen wirksam abzutöten.

Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Dimeticon Läuse zuverlässig abtöten kann. Inzwischen liegen für verschiedene Mittel mit diesem Wirkstoff klinische Studien zur Wirksamkeit vor (Dimeticon).

Der Hersteller von Hedrin once behauptet, dass für das Kombimittel mit Penetrol eine einmalige Anwendung oft ausreichend sei, um den Kopflausbefall erfolgreich zu behandeln. Schon mit dem Namen des Mittels wird dem Verbraucher eine einmalige Anwendung suggeriert (engl. once = einmal). Durch die Aufmachung des Mittels darüber hinaus wird der Eindruck erweckt, dass dieses Mittel mit seiner „einzigartigen Zusammensetzung“ besonders wirksam sei.

Das Mittel tötet – wie andere dimeticonhaltigen Mittel – Kopfläuse ab. Dass es darin besser wirksam ist als diese oder bereits nach einer Anwendung mindestens ebenso wirksam ist als diese, ist nicht nachgewiesen. Grundsätzlich fehlen Untersuchungen, die die Wirksamkeit dieser Dimeticon-Kombination in Deutschland gegen andere Läusemittel testen. In einer klinischen Untersuchung an britischen Kindern und Erwachsenen wirkte das Mittel nach nur einer Anwendung nur bei 70 von 100. 30 von 100 Studienteilnehmer zeigten nach der Erstbehandlung somit weiterhin noch einen Läusebefall. Läusefreiheit in allen Fällen ist aber unerläßlich, damit die Gefahr einer fortwährenden Weitergabe der Läuse gebannt werden kann. Vor diesem Hintergrund ist eine einmalige Behandlung als Werbeaussage mehr als fragwürdig und das Mittel gilt als "mit Einschränkung geeignet". Eine zweite Anwendungsrunde nach 8 bis 10 Tagen ist dringend anzuraten.

Mittel mit Dimeticon haben gegenüber den bisherigen insektizidhaltigen Standardmitteln zwei Vorteile: Die Läuse können gegen die Mittel nicht resistent werden und es besteht keine Gefahr, dass die Nerven geschädigt werden.

Das Mittel ist als Medizinprodukt zugelassen, nicht als Arzneimittel.

Hedrin ONCE liquid Gel wird von den gesetzlichen Krankenkassen für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr sowie für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erstattet. Das Mittel steht auch auf der Entwesungsliste des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Bei behördlich angeordneten Läuse-Behandlungen kann es daher genutzt werden.

Anwendung

Vor dem Gebrauch des Mittels muss die Flasche gut geschüttelt werden. Massieren Sie das Produkt in die trockenen Haare ein, sodass diese von der Haarspitze bis zur Haarwurzel vollständig von dem Mittel durchtränkt sind. Dies ist bei diesem physikalisch wirkenden Medizinprodukt besonders zu beachten, da die Läuse komplett umhüllt sein müssen, um abgetötet zu werden.

Der Hersteller gibt – im Gegensatz zu anderen Anbietern – keine konkreten Anwendungsmengen an, die je nach Haarlänge in der Regel dafür erforderlich sind.

Das Mittel kann, so der Hersteller, bereits nach 15 Minuten ausgewaschen werden. Dazu muss das Shampoo mit Wasser aufgetragen werden. Nur dann lässt sich das Haar beim späteren Auswaschen gut mit Wasser benetzen.

Achten Sie darauf, dass Sie die feinst in der Luft verteilten Öltröpfchen während des Auftragens nicht einatmen, und lüften Sie den Raum gut, bevor Sie die Haare an der Luft trocknen lassen.

Kontrollieren Sie die Kopfhaut eine Woche nach der Behandlung täglich auf erneuten Läusebefall. Acht bis zehn Tage nach der ersten Anwendung müssen Sie die Prozedur auf jeden Fall wiederholen um möglicherweise nicht abgetötete Nissen und nachträglich geschlüpfte Larven abzutöten.

Trotz der Namensgebung gilt für eine sichere Läusebehandlung die zweimalige Anwendung auch für Hedrin ONCE Liquid Gel, obwohl der Hersteller in der Gebrauchsinformation und in Werbeaussagen behauptet, dass „eine 15-minütige Behandlung genügt“ und das Mittel „oft schon innerhalb einer Anwendung“ wirkt. Diese würde nämlich eine intensive Nachuntersuchung mit mehrmaligem gründlichem Durchkämmen voraussetzen. Später als zehn Tage nach der ersten Behandlung sollte die zweite Behandlung aber nicht erfolgen, da ab dem elften Tag die nach der Erstbehandlung nachgeschlüpften Weibchen bereits neue Eier ablegen können.

Der Hersteller gibt an, dass das Mittel nicht mehr als zweimal pro Woche zur Anwendung kommen soll.

Achtung

Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht mit den Augen in Kontakt kommt, weil es die Bindehaut reizen kann. Ist dennoch etwas davon ins Auge geraten, spülen Sie es mit reichlich Wasser sofort aus.

Nach der Anwendung von Hedrin ONCE Liquid Gel sollten Sie die Haare nicht in die Nähe von offenen Feuerquellen bringen.

Achten Sie auch darauf, dass es sich bei dem Mittel um eine ölige Flüssigkeit handelt. Wird diese versehentlich beim Auftragen verschüttet, besteht Rutschgefahr und damit ein erhöhtes Sturzrisiko. Beachten Sie das auch bei der Anwendung der Mittel in Badewanne oder Dusche.

Gegenanzeigen

Verwenden Sie das Produkt nicht, wenn die Kopfhaut sehr stark gereizt oder verletzt ist.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Kopfhaut kann sich vorübergehend röten und leicht brennen.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Kopfhaut dauerhaft rötet und sich ein Ausschlag bildet, ist dies vermutlich Zeichen einer Allergie. Brechen Sie die Behandlung dann ab und waschen Sie das Mittel gut aus den Haaren aus. Anschließend müssen Sie die Läuse mit einem anderen Mittel bekämpfen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Sie können das Mittel in Schwangerschaft und Stillzeit anwenden. Es bestehen keine Risiken für das Ungeborene oder den Säugling.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Säuglinge und Kleinkinder ab sechs Monate können mit diesem Mittel behandelt werden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs