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Läusemittel: Dimeticon + Jojobawachs + mittelkettige Triglyceride (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Läusemittel besteht aus einer Mischung aus zwei verschiedenen Silikonölen (Dimeticon): einem schwer flüchtigen mit höherer und einem leicht flüchtigen mit niedrigerer Viskosität sowie Jojobawachs und Fetten (Triglyceride). Die Silikonöle umhüllen die Läuse und verstopfen deren Atemöffnungen. Die Insekten sollen auf diese Weise ersticken. Die Öle ummanteln auch die an den Haaren haftenden Nissen. Dadurch sollen die darin wachsenden Larven nicht mehr ausreifen und schlüpfen. Die Öle lösen zusätzlich die Kittsubstanz, mit der die Nissen an den Haaren haften, sodass sie sich besser auskämmen lassen.

Der Hersteller vertreibt das Mittel in unterschiedlicher Anwendungsform: als Lösung mit einem Kammapplikator und in Form zweier verschiedener Sprayzubereitungen. Die Zusammensetzung der verschiedenen Produkte unterscheidet sich aber nicht.

Eine Studie an brasilianischen Kindern mit starkem Läusebefall, die für die Studie ihr häusliches Umfeld verlassen mussten, ergab, dass Nyda mit einer hohen Erfolgsrate von über 97 von 100 die Kopfläuse besser abtöten kann als ein pyrethrumähnliches Läusemittel, das als Insektizid wirkt. Es könnte jedoch sein, dass das Insektengift nur deshalb schlechter abgeschnitten hat, weil die Läuse dort dagegen bereits resistent geworden sind. In welchem Ausmaß das in Brasilien bereits der Fall ist, lässt sich nicht sagen.

In Deutschland sind Resistenzen von Läusen gegen Insektizide jedenfalls noch nicht weit verbreitet. Eine Studie konnte Ende 2019 auch zeigen, dass hierzulande die Mischung mit Dimeticon Läuse auch bei kurzer Einwirkszeit (10 Minuten) ebensogut bekämpft wie Mittel mit dem Insektizid Permethrin. Nach zweimaliger Behandlung sind alle Behandelten läusefrei. Auch die Verträglichkeit wurde von den Behandelten gleich gut bewertet. Damit wird Nyda als geeignet zur Bekämpfung von Kopfläusen angesehen. Zu bedenken ist allerdings, dass bei der Anwendung von Nyda als Spray die Möglichkeit besteht, dass der Ölnebel eingeatmet wird und bei Personen mit Asthma oder anderen Erkrankungen der Atemwege Asthmaanfälle oder Atembeschwerden auslöst.

Bei Nyda plus gibt es diesen Nachteil nicht, es wird mit einem auf die Flasche aufsetzbaren Kamm auf die Haare aufgetragen. Außerdem enthält es keine Duftstoffe.

Nyda wird als Pumpspray und als Nyda Läusespray von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Der Pumpspray steht zudem auf der Entwesungsliste des Bundesamtes für Verbraucherschutz und darf daher bei behördlich angeordneten Behandlungen durch die Gesundheitsämter genutzt werden.

Alle Nyda-Produkte sind als Medizinprodukte, nicht als zugelassene Arzneimittel auf dem Markt.

Anwendung

Die erforderliche Menge hängt von der Haarfülle und der Haarlänge ab. Normalerweise werden Sie mit etwa 25 Milliliter des Mittels auskommen. Bei längeren Haaren muss in jedem Fall darauf geachtet werden, dass das ganze Haar vollständig benetzt ist.

Um während der Behandlung – insbesondere bei längeren Haaren – das Durchkämmen zu erleichtern, können die Haare zuvor mit einer Haarspülung behandelt werden.

Nyda: Wenn Sie dieses Mittel verwenden, müssen Sie es nach Angaben des Herstellers 45 Minuten einwirken lassen und die Haare dann mit dem Nissenkamm auskämmen. Anschließend dürfen Sie die Haare nicht waschen, sondern die Lösung muss noch mindestens acht Stunden, am besten über Nacht, auf dem Kopf bleiben (z. B. mit einer Duschhaube abgedeckt). Erst danach dürfen Sie die Haare mit einem normalen Shampoo auswaschen.

Nyda Läusespray: Bei diesem Mittel ist eine Einwirkzeit von zehn Minuten ausreichend, danach sollten Sie die Haare mit einem Läusekamm durchkämmen und dann mit einem normalen Shampoo waschen.

Nyda plus: Bei diesem Mittel genügt Laboruntersuchungen zufolge eine Einwirkungszeit von einer Stunde, danach können Sie die Haare wie gewohnt waschen.

Sie sollten sicherheitshalber an den Tagen nach der Behandlung prüfen, ob die Haare wirklich läusefrei sind. Sollten Sie in dieser Zeit noch Läuse oder Nissen finden, müssen Sie die Behandlung sofort wiederholen. Nach acht bis zehn Tagen müssen Sie das Mittel auf jeden Fall ein zweites Mal anwenden, um in der Zwischenzeit noch geschlüpfte Larven abzutöten.

Später als zehn Tage nach der ersten Behandlung sollte die zweite Behandlung aber nicht erfolgen, da ab dem elften Tag nachgeschlüpfte Weibchen bereits neue Eier ablegen können.

Achtung

Achten Sie darauf, dass die Mittel nicht mit den Augen in Kontakt kommen, weil sie die Bindehaut reizen können. Ist dennoch etwas davon ins Auge geraten, spülen Sie es sofort mit reichlich Wasser ab.

Die Produkte enthalten leicht entzündliche Stoffe. Sie müssen unbedingt dafür Sorge tragen, dass sich während des Einsprühens keine Feuerquelle im Raum befindet (Elektrostrahler mit glühenden Heizstäben, Toaster, Gas-Durchlauferhitzer, Föhn, Zigaretten, Kerzen, Kaminfeuer).

Bei den Produkten handelt sich um ölige Flüssigkeiten. Werden diese versehentlich beim Auftragen verschüttet, besteht Rutschgefahr und damit ein erhöhtes Risiko für Stürze.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Das Mittel kann die Kopfhaut reizen. Dies kann sich durch eine vorübergehende Rötung oder leichtes Brennen bemerkbar machen.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Kopfhaut dauerhaft rötet und sich ein Ausschlag ausbildet, ist dies vermutlich Zeichen einer Allergie. Brechen Sie die Behandlung dann ab und waschen Sie das Mittel gut aus den Haaren aus. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Gelangt etwas von dem Mittel in Mund, Nase oder Augen und bleiben trotz sofortigen Spülens mit Wasser Augen- oder Schleimhautreizungen bestehen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Nyda/Nyda Läusespray: Wenn Sie Asthma oder andere Erkrankungen der Atemwege haben und den Sprühnebel versehentlich einatmen, können Asthmaanfälle oder Atembeschwerden vorkommen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Säuglinge unter einem Jahr sollten Sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt mit diesen Mitteln behandeln.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Die in den Mitteln enthaltenen Wirkstoffe sind gut verträglich und häufig Bestandteile von gebräuchlichen Kosmetika. Einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit steht nach dem bisherigen Expertenwissen daher nichts entgegen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs