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Läusemittel: Dimeticon + Dodecanol (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Läusemittel enthält neben dem Öl Dimeticon noch den Alkohol Dodecanol. Dodecanol soll nach Herstellerangaben den Panzer der Läuse angreifen und so das Abtöten beschleunigen. Silikonöle (Dimeticone) sollen die Läuse umhüllen, deren Atemöffnungen verstopfen und die Insekten auf diese Weise ersticken. Sie ummanteln auch die an den Haaren haftenden Nissen. Dadurch sollen die darin wachsenden Larven nicht mehr ausreifen und schlüpfen. Die Öle lösen zusätzlich die Kittsubstanz, mit der die Nissen an den Haaren haften, sodass sie sich besser auskämmen lassen.

Nachdem Laboruntersuchungen gezeigt hatten, dass Silikonöle Läuse zuverlässig abtöten können, liegen inzwischen auch mehrere klinische Studien vor, die die therapeutische Wirksamkeit bei der praktischen Anwendung zeigen.

Dimet 20 wurde in einer in Deutschland durchgeführten Studie mit einem dimeticonhaltigen Mittel (EtoPril) verglichen. Beide Mittel zeigen hohe Erfolgsraten und schneiden dabei vergleichbar gut ab. Dass eines der Mittel überlegen ist, ist aber nicht nachgewiesen. Von 100 mit EtoPril behandelten Kindern waren 94 läusefrei, wenn sie zweimal im Abstand von etwa einer Woche behandelt wurden.

Bei Dimet 20 waren 99 von 100 Kindern läusefrei. Allerdings wurden in der Gruppe, die mit Dimet 20 behandelt wurde, die Haare zusätzlich mit einem Nissenkamm ausgekämmt. Das Auskämmen mit einem speziellen Kamm trägt grundsätzlich zum Behandlungserfolg bei, insbesondere wenn dies richtig durchgeführt wird. Bei den hohen Erfolgsraten der Behandlung muss man zudem berücksichtigen, dass es im Rahmen einer Studie durch die genauen Handlungsanweisungen eher zu einer korrekten Anwendung der Mittel kommt als unter Alltagsbedingungen.

Wie Dimet 20 hierzulande im Vergleich zu Läusemitteln mit Insektiziden wie beispielsweise Pyrethrum abschneiden, ist nicht untersucht. Diese Mittel waren bis vor einiger Zeit die einzig zuverlässigen Mittel gegen Kopflausbefall, haben aber den Nachteil, dass sie die Nerven schädigen können, vor allem bei zu häufiger und nicht korrekter Anwendung. Außerdem besteht das Risiko, dass die Läuse gegen die Mittel resistent werden. Beide Probleme gibt es mit Silikonölen nicht. Dimet 20 gilt bei Kopflausbefall als "geeignet".

Das Mittel ist als Medizinprodukt nicht als zugelassenes Arzneimittel auf dem Markt.

Dimet 20: Das Mittel wird von den gesetzlichen Krankenkassen für Kinder erstattet.

Anwendung

Um während der Behandlung – insbesondere bei längeren Haaren – das Durchkämmen zu erleichtern, können die Haare zuvor mit einer Haarspülung behandelt werden.

Sie sollten sicherheitshalber an den Tagen nach der Behandlung prüfen, ob die Haare wirklich läusefrei sind. Sollten Sie in dieser Zeit noch Läuse oder Nissen finden, müssen Sie die Behandlung sofort wiederholen. Nach acht bis zehn Tagen müssen Sie das Mittel auf jeden Fall ein zweites Mal anwenden, um in der Zwischenzeit noch geschlüpfte Larven abzutöten.

Später als zehn Tage nach der ersten Behandlung sollte die zweite Behandlung aber nicht erfolgen, da ab dem elften Tag nachgeschlüpfte Weibchen bereits neue Eier ablegen können.

Dimet 20: Massieren Sie das Produkt in die trockenen Haare ein, sodass diese vollständig von dem Mittel durchtränkt sind. Alle Haare müssen von der Kopfhaut beginnend bis zu den Haarspitzen gut durchfeuchtet sein, insbesondere hinter den Ohren und im Nacken. Bei kurzem, glattem Haar genügen hierfür 10 bis 25 Milliliter, bei langem oder lockigem Haar brauchen Sie ungefähr das Doppelte. Der Hersteller gibt an, dass die Haare bereits nach 20 Minuten wieder mit Shampoo gewaschen werden können. Nach dem Auswaschen müssen Sie die Haare sorgfältig mit einem engzinkigen Nissenkamm am besten aus Metall auskämmen. Beginnen Sie mit dem Auskämmen sorgfältig direkt am Haaransatz. So werden auch Eier, die sich nahe der Kopfhaut befinden, ausgekämmt.

Achtung

Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht mit den Augen in Kontakt kommt, weil es die Bindehaut reizen kann. Ist dennoch etwas davon ins Auge geraten, spülen Sie die betroffene Stelle sofort mit reichlich Wasser.

Bei dem Produkt handelt es sich um eine ölige Flüssigkeit. Wird diese versehentlich beim Auftragen verschüttet, besteht Rutschgefahr und damit ein erhöhtes Risiko für Stürze.

Gegenanzeigen

Dimet 20: Verwenden Sie das Produkt nicht, wenn die Kopfhaut sehr stark gereizt oder verletzt ist.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Das Mittel kann die Kopfhaut reizen. Dies kann sich durch eine vorübergehende Rötung oder leichtes Brennen bemerkbar machen.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Kopfhaut dauerhaft rötet und sich ein Ausschlag bildet, ist dies vermutlich Zeichen einer Allergie. Brechen Sie die Behandlung dann ab und waschen Sie das Mittel gut aus den Haaren aus. Anschließend müssen Sie die Läuse mit einem anderen Mittel bekämpfen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Dimet 20: Das Mittel kann bei Kindern ab sechs Monaten eingesetzt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Die in dem Mittel enthaltenen Wirkstoffe sind gut verträglich und häufig Bestandteile von gebräuchlichen Kosmetika. Einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit steht nach dem bisherigen Expertenwissen daher nichts entgegen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs