Medikamente im Test

Krampflösendes Mittel + Schmerzmittel: Butylscopolamin + Paracetamol (Kombination)

Wirkungsweise

Butylscopolamin wirkt in Form von Tabletten oder Zäpfchen nur lokal im Magen-Darm-Bereich schwach krampflösend. Paracetamol ist ein Schmerzmittel ohne krampflösende Wirkung.

Verdauungs­beschwerden

Dass das Kombinationspräparat die Beschwerden bei krampfartigen Verdauungsbeschwerden besser lindert als die Einzelmittel alleine, ist nicht ausreichend belegt; es ist deshalb wenig geeignet.

Schmerzen

Paracetamol ist zwar bei leichten Schmerzzuständen geeignet. Menstruationsbedingte Beschwerden lindert es jedoch weniger gut als Ibuprofen oder Naproxen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Paracetamol.

Butylscopolamin ist ein synthetisch veränderter Pflanzeninhaltsstoff. Es wirkt auf die Muskulatur innerer Organe und soll z. B. bei krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt helfen. Schon für diese Anwendung ist die Wirksamkeit des Wirkstoffs zweifelhaft. Es findet sich auch keine Studie, die die krampflösende Wirkung von Butylscopolamin bei Regelschmerzen nachweist.

Das Mittel wird daher bei krampfartigen Regelbeschwerden als "wenig geeignet" bewertet. Es ist nicht belegt, dass die kombinierte Anwendung die Schmerzen besser lindert als die Einzelmittel.

Anwendung

Bei Bedarf nehmen Sie ein bis zwei Tabletten ein. Wenn nötig, können Sie die Einnahme nach acht Stunden wiederholen. Die Tageshöchstdosis sind sechs Tabletten.

Von den Zäpfchen führen Sie eines ein und wiederholen das bei Bedarf nach frühestens sechs Stunden. Tageshöchstdosis sind vier Zäpfchen.

Länger als drei bis vier Tage sollten Sie das Mittel nicht ununterbrochen anwenden.

Hinweise zur Vermeidung einer Überdosierung von Paracetamol finden Sie unter Paracetamolvergiftung.

Verdauungs­beschwerden

Wenn die Bauchkrämpfe nach drei bis vier Tagen immer noch anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Achtung

Wenn Sie das Mittel zu hoch dosieren und mehr als vier Gramm Paracetamol pro Tag einnehmen, besteht aufgrund des Paracetamolanteils die Gefahr von schweren Leber- und Nierenschäden. Vermeiden Sie zudem die Kombination des Mittels mit anderen paracetamolhaltigen Schmerz- oder Grippemitteln.

Wenn Sie dieses Mittel über mehrere Tage eingenommen haben und sich danach in ärztliche Behandlung begeben, müssen Sie den Arzt unbedingt über die Einnahme informieren, damit es nicht durch die Gabe eines paracetamolhaltigen Medikaments zu einer gefährlichen Überdosierung von Paracetamol kommt.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben Engstellen und Blockaden im Magen-Darm-Trakt.
  • Der Dickdarm ist aufgrund chronischer Verstopfung stark erweitert (Megakolon).
  • Sie können aufgrund einer Prostatavergrößerung nur eingeschränkt Wasser lassen oder es besteht bereits ein Harnverhalt.
  • Der Druck im Augeninneren ist erhöht (Engwinkelglaukom).
  • Ihr Herz schlägt zu schnell (Tachykardie) oder es besteht eine Herzrhythmusstörung mit zu schnellem Herzschlag (Tachyarrhythmie).
  • Sie haben die (selten vorkommende) Muskelkrankheit Myasthenia gravis.
  • Ihre Leberfunktion ist bereits stark eingeschränkt.

Wenn Leber oder Nieren geschädigt sind, sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen, wenn dieser Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Das Mittel verstärkt die Wirkung und die unerwünschten Wirkungen von Amantadin (bei Parkinsonkrankheit), trizyklischen Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Doxepin, Imipramin, Trimipramin), einigen Neuroleptika wie Haloperidol, Olanzapin und Thioridazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen), Chinidin (bei Herzrhythmusstörungen) und Antihistaminika (bei Allergien).
  • Wenn Sie das Mittel gleichzeitig mit bronchienerweiternden Mitteln (Beta-Sympathomimetika mit Wirkstoffen wie Bambuterol, Clenbuterol, Fenoterol, Salbutamol, Terbutalin, bei Asthma) anwenden, kann sich der Herzschlag beschleunigen.
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Metoclopramid (bei Übelkeit, Erbrechen) verringern die Mittel gegenseitig ihre Wirkung.
  • Folgende Medikamente können die Leber für die Giftwirkung von Paracetamol empfindlicher machen: Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin (bei Epilepsien), Isoniazid und Rifampicin (bei Tuberkulose).

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Wenn Sie häufiger mehr als drei Gläser Alkohol am Tag trinken, kann die Leber empfindlicher auf Paracetamol reagieren. Sie sollten sich dann besser mit anderen Mitteln behandeln.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Magenschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit und Durchfall (bei mehr als 10 von 100 Behandelten) sind harmlos und vergehen, wenn Sie das Mittel nicht mehr anwenden.

Aufgrund des Anteils an Butylscopolamin kann sich der Mund trocken anfühlen. Auch können Beschwerden beim Wasserlassen einsetzen, z. B. Nachtröpfeln oder der Harnstrahl kann schwächer werden. Es kann auch sein, dass sich die Augen schlechter an den Wechsel zwischen Nah- und Fernsehen anpassen können (Akkommodationsstörung). Alle diese Störungen sind meist gering ausgeprägt und treten nur vorübergehend auf.

Verdauungs­beschwerden

Wenn die Bauchkrämpfe mit Fieber einhergehen, kann es sein, dass Sie aufgrund des Anteils an Paracetamol stärker schwitzen. Wenn kein Fieber vorliegt, kann sich die Haut aber aufgrund des Anteils an Butylscopolamin auch röten und heiß werden und die Schweißproduktion nachlassen.

Schmerzen

Aufgrund des Anteils an Paracetamol kann sich bei gleichzeitig auftretendem Fieber das Schwitzen verstärken. Wenn kein Fieber vorliegt, kann sich die Haut aber aufgrund des Anteils an Butylscopolamin auch röten und heiß werden und die Schweißproduktion nachlassen.

Muss beobachtet werden

Halten die im vorigen Abschnitt genannten Beschwerden beim Wasserlassen länger als fünf bis sieben Tage an oder tritt ein Harnverhalt auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Auch Nasenbluten kann ein Hinweis auf eine solche Überempfindlichkeitsreaktion sein.

Der Herzschlag kann sich beschleunigen und sich bis zum Herzrasen steigern. Wenden Sie sich bei solchen Herzrhythmusstörungen an den Arzt.

Sofort zum Arzt

Insbesondere bei Überdosierung und Daueranwendung ist zu beachten: Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Anhaltende Nierenschmerzen, eine plötzlich verringerte Urinmenge oder Blut im Urin sind ebenfalls Symptome, die Sie sofort zum Arzt führen sollten. Dann besteht der Verdacht, dass die regelmäßige Einnahme von Paracetamol die Nieren geschädigt hat. Eine solche Schmerzmittelniere kann bis zum Nierenversagen führen. Ab welcher Menge Paracetamol ein solcher Nierenschaden zustande kommt, ist noch nicht geklärt. Er wird aber umso wahrscheinlicher, je stärker die Nierendurchblutung verringert ist. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Sie Paracetamol mit anderen Schmerzmitteln kombinieren oder in zu großen Mengen einnehmen.

In wenigen Einzelfällen kann sich der Augeninnendruck so erhöhen, dass es zu einem Glaukomanfall kommt. Symptome dafür sind gerötete, schmerzende Augen, geweitete Pupillen, die sich bei Lichteinfall nicht mehr verengen, sowie sich hart anfühlende Augäpfel. Dann müssen Sie unverzüglich einen Augenarzt oder die nächste Notfallambulanz aufsuchen. Wird ein solcher akuter Glaukomanfall nicht sofort behandelt, können Sie erblinden.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus, und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Buscopan plus nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwölf Jahren sollten das Mittel nicht bekommen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Sie merken, dass das Mittel die Anpassungsfähigkeit Ihrer Augen verschlechtert, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs