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Krampflösendes Mittel: Butylscopolamin

Wirkungsweise

Butylscopolamin entspannt die Muskulatur im Darm oder in den Gallenwegen sowie der Gallenblase, wenn es in die Vene gespritzt wird. Dann wirkt das Mittel gut und ist bei schmerzhaften Bauchkrämpfen geeignet. Solche Spritzen sind rezeptpflichtig und deshalb nur im Rahmen einer ärztlichen Behandlung einzusetzen.

Aus dem Darm wird der Wirkstoff nur unzureichend aufgenommen. Wenn das Mittel als Tablette oder Zäpfchen angewendet wird, wirkt es allenfalls lokal im Magen-Darm-Bereich schwach krampflösend und ist deshalb mit Einschränkung geeignet.

Achtung

Wenn der Arzt das Mittel gespritzt hat, sollten Sie noch 15 bis 30 Minuten in der Praxis bleiben, damit er gegebenenfalls eingreifen kann, wenn unerwünschte Wirkungen auftreten.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie die Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben Engstellen und Blockaden im Magen-Darm-Trakt.
  • Der Dickdarm ist aufgrund chronischer Verstopfung stark erweitert (Megakolon).
  • Sie können aufgrund einer Prostatavergrößerung nur eingeschränkt Wasser lassen oder es besteht bereits ein Harnverhalt.
  • Der Druck im Augeninneren ist erhöht (Engwinkelglaukom).
  • Ihr Herz schlägt zu schnell (Tachykardie) oder es besteht eine Herzrhythmusstörung mit zu schnellem Herzschlag (Tachyarrhythmie).
  • Sie haben die (selten vorkommende) Muskelkrankheit Myasthenia gravis.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Butylscopolamin verstärkt die Wirkung und die unerwünschten Wirkungen von Amantadin (bei Parkinsonkrankheit), trizyklischen Antidepressiva (z. B. die Wirkstoffe Amitryptilin, Clomipramin, Doxepin), einigen Neuroleptika wie z. B. Haloperidol, Olanzapin oder Thioridazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen), Chinidin und Disopyramid (beide bei Herzrhythmusstörungen) und Antihistaminika (bei Allergien, Übelkeit).
  • Wenn Sie das Mittel gleichzeitig mit Beta-Sympathomimetika (z. B. die Wirkstoffe Formoterol, Salbutamol, Terbutalin, bei Asthma) anwenden, kann sich der Herzschlag beschleunigen.
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Metoclopramid (bei Übelkeit, Erbrechen) verringern sich die Mittel gegenseitig in ihrer Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Der Mund kann sich trocken anfühlen und die Schweißproduktion kann nachlassen, wobei sich die Haut röten und heiß werden kann.

Es können Beschwerden beim Wasserlassen einsetzen (z. B. Nachtröpfeln, schwächerer Harnstrahl).

Die Anpassungsfähigkeit der Augen an das Nah- und Fernsehen kann nachlassen (Akkomodationsstörung).

Alle diese Störungen sind meist gering ausgeprägt und treten nur vorübergehend auf.

Muss beobachtet werden

Halten die im vorigen Abschnitt genannten Beschwerden länger als fünf bis sieben Tage an oder tritt ein Harnverhalt auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hat dagegen ein Arzt Ihnen das Mittel verordnet, sollten Sie ihn aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Der Herzschlag kann sich beschleunigen und bis zum Herzrasen steigern. Wenden Sie sich bei solchen Herzrhythmusstörungen an den Arzt.

Wird das Mittel gespritzt, kann der Blutdruck sinken, Schwindel einsetzen und eine Hitzewallung im Gesicht auftreten (Flush).

Sofort zum Arzt

In wenigen Einzelfällen kann sich der Augeninnendruck so erhöhen, dass es zu einem Glaukomanfall kommt. Symptome dafür sind gerötete, schmerzende Augen, geweitete Pupillen, die sich bei Lichteinfall nicht mehr verengen, sowie sich hart anfühlende Augäpfel. Dann müssen Sie unverzüglich einen Augenarzt oder die nächste Notfallambulanz aufsuchen. Wird ein solcher akuter Glaukomanfall nicht sofort behandelt, können Sie erblinden.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die Mittel nur anwenden, wenn ein Arzt dies ausdrücklich für gerechtfertigt hält.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Anwendung bei Kindern unter sechs Jahren gibt es keine ausreichenden Erfahrungen. Daher sollten sie die Mittel nicht bekommen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn sich die Anpassungsfähigkeit der Augen verschlechtert, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs