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Carboanhydrasehemmer: Brinzolamid und Dorzolamid (Augentropfen)

Wirkungsweise

Brinzolamid und Dorzolamid hemmen das Enzym Carboanhydrase. Dieses Enzym kommt in den Augen vor und spielt dort eine Rolle bei der Kammerwasserproduktion. Wird das Enzym gehemmt, produzieren die Augen weniger Kammerwasser und der Augeninnendruck sinkt. Neben den Augen findet sich die Carboanhydrase auch in den Nieren. Das Enzym steuert, wie viel Wasser die Zellen aufnehmen, und wirkt sich auf den Kaliumhaushalt aus. Brinzolamid und Dorzolamid werden zwar lokal im Auge eingesetzt, gelangen aber dennoch in den Blutkreislauf und können auf diesem Weg auch im Körper unerwünschte Wirkungen hervorrufen.

Brinzolamid und Dorzolamid gelten als Reservemittel. Sie werden als "geeignet" angesehen, um einen grünen Star zu behandeln, wenn Betablocker nicht infrage kommen. Dann können sie als Einzelwirkstoffe angewendet werden. Senkt hingegen ein Betablocker oder ein Prostaglandin allein den Augeninnendruck nicht ausreichend, können sie mit diesen Wirkstoffen auch kombiniert zum Einsatz kommen.

Geeignet sind Produkte, die ohne Konservierungsmittel abgefüllt sind. Konservierte Produkte gelten als "auch geeignet". Näheres hierzu finden Sie unter Konservierungsmittel.

Anwendung

Die Mittel werden zwei-, höchstens dreimal täglich eingetropft.

Da die Wirkstoffe auch im Körper unerwünschte Wirkungen entfalten können, ist es wichtig, dass Sie nach jedem Eintropfen den Tränenkanal einige Minuten blockieren. Dies erreichen Sie, indem Sie leicht auf den Nasenknochen in den Augeninnenwinkeln drücken. So können Sie verhindern, dass das Mittel in den Blutkreislauf gelangt.

Weitere Hinweise zur richtigen Anwendung von Augenmitteln sowie Informationen zur Verkehrstüchtigkeit und beim Tragen von Kontaktlinsen lesen Sie unter Augenmittel anwenden.

Bei einer Glaukombehandlung sollten Sie den Augeninnendruck regelmäßig alle drei Monate durch einen Augenarzt kontrollieren lassen.

Azopt: Diese Augentropfen enthalten feste Stoffe (Suspension) und müssen daher vor dem Eintropfen sorgfältig geschüttelt werden.

Gegenanzeigen

Beide Wirkstoffe gehören chemisch gesehen zu den Sulfonamiden. Wenn Sie auf Sulfonamide (z. B. Sulfonylharnstoffe, die bei Diabetes eingesetzt werden, oder Sulfonamid-Antibiotika) allergisch reagieren, dürfen Sie die Mittel nicht oder nur mit Vorsicht einsetzen.

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie die Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben eine schwere Nierenfunktionsstörung. Die Mittel können den Flüssigkeitshaushalt erheblich beeinträchtigen.
  • Die Zusammensetzung Ihres Blutes ist auf bestimmte Weise gestört (hyperchlorämische Azidose).

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben eine Leberfunktionsstörung.
  • Sie haben außer grünem Star noch eine weitere Augenerkrankung. Für diesen Personenkreis gibt es noch keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Augentropfen mit Carboanhydrasehemmern.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Carboanhydrasehemmern in Augentropfen und als Tabletten erhöht sich das Risiko für Störungen im Wasser-Salz-Haushalt des Körpers.

Nebenwirkungen

Da die Wirkstoffe ins Blut und in den Körperkreislauf gelangen, können die Augenmittel grundsätzlich die gleichen unerwünschten Wirkungen haben wie innerlich angewendete Carboanhydrasehemmer.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bis zu 10 von 100 Behandelten geben an, dass die Augen nach dem Eintropfen des Medikaments brennen, stechen und jucken. Bei 1 von 1 000 Behandelten fühlt sich der Mund trocken an und es treten Übelkeit und Magenbeschwerden auf. 1 von 100 Behandelten klagt über einen bitteren, metallartigen oder auf andere Art ungewöhnlichen Geschmack. Vermutlich beruht das darauf, dass die Augentropfen durch den Tränennasengang abfließen und in die Mundhöhle gelangen. Diese unerwünschten Wirkungen lassen sich verringern, wenn Sie nach dem Eintropfen einige Minuten leicht auf den Tränenkanal zwischen Auge und Nase drücken.

Etwa 1 von 1 000 Behandelten empfindet zu Beginn der Behandlung ein Kribbeln in den Fingern und im Gesicht. Meist gibt sich das nach mehreren Tagen.

Häufig wird über Kopfschmerzen geklagt.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten mit Brinzolamid können an der Haut entzündliche Reaktionen und am Auge Juckreiz auftreten, was sich auf eine Überempfindlichkeit zurückführen lässt. Halten diese Hauterscheinungen an oder verschlimmern sie sich, sollten Sie sich an den Augenarzt wenden, um das weitere Vorgehen mit ihm abzusprechen.

An den Augen können sich verschiedene Arten von Entzündungen zeigen. Erscheint Ihr Auge gerötet oder sind die Lider verklebt, sollten Sie spätestens nach zwei Tagen den Augenarzt aufsuchen.

Durch diese Augentropfen können depressive Stimmungen ausgelöst werden. Wenn Sie oder Ihre Angehörigen vermuten, dass Sie davon länger als fünf Tage betroffen sind, sollten Sie das einem Arzt mitteilen.

Bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten können Herzbeschwerden wie bei einer Angina Pectoris auftreten. Sie beruhen darauf, dass Brinzolamid den Kaliumhaushalt stören kann. Bleiben die Beschwerden länger als sechs bis acht Stunden bestehen oder verschlimmern sie sich, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Wenn Sie sich länger als drei Tage schwindlig fühlen, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Etwa jeder Zehnte, der Dorzolamid anwendet, entwickelt eine allergische Reaktion am Auge mit Juckreiz und Rötung. Die Augenlider und die Bindehaut können sich entzünden. Je nachdem, wie heftig die Reaktionen sind, informieren Sie den Augenarzt umgehend oder im Laufe des nächsten Tages.

Sofort zum Arzt

Die allergischen Hauterscheinungen können sehr heftig werden und die gesamte Hautoberfläche erfassen. Wenn sich die gesamte Haut stark rötet, juckt und sich Bläschen bilden oder die Haut beginnt, sich abzulösen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten mit Brinzolamid können Nasenbluten und Atemnot auftreten. Bessert sich das nicht rasch, sollten Sie sofort einen Arzt rufen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern gibt es bisher nur begrenzte Erkenntnisse. Sie sollten mit diesen Mitteln nur behandelt werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Die Mittel können in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn Zubereitungen mit Timolol nicht in Frage kommen. Um zu verhindern, dass die Substanz in den Blutkreislauf gelangt, sollten Sie nach dem Eintropfen einige Minuten leicht auf den Tränenkanal zwischen Auge und Nase drücken.

Für ältere Menschen

Besonders bei älteren Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Mittel die Fähigkeit beeinträchtigen, Aufgaben durchzuführen, die hohe Ansprüche an Aufmerksamkeit und Koordination stellen.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Die beiden Wirkstoffe können den Wassergehalt der Hornhaut beeinflussen. Möglicherweise kann sich dadurch das Risiko vergrößern, dass Kontaktlinsen die Hornhaut schädigen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Schwindel kann die Reaktionsfähigkeit deutlich beeinträchtigen. Dann sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs