Medikamente im Test

Jodhaltige Mittel (äußerlich)

Wirkungsweise

Jod tötet Bakterien, Pilze und auch deren Sporen sowie Viren sehr wirksam ab und ist zur Desinfektion von Wunden und Haut geeignet.

Desinfektion von Haut und Wunden

Jodtinktur enthält reines Jod, bei den anderen Mitteln ist es an die Trägersubstanz Polyvinylpyrrolidon gebunden und wird dann als Povidon-Jod bezeichnet. In der Wunde wird das Jod freigesetzt und tötet die Mikroorganismen ab. Mit jodhaltigen Mitteln können Sie kleine und große Wunden sowie die umgebende Haut gut desinfizieren.

Entzündungen von Mund­schleimhaut und Zahn­fleisch

Auch die Mikroorganismen auf der Oberfläche der Mund- und Rachenschleimhaut werden von jodhaltigen Mitteln abgetötet. Allerdings wird der antibakterielle Effekt von Povidon-Jod durch den Speichel abgeschwächt. Zur vorübergehenden unterstützenden Behandlung von Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen ist das Mittel geeignet.

Anwendung

Desinfektion von Haut und Wunden

Auf intakte Haut und oberflächliche Schürfwunden können Sie Salbe, Tinktur oder Lösung direkt auftragen. Auf fettiger Haut lassen Sie das Mittel mindestens zehn Minuten einziehen, auf trockener Haut genügt eine Einwirkungszeit von einer Minute.

Für feuchte Umschläge verdünnen Sie die konzentrierte Lösung mit Wasser (ein Teil Lösung auf die doppelte, fünf- oder zehnfache Menge Wasser), tränken ein sauberes Tuch damit und legen es auf die Wunde. Sie können auch den verletzten Körperteil in der verdünnten Lösung baden.

Offene oder tiefe Wunden dürfen Sie nicht mit Jod spülen, weil dabei zu viel Jod in den Körper gelangen würde. Solche Verletzungen gehören sofort in ärztliche Behandlung.

Wenn sich die Wunde entfärbt, zeigt das an, dass das Mittel durch Eiter und Eiweißabsonderungen "verbraucht" ist und Sie es erneut auftragen sollten.

Entzündungen von Mund­schleimhaut und Zahn­fleisch

Für eine Behandlung im Mund- und Rachenraum verdünnen Sie Povidon-Jod im Verhältnis 1:4 (ein Teil Lösung, vier Teile Wasser) und spülen den Mund damit mehrmals täglich mindestens 30 Sekunden lang.

Achtung

Desinfektion von Haut und Wunden

Jodtinktur brennt auf verletzter Haut sehr stark, Povidon-Jod wird dagegen auch auf Wunden gut vertragen.

Entzündungen von Mund­schleimhaut und Zahn­fleisch

Wundflächen in Mund und Rachen, die größer sind als drei Zentimeter im Durchmesser, dürfen Sie nicht mit Betaisodona Mund-Antiseptikum behandeln, weil es dann die Schilddrüsenfunktion stören kann. Außerdem kann das Mittel Zahnspangen und -prothesen braun färben. Nehmen Sie diese vor der Behandlung deshalb besser heraus.

Gegenanzeigen

Wenn Sie eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) haben, dürfen Sie jodhaltige Mittel nicht anwenden. Das darin enthaltene Jod kann die Schilddrüsenfunktion noch weiter anregen, was mit starken Beschwerden verbunden sein kann (Herzrasen, Schweißausbrüche, Nervosität).

Auch unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Mittel nicht anwenden:

  • Sie reagieren auf Jod allergisch.
  • Sie werden mit radioaktivem Jod behandelt (z. B. wegen einer Schilddrüsenüberfunktion) oder bekommen es im Rahmen einer Diagnosemethode.
  • Sie haben die Hautkrankheit Dermatitis herpetiformis Duhring.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie lithiumhaltige Medikamente (bei manisch-depressiven Erkrankungen) einnehmen, dürfen Sie jodhaltige Mittel nicht längere Zeit oder großflächig anwenden.

Desinfektion von Haut und Wunden

Jodhaltige Mittel dürfen Sie nicht gleichzeitig mit wasserstoffperoxid- oder silberhaltigen Desinfektionsmitteln anwenden, weil sich die Mittel gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen können. Wenn Sie Povidon-Jod zusammen mit Octenisept anwenden, kann sich die Haut stark verfärben.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Haut kann sich röten. Am Ort des Auftragens kann sich ein Wärmegefühl entwickeln und die Haut kann sich verfärben.

Muss beobachtet werden

Wenn sich auf der Haut Bläschen bilden und die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf Jod. Dann sollten Sie das Mittel absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Mittel setzen Jod frei, das über die Wunde bzw. die Mundschleimhaut auch ins Blut gelangen kann. Besteht eine Schilddrüsenfunktionsstörung – die nicht immer mit Beschwerden einhergeht –, kann dieses Jod dazu führen, dass die Schilddrüse zu viel Hormon freisetzt. Das verursacht dann Herzrasen, Schwitzen, Unruhe, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, hohen Blutdruck. Wenden Sie sich bei solchen Symptomen an einen Arzt.

Sofort zum Arzt

Wenn sich der Hautausschlag verstärkt und zusätzlich Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Treten plötzlich Herzrasen, Fieber, Schwitzen, Unruhe, Angst, Erbrechen, Durchfall auf oder reagieren Sie auf Ansprache apathisch, sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Das sind Anzeichen für eine lebensbedrohliche Schilddrüsenüberfunktion, die unverzüglich behandelt werden muss.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Säuglinge bis einschließlich zum sechsten Lebensmonat dürfen Sie nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt mit diesen Mitteln behandeln.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft sollten Sie diese Mittel vor allem ab dem dritten Monat vermeiden, weil Jod durch den Mutterkuchen in den kindlichen Kreislauf gelangt und die noch unreife Schilddrüse des Kindes zu stark anregt. Wenn Sie schwanger geworden sind, während Sie eines der Mittel benutzt haben, sollten Sie es nicht mehr weiter anwenden. Eine versehentliche Anwendung bei kleinen Wunden wird jedoch als unproblematisch angesehen.

Auch in der Stillzeit sollten Sie jodhaltige Mittel nicht anwenden, weil diese in die Muttermilch übergehen und so die Schilddrüsenfunktion des Säuglings anregen können.

Für ältere Menschen

Bei älteren Menschen ist die Gefahr einer durch Jod ausgelösten Störung der Schilddrüsenfunktion erhöht.

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