Medikamente im Test

Jod

Wirkungsweise

Das Element Jod kommt in der Natur gebunden in Form seiner Salze vor, z. B. als Natriumjodid und Kaliumjodid. Für die Schilddrüsenhormone braucht der Körper jedoch elementares Jod. Darum wandelt er die Jodide, die er mit der Nahrung oder aus Medikamenten aufnimmt, in elementares Jod um, das die Schilddrüse in ihre Hormone einbaut.

Jod ist geeignet, einen Jodmangel zu beheben. Steht dem Körper genügend Jod zur Verfügung, kann er die erforderliche Menge Schilddrüsenhormone bilden. Ist diese Menge Hormone vorhanden, hören die Gehirndrüsen auf, das Schilddrüsengewebe zu vermehrtem Wachstum anzuregen. Der Kropf, der durch dieses Wachstum entstanden ist, wächst nicht mehr weiter. Insbesondere bei jüngeren Menschen kann er sich zurückbilden. Bei älteren Menschen begrenzt die Jodbehandlung dagegen meist nur das weitere Wachstum des Schilddrüsengewebes.

Wenn diese Behandlung abgeschlossen ist, können die Verwendung von jodiertem Speisesalz oder Jodidtabletten einem weiteren Jodmangel vorbeugen.

In einer Menge, die den täglichen Bedarf ganz erheblich überschreitet – je nach Alter können das zwischen 12,5 und 100 Milligramm am Tag sein –, eignet sich Jod, eine schwerwiegende Überfunktion der Schilddrüse rasch zu normalisieren, z. B. damit operiert werden kann. Es führt dazu, dass die Schilddrüse "abschaltet". Sie produziert keine Hormone mehr und die Schilddrüsenzellen, die noch Hormone gespeichert haben, setzen keine mehr frei.

Anwendung

Um einem Kropf vorzubeugen, werden täglich 100 bis 200 Mikrogramm Jodid eingenommen. Wenn die Jodidversorgung über die Nahrung nicht gewährleistet werden kann, ist eine dauerhafte Einnahme von Jodidtabletten erforderlich.

Um einen Kropf zu verkleinern, sind üblicherweise täglich 200 Mikrogramm Jodid, bisweilen auch 500 Mikrogramm, notwendig. Später genügen meist 6 bis 12 Monate lang 100 bis 200 Mikrogramm täglich.

Für Menschen, die die tägliche Einnahme einer Tablette nicht gewährleisten können, gibt es Produkte, die einmal pro Woche eingenommen werden. Bei diesen enthält eine Tablette so viel Jodid, dass es für eine ganze Woche ausreicht. Diese Mittel sind vor allem für Personen mit erhöhtem Jodbedarf geeignet, z. B. Jugendliche. Wenn Sie eines dieser Präparate verwenden, sollten Sie einen Merkkalender führen, um sicherzustellen, dass Sie die Einnahme nicht vergessen, aber auch nicht versehentlich mehr als eine Tablette in der Woche schlucken.

Achtung

Bei Einnahme von Jodid ist eine Radiojodbehandlung weniger effektiv.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie kein Jodid einnehmen:

  • Der Verdacht, dass ein Schilddrüsenkrebs vorliegt, ist nicht ausgeräumt.
  • Es besteht eine Schilddrüsenüberfunktion.
  • Sie leiden an einer speziellen Hautkrankheit (Dermatitis herpetiformis Duhring).
  • Sie haben eine Unverträglichkeit gegenüber Jod.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig gegeneinander abwägen:

  • Es liegt eine akute Schilddrüsenerkrankung vor oder eine solche ist gerade abgeklungen.
  • In der Schilddrüse gibt es autonome Bereiche. Das sind Zellansammlungen oder Knoten, deren Hormonproduktion nicht mehr der Steuerung durch die Gehirndrüsen gehorcht. Derartiges kommt häufig bei Menschen vor, deren Kropf schon lange Zeit besteht, und bei solchen, die älter sind als 40 Jahre. Wenn deren Schilddrüse plötzlich mehr Jod zur Verfügung hat, produzieren die autonomen Bereiche so viel Hormon, dass es zu einer Überfunktion kommen kann ("heißer Knoten"). Daher sollte bei diesen Menschen vor einer Jodbehandlung mit einer Szintigrafie abgeklärt werden, ob sich in der Schilddrüse heiße oder kalte Knoten befinden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Der Kaliumanteil, der durch Kaliumjodid in den Körper gelangt, belastet den Kaliumhaushalt. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn Sie zusätzlich kaliumsparende Diuretika (bei hohem Blutdruck, Nierenfunktionsstörungen) einnehmen.
  • Eine Reihe von Arzneimitteln enthält Jod. Kommt dieser Anteil zu den Jodidtabletten hinzu, kann die kritische Grenze überschritten werden, ab der unerwünschte Wirkungen zu erwarten sind. Zu diesen Arzneimitteln gehören vor allem Röntgenkontrastmittel, Povidon-Jod und Jodtinktur (bei Hauterkrankungen, zur Desinfektion) sowie Amiodaron (bei Herzrhythmusstörungen).

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Wenn Sie Anzeichen bemerken, wie sie für eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion typisch sind, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Symptome einer Unterfunktion sind Müdigkeit, Trägheit, depressive Stimmung, raue Haut und spröde Haare; die einer Überfunktion sind unter anderem Unruhe, schneller Herzschlag, Händezittern, Schwitzen und Gewichtsverlust.

Bei Personen, die eine Schilddrüsenentzündung haben oder hatten, besteht bei Jodzufuhr das Risiko einer Unterfunktion. Sie sollten besser Schilddrüsenhormone erhalten. Bei Menschen mit einer Schilddrüsenautonomie kann sich durch Jod eine Überfunktion entwickeln.

Fieber, Reizhusten, akneartiger Hautausschlag, Jucken und Brennen der Augen, Durchfall, Kopfschmerzen und metallischer Geschmack im Mund können Zeichen einer Unverträglichkeit von Jod sein. Von diesen Beschwerden sollten Sie einem Arzt berichten.

Jodetten Henning 1x wöchentlich Tabletten: Wenn sich die Haut rötet, juckt und sich zusätzlich Bläschen bilden, vertragen Sie das Mittel vermutlich nicht. Dann sollten Sie es nicht mehr anwenden. Haben sich die Hauterscheinungen einige Tage danach nicht merklich gebessert, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Jodetten Henning 1x wöchentlich Tabletten: Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann. Allergische Reaktionen auf Jod sind allerdings sehr selten. Näheres hierzu lesen Sie unter Allergisch gegen Jod?.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Jodmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung sollte bei Kindern und Jugendlichen immer durch einen Arzt behandelt werden.

Säuglinge brauchen täglich etwa 50 Mikrogramm Jodid, Kinder bis zwölf Jahre etwa 100 Mikrogramm, um einem Kropf vorzubeugen. Jugendliche erhalten hierfür dieselbe Dosierung wie Erwachsene.

Um einen Jodmangelkropf zu behandeln, erhalten Säuglinge, Kinder und Jugendliche Jodid in einer Dosierung von 100 bis 200 Mikrogramm.

Jodetten Henning 1x wöchentlich Tabletten: Kinder unter sechs Jahre können das Mittel in einer Dosierung von einer halben Tablette pro Woche erhalten. Ältere Kinder erhalten eine Tablette pro Woche.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Ab der zehnten bis zwölften Woche produziert das ungeborene Kind seine Schilddrüsenhormone selbst. Dazu benötigt es ausreichend Jod. Deshalb sollten schwangere Frauen pro Tag bis zu 250 Mikrogramm Jodid zu sich nehmen. Viel mehr darf es allerdings nicht sein, sonst schaltet sich die Schilddrüse des Kindes ab und es wird mit einer Schilddrüsenunterfunktion geboren. Aus diesem Grund verbietet sich während der Schwangerschaft eine Kropfbehandlung mit hoch dosiertem Jodid.

Schwangere Frauen sollten die Einnahme von Jodidtabletten in jedem Fall mit einem Arzt absprechen.

Stillende Frauen sollten täglich etwa 250 Mikrogramm Jodid aufnehmen. Auch sie sollten die Einnahme von Jodidtabletten mit einem Arzt absprechen.

Für ältere Menschen

Ältere Personen dürfen nicht mehr als 50 bis 100 Mikrogramm Jodid pro Tag einnehmen, weil sie die Hormone langsamer abbauen. Außerdem haben sie häufiger als jüngere Menschen autonome Bezirke in der Schilddrüse, die durch eine größere Jodidgabe aktiviert werden können.

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