Medikamente im Test

Insektizid: Permethrin

Wirkungsweise

Permethrin ist ein Insektizid, das zur Behandlung bei Kopflausbefall und Krätze Anwendung findet. Es ist ein synthetischer Wirkstoff, der sich von dem aus Chrysanthemenblüten gewonnenen natürlichen Pyrethrum ableitet.

Kopflausbefall

Das Mittel galt lange Zeit – wie andere insektizidhaltige Läusemittel – als Standardmittel.

Permethrin wirkt stark giftig auf Insekten, auch auf Läuse, und seine Wirkung hält lange an. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass Permethrin die Läuse mitsamt den Larven schnell und zuverlässig abtötet. Der Nachteil besteht darin, dass auch aufgrund der langen Wirkdauer von Permethrin Wirkstoffreste in den Haaren oder auf der Kopfhaut verbleiben können, auch wenn die Behandlung schon abgeschlossen ist. In dieser Zeit können Nissen schlüpfen, die die erste Behandlung überlebt haben. Diese neu geschlüpften Larven werden mit den niedrig konzentrierten Permethrinresten nicht mehr sicher abgetötet, sondern möglicherweise sogar unempfindlich (resistent) gegen den Wirkstoff.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Permethrin leicht durch die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen wird und so das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen kann. Bei langfristiger, großflächiger und hoch dosierter Anwendung besteht die Gefahr von Nervenschäden, weil der Wirkstoff sehr lange im Körper verweilt.

Diese Nachteile gibt es mit Mitteln, die Silikonöle enthalten, nicht. Aus diesen Gründen ist Permethrin nur unter strikter Beachtung der Gebrauchsinformation und ausschließlich dann anzuwenden, wenn tatsächlich Kopfläuse vorhanden sind, nicht etwa vorbeugend, wenn bei anderen Menschen Läuse aufgetreten sind. Unter diesen Voraussetzungen ist Permethrin bei Läusebefall auch geeignet.

InfectoPedicul wird zur Behandlung von Kopfläusen bei Kindern von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet und steht auf der Entwesungsliste des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Krätze

Permethrin wirkt stark giftig auf Krätzmilben und seine Wirkung hält lange an. Bei Krätze ist das besonders wichtig, weil die Tiere in Gängen unter der Haut leben, wo sie nicht so leicht erreicht werden können. Mit Permethrin lassen sich die Milben zuverlässig abtöten, die Creme ist zur Behandlung von Krätze geeignet.

Anwendung

Kopflausbefall

Sie durchtränken die Haare mit der Flüssigkeit und verreiben das Mittel gut auf der Kopfhaut. Bei längerem Haar müssen Sie etwa 50 Milliliter InfectoPedicul anwenden, bei kurzem Haar genügen 25 Milliliter. Wenn das Haar sehr dicht oder sehr lang ist, können als ausreichende Menge bis zu 150 Milliliter notwendig sein. Damit Ihre Hände mit der Flüssigkeit nicht in Berührung kommen, sollten Sie Plastikhandschuhe tragen. Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht mit Mund, Nase, Augen oder anderen Schleimhäuten in Berührung kommt, weil es diese stark reizen kann.

Den Haaransatz an Stirn und Nacken sowie hinter den Ohren müssen Sie besonders sorgfältig bearbeiten, weil sich die Läuse dort gern sammeln. Beginnen Sie mit der Behandlung außen und arbeiten Sie sich langsam zur Kopfmitte vor. Anschließend lassen Sie die Flüssigkeit 30 bis 45 Minuten lang auf dem unbedeckten Kopf einwirken. Decken Sie den Kopf nicht mit einer Duschhaube ab, weil das Insektizid dann stärker in den Körper aufgenommen werden kann. Nach Ablauf der Einwirkzeit waschen Sie die Haare mehrmals gründlich mit klarem, warmem Wasser aus. Damit keine Läuse oder Nissen hängen bleiben, kämmen Sie die Haare anschließend Strähne für Strähne mit einem engzinkigen Kamm durch. Solche speziellen Läusekämme (am besten aus Metall) erhalten Sie in Apotheken. Anschließend sollten Sie die Haare drei Tage lang nicht mit Shampoo waschen.

Da unsicher ist, dass eine einmalige Anwendung der Mittel die Läuse hundertprozentig sicher entfernt, sollten Sie die Behandlung in jedem Fall nach acht bis zehn Tagen noch einmal wiederholen. Kämmen Sie sicherheitshalber in den nachfolgenden Tagen weiterhin die Haare sorgfältig aus – auch bei den Kontaktpersonen. Falls trotzdem noch Läuse oder Nissen vorhanden sind, ist es ratsam, ein Mittel mit einem anderen Wirkstoff anzuwenden. Möglicherweise sind die Läuse gegen das zuerst verwendete Mittel bereits resistent.

Später als zehn Tage nach der ersten Behandlung sollte die zweite Behandlung aber nicht erfolgen, da ab dem elften Tag nachgeschlüpfte Weibchen bereits neue Eier ablegen können.

Krätze

Die Creme muss mindestens acht Stunden einwirken, am besten über Nacht. Vorher sollten Sie nicht baden oder duschen. Wenn Sie die Hände zwischendurch waschen müssen, cremen Sie sie anschließend erneut ein und achten dabei auch auf die Hautbereiche unter den Fingernägeln. Auch wenn andere Hautbereiche während der Behandlungszeit gewaschen werden, wie etwa das Gesäß oder der Intimbereich, muss die Creme danach wieder sorgfältig aufgetragen werden.

Meist genügt eine einmalige Anwendung, bei hartnäckigem Befall ist die Behandlung aber nach zwei Wochen noch einmal zu wiederholen. Wichtig zu wissen: Der Juckreiz lässt nach der Behandlung nicht sofort nach, sondern hält mitunter noch etwas an.  

Das Mittel trocknet die Haut stark aus. Achten Sie darauf, die Haut nach Abschluss der Behandlung sehr gut mit wirkstofffreien Hautcremes zu pflegen – das gilt ganz besonders bei Kindern.

Achtung

Kopflausbefall

Lüften Sie nach der Behandlung den Raum gründlich.

Sorgen Sie dafür, dass während der Behandlung keine offene Feuerquelle im Raum ist (Elektrostrahler mit glühenden Heizstäben, Toaster, Gas-Durchlauferhitzer, Föhn, brennende Zigaretten, Kerzen). Das Mittel ist feuergefährlich und kann sich entzünden.

Wenn Sie ein Aquarium oder Terrarium haben, sollten Sie Abstand dazu halten, weil das Mittel auch für Fische und Reptilien giftig ist.

Krätze

Alle Kontaktpersonen, insbesondere Familienmitglieder und Partner, sollten ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Bei engem Kontakt kann es sinnvoll sein, die Kontaktpersonen vorbeugend mitzubehandeln, auch wenn sich keine Hauterscheinungen zeigen.

Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommt, auch auf offene Hautstellen oder Wunden sollten Sie die Creme nicht auftragen.

Gegenanzeigen

Kopflausbefall

Wenn durch starkes Kratzen kleine Hautwunden entstanden sind, sollten Sie das Mittel vorsichtshalber nicht anwenden. Durch die offenen Stellen kann der Wirkstoff vermehrt in den Körper gelangen und unerwünschte Wirkungen verursachen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die mit dem Mittel behandelte Haut kann sich röten, brennen, jucken und prickeln. Solche Symptome verschwinden meist nach ein bis zwei Stunden wieder.

Krätze

Die Haut trocknet häufig stark aus und schuppt dann etwas. Pflegen Sie die Haut deshalb ein bis zwei Tage nach der Anwendung des Mittels mit einer fett- und feuchtigkeitshaltigen Lotion oder einem Ölbad.

Es können vorübergehend Kopfschmerzen auftreten.

Muss beobachtet werden

Falls die oben genannten Hautsymptome nach zwei bis drei Tagen nicht verschwunden sind oder wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Krätze

Wenn Empfindungsstörungen wie Wärme- und Kältegefühl auftreten und länger als zwei Tage anhalten, sollten Sie den Arzt informieren.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Kribbeln oder Taubheitsgefühle an Körper oder Gliedmaßen sollten Sie schnellstmöglich von einem Arzt abklären lassen. Es kann sich um durch Permethrin hervorgerufene Schädigungen des Nervensystems handeln.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kopflausbefall

Säuglinge dürfen mit dem Mittel ab dem dritten Lebensmonat behandelt werden, allerdings bis zum Alter von drei Jahren nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Insbesondere bei Kleinkindern sind die Behandlungsvorschriften unbedingt einzuhalten. Bei Kindern im Alter von drei Monaten bis drei Jahre dürfen Sie insgesamt höchstens 25 Milliliter des Mittels anwenden.

Krätze

Neugeborene und Säuglinge unter zwei Monaten sollten nicht mit dem Mittel behandelt werden. Auch für Kinder unter zwei Jahren sind die Erfahrungen noch begrenzt. Die Behandlung muss daher von einem Arzt beaufsichtigt werden.

Bei Kleinkindern empfiehlt es sich, auch das Gesicht, die Ohren und die Kopfhaut mitzubehandeln. Die Mundregion müssen Sie aussparen, damit das Kind die Creme nicht ableckt. Auch zu den Augen sollten Sie einen größeren Abstand einhalten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Kopflausbefall

Permethrin kann in die Haut eindringen und unerwünschte Wirkungen hervorrufen. In der Schwangerschaft sollten Sie dieses Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden und nur dann, wenn ein Behandlungsversuch mit dem rezeptfreien Wirkstoff Dimeticon die Läuse nicht zuverlässig beseitigen konnte. Das gilt auch für die Stillzeit.

Krätze

Für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen einige Erfahrungen vor. Im ersten Drittel der Schwangerschaft können Sie die Creme einsetzen, aber sicherheitshalber nur, wenn eine Behandlung unbedingt erforderlich ist. Im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft können Sie das Mittel anwenden.

Nach Expertenmeinung kann während der Anwendung des Mittels gestillt werden.

Für ältere Menschen

Krätze

Sie sollten auch Gesicht, Ohren und Kopfhaut mitbehandeln, weil diese Bereiche häufiger mitbetroffen sind. Die Augenregion ist jedoch sorgfältig auszusparen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs