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Immunsuppressivum: Pimecrolimus

Wirkungsweise

Pimecrolimus ist ein Immuntherapeutikum, das bestimmte Abwehrreaktionen des Körpers unterdrückt und bei Neurodermitis die entzündliche Hautreaktion bei leichter bis mittelschwerer Neurodermitis abschwächen kann. Testergebnis Pimecrolimus

In dieser Eigenschaft ist es allerdings nicht besser wirksam als die Standardtherapie mit Glucocorticoiden.

Ein Vorteil von Pimecrolimus könnte sein, dass seine Anwendung auch in Hautfalten und im Gesicht möglich ist. Dort sollten Glucocorticoide nicht eingesetzt werden, weil die Gefahr besteht, dass die Haut sonst zu dünn wird oder vermehrt unerwünschte Wirkungen auftreten, wie die Entwicklung einer Rosazea oder einer Mundrose (perioralen Dermatitis). Nach experimentellen Untersuchungen und einer kleinen Untersuchung an Menschen beeinträchtigt Pimecrolimus die Barrierefunktion der Haut kaum und ist deshalb auch vorteilhaft, wenn die Haut – zum Beispiel an den Händen – bei der Arbeit nicht anders vor dem Einfluss schädigender Stoffe geschützt werden kann.

Pimecrolimus zählt zur Wirkstoffklasse der Calcineurin-Hemmstoffe. Diese stehen nach Tierversuchen und Berichten zur Anwendung bei Menschen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Das ist vor allem für die Langzeitbehandlung bei schwerer Neurodermitis von Bedeutung. Die vorliegenden Untersuchungsdaten lassen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine definitive Aussage hierzu zu. Werden alle bislang vorliegenden Untersuchungen gemeinsam betrachtet, findet sich kein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen allgemein, allerdings liegt das Risiko für die Entwicklung von Lymphomen unter bei Behandlung mit Calcineurin-Hemmstoffen geringfügig höher als bei einer Behandlung mit Glucocorticoiden. Lymphome treten nur selten auf, das Risiko für den Einzelnen durch die Behandlung ist daher sehr gering.

Noch ist auch unklar, wie sich Calcineurin-Antagonisten auf die Entwicklung des Immunsystems bei Kindern auswirken, wenn diese länger damit behandelt werden. In einer Studie über fünf Jahre hatten Kinder, die mit Pimecrolimus behandelt wurden, geringfügig mehr leichte Haut- und Atemwegsinfektionen als Kinder, die cortisonhaltige Mittel anwendeten.

Das Immuntherapeutikum sollte daher nicht generell als Erstwahlmittel bei Neurodermitis eingesetzt werden, sondern nur dann, wenn Glucocorticoide nicht ausreichend wirkten oder nicht infrage kommen, etwa weil sie nicht vertragen werden oder die Anwendung im Gesicht erfolgen soll. Hierfür ist Pimecrolimus geeignet.

Zudem ist aus Sicherheitsgründen darauf zu achten, dass beim Einsatz des Mittels nur die betroffenen Hautstellen behandelt werden und die Anwendung so kurz wie möglich erfolgt.

Im Vergleich zu einem weiteren Immunsuppressivum, Tacrolimus, das ebenfalls bei Neurodermitis äußerlich angewendet wird, ist Pimecrolimus schwächer wirksam, was auch in der unterschiedlichen Bewertung der Mittel deutlich wird.

Anwendung

Das Mittel ist nur auf die krankhaft veränderten Hautstellen aufzutragen. Eine Behandlung mit Pimecrolimus ist so kurz wie möglich durchzuführen, keinesfalls sollte eine Dauerbehandlung mit dem Mittel erfolgen.

Sie tragen die Creme zweimal täglich (morgens und abends) über einen Zeitraum von ein bis drei Wochen dünn auf den erkrankten Hautbereich auf. Sobald die Hautausschläge abgeklungen sind, sollten Sie das Mittel ausschleichend absetzen. Ist nach sechs Wochen noch keine Besserung zu erkennen, sollten die Mittel nicht weiter angewendet werden.

Wenn die Neurodermitis nach dem Absetzen wiederkehrt, kann die Behandlung erneut mit zweimal täglicher Anwendung der Creme begonnen werden.

Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht mit Schleimhäuten in Kontakt kommen. Nach der Anwendung sollten Sie sich deshalb sorgfältig die Hände waschen. Auch sollten Sie das Mittel nicht auf Stellen auftragen, die hautkrebsverdächtig sind (z. B. sehr dunkle und in ihrer Größe sich verändernde Leberflecke).

Sie können rückfettende Pflegeprodukte direkt nach dem Einziehen der Elidel-Creme anwenden.

Achtung

Es ist unklar, ob Sonnenbestrahlung bei der Anwendung von Pimecrolimus auf der Haut das Risiko für Nebenwirkungen erhöht.

Während der Anwendung sollten Sie die Haut nicht der Sonne aussetzen und auch nicht ins Solarium gehen, weil unklar ist, ob der Wirkstoff die Haut empfindlicher für UV-Strahlung macht. Wenn Sie sich an sonnigen Tagen im Freien aufhalten, sollten Sie ein Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

Dieses Mittel wird mitunter auf ärztliche Verordnung bei Schuppenflechte eingesetzt, auch wenn es bisher keine Zulassung dafür hat. Dann dürfen Sie nicht gleichzeitig eine Therapie mit UV-B- oder UV-A-Strahlen in Kombination mit dem Wirkstoff Psoralen (PUVA-Therapie) durchführen.

Unter abgeschlossenen Verbänden sollten Sie den Wirkstoff nicht anwenden, weil das Mittel dann verstärkt in die Haut eindringt und die Gefahr unerwünschter Wirkungen steigt.

Gegenanzeigen

Wenn Sie auf eine bestimmte Art von Antibiotika (Makrolide, z. B. Erythromycin, bei bakteriellen Infektionen) allergisch reagieren, dürfen Sie das Mittel nicht anwenden.

Wenn Sie an einer ausgedehnten Hautrötung am gesamten Körper (Erythrodermie) leiden, können möglicherweise verstärkt Nebenwirkungen auftreten. Erfahrungen mit Pimecrolimus bei diesem Erkrankungsbild liegen nicht vor, daher soll Pimecrolimus in diesen Fällen nicht eingesetzt werden.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung von Pimecrolimus sorgfältig abwägen:

  • Sie leiden an einer angeborenen Immunschwäche oder Sie bekommen Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, – beispielsweise aufgrund einer Organtransplantation, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. In dieser Situation könnte das Risiko erhöht sein, dass sich ein Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) entwickelt.
  • Es ist generell Vorsicht geboten, wenn Ihre Lymphknoten über längere Zeit geschwollen sind und einfache Infektionen als Ursache ausgeschlossen werden können.
  • Ihre Leberfunktion ist beeinträchtigt.
  • Ihre Haut ist außergewöhnlich durchlässig (Netherton-Syndrom). Dann kann Pimecrolimus verstärkt in den Körper aufgenommen werden und das Risiko für Nebenwirkungen steigt.
  • Die aufgrund der Neurodermitis veränderten Hautveränderungen sind infiziert.
  • Sie neigen zu Herpesinfektionen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

In welcher Menge das Mittel in den Körper aufgenommen wird, ist abhängig von der Ausdehnung der Hautveränderungen. Menschen, die einen akuten Schub haben und das Mittel großflächig auftragen müssen, wird empfohlen, sich zu Beginn und bis zu zwei Wochen nach Abschluss der Behandlung nicht impfen zu lassen. Impfungen sollten besser vor der Behandlung oder in den Behandlungspausen durchgeführt werden. Wenn Pimecrolimus in den Körper aufgenommen wird, kann dies die Wirksamkeit des Impfstoffes abschwächen oder ganz zunichte machen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Wenn Sie Alkohol trinken, können sich die unerwünschten Wirkungen auf die Haut verstärken.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei etwa einem Fünftel der Behandelten kann sich auf der Haut ein Wärmegefühl entwickeln, die Haut kann sich röten oder brennen. Diese Hautreizung ist leicht bis mäßig stark ausgeprägt und klingt meist innerhalb der ersten Behandlungswoche wieder ab.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten rötet sich die Haut verstärkt und juckt. Vermutlich handelt es sich dabei um eine allergische Reaktion auf das Mittel. Es kann sich aber um eine Unverträglichkeitsreaktion handeln: Alkohol wird von Behandelten nicht mehr gut vertragen und es kommt zu Rötungen im Gesicht und zu Hautreizungen. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Das Risiko für Hautinfektionen, beispielsweise Herpesinfektionen, Akne, Impetigo oder Entzündungen am Haarbalg, steigt. Wenn sich wässrige Bläschen oder Pickel bilden, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie die Behandlung fortsetzen sollen.

Wenn sich die Hautstelle, auf die die Creme aufgetragen wird, taub anfühlt, kribbelt oder schmerzt, sollten Sie dem Arzt davon berichten.

Schwellen Lymphknoten im Bereich des Halses oder des Unterkiefers an und diese Beschwerden dauern über mehr als zwei Wochen an, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Wenn Sie Veränderungen auf der Hautoberfläche feststellen oder wenn sich bereits vorhandene Leberflecke verändern, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Da für die Anwendung in der Schwangerschaft keine ausreichenden Erkenntnisse vorliegen, sollten Sie das Mittel sicherheitshalber nicht anwenden.

Die Anwendung während der Stillzeit ist vertretbar, wenn Glucocorticoide nicht infrage kommen. In diesem Fall darf das Mittel aber nicht auf der Brust aufgetragen werde, um zu verhindern, dass der Säugling damit in Berührung kommt.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Das Mittel kann an Kinder mit einer leichten bis mittelschweren Neurodermitis ab einem Alter von drei Monaten verabreicht werden. In einer Langzeituntersuchung, in der Säuglinge über fünf Jahre beobachtet wurden, lagen Antikörpertiter nach Impfungen und Immunglobulinwerte als Maß für eine normale Entwicklung der Immunabwehr auf ähnlichem Niveau. Allerdings weist die Studie methodische Qualitätsmängel auf, was ihre Aussagekraft einschränkt. Es bedarf daher weiterer Studien um die Verträglichkeit des Mittels bei Kindern im Vergleich zu Glucocorticoiden abschließend zu beurteilen.

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