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Immunsuppressivum: Ciclosporin

Wirkungsweise

Ciclosporin gehört zu den Immunsuppressiva und wird bei rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte eingesetzt. Es unterdrückt die Funktionen des Immunsystems, indem es die Produktion von körpereigenen Eiweißstoffen, die an Immunreaktionen beteiligt sind, hemmt. Die Bildung von Antikörpern, mit denen Infektionen bekämpft werden, beeinflusst Ciclosporin dagegen nicht.

Testergebnis Ciclosporin

Rheumatoide Arthritis

Ciclosporin wird gemeinsam mit anderen klassischen Basismitteln bei rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Die Wirksamkeit von Ciclosporin als Basismedikament bei rheumatoider Arthritis ist nachgewiesen. Wie wirksam es im Vergleich zu den Basismitteln der ersten Wahl – Methotrexat und Sulfasalazin – ist, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Die kombinierte Einnahme von Methotrexat und Ciclosporin ist allerdings bei den Personen klar von Nutzen, denen Methotrexat allein nicht ausreichend geholfen hat. Inzwischen hat der therapeutische Stellenwert von Ciclosporin abgenommen, da bei unzureichender Wirksamkeit von Methotrexat verschiedene biologische Basismedikamente zur Verfügung stehen.

Bei einer Behandlung mit Ciclosporin kann der Blutdruck erheblich ansteigen und es können sich Nierenschäden einstellen, die sich nicht immer wieder zurückbilden. Bei jedem Zehnten kann es zu unerwünschtem Haarwuchs kommen. Daher bleibt Ciclosporin besonders schweren Formen von rheumatoider Arthritis vorbehalten, die auf andere Basismittel allein nicht ausreichend angesprochen haben. Es wird als "mit Einschränkung geeignet" beurteilt.

Schuppenflechte

Ciclosporin bremst eine Schuppenflechte schnell und wirksam, bei einem Drittel bis zur Hälfte der Patienten verschwindet sie sogar ganz. Allerdings geht der Therapieerfolg mit unter Umständen schwerwiegenden Nebenwirkungen einher: Der Blutdruck kann stark ansteigen und es können sich Nierenschäden einstellen, die sich nicht immer zurückbilden. Daher sollte Ciclosporin erst angewendet werden, wenn eine sehr schwere Schuppenflechte vorliegt, die mit anderen Maßnahmen wie z. B. der PUVA-Therapie oder mit Methotrexat nicht ausreichend behandelt werden kann.

Anwendung

Während einer Ciclosporinbehandlung müssen alle vier Wochen die Nieren- und Leberfunktion sowie das Blut und der Urin untersucht und der Blutdruck kontrolliert werden, um die wichtigsten Nebenwirkungen rechtzeitig zu erfassen.

Rheumatoide Arthritis

Die verordnete Tagesdosis bei rheumatoider Arthritis wird auf zwei Einzelgaben verteilt eingenommen. Die Tagesdosierung sollte zunächst auf 3,0 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht begrenzt bleiben. Bis sich die volle Wirkung von Ciclosporin entfaltet, können bis zu drei Monate vergehen. Erscheint der Effekt nach sechs Wochen unzureichend, kann die tägliche Dosierung auf 5,0 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht gesteigert werden. Ist nach längstens drei Monaten keine Besserung zu verzeichnen, sollte die Behandlung beendet werden.

Schuppenflechte

Die Dauer der Anwendung von Ciclosporin beträgt bei sehr schwerer Psoriasis üblicherweise 12 bis 16 Wochen. Bessert sich das Hautbild mit Ciclosporin, sollte die Dosis nach dieser Zeit in monatlichen Abständen langsam reduziert werden. Blüht die Schuppenflechte währenddessen erneut auf, kann Ciclosporin wieder höher dosiert werden.

Bessert sich das Hautbild aber nach vier bis sechs Wochen nicht und bleibt auch eine nachfolgende Erhöhung der Dosis erfolglos, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Ist die Behandlung erfolgreich, kann sie in Intervallen wiederholt werden. Da die Schuppenflechte in der Regel in Schüben auftritt, werden hier normalerweise keine festen Intervalle eingehalten, vielmehr bestimmt das Hautbild den Zeitpunkt, wann die Therapie wieder aufgenommen wird.

Achtung

Diese Mittel enthalten Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen sie nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Während einer Therapie mit Ciclosporin sollten Sie nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden (z. B. gegen Masern, Mumps, Röteln, Rotaviren, Windpocken, Gelbfieber). Bei dem durch Ciclosporin geschwächten Abwehrsystem kann der Impfstoff zu der Infektion führen, gegen die geimpft werden soll. Zudem wird der Impfschutz ungewiss.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken durch den Arzt mit Ciclosporin behandelt werden:

  • Ihre Nierenfunktion ist eingeschränkt.
  • Der Blutdruck ist zu hoch.
  • Sie haben eine akute Infektion.
  • Sie haben oder hatten bereits einmal eine Krebserkrankung.
  • Sie haben eine schwere Lebererkrankung oder es besteht eine Virus-Hepatitis.
  • Sie haben erhöhte Harnsäure- oder Kaliumwerte im Blut.
  • Sie erhalten eine PUVA-Therapie.

Je nach Ausprägung der Erkrankung oder der Organfunktion muss der Arzt die Dosierung von Ciclosporin verringern.

Schuppenflechte

Wenn die Schuppenflechte bereits mit Retinoiden wie z. B. Acitretin (Handelsname Neotigason) behandelt wird, dürfen Sie nicht zugleich Ciclosporin einnehmen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bei der gleichzeitigen Verwendung von Ciclosporin und anderen Arzneimitteln gibt es eine Vielzahl von Wechselwirkungen. Im Folgenden sind die wichtigsten benannt. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die in dieser Aufzählung nicht enthalten sind, sollten Sie sicherheitshalber mit dem Arzt oder Apotheker sprechen und klären, ob Wechselwirkungen zu erwarten sind.

  • Folgende Substanzen verstärken die Wirksamkeit von Ciclosporin: Antibiotika, insbesondere aus der Gruppe der Makrolide (mit Wirkstoffen wie z. B. Erythromycin) oder der Aminoglycoside (mit Wirkstoffen wie z. B. Gentamicin, alle bei bakteriellen Infektionen), die Pille zur Empfängnisverhütung, Amiodaron (bei Herzrhythmusstörungen), Allopurinol (bei Gicht), antiviral wirkende Medikamente wie Saquinavir (bei HIV-Infektion) sowie der zu den Calciumantagonisten gehörende Wirkstoff Lercanidipin (bei hohem Blutdruck) und Imidazole wie Fluconazol, Ketoconazol und Itraconazol in Tablettenform (bei schweren Pilzinfektionen). Ciclosporin muss dann möglicherweise geringer dosiert werden.
  • Folgende Substanzen schwächen die Wirksamkeit von Ciclosporin ab: Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon (alle bei Epilepsien), Metamizol (bei Schmerzen), Johanniskrautextrakt (bei Depressionen) und Rifampicin (bei Tuberkulose). Möglicherweise muss Ciclosporin dann höher dosiert werden.
  • Wenden Sie Mittel mit Orlistat (bei Übergewicht) an, um die Aufnahme von Fett zu bremsen, sollten Sie Ciclosporin mit mehreren Stunden Abstand dazu einnehmen, weil Orlistat sonst die Aufnahme von Ciclosporin ins Blut verringert.
  • Solange Sie Ciclosporin einnehmen, sollten Sie keine Arzneimittel anwenden, die die Ausscheidung von Kalium hemmen. Dazu gehören Wirkstoffe wie Spironolacton (bei Herzschwäche und hohem Blutdruck), ACE-Hemmer und Sartane sowie kaliumsparende Diuretika (bei hohem Blutdruck, Herzschwäche). Wenn Sie auf diese Mittel nicht verzichten können, sollte der Arzt regelmäßig die Kaliumspiegel bestimmen, damit die Dosierung gegebenenfalls angepasst werden kann.
  • Auch Kaliumtabletten sollten Sie nicht gleichzeitig mit Ciclosporin einnehmen, weil die Kaliumspiegel im Blut sonst zu hoch ansteigen.
  • Ciclosporin sollten Sie nicht zusammen mit Statinen (z. B. Atorvastatin, Lovastatin, Pravastatin, Simvastatin, bei zu hohen Blutfetten) einnehmen, weil sich dann schwerwiegende Muskelerkrankungen ausbilden können. Können Sie auf das Statin nicht verzichten, muss der Arzt dessen Dosierung verringern. Möglicherweise besteht bei dem Wirkstoff Pravastatin ein geringeres Risiko für diese Wechselwirkung.
  • Ciclosporin kann die Ausscheidung von Aliskiren (bei hohem Blutdruck), Darifenacin (bei Dranginkontinenz) oder Repaglinid (bei Typ-2-Diabetes) hemmen und deren erwünschte wie auch unerwünschte Wirkungen verstärken.
  • Der Arzt sollte Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Ciclosporin besonders sorgfältig abwägen, wenn Sie gleichzeitig mit Fumarsäureestern (Fumaderm) behandelt werden, da dies das Risiko für Leber- oder Nierenschäden erhöhen kann.

Unbedingt beachten

Digoxin (bei Herzschwäche) und Colchicin (bei Gicht) dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie mit Ciclosporin behandelt werden. Ciclosporin kann die Wirkung dieser Arzneimittel so sehr verstärken, dass es zu schweren unerwünschten Wirkungen kommen kann. Näheres lesen Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verstärkte Wirkung. Wenn diese Medikamente zwingend erforderlich sind, muss Ciclosporin niedriger dosiert werden.

Wenn Sie Ciclosporin einnehmen und gleichzeitig ein Präparat mit dem Wirkstoff Pimecrolimus oder Tacrolimus (bei Neurodermitis) großflächig auf die Haut auftragen, steigt die Gefahr von Nierenschäden stark an.

Die Nierenfunktion muss noch häufiger kontrolliert werden, wenn Ciclosporin zugleich mit folgenden Wirkstoffen eingenommen wird: Methotrexat (bei rheumatoider Arthritis, Krebserkrankungen, Schuppenflechte), Antibiotika mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Chinolone (z. B. Ciprofloxacin), Aminoglycoside (z. B. Gentamicin, Neomycin), Makrolide (z. B. Erythromycin), Sulfamethoxazol und Trimethoprim (alle bei bakteriellen Infektionen), nichtsteroidale Antirheumatika wie Diclofenac (bei Schmerzen, Arthrose), Amphotericin B (bei Pilzerkrankungen) und Melphalan (bei Krebs).

Schuppenflechte

Wenn Sie Ciclosporin einnehmen, darf die Schuppenflechte nicht gleichzeitig mit dem Wirkstoff Acitretin behandelt werden, weil sich dann das Risiko für Infektionen und eine Tumorbildung erhöhen kann.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Während der Behandlung mit Ciclosporin sollten Sie eine allzu kaliumreiche Ernährung vermeiden, da ansonsten der Kalium-Blutspiegel zu stark ansteigen kann. Besonders viel Kalium ist in Trockenobst, Bananen und Hülsenfrüchten enthalten sowie in vielen Gemüsesorten (z. B. Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi).

Um einen starken Anstieg von Harnsäure im Blut zu vermeiden, sollten Sie möglichst selten Meeresfrüchte, Fleisch oder Innereien verzehren.

Während der Behandlung mit Ciclosporin sollten Sie keine Grapefruit essen und keinen Grapefruitsaft trinken. Dieser bewirkt, dass Ciclosporin langsamer abgebaut wird. Es kann sein, dass Ciclosporin dann zu stark wirkt.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten treten Magen-Darm-Beschwerden auf wie Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Ebenso häufig kommt es zu Müdigkeit, Zittern, Kopfschmerzen oder Brennen an Händen und Füßen, meist in der ersten Behandlungswoche.

In Einzelfällen kann es vorkommen, dass sich Arme, Hände, Beine und Füße vorübergehend röten, verbunden mit Schmerzen und erhöhter Hauttemperatur.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten verstärkt sich die Körperbehaarung. Ebenso häufig kann Akne auftreten.

Bei etwa 10 von 100 Behandelten steigen die Blutfette, insbesondere, wenn Sie zusätzlich cortisonhaltige Mittel (Glucocorticoide) einnehmen (zur Behandlung der Psoriasis oder aus anderen Gründen). Wenn das Blutbild erhöhte Blutfettwerte zeigt, müssen Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie sich besonders cholesterinarm ernähren sollten.

Muss beobachtet werden

Ciclosporin vermindert die Abwehrkraft. Dadurch werden Sie anfälliger für Infektionen. Viren und Bakterien, die nach einer durchgemachten Infektion im Körper verbleiben (Windpockenvirus, Hepatitis-B-Viren, Herpesvirus, Tuberkulosebakterien) können reaktiviert werden und zu einer Erkrankung führen. Deshalb sollten Patienten vor Therapiebeginn auch auf diese Erreger hin untersucht werden.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten beginnt das Zahnfleisch zu wuchern. Wenn diese Beschwerden länger als eine Woche bestehen, sollten Sie dies einem Arzt mitteilen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen. Solche Reaktionen zeigen sich bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten.

Wenn Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall über mehrere Wochen andauern, sollten Sie dies ebenfalls dem Arzt mitteilen. Es kann sein, dass sich die Magenschleimhaut entzündet oder ein Magengeschwür entwickelt hat.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten kommt es zu einer Nierenfunktionsstörung, die bei den regelmäßigen Blutbildkontrollen durch erhöhte Werte von Kreatinin und Harnstoff im Blut auffällt. Wassereinlagerungen im Gewebe treten bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten auf und sind gelegentlich die Vorboten einer Nierenschädigung. In diesem Fall muss meist die Dosis verringert werden, da das Nierengewebe ansonsten irreversibel geschädigt wird. Es kann sein, dass Sie Ciclosporin dann nicht mehr weiter einnehmen dürfen.

Bei etwa 10 von 100 Behandelten steigt der Blutdruck an. Je nachdem, wie hoch die Werte sind, entscheidet der Arzt, was zu tun ist.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten steigt aufgrund der Einnahme von Ciclosporin der Kaliumgehalt des Blutes, was Herzrhythmusstörungen und Herzversagen auslösen kann. Erste Anzeichen sind allgemeine Abgeschlagenheit und ein verlangsamter Herzschlag. Werden die Blutbildkontrollen regelmäßig eingehalten, wird der hohe Kaliumwert meist rechtzeitig festgestellt.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten steigt die Harnsäure im Blut an, sodass die Gefahr für einen akuten Gichtanfall besteht. Meiden Sie deshalb Fleisch, Innereien und Schalentiere.

Wenn bei Ihnen immer wieder Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen oder Muskelschwäche auftreten, sollten Sie dies ebenfalls einem Arzt mitteilen.

Ciclosporin kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße schmerzhaft erweitern. Wenn Sie extrem wärmeempfindlich werden oder wenn Finger und Zehen schmerzen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wenn das Mittel abgesetzt wird, gehen die Beschwerden wieder zurück.

Ciclosporin schwächt das körpereigene Abwehrsystem. Besonders die Zahl der weißen Blutkörperchen, die bei der Infektabwehr eine wichtige Rolle spielen, nimmt ab. Dadurch werden Sie anfälliger für jede Art von Infektionen. Manche können schwerwiegend sein; dann muss die Behandlung abgebrochen werden. Wenn Sie Fieber bekommen und dieses rasch ansteigt, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Wenn Sie Ciclosporin über längere Zeit oder in hoher Dosierung einnehmen, kann sich das Risiko für Hauttumoren erhöhen. Sie sollten Ihre Haut deshalb vor einer zusätzlichen Belastung mit Sonnenlicht schützen, Solarien grundsätzlich meiden und auffällige Hautveränderungen frühzeitig dem Arzt zeigen.

Sofort zum Arzt

Wenn Sie grippeartige Beschwerden mit Halsschmerzen haben, sich längere Zeit abgeschlagen und müde fühlen, blass aussehen, Fieber anhält oder wenn Blutergüsse und Blutungen auftreten, kann sich das Blutbild bedrohlich verändert haben. Sie müssen dann umgehend den Arzt aufsuchen und die Blutzusammensetzung kontrollieren lassen.

Das gilt auch, wenn die Lymphknoten anschwellen (am Hals, in den Achselhöhlen, im Lendenbereich) oder wenn Husten, Atemnot, unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber, Schweißausbrüche oder starker Juckreiz auftreten. Diese Symptome können Ausdruck einer Krebserkrankung des Lymphsystems sein. Diese Nebenwirkung ist allerdings sehr selten und tritt erst nach langer Therapiedauer auf.

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.*

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für dieses Mittel liegen weder für die Behandlung von rheumatoider Arthritis noch für Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ausreichende Erfahrungen vor. Die Anwendung wird daher bei diesen nicht empfohlen.

Zur Empfängnisverhütung

Frauen sollten sicherheitshalber bei Einnahme von Ciclosporin für eine sichere Empfängnisverhütung sorgen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Anwendung von Ciclosporin bei Schwangeren liegen viele Berichte vor. Es verursacht zwar keine Fehlbildungen am Ungeborenen, kann aber möglicherweise den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen. So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass sich während der Behandlung mit Ciclosporin ein Schwangerschaftshochdruck (Präeklampsie) entwickelt oder die Geburt verfrüht einsetzt. Ciclosporin sollte daher während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen die Risiken eindeutig überwiegt.

Wenn Sie während der Schwangerschaft Ciclosporin eingenommen haben, können Sie auch während der Stillzeit dabei bleiben. Allerdings sollte der Kinderarzt von Ihrer Behandlung wissen.

Für ältere Menschen

Bei Patienten über 65 Jahre kommt es häufiger vor, dass der Blutdruck stark ansteigt und die Blutwerte eine Verschlechterung der Nierenfunktion anzeigen (Serum-Kreatinin mehr als 50 Prozent über dem Ausgangswert). Bei älteren Menschen sollte Ciclosporin deshalb besonders niedrig dosiert werden, zumindest in der Anfangsphase der Therapie. Außerdem sollten die Blutwerte in kurzen Abständen kontrolliert werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Sie nach Einnahme des Mittels müde werden, sich "zittrig" fühlen oder wenn Sie ein Brennen an Händen und Füßen spüren, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten. Dies ist besonders in der ersten Behandlungswoche wichtig, in der solche Beschwerden häufiger vorkommen.

* Nebenwirkungen aktualisiert am 19.01.2022

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