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Immunmodulator: Imiquimod (äußerlich)

Wirkungsweise

Imiquimod ist ein Immunmodulator, der als Creme bei Genitalwarzen sowie bei aktinischer Keratose eingesetzt wird. Imiquimod regt das Immunsystem an und aktiviert Immunzellen.

Aktinische Keratosen

Dadurch werden verstärkt Stoffe ausgeschüttet, die das überschießende Wachstum von Zellen in der Haut bei aktinischer Keratose bremsen. Auf diese Weise soll es verhindern, dass aus einer lichtbedingten Hautschädigung ein bösartiger Tumor wird.

Die bisher vorliegenden wenigen Studien zeigen, dass Imiquimod die lichtbedingten Hautschäden innerhalb von drei bis vier Monaten bei etwa der Hälfte der Behandelten vollständig abheilen lässt, während sich das Hautbild in der Vergleichsgruppe nur bei 5 von 100 Behandelten verbesserte. Die positiven Effekte scheinen auch nach einem Jahr noch anzuhalten. Imiquimod ist deshalb zur Behandlung von aktinischen Keratosen geeignet. Es kann bei noch nicht verhornten, flachen aktinischen Keratosen eingesetzt werden, wenn andere Mittel zum Auftragen oder eine Kältebehandlung nicht in Frage kommen.

In Studien wurde Imiquimod unter anderem mit Diclofenac, Fluorouracil und der photodynamischen Therapie verglichen. Im Vergleich zu Diclofenac weist Imiquimod eine bessere Wirksamkeit auf, wird aber weniger gut vertragen. Gegenüber Fluorouracil ist seine Wirkstärke bei der Behandlung der aktinischen Keratose allerdings schwächer ausgeprägt. Noch ist unklar, ob die Imiquimod-Creme langfristig tatsächlich verhindern kann, dass sich an der geschädigten Hautstelle ein Tumor (Plattenepithel-Karzinom) ausbildet. Bisher überblickt man einen Zeitraum von drei Jahren. Trotz der Anwendung von Imiquimod bildete sich in diesem Zeitraum bei 1 bis 2 von 100 Behandelten ein solcher Tumor.

Sexuell übertragbare Erkrankung: Genitalwarzen

Imiquimod wirkt zwar nicht direkt gegen Viren, die Genitalwarzen auslösen, aber es regt die körpereigene Immunabwehr dort an, wo das Mittel aufgetragen wird. Die Immunabwehr bekämpft dann die Viren und bremst das Wachstum veränderter Zellen.

In Studien wurde die Wirksamkeit von Imiquimod mit der einer Scheinbehandlung verglichen. Dabei zeigte sich, dass Imiquimod bei 35 von 100 Personen mit intakter Immunabwehr die Genitalwarzen komplett zum Verschwinden bringt. Diesen Erfolg verzeichneten nur 8 von 100 Personen, die ein Scheinmedikament angewendet haben.

Nach einer erfolgreichen Behandlung mit Imiquimod müssen aber einige damit rechnen, dass erneut Genitalwarzen auftreten. Nach den bislang vorliegenden Untersuchungen ist das innerhalb eines halben Jahres bei etwa einem Viertel der Patienten der Fall. Ferner geben Studienergebnisse Hinweise darauf, dass Frauen auf die Behandlung besser ansprechen als Männer.

Bei immungeschwächten Personen (zum Beispiel HIV-Patienten) ist dagegen unklar, ob das Mittel besser wirkt als eine Scheinbehandlung.

Die äußerliche Anwendung von Imiquimod zur Behandlung von Genitalwarzen bei Erwachsenen wird als "geeignet" bewertet.

Anwendung

Aktinische Keratosen

Sie tragen die Creme gegen aktinische Keratose vier Wochen lang zwei- bis dreimal wöchentlich (zum Beispiel montags, mittwochs, freitags) abends vor dem Schlafengehen auf die gereinigten und trockenen betroffenen Hautstellen auf. Über Nacht kann sie gut einwirken. Nach acht Stunden Einwirkzeit soll die Creme mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden, um Hautreizungen soweit wie möglich zu vermeiden. Pro Anwendung sollten Sie nicht mehr als den Inhalt eines Beutels verwenden.

Wenn Sie das Auftragen der Creme einmal vergessen haben, sollten Sie dies so rasch wie möglich nachholen und danach die Behandlung wie vorgesehen weiterführen. Beachten Sie aber, dass die Creme nur einmal täglich aufgetragen werden darf.

Ein Behandlungszyklus sollte nicht länger als vier Wochen andauern, auch wenn die Anwendung von Imiquimod zwischendurch aufgrund von Hautreizungen kurzzeitig unterbrochen werden musste.

Achten Sie darauf, dass die Creme nicht mit den Schleimhäuten an Augen, Mund und Nase in Berührung kommt. Geschieht das versehentlich, waschen Sie die Creme rasch mit lauwarmem Wasser ab.

Die behandelten Hautstellen dürfen Sie nicht abdecken.

Nach Abschluss der vier Behandlungswochen wird eine vierwöchige Pause eingelegt. Wenn nach diesem Zeitraum noch Hautveränderungen sichtbar sind, können Sie die Behandlung für weitere vier Wochen wieder aufnehmen. Sind dann immer noch Hautschäden erkennbar, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, welche Behandlungsalternativen infrage kommen.

Sollten Sie nach einer erfolgreichen Behandlung mit Imiquimod nach einer Behandlungspause von mindestens 12 Wochen erneut Hauterscheinungen zeigen, kann das Mittel nochmals über zwei Behandlungszyklen von jeweils vier Wochen angewendet werden.

Sexuell übertragbare Erkrankung: Genitalwarzen

Die Therapie ist am erfolgreichsten, wenn Imiquimodcreme dreimal in der Woche (zum Beispiel montags, mittwochs, freitags) dünn auf die befallenen Stellen aufgetragen wird. Am besten geschieht das vor dem Schlafengehen, dann kann die Creme gut einziehen. Um Hautreizungen zu vermeiden, muss die Creme unbedingt nach sechs bis zehn Stunden Einwirkungszeit mit lauwarmem Wasser und milder Seife abgewaschen werden. Auch wenn die Creme versehentlich mit den Schleimhäuten von Augen, Mund und Nase in Berührung gekommen ist, sollte sie rasch abgewaschen werden.

Männer, die mit Imiquimod Feigwarzen unter der Vorhaut behandeln wollen, müssen zum Auftragen der Creme die Vorhaut zurückziehen. Der infizierte Bereich sollte täglich gewaschen werden.

Das Produkt enthält zwölf Beutel mit Creme zur Einmalanwendung. Ein Beutel genügt, um eine mit Feigwarzen infizierte Hautfläche von etwa 4,5 Zentimeter auf 4,5 Zentimeter zu behandeln, das entspricht etwa der Handfläche eines Kindes. Ein einmal geöffneter Beutel sollte nicht weiter verwendet werden.

Die Behandlung mit Imiquimodcreme wird so lange fortgeführt, bis keine Genitalwarzen mehr sichtbar sind. Nach längstens 16 Wochen sollte die Behandlung dieser Warzen beendet werden.

Achtung

Da Imiquimod die Haut stark reizt, sollten Sie während der Behandlung starke Sonneneinstrahlung und Solarien meiden.

Imiquimod kann den Zustand von entzündeter Haut verschlimmern. Sie sollten es deshalb nicht auf offene oder entzündete Hautstellen auftragen.

Aldara enthält Parabene. Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie die Creme nicht anwenden.

Aktinische Keratosen

Bevor Sie Imiquimod anwenden, sollte die Ärztin oder der Arzt abklären, ob die betroffenen Hautstellen bereits bösartige Veränderungen aufweisen.

Sexuell übertragbare Erkrankung: Genitalwarzen

Die Creme kann die Reißfestigkeit von Latexkondomen und bei längerer Anwendungszeit eventuell auch die der Membran eines Diaphragmas beeinträchtigen. Näheres hierzu lesen Sie unter Anwendung von Kondomen und Diaphragmen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen sollte die Ärztin oder der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von Imiquimod besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben eine Autoimmunerkrankung (zum Beispiel rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Schuppenflechte). Die Krankheit kann sich möglicherweise verschlimmern.
  • Ihr Immunsystem muss medikamentös unterdrückt werden (etwa nach einer Organtransplantation).
  • Ihr Blutbild ist verändert. In klinischen Studien wurde beobachtet, dass Imiquimod die Blutwerte verändern kann. Bei ansonsten gesunden Menschen ist das nicht bedeutsam. Bei Personen mit veränderten Blutwerten ist allerdings Vorsicht geboten.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Von aufgetragenem Imiquimod gelangt nur eine geringe Menge in den Blutkreislauf. Sicherheitshalber sollten Sie es jedoch nicht einsetzen, wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die das Immunsystem beeinflussen, wie Methotrexat (bei Arthritis, Schuppenflechte) und Ciclosporin (bei Schuppenflechte, nach Organtransplantationen).

Da Imiquimod die Haut reizt, sollten Sie andere hautreizende Präparate nicht gleichzeitig anwenden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei ein bis zwei von zehn Behandelten reizt Imiquimod die Haut so sehr, dass sie brennt, juckt, nässt, schuppt, anschwillt und schmerzt. Das kann zwar unangenehm sein, doch zeigt diese Hautreaktion, dass das körpereigene Immunsystem auf das Mittel reagiert. Diese Reaktion wird im Laufe der Behandlung schwächer und verschwindet nach Absetzen des Mittels vollständig.

Bei etwa 1 von 100 Behandelten kommt es zu Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Aktinische Keratosen

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten kann Haarausfall auftreten, wenn Imiquimod auf der Kopfhaut angewendet wird.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die behandelte Hautstelle verstärkt rötet, nässt und schmerzt und wenn sich zusätzlich Bläschen und Verhärtungen bilden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gegebenenfalls wird er empfehlen, die Behandlung für einige Tage auszusetzen. Sobald sich die Haut beruhigt hat, können Sie Imiquimod erneut anwenden.

In Einzelfällen kann es schon nach wenigen Anwendungen zu einer schweren Hautreaktion mit nässenden Entzündungen kommen. Nicht selten kündigt sich eine solche Reaktion durch grippeähnliche Symptome mit Unwohlsein, Fieber, Übelkeit, Muskelschmerzen und Schüttelfrost an. Dann sollten Sie die Behandlung abbrechen und möglichst rasch eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bei 1 von 100 Behandelten schmerzt die Muskulatur. Wenn Sie das stark beeinträchtigt, sollten Sie das mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Sofort zum Arzt

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können vereinzelt auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Sexuell übertragbare Erkrankung: Genitalwarzen

Beim Auftragen der Creme im Bereich der Vorhaut kann es – insbesondere bei nicht ausreichender Vorhauthygiene – zu einer akuten Vorhautverengung kommen. Anzeichen hierfür sind lokale Hautreaktionen (zum Beispiel kleine, geschwürartige, leicht blutende Hautveränderungen, Schwellung, Verhärtung) oder zunehmende Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut. Bei diesen Symptomen sollten Sie die Behandlung sofort abbrechen und einen Arzt zurate ziehen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Imiquimod nur anwenden, wenn der Arzt dies ausdrücklich empfiehlt und andere Behandlungsarten (zum Beispiel Vereisen) nicht infrage kommen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Sexuell übertragbare Erkrankung: Genitalwarzen

Genitalwarzen kommen bei Kindern nur selten vor. Treten sie doch einmal auf, vergehen sie bei mehr als der Hälfte der Kinder innerhalb von zwei Jahren von allein. Die Anwendung von Imiquimod bei Kindern wurde nicht untersucht und sie sollten daher damit nicht behandelt werden.

Wenn ein Arzt nach sorgfältiger Abwägung aller Behandlungsmöglichkeiten dennoch empfiehlt, die Genitalwarzen eines Jugendlichen mit Imiquimod zu behandeln, ist das eine Off-Label-Anwendung (das heißt das Mittel ist hierfür nicht zugelassen), für die der Arzt persönlich die haftungsrechtliche Verantwortung übernimmt.

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