Medikamente im Test

Hustenstiller: Pentoxyverin

Wirkungsweise

Pentoxyverin unterdrückt den Hustenreiz, indem es den Hustenreflex über das zentrale Nervensystem hemmt. Die Substanz wirkt aber schwächer als Opioidhustenblocker.

Die therapeutische Wirksamkeit von Pentoxyverin ist nicht gut belegt. Die bisher vorliegenden Studien reichen noch nicht aus, um den therapeutischen Stellenwert abschließend zu bestimmen. Pentoxyverin ist deshalb nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Pentoxyverin sollten Sie vorzugsweise abends anwenden, und zwar nur solange der Husten nicht "produktiv" ist, also noch kein Schleim abgehustet werden kann, sonst sammelt sich das Sekret in den Bronchien. Zum einen bildet es dann einen guten Nährboden für Bakterien, zum anderen behindert es die Atmung.

Die hustenstillende Wirkung der Mittel setzt innerhalb einer Stunde ein und hält etwa vier bis sechs Stunden vor.

Wenn Sie die Mittel abends vor dem Schlafengehen oder in der Nacht anwenden wollen, sollten Sie darauf achten, dass sie zuckerfrei sind, sonst können sie Karies fördern.

Achtung

Einige Mittel (siehe Tabelle) enthalten als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Pentoxyverin sollten Sie nicht anwenden, wenn die Funktion Ihrer Leber stark eingeschränkt ist.

Wenn Ihr Augeninnendruck erhöht ist (Glaukom) oder wenn Ihre Prostata vergrößert ist und Sie Beschwerden beim Wasserlassen haben, sollten Sie dieses Mittel nur einnehmen, wenn der Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat. Das gilt auch, wenn die Funktion Ihrer Niere stark eingeschränkt ist.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

Hustenstillende Mittel dürfen Sie nicht gleichzeitig mit sekretlösenden Mitteln anwenden, weil sich beide in ihrer Wirkung gegenseitig blockieren.

Pentoxyverin kann die Wirkung von Mitteln, die die Gehirnfunktion dämpfen, verstärken. Dazu gehören z. B. Benzodiazepine (mit Wirkstoffen wie Brotizolam, Flunitrazepam, Flurazepam, Lormetazepam, Triazolam, bei Angst- und Schlafstörungen), die Wirkstoffe Doxylamin und Diphenhydramin (in Schlafmitteln oder Mitteln gegen Reisekrankheit), Medikamente gegen Depressionen wie Amitriptylin, Mittel bei Schizophrenien und anderen Psychosen wie z. B. Levomepromazin sowie die Antihistaminika Clemastin und Dimetinden (bei Allergien).

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Wenn Sie Alkohol trinken, macht das Mittel stärker müde.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden. Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten tritt Müdigkeit auf. Wenn Sie das Mittel absetzen, verschwinden die Symptome wieder.

Muss beobachtet werden

Selten kommt es vor, dass als Zeichen einer Unverträglichkeitsreaktion die Haut juckt und sich rötet oder dass sich die Atemwege krampfartig verengen. Treten Atembeschwerden auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei allergischen Hauterscheinungen setzen Sie das Mittel ab. Haben sich die Hauterscheinungen auch einige Tage danach nicht merklich gebessert, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Pentoxyverin dürfen Sie in der Schwangerschaft nicht anwenden.

Auch in der Stillzeit dürfen Sie es nicht einnehmen, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht und beim Säugling Atemstörungen auslösen kann.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Hustenblocker sollten Sie bei Kindern nur kurze Zeit einsetzen (z. B. ein bis zwei Tage lang abends, um einen ruhigen Schlaf zu ermöglichen). Anhaltender Husten kann ein Hinweis auf beginnendes Asthma sein und darf nicht ständig mit Hustenblockern unterdrückt werden. Beachten Sie auch unbedingt die Dosierungsangaben für Kinder in der Packungsbeilage.

Für Pentoxyverin gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen an Kindern. Somit ist nicht ausreichend belegt, dass das Mittel bei trockenem Reizhusten für Kinder nützlich ist. Auch ist nicht überprüft, ob es von ihnen vertragen wird. Pentoxyverin wirkt sich über das zentrale Nervensystem auf den Hustenreflex aus und kann damit grundsätzlich auch die Atmung beeinträchtigen. Sie sollten daher möglichst darauf verzichten, Kinder mit Pentoxyverin zu behandeln. *

Kinder unter zwei Jahren dürfen Pentoxyverin gar nicht bekommen. Kinder, die zu Krampfanfällen neigen, sollten Sie während der Anwendung genau beobachten. Ältere Kinder und Schulkinder nehmen eine geringere Dosis als Erwachsene.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Pentoxyverin kann die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen und müde machen. Sie sollten deshalb nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

* Aktualisiert am 23.03.2020

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs