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Hustenstiller: Noscapin

Wirkungsweise

Noscapin wird gegen Reizhusten eingesetzt. Der Wirkstoff wird aus Opium gewonnen, gehört aber nicht zu den opioiden Hustenblockern, weil er chemisch anders aufgebaut ist als die Opioide. Auch wirkt Noscapin schwächer als diese. Dadurch dämpft es das Reaktionsvermögen nicht wesentlich und es kann nicht abhängig machen. Die vorliegenden Daten zu Verträglichkeit und Wirksamkeit lassen jedoch keine zufriedenstellende Nutzen-Risiko-Bewertung zu. Die therapeutische Wirksamkeit ist nicht ausreichend nachgewiesen. Da es andere, geeignete Hustenblocker gibt, deren Eigenschaften besser dokumentiert sind, ist Noscapin bei Reizhusten wenig geeignet.

Anwendung

Noscapin sollten Sie vorzugsweise abends anwenden, und zwar nur solange der Husten nicht "produktiv" ist, also noch kein Schleim abgehustet werden kann, sonst sammelt sich das Sekret in den Bronchien. Zum einen bildet es dann einen guten Nährboden für Bakterien, zum anderen behindert es die Atmung.

Die Wirkung setzt innerhalb einer Stunde ein und hält etwa vier bis sechs Stunden vor.

Wenn Sie das Mittel mit einem sekretlösenden Wirkstoff (z. B. Ambroxol, Acetylcystein) kombinieren, dürfen Sie das nur im Wechsel machen: das sekretlösende Mittel morgens und höchstens bis zum Nachmittag einnehmen, den Hustenstiller am Abend oder vor dem Schlafengehen. Wenden Sie beide Medikamente gleichzeitig an, blockieren Sie mit den hustenstillenden Mitteln das Abhusten schon gelösten Schleims. Dieser staut sich dann in den Bronchien und bietet Bakterien einen guten Nährboden.

Die Mittel dürfen Sie höchstens zwei Wochen lang einnehmen. Ist der Husten dann immer noch nicht besser geworden, sollten Sie erneut einen Arzt aufsuchen.

Wenn Sie das Mittel abends vor dem Schlafengehen oder in der Nacht anwenden wollen, sollten Sie darauf achten, dass es zuckerfrei ist, sonst kann es Karies fördern.

Achtung

Capval Hustensaft: Das Mittel enthält als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie dieses Mittel nicht anwenden.

Capval Tropfen: Die Tropfen enthalten Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen es nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Unbedingt beachten

Dieses Mittel verstärkt die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Sie müssen deshalb die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Wenn Sie Alkohol trinken, macht das Mittel stärker müde.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Noscapin kann Kopfschmerzen auslösen und benommen machen.

Muss beobachtet werden

Selten kommt es vor, dass als Zeichen einer Unverträglichkeitsreaktion die Haut juckt und sich rötet oder dass sich die Atemwege krampfartig verengen. Treten Atembeschwerden auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei allergischen Hauterscheinungen setzen Sie das Mittel ab. Haben sich die Hauterscheinungen auch einige Tage danach nicht merklich gebessert, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten können Halluzinationen auftreten. Wenn Sie unter der Behandlung seltsame Dinge sehen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Hustenblocker sollten Sie bei Kindern nur kurze Zeit einsetzen (z. B. ein bis zwei Tage lang abends, um einen ruhigen Schlaf zu ermöglichen). Anhaltender Husten kann ein Hinweis auf beginnendes Asthma sein und darf nicht ständig mit Hustenblockern unterdrückt werden. Beachten Sie auch unbedingt die Dosierungsangaben für Kinder in der Packungsbeilage.

Noscapin dürfen Sie bei Säuglingen in den ersten sechs Lebensmonaten nicht einsetzen. Bedenken Sie darüber hinaus, dass die Tropfen Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Noscapin dürfen Sie im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht anwenden, weil es möglicherweise eine Fehlgeburt auslösen kann. Da für die spätere Zeit der Schwangerschaft keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, empfiehlt es sich, auch dann auf das Mittel zu verzichten. Soll ein quälender Reizhusten in der Schwangerschaft für kurze Zeit behandelt werden, soll Codein bevorzugt werden.

Noscapin geht zwar nur in geringen Mengen in die Muttermilch über, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der Wirkstoff beim Säugling Atemstörungen auslösen kann. Da das Mittel ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten Sie es auch in der Stillzeit nicht anwenden.

Capval Tropfen: Bedenken Sie, dass dieses Mittel Alkohol enthält. Da es ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten Sie ganz darauf verzichten. Andere Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Noscapin kann die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen und müde machen. Sie sollten deshalb nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs