Medikamente im Test

Hormone: Estradiol + Dienogest (Kombination)

Wirkungsweise

Aktuelles Mitte Dezember 2018 hat Jenapharm über ein erhöhtes Thromboserisiko bei Pillen mit dem Gestagen Dienogest berichtet. Bisher konnte dieses Risiko nicht abschließend beurteilt werden. Angepasste Bewertungen dieser Mittel werden in Kürze hier veröffentlicht.

Die Kombination enthält das Östrogen Estradiolvalerat und das Gestagen Dienogest.

Empfängnis­verhütung

Das Präparat wirkt empfängnisverhütend und wird als Pille eingesetzt. Darüber hinaus ist Qlaira zur Behandlung von starken Menstruationsblutungen zugelassen.

Die Östrogenwirkung des in Qlaira verwendeten Estradiolvalerats ist schwächer als die von Ethinylestradiol, das in empfängnisverhütenden Pillen sonst eingesetzt wird. Daher ist die Östrogenmenge in Qlaira größer. Das Gestagen Dienogest gehört zu jenen, deren Risiko für Thrombosen in den Beinvenen und Lungenembolien sich bisher noch nicht abschließend beurteilen lässt.

Die Wirkung von Qlaira als Empfängnisverhütungsmittel beruht auf der Kombination der beiden Hormone. Qlaira ist ein Vierstufenpräparat. Das bedeutet, dass der Östrogen- und Gestagenanteil in verschiedenen festgelegten Schritten variiert.

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass die Verhütungssicherheit dieser Pille der von Einphasenpräparaten entspricht. Das setzt aber voraus, dass die Einnahmeempfehlungen des Herstellers genau eingehalten werden. Bei Abweichungen kann die Verhütungssicherheit geringer sein. Näheres hierzu und worauf die empfängnisverhütende Wirkung beruht, lesen Sie unter Estradiol + Levonorgestrel.

Prämenstruelles Syndrom, Zyklusstörungen und -beschwerden

Die Wirksamkeit von Qlaira bei starken Menstruationsblutungen beruht wahrscheinlich im Wesentlichen auf dem Gestagen. Studien haben gezeigt, dass es diese deutlich besser beeinflusst als eine Scheinbehandlung.

Da sich für das Gestagen Dienogest das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien aber noch nicht sicher beurteilen lässt, wird Qlaira als "mit Einschränkung geeignet" bewertet. Sein Einsatz kommt nur für Frauen infrage, die zugleich eine sichere Verhütung wünschen. Aktuelles: Mitte Dezember 2018 hat Jenapharm über ein erhöhtes Thromboserisiko bei Pillen mit dem Gestagen Dienogest berichtet. Bisher konnte dieses Risiko nicht abschließend beurteilt werden. Angepasste Bewertungen dieser Mittel werden in Kürze hier veröffentlicht.

Eine Alternative zu dieser Pille könnte bei starken Blutungen eine Spirale sein, die das Gestagen Levonorgestrel abgibt. Dieses wird seit Langem verwendet und hat sich als sicher erwiesen.

Beschwerden in den Wechseljahren

Die Einnahme des Mittels soll helfen, Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Das Mittel ist zur Einnahme für begrenzte Zeit von maximal ein bis zwei Jahren gedacht. Beurteilt wird es insbesondere im Hinblick auf das Risiko für Beinvenenthrombosen und Lungenembolien.

Dieses Risiko hängt zum einen vom Östrogenanteil ab. Dessen Dosierung sollte zwei Milligramm Estradiol nicht überschreiten.

Doch auch ein zweiter Faktor, das eingesetzte Gestagen, trägt zum Thromboembolierisiko bei. Für Dienogest liegen keine ausreichenden Daten vor, die es erlauben, das Thromboembolierisiko im Vergleich zu den anderen Gestagenen abzuschätzen. Die Kombination wird für eine Behandlung von Wechseljahresbeschwerden über ein bis zwei Jahre als "mit Einschränkung geeignet" beurteilt. "Wenig geeignet" ist sie für Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, denn für sie ist der Gestagenzusatz nicht notwendig. "Wenig geeignet" ist sie ebenso für eine Behandlung, die länger als zwei Jahre dauert. Näheres hierzu lesen Sie unter Behandlung mit Medikamenten.

Lafamme ist ein Einphasenpräparat, das heißt, alle Tabletten enthalten Östrogen und Gestagen in festgelegter Kombination. Einphasenpräparate eignen sich besonders für Frauen, die schon längere Zeit keine Blutungen mehr hatten und bei denen Kontrolluntersuchungen ergeben haben, dass sich ihre Gebärmutterschleimhaut nur noch geringfügig aufbaut. Das Mittel verwenden sie kontinuierlich jeden Tag. Regelmäßige Blutungen gibt es dann nicht mehr, bei den meisten Frauen bleibt mit der Zeit die Blutung ganz aus. Allerdings können sie, besonders zu Beginn der Behandlung, zwischendurch leicht bluten. Nehmen Frauen, die gerade in die Wechseljahre kommen, diese Produkte, können sie vermehrt Zwischenblutungen bekommen.

Anwendung

Empfängnis­verhütung und Prämenstruelles Syndrom, Zyklusstörungen und -beschwerden

Die Tabletten müssen unbedingt in der vorgegebenen Reihenfolge eingenommen werden. Das ist nicht nur für die Verhütungssicherheit wichtig, sondern auch bei der Behandlung von Zyklusstörungen.

Die erste Pille nehmen Sie am ersten Tag der Regel ein, der zugleich der erste Tag des neuen Zyklus ist. So sind Sie bereits in diesem Zyklus vor einer Schwangerschaft geschützt. Nun schlucken Sie 28 Tage lang jeden Tag eine Pille in der vorgegebenen Reihenfolge. Mit der Einnahme aus der nächsten Packung beginnen Sie ohne Unterbrechung sofort, nachdem die vorherige Packung aufgebraucht ist.

Üblicherweise setzt während der Einnahme der letzten Tablette die Regel ein. Manchmal beginnt sie auch erst, wenn bereits die ersten Tabletten der neuen Packung eingenommen werden. Meist ist die Blutung schwächer als gewohnt. Bleibt die Blutung einmal aus, setzen Sie die Einnahme trotzdem wie gewohnt fort. Bleibt auch die nächste Blutung aus, sollten Sie einen Schwangerschaftstest durchführen. Ist dieser positiv, sollten Sie keine weitere Tablette mehr einnehmen und sich an einen Arzt wenden.

Zwischen der Einnahme der Tabletten sollen möglichst genau 24 Stunden liegen. Haben Sie einmal vergessen, eine der farbigen Tabletten einzunehmen, sollten Sie das innerhalb von zwölf Stunden nachholen und die nächste Tablette wie gewohnt einnehmen. Haben Sie diesen Zeitpunkt verpasst oder sogar mehr als eine Tablette vergessen einzunehmen, wird der Empfängnisschutz unsicher. Dann sollten Sie während des restlichen Zyklus zusätzlich mit Kondom oder Diaphragma verhüten, um keine ungewollte Schwangerschaft zu riskieren. Die restlichen Tabletten nehmen Sie dennoch wie gewohnt weiter ein, damit Sie in Ihrem gewohnten Blutungsrhythmus bleiben.

Betrifft der Einnahmefehler eine weiße Tablette, brauchen Sie die Einnahme nicht nachzuholen. Sie lassen diese Tablette aus und fahren wie gewohnt mit der Einnahme fort.

Die Gegenanzeigen, Wechselwirkungen, unerwünschten Wirkungen und Hinweise zu Qlaira entsprechen denen anderer Pillen. Daher finden Sie diese Angaben unter Ethinylestradiol + Dienogest.

Beschwerden in den Wechseljahren

Die Tabletten nehmen Sie in der Reihenfolge ein, wie sie durch die Packung vorgegeben ist.

Von Zeit zu Zeit ist es sinnvoll, die Dosierung des Mittels nach Rücksprache mit dem Arzt schrittweise zu verringern und es dann ganz wegzulassen, um zu prüfen, ob der Körper bereits wieder zu einem Gleichgewicht zurückgefunden hat. Wird das Mittel abrupt abgesetzt, können die alten Beschwerden erneut heftig auftreten. Dem können Sie begegnen, indem Sie viel trinken, Ihre körperliche Aktivität steigern, Yoga oder Meditation praktizieren, sich Kühlung verschaffen und Ihren Kontakt zu anderen Menschen verstärken.

Achtung

Manche Frauen, die diese Mittel über lange Zeit einnehmen, entwickeln Pigmentveränderungen (Chloasma). Sie bekommen vor allem im Gesicht dunkle Flecken, die sich durch Sonnenbestrahlung intensivieren. Diese Pigmentflecken vergehen häufig nicht wieder. Sie können versuchen, den Färbungen vorzubeugen, indem Sie das Mittel abends einnehmen und tagsüber Sonnenschutzmittel auftragen.

Aufgrund des Östrogenanteils sollten Sie die Mittel sechs Wochen vor einer geplanten Operation, nach der Sie längere Zeit liegen müssen, absetzen. Durch Bewegungsmangel und längeres Liegen steigt das Thromboserisiko.

Empfängnis­verhütung

Wenn Sie die Pille korrekt einnehmen, sind Sie zu mehr als 99 Prozent vor einer Schwangerschaft geschützt. Doch selbst wenn Sie bei der Einnahme etwas falsch gemacht haben, hat die Pille noch eine Sicherheit von durchschnittlich 97 Prozent.

Folgende Faktoren beeinträchtigen die Sicherheit jeder Pille:

  • Erbrechen. Wenn zwischen Pilleneinnahme und Erbrechen weniger als drei Stunden liegen, müssen Sie innerhalb der nächsten zwölf Stunden die Einnahme wiederholen. Übergeben Sie sich mehrmals, wird der Schutz in diesem Monat unsicher.
  • Durchfall. Wenn Sie mehrmals täglich dünnflüssige Stühle haben, ist nicht sicher, dass die Hormone wirklich aufgenommen werden. Dann sollten Sie für die Zeit bis zur nächsten Regel zusätzlich eine andere Art der Verhütung benutzen.
  • Bestimmte Medikamente. Näheres hierzu lesen Sie unter Wechselwirkungen bei Ethinylestradiol + Dienogest (Kombination).

Durch das in den Geweben vermehrt eingelagerte Wasser können sich Herz- und Nierenerkrankungen, Epilepsien, Asthma und Migräne verschlimmern. Wenn Sie an einer dieser Erkrankungen leiden, sollte der Arzt Ihren Gesundheitszustand regelmäßig kontrollieren.

Gegenanzeigen

Wann Sie die Mittel nicht anwenden dürfen, lesen Sie unter Ethinylestradiol + Dienogest zum Einnehmen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Was bei der Einnahme anderer Medikamente zu beachten ist, lesen Sie unter Ethinylestradiol + Dienogest zum Einnehmen.

Nebenwirkungen

Empfängnis­verhütung und Prämenstruelles Syndrom, Zyklusstörungen und -beschwerden

Die schweren unerwünschten Wirkungen, die unter Sofort zum Arzt aufgeführt werden, sind überwiegend bei Pillen aufgefallen, die Ethinylestradiol als Östrogenkomponente enthalten. Es ist nicht bekannt, inwieweit sie auch für Estradiol gelten. Allerdings können vergleichbare Probleme nicht ausgeschlossen werden.

Ergänzend zu den Angaben bei den Einphasenpräparaten können durch die Einnahme von Qlaira bei bis zu 15 von 100 Frauen die Regelblutung ausbleiben, ohne dass die Frauen schwanger sind. Es kann sogar sein, dass die Blutungen erst dann wieder einsetzen, wenn die Frauen diese Pillensorte nicht mehr einnehmen.

Beschwerden in den Wechseljahren

Es gelten die Angaben zu Estradiol und Dienogest. Darüber hinaus gilt:

Muss beobachtet werden

Beschwerden in den Wechseljahren

Darüber, wie sich die Anwendung von Östrogenpräparaten in den Wechseljahren auf das Brustkrebsrisiko auswirkt, liegen Zahlen aus den USA vor. Dort werden aber teilweise anders zusammengesetzte Präparate eingesetzt als in Deutschland. Für Frauen in Deutschland gibt es zu dieser Frage noch keine verlässlichen Zahlen. In einer im Jahr 2002 vorzeitig abgebrochenen großen amerikanischen Studie, in der Frauen mit Gebärmutter nach den Wechseljahren mit einer Kombination aus Östrogen und Gestagen behandelt wurden, war das Brustkrebsrisiko erhöht. Nähere Angaben zum Brustkrebsrisiko für Frauen, die Östrogen kombiniert mit einem Gestagen einnehmen müssen, finden Sie unter Behandlung mit Medikamenten.

Dem erhöhten Brustkrebsrisiko versucht man zu begegnen, indem man den Frauen rät, ihre Brust regelmäßig selbst abzutasten, sich zweimal jährlich untersuchen und – insbesondere im Alter zwischen 50 und 69 Jahren – alle zwei Jahre eine Mammografie machen zu lassen. Die Gefahr, einen Tumor erst recht spät zu entdecken, bleibt dennoch groß, weil das Brustgewebe durch die Östrogeneinnahme "dicht" bleibt wie vor den Wechseljahren. Kleine Knoten sind dann schlecht zu tasten und Krebsherde sind in der Röntgenaufnahme einer solchen Brust schwieriger zu finden. In dieser Situation kann eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung das Risiko verringern, einen Krebsherd im dichten Brustgewebe zu übersehen.

Der Verdacht, dass die Östrogenanwendung – egal, ob mit oder ohne Gestagenzusatz – das Risiko für Eierstockkrebs erhöht, bestand schon länger. Nun hat eine Untersuchung, die 2009 veröffentlicht wurde, dieses bestätigt. Durch Symptome wird man auf Eierstockkrebs erst sehr spät aufmerksam. Deshalb sollten Frauen, die Wechseljahrshormone einnehmen, während der Behandlung und in den ersten Jahren danach gezielt auf Veränderungen an den Eierstöcken untersucht werden, z. B. mit einer Ultraschalluntersuchung durch die Scheide.

Das Risiko, dass sich in der Galle Steine bilden oder sich Entzündungen entwickeln, ist bei einer Hormonbehandlung erhöht. Von 10 000 Frauen, die ein Jahr lang Östrogen und Gestagen kombiniert anwenden, bekommen 55 durch die Behandlung eine Gallenblasenerkrankung.

Sofort zum Arzt

Beschwerden in den Wechseljahren

Migräneartige Kopfschmerzen, die zum ersten Mal auftreten oder ungewöhnlich stark sind, Sehstörungen oder Flimmern vor den Augen und Hörschwäche, Schmerzen in der Leistenbeuge oder Kniekehle, zusammen mit einem Schwere- oder Stauungsgefühl in den Beinen deuten auf eine Thrombose hin. Bei diesen Beschwerden sollten Sie sofort zum Arzt gehen.

Besonders im ersten Einnahmejahr ist das Risiko für Thrombosen in den Beinvenen und Lungenembolien doppelt so hoch wie bei Frauen, die keine Hormone einnehmen. Nähere Angaben zum Thromboserisiko für Frauen, die Östrogen kombiniert mit einem Gestagen einnehmen müssen, finden Sie unter Behandlung mit Medikamenten.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Empfängnis­verhütung und Prämenstruelles Syndrom, Zyklusstörungen und -beschwerden

Über die Anwendung von Qlaira bei Frauen unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor.

Zur Empfängnisverhütung

Beschwerden in den Wechseljahren

Die Hormonkombination wirkt in dieser Dosierung nicht empfängnisverhütend. Frauen, die noch schwanger werden können, müssen während der Behandlung eine nichthormonelle Verhütungsmethode, z. B. Kondome, Diaphragma oder spermientötende Mittel, anwenden.

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