Medikamente im Test

Hautreizende Mittel (äußerlich): Cayennepfeffer, Capsaicin und Nonivamid

Wirkungsweise

Scharfstoffe wie Cayennepfeffer, Capsaicin und Nonivamid erzeugen auf der Haut ein warm-brennendes Gefühl und sollen Rückenschmerzen lindern und bei Verspannungen hilfreich sein.

Cayennepfeffer ist ein Extrakt aus dem scharfen Paprika (spanischer Pfeffer, Peperoni, Capsici fructus acer), der in der Volksmedizin bei rheumatischen Beschwerden und Schmerzen eingesetzt wird. Die Wirkung beruht auf den enthaltenen Scharfstoffen, deren wichtigster das Capsaicin ist. Unter dem Namen Nonivamid wird ein synthetisch hergestellter Scharfstoff verarbeitet.

Capsaicin und Nonivamid werden durch die Haut aufgenommen und erweitern die kleinsten Blutgefäße. Beide lindern Schmerzen, weil sie mit bestimmten Nervenendigungen reagieren. Dies führt dazu, dass bestimmte Stoffe, die am Schmerzgeschehen beteiligt sind, freigesetzt werden.

Die Scharfstoffe hinterlassen auf der Haut zunächst ein Schmerz- und Wärmegefühl, anschließend folgt eine Phase der Unempfindlichkeit. Dieser Effekt kann Stunden bis Tage anhalten. Bei wiederholter Anwendung schwächt er sich ab oder bleibt sogar ganz aus.

Sowohl die gesteigerte Durchblutung als auch die Schmerzlinderung können hilfreich sein, um die Behandlung von Rückenschmerzen und Verspannungen zu unterstützen. Für diese Anwendung gelten die Produkte als "geeignet".

Anwendung

Die Pflaster werden auf die Haut direkt über der schmerzenden Region aufgeklebt, die Creme aufgetragen. Das Wärmegefühl hält etwa fünf Stunden lang an. Körperliche Anstrengung kann die Wärmewirkung der Mittel verstärken.

Von den Pflastern dürfen Sie nicht mehr als eines pro Tag anwenden. Dabei darf das ABC Wärme-Pflaster Sensitive höchstens acht Stunden auf der Haut bleiben, das ABC Wärme-Pflaster Capsicum längstens zwölf Stunden. Bevor Sie ein neues Pflaster aufkleben, sollten Sie mindestens zwölf Stunden warten. Wenden Sie die Mittel nicht länger als drei Wochen an, es besteht sonst das Risiko, dass Nerven Schaden nehmen können.

Setzen Sie keinesfalls zusätzlich zu dem Pflaster noch etwas anderes ein, was die Haut überwärmt (z. B. Rotlicht, Rheumasalbe, Bad). Das kann die Haut so sehr reizen, dass sie geschädigt wird.

Waschen Sie sich nach der Anwendung sehr sorgfältig die Hände und bürsten Sie sich die Nägel, denn wenn Reste der Scharfstoffe in die Augen oder auf Schleimhäute gelangen, kann das stark brennen.

Achtung

Einige Präparate enthalten Parabene (siehe Tabelle). Diese Konservierungsmittel können Allergien auslösen. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie die Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Sie dürfen die Mittel nicht auf Schleimhäute, offene Wunden und erkrankte Haut aufbringen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei den meisten Menschen rötet sich infolge der verstärkten Durchblutung der behandelte Hautbereich. In den ersten Behandlungstagen ist das mit leichtem Hautbrennen verbunden. Hierbei handelt es sich um die erwünschte Reaktion auf das Arzneimittel.

Muss beobachtet werden

Schmerzt die Haut, auf der das Pflaster klebt oder die Creme aufgetragen wurde, stark, schwillt sie an und bilden sich dort Bläschen, sollte das Pflaster sofort entfernt und die Creme sofort abgewaschen werden. Dabei kann es sich um erste Anzeichen einer Verbrennung handeln.

Wenn sich die Haut verstärkt rötet oder juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

ABC Wärme-Pflaster Capsicum und Finalgon CPD Wärmecreme: Diese Präparate sollten nicht bei Kindern unter zwölf Jahren eingesetzt werden, die restlichen Mittel nicht bei unter 18-Jährigen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden. Die Creme dürfen Sie in der Stillzeit nicht im Bereich der Brust auftragen.

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