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Haarwasser: Minoxidil (äußerlich)

Wirkungsweise

Minoxidil soll äußerlich angewendet, androgenetischen Haarausfall vermindern. Es ist ein Wirkstoff, der ursprünglich zur Blutdrucksenkung entwickelt wurde und dafür in Tablettenform auch eingesetzt wird, weil er stark gefäßerweiternd wirkt. In klinischen Studien konnte man jedoch beobachten, dass sich gleichzeitig der Haarwuchs verbessert, deshalb wurde ein Haarwasser mit Minoxidil entwickelt. Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist jedoch nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet, denkbar ist auch, dass das Mittel die Neubildung von Blutgefäßen fördert, wodurch die Blutgefäße durchlässiger werden und dadurch mehr Wachstumsfaktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute. Testergebnis Minoxidil

Da Männer und Frauen verschiedene Dosierungen von Minoxidil benötigen, um die erwünschte Wirkung zu erreichen, gibt es das Mittel in zwei Varianten, eine für Männer mit 50 Milligramm Minoxidil pro Milliliter Haarwasser, eine für Frauen mit 20 Milligramm. Da Frauen nach den Studienergebnissen besser auf den Wirkstoff ansprechen, genügen bei ihnen schon geringere Mengen.

Das Mittel kommt vor allem infrage, wenn der Haarausfall durch einen Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) bedingt ist oder die Haarfollikel auf diese empfindlicher reagieren. Minoxidil kann Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet, und regt zudem den Haarwuchs wieder an.

Die Erfolgsaussichten sind am besten, wenn der Haarausfall noch nicht lange besteht. Eine Arbeit aus dem Jahr 2016, die die vorhandenen Studien an Frauen systematisch auswertete, berichtet bei 27 von 100 Frauen über eine moderate Zunahme des Haarwuchses, während dies nur 14 von 100 Frauen unter einer Behandlung mit einem Scheinmedikament angeben. Das heißt: 13 von 100 Frauen profitieren durch die Behandlung mit Minoxidil mit einem vermehrten Haarwuchs.

Häufig entspricht das Ergebnis jedoch nicht den subjektiven Erwartungen. Was als ein kosmetisch akzeptables Ergebnis angesehen wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Für manche Frauen ist die Behandlung schon erfolgreich, wenn der Haarverlust nicht weiter fortschreitet, anderen reicht das nicht aus.Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein. Auch ist zu bedenken, dass sich Minoxidil eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken kann (schneller Herzschlag, Brustenge), was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Über Behandlungszeiträume von mehr als einem Jahr liegen bislang keine aussagekräftigen Daten vor. Außerdem kann das Mittel allergische Reaktionen verursachen, die auch lebensbedrohlich verlaufen können. Deshalb ist Minoxidil bei Haarausfall nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Sie tragen zweimal täglich einen Milliliter Haarwasser auf die betroffenen Bereiche der trockenen Kopfhaut auf. Anschließend sollten Sie vier Stunden warten, bis die Haare wieder mit Wasser in Berührung kommen. Mehr als die empfohlene Menge dürfen Sie nicht verwenden, ganz unabhängig von der Größe der kahlen Stellen. Bei Männern sollte die Glatze jedoch nicht größer als drei bis zehn Zentimeter im Durchmesser sein.

Wenn Sie den Schaum verwenden, geben Sie zweimal täglich das Volumen einer halben Schutzkappe auf die kahlen Stellen der Kopfhaut. Der Schaum schmilzt schnell, wenn er mit warmer Haut in Berührung kommt. Waschen Sie sich deshalb am besten die Hände vor der Anwendung mit kaltem Wasser. Anschließend sollten Sie sich die Hände nochmals waschen. Mehr als zwei Gramm Schaum täglich sollten Sie nicht verwenden. Achten Sie darauf, dass Sie das Mittel nicht in der Nähe von offenem Feuer anwenden (z. B. Kerzen, Zigaretten).

Es dauert etwa zwei (bei Männern) bis vier Monate (bei Frauen), bis der Behandlungserfolg sichtbar wird. Bessert sich der Haarausfall nach vier Monaten (bei Männern) beziehungsweise acht Monaten (bei Frauen) nicht nennenswert, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Achten Sie darauf, dass die alkoholhaltige Lösung nicht mit Augen, Schleimhäuten und Wunden in Berührung kommt, weil das Mittel dann auf der Haut brennt und diese reizt. Wenn es dennoch zu einem Kontakt kommt, müssen Sie das Mittel sofort mit reichlich Wasser abspülen.

Achtung

"Geheimratsecken" sollten nicht mit Minoxidil behandelt werden – für diese Form des Haarausfalls liegen keine Erfahrungen vor. Frauen sollten nicht die Lösung für Männer anwenden, um den Haarwuchs noch stärker zu fördern, weil dann die Gefahr besteht, dass an anderen Stellen des Körpers vermehrt Haare wachsen (z. B. im Gesicht).

Achten Sie darauf, dass Sie das Mittel beim Auftragen nicht einatmen. Es kann die Schleimhäute in den Atemwegen reizen und bei empfindlichen Personen Asthmaanfälle auslösen (z. B. bei Asthma, chronischer Bronchitis).

Wenn Sie das Haarwasser zusammen mit anderen Haarpflegeprodukten anwenden oder in gechlortem Wasser schwimmen gehen, können die Haare etwas heller werden. Vorhandene Haare können dicker werden und vermehrt Farbstoff einlagern, so dass sie dunkler wirken.

Zwischen der zweiten und sechsten Behandlungswoche kann es passieren, dass bedingt durch die Wirkung von Minoxidil auf den Haarwuchszyklus vorübergehend vermehrt Haare ausfallen. Gleichzeitig verstärkt sich aber auch der Haarwuchs. Setzen Sie das Mittel dann nicht wegen vermeintlicher Unwirksamkeit ab. Der anfängliche Haarausfall dauert etwa zwei bis vier Wochen an, bevor die neuen Haare sichtbar werden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben blutdrucksenkende Medikamente mit Minoxidil nicht vertragen.
  • Der Haarausfall ist nicht hormonell bedingt.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden:

  • Sie haben eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
  • Sie haben hohen Blutdruck und/oder erhalten aufgrund dessen blutdrucksenkende Medikamente.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Sie dürfen das Haarwasser nicht zusammen mit Arzneimitteln anwenden, die Sie ebenfalls auf der Kopfhaut anwenden und/oder die die Aufnahme von Medikamenten durch die Kopfhaut verstärken (z. B. harnstoff- oder salicylsäurehaltige Mittel).

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Aufgrund des Alkoholgehalts kann das Mittel die Haut etwas austrocknen und reizen, sodass sie sich schuppt.

Muss beobachtet werden

Bei bis zu 1 von 1 000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (z. B. im Gesicht). Wenn Sie das Mittel absetzen, verschwinden diese Härchen wieder.

Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Das gilt auch, wenn Sie vermehrt Flüssigkeit einlagern (erkennbar an geschwollenen Händen und Füßen), wenn Sie aus unerklärten Gründen plötzlich an Gewicht zunehmen oder wenn sich die Kopfhaut anhaltend rötet und gereizt ist.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen. Derartige Hautreaktionen kommen bei 1 bis 10 von 100 Behandelten vor.

Sofort zum Arzt

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in Einzelfällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Begeben Sie sich auch sofort zu einem Arzt, wenn aufgrund einer allergischen Reaktion das Unterhautgewebe anschwillt. Geschieht dies im Gesicht im Bereich des Mundes, der Lippen, der Zunge und des Rachens drohen Atemnot und Erstickungsanfälle.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Mangels Erfahrungen dürfen weder Schwangere noch Stillende das Haarwasser anwenden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Minoxidil zur Anwendung auf der Kopfhaut ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht nachgewiesen. Es darf daher bei ihnen nicht angewendet werden.

Für ältere Menschen

Regaine Männer 5% Lösung und Regaine Männer Schaum: Diese Mittel sind nur für Männer zwischen 18 und 49 Jahren zugelassen, weil die Mittel in Studien nur an Männern dieser Altersgruppe geprüft wurden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs