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Glucosamin (innerlich)

Wirkungsweise

Glucosamin ist eine körpereigene Substanz, die im Knorpel und in der Gelenkflüssigkeit vorkommt. Man nimmt an, dass sie die Bildung von Knorpelbestandteilen anregt und so einem Knorpelabbau entgegenwirken oder sogar helfen kann, verloren gegangenen Knorpel wieder aufzubauen. Ob das tatsächlich gelingt und wie, ist aber weitgehend ungeklärt. Auch wann die Substanz eingesetzt werden soll, um den gewünschten Effekt zu erzielen, lässt sich nicht abschätzen.

In den Glucosaminpräparaten werden zwei Salze der Substanz eingesetzt: Glucosaminhemisulfat und Glucosaminhydrochlorid. Die Hersteller dieser Mittel meinen, dass sich die therapeutische Wirksamkeit der jeweiligen Verbindungen unterscheidet. Bei der Auswertung aller methodisch hochwertigen Studien zu diesen beiden Salzverbindungen zeigte sich allerdings, dass Glucosaminhydrochlorid die Beschwerden nicht erkennbar verbesserte und die Veränderungen, die Glucosaminhemisulfat bewirkt, für die Betroffenen unerheblich sind.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass sich keine therapeutische Wirksamkeit der Mittel gegenüber einem Scheinmedikament zeigt, wenn nur Studien berücksichtigt werden, die ohne Beteiligung der Hersteller durchgeführt wurden.

Da die therapeutische Wirksamkeit für alle Glucosaminverbindungen nicht ausreichend belegt ist, gelten die Präparate als "wenig geeignet".

Anwendung

Die Tabletten werden vor oder während einer Mahlzeit unzerkaut mit einem großen Glas Wasser eingenommen. Das Pulver wird in einem großen Glas Wasser aufgelöst und zum Essen getrunken.

Mit Glucosamin lassen sich akute Schmerzen nicht behandeln. Hierfür sind Schmerzmittel erforderlich, damit das Gelenk weiterhin bewegt wird. Welche geeignet sind, lesen Sie unter Schmerzen.

Wenn sich die Beschwerden nach zwei bis drei Monaten Behandlung nicht gebessert haben, sollten Sie das Mittel nicht weiter anwenden.

Gegenanzeigen

Mittel mit Glucosamin dürfen Sie nicht anwenden, wenn Sie eine Allergie auf Schalentiere wie Krabben, Langusten und Krebse haben. Bei Menschen mit Asthma können sich die Symptome verschlimmern, wenn sie glucosaminhaltige Mittel einnehmen.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie glucosaminhaltige Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen und dieser sollte Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben Diabetes. Offenbar kann Glucosamin den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Daher sollte vor allem zu Beginn der Behandlung mit Glucosamin und an ihrem Ende der Blutzuckerspiegel häufiger kontrolliert werden.
  • Sie haben eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Durch Glucosamin können die Fettwerte im Blut, insbesondere der Cholesterinwert, ansteigen. Um darauf aufmerksam zu werden, muss das Blut regelmäßig untersucht werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Unbedingt beachten

Glucosamin verstärkt die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Sie müssen deshalb die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bis zu 10 von 100 Behandelten klagen über Übelkeit, Magenschmerzen, Verstopfung und Durchfall. Es kann auch zu Erbrechen kommen. Ebenso häufig können Kopfschmerzen und Müdigkeit auftreten. Nach Absetzen des Mittels verschwinden die Symptome wieder.

Muss beobachtet werden

Durch glucosaminhaltige Mittel können die Blutfettwerte und der Blutzuckerspiegel ansteigen. Bei länger dauernder Einnahme sollte der Arzt Ihre Blutfettwerte und den Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren. Mit dem Arzt sollten Sie auch klären, ob die Dosierung der Medikamente zur Behandlung der entsprechenden Erkrankungen angepasst werden muss.

Bei bis zu 10 von 1 000 Anwendern von Glucosamin kann sich das Gesicht verstärkt röten und die Haut jucken. Dann reagieren Sie vermutlich allergisch auf Glucosamin und sollten es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Asthma kann sich bei Einnahme von Glucosamin verschlechtern. Setzen Sie das Mittel dann ab. Bessern sich die Asthmabeschwerden danach nicht deutlich, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Glucosamin kann die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Die Mittel können die Leber auch schwer schädigen. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper – sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Wenn sich bei einer vermutlich allergischen Reaktion der Juckreiz verstärkt, sich der Hautausschlag ausbreitet und zusätzlich Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie unverzüglich einen Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Vereinzelt kann auch das Gewebe anschwellen. Geschieht dies im Gesicht an Lippen oder Zunge, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle. Dann dürfen Sie das Mittel keinesfalls mehr einnehmen und müssen umgehend einen Notarzt rufen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter 18 Jahren sollten diese Mittel nicht einnehmen. Dass das Mittel bei ihnen nützt und verträglich ist, ist nicht nachgewiesen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie diese Mittel nicht einnehmen. Für diese Zeit sind weder Unbedenklichkeit noch Wirksamkeit der Mittel belegt.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Sie während der Behandlung Müdigkeit bemerken, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs