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Gichtmittel: Febuxostat

Wirkungsweise

Febuxostat wird zur Behandlung der Gicht eingesetzt, da es die Harnsäurebildung hemmt. Beim Abbau von Purinen aus der Nahrung zu Harnsäure entstehen mehrere Zwischenprodukte, unter anderem auch eines mit dem Namen Xanthin. Febuxostat hemmt das Enzym, das notwendig ist, damit aus Xanthin Harnsäure wird. Damit entsteht weniger Harnsäure. Da Xanthin außerdem dreimal besser wasserlöslich ist als Harnsäure, kann mit dem Urin viel von dieser Substanz ausgeschieden werden. Testergebnis Febuxostat

Febuxostat wird zur Behandlung der Gicht als "mit Einschränkung geeignet" bewertet. In Studien senkt es zu Beginn der Behandlung den Harnsäurespiegel zwar stärker als Allopurinol, doch auf Dauer zeigt sich keine Überlegenheit. Ob Febuxostat als Dauermedikament Gichtanfälle besser verhindern kann als Allopurinol, ist unklar. Auch hinsichtlich der Nebenwirkungen überzeugt Febuxostat nicht. Es traten schwere Hautreaktionen auf. Hinzu kommt der Verdacht, dass Febuxostat das Herz schädigen könnte. Aktuelle Studien zu den Effekten des Wirkstoffs auf Herz und Kreislauf ergaben teilweise widersprüchliche Ergebnisse. Nach wie vor kann daher nicht sicher ausgeschlossen werden, dass Febuxostat das Risiko erhöht, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder daran zu sterben. Es sollte daher erst eingesetzt werden, wenn Allopurinol nicht infrage kommt. Für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann Febuxostat aber vorteilhaft sein.

Um das Risiko der schweren Nebenwirkungen möglichst nicht eingehen zu müssen, sollten zunächst alle nichtmedikamentösen Maßnahmen ausgeschöpft werden, um den Harnsäurespiegel zu senken.

Anwendung

Febuxostat wird zunächst mit einmal täglich 80 Milligramm dosiert. Ist der Harnsäurespiegel nach zwei bis vier Wochen noch nicht weit genug gefallen, kann die Dosis auf 120 Milligramm pro Tag erhöht werden.

Trotzdem können noch drei bis sechs Monate lang Gichtanfälle auftreten, weil der Körper die in den Geweben abgelagerte Harnsäure wieder mobilisiert und ins Blut schickt. Um das Risiko von Gichtanfällen zu reduzieren, sollten Sie möglichst viel trinken. Menschen mit einer Herzschwäche und mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion sollten eine nennenswerte Erhöhung der sonst üblichen Trinkmenge allerdings vorher mit dem Arzt absprechen. Um einen solchen Anfall abzublocken, kann außerdem im ersten Halbjahr zusätzlich ein nichtsteroidales Antirheumatikum oder Colchicin eingenommen werden. Mit der Zeit werden Gichtanfälle dann weniger wahrscheinlich und sie fallen milder aus.

Im ersten Monat muss der Arzt den Harnsäurespiegel einmal wöchentlich kontrollieren. Später genügt das einmal im Jahr.

Die Dosierung von Febuxostat sollte bei geringfügig gestörter Leberfunktion auf 80 Milligramm beschränkt bleiben. Wie sich Febuxostat auf eine stärker beeinträchtigte Leber auswirkt, ist nicht bekannt. Daher sollte bei solchen Patienten vor der ersten Einnahme und vier bis sechs Wochen danach ein Leberfunktionstest durchgeführt werden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Mittel nur einnehmen, wenn der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Ihre Nieren- oder Leberfunktion ist schwer gestört.
  • Sie leben mit einem transplantierten Organ.
  • Sie haben Durchblutungsstörungen des Herzens oder eine Herzschwäche.
  • Die Funktion Ihrer Schilddrüse ist gestört.
  • Sie hatten schon einmal einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Febuxostat kann den Abbau von Theophyllin (bei Asthma) hemmen. Kopfschmerzen, Übelkeit und Zittern sind Zeichen einer verstärkten Theophyllinwirkung. Sicherheitshalber sollte der Arzt bei Behandlungsbeginn den Blutspiegel von Theophyllin kontrollieren und das Medikament dann gegebenenfalls niedriger dosieren.
  • Azathioprin (bei rheumatoider Arthritis) und Mercaptopurin (bei Krebserkrankungen) werden auf demselben Weg abgebaut und ausgeschieden wie Harnsäure. Sie müssen bei einer gleichzeitigen Einnahme darum deutlich geringer dosiert werden.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Anwendern kommt es zu Kopfschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall können auftreten.

Muss beobachtet werden

Bei etwa 1 von 1 000 Anwendern treten Sehstörungen oder Ohrgeräusche mit Schwindel und Abgeschlagenheit auf.

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten kann sich in Armen und Beinen Gewebewasser stauen. Grund dafür kann eine sich verschlechternde Nierenfunktion sein. Bei diesen Anzeichen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten steigt der Blutdruck und sie bekommen Herzrhythmusstörungen. Unerklärliche Brustschmerzen oder unregelmäßiger Herzschlag sollte Sie zum Arzt führen.

Bei ebenso vielen Menschen erhöht sich der Blutzuckerspiegel. Diabetiker sollten daher insbesondere zu Beginn der Behandlung mit Febuxostat den Blutzucker häufiger kontrollieren. Gegebenenfalls muss die Diabetesbehandlung angepasst werden.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen. Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten treten solche allergischen Erscheinungen auf.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hauterscheinungen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern. Gefährdet sind insbesondere Menschen mit asiatischer Abstammung sowie ältere Personen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Es ist nicht belegt, dass die Anwendung von Febuxostat in der Schwangerschaft sicher ist. Vorsichtshalber sollte die Behandlung auf den erwiesenermaßen sicheren Wirkstoff Probenecid umgestellt werden, der hier aber nicht beschrieben wird, weil er nicht zur Marktauswahl der Stiftung Warentest gehört.

Ob Febuxostat in die Muttermilch übergeht, ist unklar. Bei Tieren ist dies nachgewiesen. Daher sollte während der Stillzeit dieses Mittel nicht angewendet werden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Febuxostat ist bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht worden. Sie sollten damit nicht behandelt werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Selten treten bei der Behandlung Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel und verschwommenes Sehen auf. Dann sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs