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Gichtmittel: Allopurinol + Benzbromaron (Kombination)

Wirkungsweise

Mit diesem Kombinationsmittel aus Allopurinol und Benzbromaron soll auf zwei Wegen gegen die Gicht vorgegangen werden: Allopurinol hemmt die Produktion von Harnsäure, Benzbromaron beschleunigt ihre Ausscheidung.

Dieses Kombinationsmittel wird als "wenig geeignet" bewertet, denn die Wirkung von Allopurinol wird durch den Kombinationspartner abgeschwächt. Zudem ist es selten erforderlich, beide Substanzen gemeinsam anzuwenden. Sollte dieses dennoch einmal der Fall sein, ist es besser, die Arzneistoffe getrennt einzusetzen.

Gegenanzeigen

Mit diesem Kombinationsmittel dürfen Sie nicht behandelt werden, wenn Ihre Nierenfunktion gestört ist oder Sie schon einmal Nierensteine hatten. Auch bei einem akuten Gichtanfall darf das Mittel nicht angewendet werden.

Wenn Ihre Blutbildung gestört ist, sollten Sie das Mittel nur nach besonders sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Bei länger dauernder Anwendung von mehr als 500 Milligramm Acetylsalicylsäure täglich (bei Schmerzen, Fieber) kann die harnsäureausscheidende Wirkung von Benzbromaron vermindert sein. Dann kann sich die Gicht verschlimmern.
  • Diese Kombination kann den Abbau von Theophyllin (bei Asthma) hemmen. Kopfschmerzen, Übelkeit und Zittern sind Zeichen einer verstärkten Theophyllinwirkung. Eventuell muss der Arzt das Medikament dann niedriger dosieren.
  • Azathioprin (bei rheumatoider Arthritis), Cyclophosphamid und Mercaptopurin (beide bei Krebserkrankungen) und Ciclosporin (nach Organtransplantationen, bei rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte) werden auf demselben Weg abgebaut und ausgeschieden wie Harnsäure. Da Allopurinol in diesen Abbauweg bremsend eingreift, werden auch diese Medikamente langsamer abgebaut. Sie müssen darum deutlich geringer dosiert werden.
  • Bei der gemeinsamen Anwendung dieser Kombination und ACE-Hemmern (bei hohem Blutdruck) kann sich die Zahl der weißen Blutkörperchen verringern. Wenn Sie häufig Infektionen haben, beispielsweise der Atemwege, oder Entzündungen an der Schleimhaut länger nicht verheilen, sollte der Arzt das Blutbild kontrollieren.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Gelegentlich treten Übelkeit und Durchfall auf.

Selten kann es zu Schwindel oder Benommenheit kommen.

Muss beobachtet werden

Besonders zu Beginn der Behandlung können Gichtanfälle auftreten.

Im Laufe der Behandlung können sich Nierensteine bilden, die aus Harnsäure bestehen. Die Beschwerden hängen davon ab, wie groß die Steine sind, in welchem Bereich der Nieren sie sitzen und wie viel Harnsäure mit dem Urin ausgeschieden wird.

Bei etwa jedem 100. beginnt zwei bis sechs Wochen nach der Medikamenteneinnahme die Haut zu jucken und es zeigen sich Rötungen und Quaddeln. Diese Hautreaktion ist meist harmlos. Sie sollte aber beobachtet werden, da es auch den Beginn einer schwerwiegenden allergischen Reaktion anzeigen kann.

Sofort zum Arzt

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können auch erste Anzeichen für sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln sie sich etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Wenn Sie grippeartige Beschwerden haben, sich bereits seit längerer Zeit abgeschlagen und müde fühlen und zusätzlich Halsschmerzen und Fieber auftreten, sollte der Arzt Ihr Blut untersuchen. In Einzelfällen kann das auf einer Blutbildungsstörung beruhen, die bedrohlich werden kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Das Mittel darf bei Kindern unter 14 Jahren nicht angewendet werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Benzbromaron darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. In Tierversuchen ergaben sich Hinweise auf Fehlbildungen. Erfahrungen beim Menschen gibt es nicht. Die Behandlung sollte auf den erwiesenermaßen sicheren Wirkstoff Probenecid umgestellt werden, der hier aber nicht beschrieben wird, weil er nicht zur Marktauswahl der Stiftung Warentest gehört.

Die Inhaltsstoffe dieses Medikaments gehen in die Muttermilch über. Es sollte daher während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Selten treten bei der Behandlung Benommenheit und Schwindel auf. Dann sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs