Medikamente im Test

Gerinnungshemmer: ASS + Clopidogrel (Kombination)

Wirkungsweise

Mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel enthält das Mittel zwei Wirkstoffe, die darauf ausgerichtet sind, das Verklumpen der Blutplättchen (Thrombozyten) zu verhindern. Näheres können Sie bei den Einzelmitteln nachlesen.

Die Kombination aus ASS und Clopidogrel in diesem Mittel ist sinnvoll, um das Zusammenklumpen von Blutplättchen bei schweren arteriellen Durchblutungsstörungen auf zweierlei Weise und damit noch stärker zu hemmen, als dies mit den Einzelsubstanzen möglich ist. DuoPlavin soll bei ausgeprägter (instabiler) Angina Pectoris oder bei einem akuten schweren Herzinfarkt verhindern, dass sich bald wieder Blutgerinnsel in den Herzkranzgefäßen bilden und erneut einen Infarkt auslösen. Dass dies gelingt, ist ausreichend nachgewiesen. Wenn die Dosierung den individuellen Anforderungen entspricht, ist das Mittel in diesen Krankheitsfällen zur zeitlich befristeten Anwendung geeignet. Personen, die keine spezielle Auffälligkeit im EKG haben, sollten längstens ein Jahr mit dem Mittel behandelt werden, liegt diese Auffälligkeit im EKG vor (dabei handelt es sich um eine sichtbare Hebung der ST-Strecke, abgekürzt STEMI), sollte DuoPlavin nicht länger als vier Wochen gegeben werden.

Um die Magenschleimhaut zu schützen, verordnen Ärzte zusätzlich zu diesem Mittel häufig ein säureblockierendes Mittel (z. B. Omeprazol, Pantoprazol, auch "Protonenpumpenhemmer" genannt). Das kann aber auch problematisch sein. Zurzeit ist unklar, ob der Zusatz der säureblockierenden Mittel die Wirksamkeit der Gerinnungshemmer abschwächt, sodass möglicherweise Herzinfarkte und Schlaganfälle häufiger auftreten können. Wenn Sie gerinnungshemmende Mittel einnehmen müssen, sollten Sie deshalb auch nicht eigenmächtig säureblockierende Mittel einnehmen. Sicherheitshalber kann der Arzt erwägen, statt eines säureblockierenden ein etwas schwächer wirkendes säurehemmendes Mittel zu verordnen (Wirkstoffe z. B. Ranitidin, Famotidin). Ein solcher "Magenschutz" ist aber nicht bei jedem erforderlich, unter folgenden Bedingungen können Sie darauf verzichten:

  • Sie hatten bisher noch kein Magengeschwür und auch noch keine Magenblutung.
  • Sie haben keine Magenbeschwerden und auch kein Sodbrennen oder eine Refluxerkrankung.
  • Sie erhalten keine anderen blutverdünnenden Medikamente (z. B. Marcumar).
  • Sie werden nicht mit cortisonhaltigen Mitteln behandelt.

Die zusätzliche Gabe von säureblockierenden Mitteln ist nur in folgenden Situationen sinnvoll:

  • Die Schleimhaut Ihrer Speiseröhre ist aufgrund von zurückfließendem Magensaft entzündet (Reflux-Krankheit).
  • Sie nehmen nichtsteroidale Antirheumatika ein (z. B. Diclofenac, Ibuprofen, bei Gelenkbeschwerden, Schmerzen). Dann besteht ein höheres Risiko, dass sich ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entwickelt.
  • Sie haben einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse oder im oberen Anteil des Dünndarmes, der zu einer erhöhten Magensäureproduktion führt (Zollinger-Ellison-Syndrom).
  • Sie haben eine Infektion mit Helicobacter pylori (Erreger von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren) und werden deshalb auch mit säureblockierenden Mitteln behandelt.

Anwendung

Sie nehmen das Mittel einmal täglich ein.

Achtung

Wenn eine geplante Operation oder ein zahnärztlicher Eingriff bevorsteht, kann es notwendig sein, das Mittel etwa sieben Tage vorher abzusetzen. Besprechen Sie das mit dem Arzt. Wenn er es für zu riskant hält, die Blutgerinnung nicht mehr zu hemmen, kann es sinnvoll sein, den operativen Eingriff so lange zu verschieben, bis Sie das Mittel absetzen können, ohne dass die Gefahr für ein Blutgerinnsel steigt.

Gegenanzeigen

Dieses Mittel dürfen Sie unter folgenden Bedingungen nicht einnehmen:

  • Die Funktion Ihrer Leber ist massiv gestört.
  • Sie haben ein akutes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Die Funktion Ihrer Niere ist deutlich gestört.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von DuoPlavin sorgfältig abwägen:

  • Sie haben aufgrund einer Veranlagung oder einer Krankheit ein erhöhtes Risiko für Blutungen. Dann verlängert sich die Blutungszeit. Das ist besonders zu beachten nach Verletzungen, nach einem erst kurze Zeit zurückliegendem Schlaganfall oder bei Vorzeichen eines Schlaganfalls (transitorisch ischämische Attacken, TIA) sowie vor Operationen.
  • Sie hatten in der Vergangenheit ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Ihre Nieren oder Ihre Leber funktionieren nur eingeschränkt.
  • Sie haben Bronchialasthma oder Nasenpolypen oder neigen zu Allergien.
  • Der Harnsäurespiegel im Blut ist zu hoch. Das Mittel kann dann einen Gichtanfall auslösen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Arzneimittel einnehmen, ist zu beachten:

  • Wenn Sie gleichzeitig nichtsteroidale Antirheumatika einnehmen (NSAR, Wirkstoffe z. B. Naproxen, Celecoxib; bei Gelenkerkrankungen, Schmerzen, Fieber), steigt das Risiko für Schäden am Magen, in deren Folge Blutungen auftreten können. Dies gilt auch für die gleichzeitige Anwendung von Kopfschmerztabletten, die ASS enthalten (z. B. Aspirin, ASS-ratiopharm, Thomapyrin u. a.). Dann kann die zusätzliche Gabe von Mitteln, die die Produktion von Magensäure hemmen oder blockieren, sinnvoll sein.
  • Ibuprofen (bei Schmerzen, Arthrose) kann die blutgerinnungshemmende Wirkung der Mittel beeinträchtigen und so deren Schutzwirkung möglicherweise verringern. Bei gelegentlicher Einnahme ist das kein Problem. Ist bei Arthrose eine länger andauernde entzündungshemmende Behandlung erforderlich, sind Mittel mit Diclofenac vorzuziehen.
  • Cortisonhaltige Mittel (Glucocorticoide, bei Entzündungen, Immunreaktionen) als Tabletten, Spritzen oder Infusionen können die schädliche Wirkung von ASS auf den Magen ebenfalls verstärken. Dann steigt das Risiko für Blutungen.
  • ASS kann die Wirkung von Valproinsäure (bei Epilepsien) verstärken. Bei einer Daueranwendung steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen des Epilepsiemittels. Eventuell muss der Arzt dann die Konzentration des Epilepsiemittels im Blut bestimmen und die Dosierung entsprechend verringern.
  • Wenn Ihnen zusätzlich noch Heparin (bei Thrombosen, Venenerkrankungen) gespritzt wird, verstärkt sich die Blutungsneigung.
  • Wenn Sie das Mittel zusammen mit SSRI einnehmen (z. B. Fluoxetin, bei Depressionen), kann sich das Risiko für Magenblutungen erhöhen.

Unbedingt beachten

In Kombination mit Mitteln zur Blutverdünnung wie Phenprocoumon und Warfarin (bei erhöhter Thrombosegefahr) verstärkt sich die gerinnungshemmende Wirkung. Dadurch erhöht sich das Risiko für innere Blutungen. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Auch pflanzliche Mittel können die Blutgerinnung beeinflussen, vor allem Mittel mit Knoblauch- und Ginkgoextrakt. Wenn Sie solche Mittel gleichzeitig einnehmen, sollte die Blutgerinnung kontrolliert werden.

Die in den Mitteln enthaltene ASS kann die Wirkung von Methotrexat (bei Rheuma, Krebs) erheblich verstärken. Beide Mittel dürfen Sie deshalb nicht gleichzeitig anwenden, wenn Sie mehr als 15 Milligramm Methotrexat pro Woche bekommen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Größere Mengen oder regelmäßiger Konsum von Alkohol können die schädliche Wirkung von Acetylsalicylsäure auf den Magen verstärken. Dann steigt das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie -blutungen.

Nebenwirkungen

Grundsätzlich können alle unter "Thrombozytenfunktionshemmer" für Acetylsalicylsäure und Clopidogrel benannten unerwünschten Wirkungen auch bei diesen Kombinationspräparaten auftreten. Zusätzlich ist zu beachten:

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden noch nicht untersucht. Sie sollten deshalb sicherheitshalber nicht mit dem Mittel behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln sollte das Mittel nur angewendet werden, wenn dies für die Gesundheit der werdenden Mutter unerlässlich ist. Wird das Mittel in der Frühschwangerschaft verabreicht, sollten Sie wegen des Clopidogrelbestandteils mit einem Arzt klären, ob mithilfe einer speziellen Ultraschalluntersuchung die Entwicklung des Kindes überprüft werden soll. Im letzten Schwangerschaftsdrittel dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen.

Acetylsalicylsäure geht in die Muttermilch über. Ob das auch für Clopidogrel gilt, ist nicht bekannt. Sie sollten das Mittel in der Stillzeit sicherheitshalber nicht anwenden.

Für ältere Menschen

Bei Menschen über 60 Jahre ist das Risiko für Magen-Darm-Blutungen erhöht, wenn sie Acetylsalicylsäure einnehmen. Bei jedem zweiten über 70-Jährigen wird Acetylsalicylsäure verzögert abgebaut und ausgeschieden. Für diese Personen genügt eine geringere Dosis, andernfalls ist mit vermehrten und schwereren unerwünschten Wirkungen zu rechnen. Da aber kaum jemand weiß, ob er zu diesem Personenkreis gehört, empfiehlt es sich für ältere Menschen generell, von Acetylsalicylsäure eine geringere Dosis (maximal 100 Milligramm pro Tag) einzunehmen.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs