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Folsäure + Eisen (Kombination)

Wirkungsweise

Wenn es an Eisen und Folsäure gleichzeitig mangelt, ist es sinnvoll, beide Stoffe zusammen zu ersetzen. Die hier besprochenen Mittel sind dafür geeignet. Sie enthalten je 30 bis 100 Milligramm Eisen und 0,5 bis 1 Milligramm Folsäure. International werden zur Deckung des Eisen- oder Folsäurebedarfs in der Schwangerschaft für Eisen Tagesmengen von 60 bis 120 Milligramm empfohlen, für Folsäure 0,4 bis 1 Milligramm. Höhere Mengen an Eisen sind schlechter verträglich. Testergebnis Eisen + Folsäure

Wird Folsäure mindestens einen Monat vor einer geplanten und in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft zusätzlich eingenommen, kann so einem Neuralrohrdefekt vorgebeugt werden. Solche Defekte sind ein "offener" Rücken (Spina bifida) sowie eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Da sich das Neuralrohr schon in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft ausbildet, sollten sich Frauen mit Kinderwunsch folsäurereich, z. B. Spinat, grünes Blattgemüse, ernähren oder mit Folsäure angereichertes Speisesalz nutzen und – sofern dies planbar ist – schon vier Wochen vor der Schwangerschaft (oder auch länger) mit der Einnahme von Folsäure beginnen. Welche Lebensmittel Sie gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen, erfahren Sie auf den Seiten Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente.

Anwendung

In der Regel reichen eine, höchstens zwei Kapseln oder Tabletten pro Tag. Bei größeren Mengen bekommen Sie leicht Magenschmerzen.

Der Körper kann Eisen-II-Salze am besten verwerten, wenn Sie das Mittel eine Stunde vor den Mahlzeiten mit einem Glas Leitungswasser oder Fruchtsaft einnehmen. Fruchtsäuren und Vitamin C begünstigen die Aufnahme von Eisen.

Falls Sie durch eisenhaltige Tabletten aber anhaltende Magen-Darm-Beschwerden bekommen, schlucken Sie die Tabletten besser zum Essen oder danach. Als Behandlungsdauer bei bestehendem Eisenmangel werden drei bis sechs Monate angegeben.

Der Stuhl kann sich schwarz verfärben – das liegt am Eisen und ist unbedenklich, wenn die Stuhlfarbe vor der Eiseneinnahme normal war.

Achtung

Bevor Sie das Mittel einnehmen, muss ausgeschlossen sein, dass ein Mangel an Vitamin B12 besteht, weil Folsäure in hoher Dosierung (über 1 Milligramm täglich) einen solchen Mangel bei einer Untersuchung der Blutwerte überdecken kann.

Achten Sie strikt darauf, die Mittel für Kinder unerreichbar aufzubewahren. Bei Kindern unter zwei Jahren können bereits ein bis zwei Gramm Eisen, also etwa 10 bis 20 Tabletten, auf einmal geschluckt tödlich sein.

Gegenanzeigen

Wenn Sie Eisen nicht richtig verwerten können oder in erhöhtem Maße Eisen aus dem Darm aufnehmen (Eisenspeicherkrankheit, Hämochromatose) – das überschüssige Eisen lagert sich dann in Geweben und Organen ab und wird nicht ausgeschieden –, dürfen Sie diese Mittel nicht einnehmen.

Wenn Sie eine Magenschleimhautentzündung, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) haben, sollten Sie vor der Anwendung Rücksprache mit einem Arzt halten.

Wechselwirkungen

  • Säurebindende Mittel (Antazida, bei Sodbrennen), Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol (bei Sodbrennen, Speiseröhrenentzündung oder Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür) und Colestyramin (bei zu hohen Blutfetten) verringern die Aufnahme des Eisens im Darm. Sie sollten die Mittel deshalb im Abstand von mindestens zwei Stunden einnehmen.
  • Umgekehrt verringert das enthaltene Eisen die Aufnahme verschiedener Arzneimittel in den Körper. Dazu gehören Antibiotika wie Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Doxycyclin (alle bei bakteriellen Infektionen) sowie von Bisphosphonaten (bei Osteoporose), Levothyroxin (bei Schilddrüsenunterfunktion), Levodopa (bei Parkinsonkrankheit) und Methyldopa (bei hohem Blutdruck in der Schwangerschaft). Diese Mittel sollten Sie etwa zwei Stunden vor dem Eisenpräparat einnehmen.
  • Der Wirkstoff Entacapon (bei Parkinson) bildet mit Eisen im Magen schwerlösliche Verbindungen. In dieser Form können beide Wirkstoffe nicht in den Organismus aufgenommen werden. Zwischen der Einnahme von Eisenpräparaten und Entacapon muss daher ein Abstand von mindestens zwei Stunden liegen.
  • Wenn Sie Phenytoin (bei Epilepsien) einnehmen, kann sich nach mehrjähriger Einnahme ein Folsäuremangel entwickeln. Wird dann Folsäure in höheren Dosen zugeführt, kann dies die Wirkung von Phenytoin abschwächen, sodass sich die Gefahr für Krampfanfälle erhöht.
  • Folsäure verstärkt die Nebenwirkungen von Fluorouracil (bei Krebs). Diese Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Diese Kombinationsmittel sollten Sie vorzugsweise mit Fruchtsäften oder Leitungswasser schlucken. Andere Getränke, vor allem Milch, Cola, Kaffee, schwarzer oder grüner Tee, behindern die Aufnahme des Eisens und sind deshalb für die Einnahme ungeeignet. Kalziumreiche Nahrungsmittel wie Jogurt, Käse, Quark sollten mit einem Abstand von zwei Stunden verzehrt werden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten. Wenn die Beschwerden anhalten, obwohl Sie die Tabletten nicht auf nüchternen Magen, sondern zum Essen einnehmen, sollten Sie mit einem Arzt besprechen, ob Sie die Dosis verringern können.

Die Zähne können sich verfärben. Das können Sie vermeiden, wenn Sie die Zähne während der Behandlung besonders sorgfältig putzen.

Muss beobachtet werden

Wenn eine anhaltende Verstopfung auftritt, sollten Sie mit dem Arzt darüber sprechen, wie Sie dieser entgegenwirken können (z. B. durch ballaststoffreiche Kost, Bewegung) oder ob Abführmittel erforderlich sind.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Solche Reaktionen zeigen sich nur in Einzelfällen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Vorbeugung eines Neuralrohrdefektes ist es wichtig, Folsäure bereits vor dem Eintreten einer Schwangerschaft einzunehmen. Frauen, die bereits ein Kind mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder offenem Rücken geboren haben oder in deren Familie solche Fehlbildungen vorkommen, wird empfohlen, täglich 5 Milligramm Folsäure einzunehmen, um Fehlbildungen vorzubeugen. Für alle anderen Frauen genügt eine tägliche Dosis von 0,4 Milligramm Folsäure.

Während der Schwangerschaft ist auch der Eisenanteil dieser Kombination zu beachten. Schwangere sollten Eisenpräparate nur anwenden, wenn der Ferritinwert unter 30 Mikrogramm pro Liter (µg/l) liegt. Ein Eisenmangel stellt sich in der Regel erst im Verlauf der Schwangerschaft ein, wenn aufgrund der fortschreitenden Entwicklung des Ungeborenen der Eisenbedarf ansteigt. Fragen Sie Ihren Arzt nach den entsprechenden Werten. Bei zu niedrigen Eisenwerten genügt es, wenn Sie bis zu 100 Milligramm Eisen einnehmen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Ferro sanol: Das Mittel ist erst für Kinder ab sechs Jahren zugelassen und auch nur, wenn sie bereits über 20 Kilogramm wiegen, diese Einschränkung gilt auch für ältere Kinder, die sehr leicht sind.

Tardyferron: Das Mittel ist für Kinder ab zehn Jahren zugelassen.

Bei Kindern werden Eisenpräparate in Abhängigkeit vom Körpergewicht und vom Alter dosiert. Als optimale Dosierung pro Tag werden 2 bis 3 Milligramm Eisen pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kgKG) empfohlen. Mehr als 5 mg/kgKG sollten es nicht sein.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs