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Faserkomplex: Chitosan pflanzlich und Konjakfasern (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Mittel enthält Chitosan und Konjakfasern, die unter anderem ein Sättigungsgefühl erzeugen sollen und so beim Abnehmen helfen. Chitosan ist ein unverdaulicher Faserkomplex, der aus einem Schimmelpilz gewonnen wird. Der zweite Wirkstoff stammt aus der Konjakwurzel (Amorphophallus konjac) und ist ein komplexes und ebenfalls unverdauliches Kohlenhydrat, das Glukomannan. Die beiden Faserstoffe quellen – ähnlich wie Ballaststoffe – durch das Wasser im Verdauungstrakt auf. Dadurch soll sich ein Sättigungsgefühl einstellen. Zudem soll sich das mit der Nahrung aufgenommene Fett vermehrt an die Oberfläche des Chitosans binden und unverdaut ausgeschieden werden.

Ein Gewichtsverlust durch dieses Mittel ist allenfalls gering. Wenn Menschen mit Übergewicht das Präparat einnehmen und zusätzlich eine Ernährungsumstellung und ein Bewegungsprogramm in Angriff nehmen, können sie nach einem halben Jahr bestenfalls mit einer um zwei Kilogramm höheren Gewichtsabnahme rechnen als ohne das Mittel. Dabei ist bisher nicht untersucht, ob die verlorenen Kilogramm im Anschluss auch gehalten werden können. Ebensowenig ist untersucht, inwieweit durch die geringfügigen Gewichtsabnahme weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben.

Da es sich bei diesem Mittel um eine Kombination handelt, sollte es außerdem Studien geben, die belegen, dass die gemeinsame Anwendung der verschiedenen Faserkomplexe Vorteile hat gegenüber der alleinigen Anwendung der Einzelstoffe. Solche Untersuchungen liegen aber nicht vor. Daher wird das Präparat als "wenig geeignet" beurteilt. Es kann allenfalls bei Menschen mit einem BMI über 25 als Motivationshilfe eingesetzt werden, um eine Ernährungsumstellung anfangs zu unterstützen.

Das Mittel ist als Medizinprodukt im Handel, nicht als zugelassenes Arzneimittel.

Anwendung

Etwa 15 bis 30 Minuten vor jeder Mahlzeit wird ein Stick in Wasser aufgelöst und eingenommen. Pro Tag sollen Sie nicht mehr drei Sticks einnehmen. Damit ausreichend Flüssigkeit zum Quellen zur Verfügung steht, sollten Sie bei jeder Einnahme mindestens 300 Milliliter Wasser trinken.

Achtung

Bei der Einnahme dieser Mittel ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Sie sollten daher täglich zwei bis drei Liter kalorienfreie oder -arme Flüssigkeit trinken. Für Menschen mit einer Herzschwäche und Menschen mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion kann eine solche Trinkmenge allerdings gefährlich werden.

Sicherheitshalber sollten zwischen der Einnahme dieses Mittels und anderen Medikamenten vier Stunden Abstand liegen. Vor allem fettlösliche Arzneistoffe, zu denen beispielsweise die Pille zur Empfängnisverhütung und die Vitamine A, D, E und K zählen, werden sonst nicht verlässlich aufgenommen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie das Mittel nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser zudem Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, wie zum Beispiel chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Darmverschluss oder eine krankhafte Verengung des Magenausgangs.
  • Sie hatten schon einmal eine hartnäckige Verstopfung oder nehmen gerade ein Mittel ein, dass die Darmtätigkeit verlangsamt (z. B. Loperamid bei Durchfall).
  • Ihr Magen ist operativ verkleinert worden oder Sie hatten schon einmal eine andere Operation im Verdauungstrakt.
  • Sie haben eine Schluckstörung.
  • Sie sind Diabetiker. Das Mittel kann den Blutzuckerspiegel absenken.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Es ist nicht auszuschließen, dass Arzneimittel bei gleichzeitiger Anwendung dieser Mittel nur unzureichend in den Organismus aufgenommen werden. Wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die sehr genau dosiert werden müssen, beispielsweise Mittel, die die Blutgerinnung hemmen, sowie Mittel zur Empfängnisverhütung sollten Sie einen Arzt zurate ziehen.

Wenn Sie eine Fettstoffwechselstörung oder Diabetes mit Medikamenten behandeln, sollte ein Arzt Ihren Blutfettspiegel bzw. Ihre Blutzuckerwerte kontrollieren. Möglicherweise muss die Dosierung der jeweiligen Arzneimittel geändert werden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Konsistenz des Stuhls kann sich verändern, wenn durch das Mittel mehr Fett ausgeschieden wird.

Muss beobachtet werden

Es können Magen-Darm-Beschwerden wie Magenschmerzen, unregelmäßiger Stuhlgang und Blähungen auftreten. Gehen die Beschwerden auch nach einigen Tagen nicht merklich zurück, obwohl Sie das Mittel mit einer ausreichenden Flüssigkeitsmenge einnehmen, sollten Sie es nicht weiter anwenden und einen Arzt aufsuchen.

Wird von dem Mittel mehr eingenommen, als in der Gebrauchsanweisung angegeben ist, oder wird zu wenig Flüssigkeit begleitend aufgenommen, kann das eine Verstopfung begünstigen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Eine Behandlung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase sollte grundsätzlich ärztlich begleitet werden. Eine medikamentöse Hilfe beim Abnehmen ist bei ihnen nicht angebracht.

Zur Empfängnisverhütung

Die Hormone der Pille sind fettlöslich. Werden sie zusammen mit dem Nahrungsfett an die Faserstoffe gebunden und ausgeschieden, kann die empfängnisverhütende Wirkung unsicher werden. In jedem Fall dürfen Sie die Mittel nicht gleichzeitig anwenden. Sicherheitshalber sollten sie die Pille eine Stunde vor dem Schlankheitsmittel einnehmen oder vier Stunden nach dessen Anwendung.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft ist eine Gewichtszunahme ein natürlicher Vorgang. Selbst wenn es mehr sein sollten, als der Arzt für vertretbar hält, sind Medikamente nicht der richtige Weg, um eine weitere Zunahme zu begrenzen.

Auch während der Stillzeit sind medikamentöse Maßnahmen zur Gewichtsabnahme abzulehnen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs