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Epilepsiemittel: Sultiam

Wirkungsweise

Sultiam ist zur Behandlung der Rolando-Epilepsie, einer speziellen Epilepsieform, zugelassen. Diese kommt bei Kindern und Jugendlichen vor und hört in der Regel auf, wenn sie älter werden. Für diese Anwendung wird Sultiam als "geeignet" angesehen.

Anwendung

Allgemeine Angaben zur Anwendung finden Sie unter Antiepileptika gemeinsam betrachtet.

Ein gleichmäßiger Wirkstoffspiegel ist nach etwa einer Woche erreicht.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen darf Sultiam nicht angewendet werden:

  • Das Kind reagiert überempfindlich auf Sulfonamide (bei bakteriellen Infektionen).
  • Es leidet an einer Blutkrankheit (akute Porphyrie).
  • Es hat eine Überfunktion der Schilddrüse.
  • Sein Blutdruck ist erhöht.

Wenn das Kind eine psychische Erkrankung hat oder seine Nierenfunktion gestört ist, müssen Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn die Epilepsie mit mehreren Medikamenten behandelt wird, ist zu beachten:

  • Durch Sultiam kann Phenytoin (bei Epilepsien) stärker wirken. Auch die Nebenwirkungen können sich verstärken. Wird eine Epilepsiebehandlung mit Phenytoin durch Sultiam ergänzt, sollte der Phenytoinblutspiegel kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls angepasst werden. Das Gleiche ist beim Ende der Sultiameinnahme erforderlich.
  • Primidon kann die unerwünschten Wirkungen von Sultiam verstärken.

Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit Sultiam können sich vermehrt Selbsttötungsgedanken einstellen. Wenn Sie bei Ihrem Kind Verhaltensveränderungen wie Lustlosigkeit, Antriebsmangel, vermehrte Ängste, Interesselosigkeit und Schuldgefühle bemerken, sollten Sie das umgehend einem Arzt mitteilen, damit er über das weitere Vorgehen entscheiden kann.

Keine Maßnahmen erforderlich

Etwa 10 von 100 behandelten Kindern klagen über Magenbeschwerden. Gelegentlich treten Missempfindungen wie Taubheit und Kribbeln auf; auch Kopfschmerzen, Schluckauf, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust kommen vor.

Muss beobachtet werden

Gelegentlich gibt es Atembeschwerden, Schwindel, Gelenkschmerzen, Doppelbilder, Muskelschwäche und Antriebsarmut. Je nachdem, wie stark sich das Kind dadurch beeinträchtigt fühlt, sollten Sie das mit dem Arzt besprechen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, muss die Einnahme sofort gestoppt und unverzüglich der Notarzt (Telefon 112) gerufen werden, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Wenn das Kind grippeartige Beschwerden hat, sich längere Zeit abgeschlagen und müde fühlt, Halsschmerzen und Fieber, Blutergüsse und blaue Flecke auftreten, kann es sich um eine Blutbildungsstörung handeln, die bedrohlich werden kann. Sie müssen dann umgehend mit dem Kind den Arzt aufsuchen und das Blutbild kontrollieren lassen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind wiederholt befremdliche Dinge sieht und hört, die andere Menschen nicht bemerken (Halluzinationen), sollten Sie den Arzt informieren. Derartiges ist aber selten.

Besondere Hinweise

Zur Verkehrstüchtigkeit

Sultiam dämpft die Reaktionsfähigkeit. Das schränkt die Fähigkeit des Kindes ein, am Straßenverkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und bestimmte Sportarten zu betreiben.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs